Was ist eine Brustvergrößerung? Ein chirurgischer Eingriff zur Vergrößerung der Brust durch Einsetzen von Silikonimplantaten oder durch Eigenfetttransfer. Die Brustvergrößerung (Mamma-Augmentation) zählt zu den häufigsten ästhetischen Operationen weltweit.
Für wen geeignet? Frauen mit zu kleinen, erschlafften oder asymmetrischen Brüsten, nach Schwangerschaft/Stillzeit, bei Brustfehlbildungen oder nach Brustkrebsoperationen. Das körperliche Wachstum sollte abgeschlossen sein.
Wichtigste Risiken: Kapselfibrose (Verhärtung des Gewebes um das Implantat), Infektionen, Sensibilitätsstörungen. Selten: BIA-ALCL (ein seltenes Lymphom bei texturierten Implantaten). Moderne Implantate sind sehr sicher und reißen kaum.
Dauer & Kosten: 60–90 Minuten unter Vollnarkose, 1–2 Nächte Klinikaufenthalt. Kosten in Deutschland: ca. 4.500–8.500 Euro (Selbstzahler). Gesellschaftsfähig nach etwa 1 Woche.
Ergebnis: Langfristig stabil, jedoch keine lebenslange Haltbarkeit – ein Implantatwechsel kann nach 10–15+ Jahren erforderlich werden. Das Endergebnis ist nach etwa 3–6 Monaten sichtbar.
Die Brustvergrößerung gehört zu den beliebtesten ästhetischen Operationen. Eine schöne weibliche Brust ist wesentlich für das Selbstwert- und Lebensgefühl vieler Frauen. Empfindet eine Frau ihre Brüste als zu klein, sind sie seitenungleich oder hängen stark herab, so kann das eine erhebliche seelische Belastung darstellen. Die Operation zur Brustvergrößerung kann Patientinnen zu wohlgeformten, harmonischen und natürlich wirkenden Brüsten verhelfen.
Bei dem Eingriff zur Brustvergrößerung werden in der Regel Implantate aus Silikon in die Brust eingesetzt, die das Volumen der Brust erhöhen. Es gibt unterschiedliche Arten von Implantaten in verschiedenen Größen und Formen. Ebenso gibt es mehrere Methoden, die Implantate operativ einzusetzen. In der Regel ist für die Brust-OP eine Vollnarkose und ein stationärer Aufenthalt in der Klinik für eine bis zwei Nächte notwendig.
Der Fachbegriff für die Brustvergrößerung lautet Mamma-Augmentation (auch: additive Mammaplastik). Aktuelle Operationsverfahren der ästhetischen Chirurgie bieten gute Voraussetzungen, ein ansprechendes und natürliches Ergebnis zu erzielen. Narben sind in aller Regel unauffällig. Komplikationen sind wie bei jeder Operation möglich, insgesamt gilt die Brust-OP als sicheres Verfahren. Dennoch kann es in der Folge der Operation zu einer Infektion oder später zu einer Gewebeverhärtung (Kapselfibrose) kommen. In diesem Fall oder bei einer Beschädigung des Implantats kann es erforderlich sein, dieses zu entfernen oder auszutauschen.
Die Brustimplantate sind inzwischen sehr stabil produziert und es besteht kaum noch ein Risiko, dass der Inhalt austritt. Auch konnte ein Zusammenhang zwischen Brustimplantaten und Brustkrebs grundsätzlich nicht belegt werden. Texturierte Brustimplantate sind laut der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA mit einem erhöhten Risiko für die Entwicklung eines anaplastisch-großzelligen Lymphoms (eine sehr seltene Krebsart des Immunsystems) verbunden.
Es handelt sich bei der Brustvergrößerung in den meisten Fällen nicht um eine medizinisch notwendige Maßnahme. Patientinnen sollten sich genau überlegen, ob sie den Eingriff durchführen lassen möchten. Viele Frauen entscheiden sich zugunsten eines schönen, vollen Busens für eine Operation. In einem Vorgespräch und in den Voruntersuchungen wird bestimmt, ob eine Operation möglich ist und wie groß die Brust werden soll. Der Arzt geht auf die Wünsche der Patientin ein und legt fest, was realistisch ist.
Die Brustvergrößerung kommt in Frage, wenn Unzufriedenheit aufgrund einer zu kleinen, zu schlaffen oder auffällig seitenungleichen Brust besteht. Die Brust ist ein wesentliches Geschlechtsmerkmal der Frau. Das Aussehen und die Beschaffenheit der Brust spielt für das Wohlbefinden und das Selbstbewusstsein eine große Rolle.
Meist besteht bei Frauen der Wunsch, einen formschönen Busen zu haben, der sich harmonisch in das Gesamtbild des Körpers einpasst. Der Trend geht heute zu natürlichen Ergebnissen – besonders große Brüste werden seltener gewünscht. Zudem sprechen medizinische Gründe gegen zu schwere Implantate: Sie belasten den Rücken und können langfristig zu einem erneuten Hängen der Brust führen.
Die Anlässe für eine Brustvergrößerung sind ästhetischer, psychologischer, aber bisweilen auch medizinischer Natur. Brüste, die als nicht schön empfunden werden, können die Besitzerin seelisch stark belasten. Die Brustvergrößerung kann Frauen in ihrem weiblichen Selbstverständnis weiterhelfen und das Selbstbewusstsein voranbringen. Gründe für eine Brustvergrößerung können sein:
Patientinnen sollten sich vor einer Operation über die Risiken der Brustvergrößerung informieren.
Vor einer Brustvergrößerung müssen Patientinnen einige Dinge beachten. Der Erfolg einer Brustvergrößerung wird oft bereits in der präoperativen Phase (vor der Operation) entschieden.
Frauen sollten bei der Auswahl des Chirurgen darauf achten, dass sie sich nicht überstürzt entscheiden. Zum Arzt sollte ein gutes Vertrauensverhältnis bestehen. Neben der Qualifikation des Arztes ist auch die Erfahrung sehr wichtig.
Die Patientin sollte ausführlich mit dem Arzt beziehungsweise Operateur sprechen. In dem Vorgespräch mit dem Arzt werden die Beweggründe der Patientin sowie ihre Vorstellungen hinsichtlich der Größe und Form der Brust besprochen. Der Arzt legt ihr die Erfolgschancen und die möglichen Risiken ausführlich dar. Mit dem Anästhesisten (Narkosearzt) erfolgt ein Gespräch, um die Art der Narkose festzulegen.
Wichtig – Realistische Erwartungen: Studien zeigen, dass die Zufriedenheit nach der Operation stark davon abhängt, wie gut die Erwartungen mit dem tatsächlichen Ergebnis übereinstimmen. Moderne 3D-Simulationen können helfen, das Ergebnis vorab zu visualisieren. Chirurgen achten auch auf Anzeichen einer Körperdysmorphen Störung (krankhaft verzerrte Wahrnehmung des eigenen Körpers) – betroffene Patientinnen profitieren selten von chirurgischen Eingriffen.
Einige Voruntersuchungen sind notwendig, um das Ergebnis so gut wie möglich werden zu lassen und Risiken klein zu halten:
Für die Operation sollte neben einem guten Gesundheitszustand der Patientin auch das körperliche Wachstum abgeschlossen sein, um das Ergebnis nicht zu gefährden. Abgesehen davon ist prinzipiell die Brustvergrößerung bei Erwachsenen in jedem Alter möglich. Ist die Patientin noch nicht volljährig, dann ist eine Einverständniserklärung der Eltern erforderlich.
Falls die Patientin stark an Gewicht abnehmen will, muss sie dies dem Arzt mitteilen, denn das wirkt sich auf den Zustand der Brüste aus. Auch der Zustand einer Schwangerschaft führt zu deutlichen Veränderungen an den Brüsten. Falls eine Schwangerschaft geplant ist, sollte die Frau das dem Chirurgen mitteilen.
Einige Erkrankungen sprechen gegen eine Operation zur Brustvergrößerung:
Ein individuell erhöhtes Risiko für Brustkrebs kann gegen die Operation sprechen, insbesondere weil spätere Untersuchungen der Brust erschwert sein können (wobei spezielle Aufnahmetechniken dies größtenteils kompensieren).
Empfohlen wird, ab zwei bis vier Wochen vor dem Eingriff nicht mehr zu rauchen. Rauchen führt zu einer Verengung der Blutgefäße und kann die Wundheilung erheblich verschlechtern. Das Risiko für Hautnekrosen und Infektionen steigt drastisch. Auch nach der Operation sollte für mindestens vier Wochen auf Nikotin verzichtet werden.
Medikamente zur Hemmung der Blutgerinnung müssen – in Absprache mit dem Arzt – etwa zwei Wochen vor der Operation abgesetzt werden. Dazu gehören unter anderem Acetylsalicylsäure (ASS, Aspirin®), Ibuprofen, Vitamin E und Omega-3-Präparate.
Am Tag der Operation muss die Patientin nüchtern erscheinen (mindestens 6 Stunden keine feste Nahrung). Das Anzeichnen der Schnittführung erfolgt im Stehen, da sich die Brustform im Liegen verändert.
Die Brustvergrößerung wird in der Regel bei einem Krankenhausaufenthalt (stationär) und unter einer Vollnarkose (meist TIVA – Totale Intravenöse Anästhesie, die weniger Übelkeit verursacht) durchgeführt. Der Anästhesist ist während der gesamten Operation im Saal, um die Narkose zu überwachen. Die Operation dauert 60 bis 90 Minuten, bei zusätzlicher Straffung oder Eigenfettbehandlung bis zu 180 Minuten.
Die Haut an der Brust wird durch einen etwa vier bis fünf Zentimeter langen Schnitt eröffnet. Der Schnitt kann geführt werden:
Die Wahl des Zugangswegs erfolgt anhand der individuellen Voraussetzungen wie Brustgröße, Brustform, Ausmaß des Brustwarzenhofs und Größe des Implantats.
Über den Einschnitt präpariert der Arzt eine Aushöhlung (Implantattasche), in die das Implantat eingeführt wird. Die Position relativ zum Brustmuskel ist entscheidend für das ästhetische Ergebnis:
Zusätzlich zur Vergrößerung kann bei einer schlaffen Brust eine Straffung vorgenommen werden. Für eine Bruststraffung sind weitere Hautschnitte erforderlich, deren Narben später häufig sichtbar sind. Sie verblassen meist im Laufe der Zeit.
Am Schluss der Operation wird die Wunde mehrschichtig vernäht. Ein straffer Verband oder Kompressions-BH wird aufgebracht, um die frisch operierte Brust stabil zu halten. Drainagen (Schläuche zum Ableiten von Wundflüssigkeit) werden heute oft nicht mehr routinemäßig eingelegt.
Um Brüste zu vergrößern, werden unterschiedliche Implantate eingesetzt. Silikonimplantate sind heute der eindeutige Standard – sie gelten als sicherer und langlebiger als andere Optionen. Kochsalzimplantate werden in Europa kaum noch verwendet.
Moderne Silikonimplantate enthalten kohäsives (vernetztes) Silikongel, das formstabil ist. Selbst bei einer Hüllenruptur läuft das Gel nicht in das umliegende Gewebe aus. Es gibt verschiedene Härtegrade: Weichere Gele fühlen sich natürlicher an, formstabilere Gele halten die Form besser.
Die Hülle der Kochsalzimplantate besteht ebenfalls aus Silikon, diese ist mit einer Kochsalzlösung befüllt. Kochsalzimplantate fühlen sich von außen nicht ganz so natürlich an. Sie können Flüssigkeit verlieren, Falten werfen und die Flüssigkeit kann merklich hin- und herschwappen. Sie werden heute nur noch auf expliziten Wunsch oder bei speziellen Revisionen verwendet.
Die Form des Implantats bestimmt die Silhouette der Brust:
Ein übliches Volumen liegt bei 200 bis 350 Millilitern. Es kann aber viel kleiner (ab circa 80 Milliliter) oder größer (bis circa 600 Milliliter und mehr) sein. Die Implantatgröße muss immer an die Körpermaße der Frau angepasst werden, damit die Brust harmonisch zum restlichen Körper wirkt.
Die Oberfläche der Implantathülle ist ein wichtiges Thema der aktuellen Sicherheitsdebatte:
Veraltete Methoden: Die Injektion von Hyaluronsäure (z.B. als Macrolane) zur Brustvergrößerung ist nicht empfehlenswert. Aufgrund der schweren Beeinträchtigung der Krebsvorsorge und der Bildung von Knoten raten Fachgesellschaften strikt davon ab.
Brustimplantate sind Medizinprodukte, die Qualitätsauflagen genügen müssen und deren Sicherheit eingehend geprüft wurde. Sie müssen das Zertifikat „CE" für europäische Standards tragen.
Hier finden Sie eine Übersicht der häufigsten Brustimplantate, die in Deutschland eingesetzt werden. Hier finden Sie eine Übersicht mit den Herstellern von Brustimplantaten.
Eine Alternative zu Brustvergrößerung mit Implantaten ist die Brustvergrößerung mit Eigenfett (Lipofilling). Diese Methode hat sich als Alternative für moderate Vergrößerungswünsche etabliert.
Wichtige Einschränkungen:
Hybrid-Augmentation: Eine moderne Kombination beider Verfahren. Ein (oft kleineres) Implantat sorgt für die Grundform, das Eigenfett verbessert die Gewebeabdeckung und ermöglicht eine feinere Ausmodellierung. Besonders wertvoll bei sehr schlanken Patientinnen.
Die Brustvergrößerung mit Stammzellen – auch Cell-Assisted Lipotransfer (CAL) genannt – ist eine Weiterentwicklung der klassischen Eigenfetttransplantation.
So funktioniert es: Wie beim herkömmlichen Lipofilling wird zunächst Fett abgesaugt. Aus einem Teil des gewonnenen Fettgewebes werden dann in einem speziellen Verfahren die sogenannten adipose-derived stem cells (ADSCs) – fettgewebsbasierte Stammzellen – isoliert und konzentriert. Diese Stammzellen werden dem verbleibenden Fett zugesetzt, bevor es in die Brust injiziert wird.
Vorteil: Die angereicherten Stammzellen sollen die Einheilungsrate des transplantierten Fettes verbessern. Die Stammzellen können sich in verschiedene Zelltypen differenzieren und fördern die Bildung neuer Blutgefäße (Neovaskularisation). Dadurch soll mehr transplantiertes Fett überleben und das Endergebnis stabiler sein.
Aktuelle Einschätzung:
Wie bei der klassischen Eigenfetttransplantation sind auch hier nur moderate Volumenzuwächse möglich, und es können mehrere Sitzungen erforderlich sein. Die Voraussetzung ausreichender Fettdepots am Körper gilt ebenfalls.
Fazit zu den implantatfreien Methoden: Sowohl die Eigenfetttransplantation als auch der Cell-Assisted Lipotransfer eignen sich für Frauen, die eine moderate, natürlich wirkende Vergrößerung wünschen und keinen Fremdkörper in der Brust haben möchten. Für größere Volumenzuwächse (mehr als 1–1,5 Körbchengrößen) bleiben Implantate jedoch die effektivere Option.
Die Brustvergrößerung hat als operativer Eingriff verschiedene Risiken. Auch bei äußerst gewissenhaftem Vorgehen können Komplikationen während oder nach der Operation nicht ausgeschlossen werden. Da die Verfahren und Materialien zunehmend verfeinert wurden, sind die Risiken insgesamt geringer geworden als früher.
Blutungen und Nachblutungen können eintreten, besonders in den ersten 24 Stunden. Blutergüsse (Hämatome) sind möglich und erfordern manchmal eine operative Revision zur Entlastung.
In den ersten Tagen nach dem Eingriff treten Schwellungen und ein Spannungsgefühl auf. Die Schmerzen werden oft als starker Muskelkater beschrieben, besonders bei der Dual-Plane-Technik. Nach einigen Wochen hat sich das unangenehme Gefühl in aller Regel gelegt.
In etwa 2% der Fälle tritt eine Infektion nach dem Eingriff auf. Manchmal muss deshalb das Brustimplantat wieder entfernt werden und kann erst nach Monaten ersetzt werden. Eine strenge „No-Touch-Technik" (das Implantat wird nur mit sterilen Einführhilfen berührt) und prophylaktische Antibiotika reduzieren dieses Risiko.
Die Kapselfibrose zählt zu den gefürchtetsten Komplikationen. Bindegewebe um das Brustimplantat herum bildet eine natürliche Kapsel – das ist normal. Diese kann sich jedoch verhärten (Kapselfibrose). Die Klassifikation nach Baker unterscheidet vier Grade:
Die Kapselfibrose ist dank moderner Implantate und Operationstechniken seltener geworden.
Selten können sich Blutgerinnsel bilden (Thromben). Dies kann zu gefährlichen Blutgefäßverschlüssen wie einer Lungenembolie führen. Das Risiko ist erhöht, wenn die Patientin raucht und die Anti-Baby-Pille nimmt. Frühes Aufstehen nach der Operation reduziert dieses Risiko.
Das BIA-ALCL (Breast Implant-Associated Anaplastic Large Cell Lymphoma) ist eine sehr seltene Form des Non-Hodgkin-Lymphoms (eine Form von Blutkrebs), das um texturierte Implantate herum entstehen kann. Typischerweise tritt es etwa 10 Jahre nach der Implantation auf. Allerdings kann es auch wesentlich früher und wesentlich später auftreten. Die Prognose ist gut, wenn es rechtzeitig erkannt wird.
Wichtige Informationen zu BIA-ALCL: Dieses Lymphom ist stark mit grob texturierten Implantatoberflächen assoziiert. Bei frühzeitiger Erkennung und kompletter Entfernung der Kapsel und des Implantats ist die Erkrankung meist heilbar. Grob texturierte Implantate wurden deshalb größtenteils vom Markt genommen. Weitere Informationen zu diesem Lymphom erhalten Sie hier.
Unter dem Begriff Breast Implant Illness (BII) werden verschiedene unspezifische Symptome zusammengefasst, die manche Frauen mit Brustimplantaten berichten: Müdigkeit, „Brain Fog" (Konzentrationsstörungen), Gelenkschmerzen, Haarausfall, Hautausschläge.
Es gibt keinen spezifischen Labortest für BII, und die Ursache ist wissenschaftlich nicht eindeutig geklärt. Eine Hypothese ist eine chronische Immunreaktion auf das Implantatmaterial. Bei etwa 50–80% der betroffenen Patientinnen bessern sich die Symptome nach Entfernung der Implantate – aber nicht bei allen. Dies wird im Aufklärungsgespräch besprochen.
Ein Auslaufen beziehungsweise Aufplatzen eines Brustimplantats braucht kaum befürchtet zu werden. Die äußere Schicht des Implantats ist sehr stabil. Dass Implantate im Körper reißen, ist sehr selten. Selbst wenn sie reißen sollten, bleibt die Form moderner Silikonimplantate weitgehend erhalten, da sie ein widerstandsfähiges, stark vernetztes Silikongel enthalten. Praktisch kann es nur bei sehr schwerem Aufprall zu einem Zerreißen des Implantats kommen. Stumme Rupturen (ohne Symptome) können im MRT nachgewiesen werden und erfordern einen Austausch, aber keine Notfall-Operation.
Patientinnen sollten nach der Brustvergrößerungs-OP auf einige Besonderheiten achten. Eine richtige Nachsorge ist entscheidend für die Kapselbildung, die finale Position der Implantate und das bestmögliche Ergebnis.
Durch baldiges Aufstehen nach der Operation lässt sich die Gefahr reduzieren, dass sich Blutgerinnsel (Thromben) bilden. Einen Tag nach der Operation führt der Chirurg die erste Nachuntersuchung durch. Falls Drainageschläuche eingelegt wurden, werden diese meist am ersten Tag nach der OP entfernt.
Schmerzen: Die akuteste Phase mit Schmerzen (vergleichbar mit starkem Muskelkater) dauert etwa 3–5 Tage. Die Gabe von Schmerzmitteln wie Ibuprofen oder Diclofenac hilft.
Duschen: Ab dem 3.–4. Tag mit wasserfesten Pflastern erlaubt.
Die Fäden sind meist selbstauflösend. Falls nicht, werden sie nach 10–14 Tagen vom Arzt entfernt.
Die Nachsorge beinhaltet, dass ein Kompressions-BH getragen wird. Dieser sollte 4–6 Wochen Tag und Nacht anbehalten werden. Wichtig ist, dass er zwar gut passen sollte, aber keinesfalls zu eng sitzt.
Stuttgarter Gürtel: Der Stuttgarter Gürtel ist ein elastischer Gurt, der über der Brust getragen wird. Er drückt die Implantate sanft nach unten und verhindert, dass der Brustmuskel die Implantate in Richtung Achselhöhle verschiebt. Tragedauer: meist 2–4 Wochen.
Schlafen: Ausschließlich Rückenlage mit erhöhtem Oberkörper für 4–6 Wochen, um seitliche Verschiebung und Druck auf die Wunde zu vermeiden.
In den drei Monaten nach der Brustvergrößerung sollte kein Push-Up-BH getragen werden.
Die Stellen mit den Operationsnarben sollten für sechs Monate nicht direkt besonnt werden. Die Gefahr besteht, dass sich an den Narben bräunliche Verfärbungen entwickeln.
Die Patientin bekommt einen Implantatpass, in dem die Art des Implantats und dessen Herstellungsnummer vermerkt ist. Vor Untersuchungen der Brust muss die Patientin unbedingt dem Personal mitteilen, dass ihre Brust vergrößert wurde, und den Implantatpass zeigen.
Auffälligkeiten an der operierten Brust wie eine Formänderung, Erschlaffung oder Verhärtung, Verfärbung, Temperaturänderung oder eine späte Schwellung (mehr als ein Jahr nach OP) können auf Komplikationen hinweisen. Das sollte die Frau dazu veranlassen, sich sofort mit dem Arzt in Verbindung zu setzen.
Anstelle der Operation gibt es andere Methoden, die die Brust größer wirken lassen, Frauen, die das Risiko einer operativen Brustvergrößerung scheuen, können auf folgende Möglichkeiten zurückgreifen:
Der Preis einer Operation zur Brustvergrößerung ist von Klinik zu Klinik unterschiedlich. Zu den Kosten gehören:
Insgesamt ist mit Kosten von 4.500 bis 8.500 Euro zu rechnen. Hybrid-Operationen mit Eigenfett sind aufwendiger und können über 10.000 € kosten.
Bei einer Befragung in unserem Facebook-Forum Schönheitschirurgie und Plastische Chirurgie haben 75% der Frauen angegeben, dass Sie zwischen 4.000 und 10.000 Euro für eine Brustvergrößerung im Jahr 2025/2026 bezahlt haben.
Vorsicht bei Billigangeboten: Wer sich für sehr günstige Angebote entscheidet, sollte sich im Vorfeld über die Qualifikation des Arztes und die Qualität der verwendeten Implantate genau informieren. Bei Operationen im Ausland sind die hohen medizinischen Standards nicht immer gewährleistet und die Nachsorge gestaltet sich schwieriger.
Folgekostenversicherung: Da Krankenkassen die Behandlung von Komplikationen nach ästhetischen OPs oft nicht oder nur teilweise übernehmen, ist der Abschluss einer Folgekostenversicherung für 1–3 Jahre empfehlenswert. Diese deckt Kosten für Revisionsoperationen bei Kapselfibrose oder Infektion.
Die Krankenversicherung zahlt Schönheitsoperationen nicht. Bei der Brustvergrößerung ist eine Kostenübernahme möglich, wenn eine Patientin Brustkrebs hatte, bei Fehlbildungen oder bei Transsexuellen. Betroffene sollten sich im Vorfeld bei ihrer Versicherung erkundigen.
Meist kann die Operation zur Brustvergrößerung mit einem für die Patientin zufriedenstellenden Ergebnis abgeschlossen werden. Vielen Frauen verschafft dies ein neues Selbstbewusstsein. Im Allgemeinen kann erreicht werden, dass die Brust trotz Vergrößerung natürlich wirkt.
Eine Garantie kann nicht ausgesprochen werden, dass die Brust absolut den Vorstellungen gerecht wird. Inzwischen ist die Operation für erfahrene Plastische Chirurgen ein Routineeingriff und die Methoden wurden kontinuierlich optimiert. Allerdings ist die Qualifikation und Erfahrung des Arztes für das Ergebnis von entscheidender Bedeutung,
Die Aussage „Implantate halten ein Leben lang" ist falsch. Brustimplantate sind keine „Lifetime Devices".
Zur Früherkennung von stummen Rupturen (Rissen) und BIA-ALCL empfehlen Experten ein MRT-Screening 5–6 Jahre nach der Operation und dann alle 2–3 Jahre. In der deutschen Praxis wird dies oft durch jährliche hochauflösende Ultraschallkontrollen ersetzt.
Premium-Hersteller bieten weitreichende Garantien:
Die Form der Brust bleibt über viele Jahre stabil, jedoch können Alterungsvorgänge nicht verhindert werden. Gegebenenfalls kann später eine weitere Operation (Bruststraffung) vorgenommen werden.
Die Brustvergrößerung beeinträchtigt das Stillen in der Regel nicht, wohl aber manchmal eine Bruststraffung, die bisweilen im selben Eingriff vorgenommen wird.
| Info | Antwort |
|---|---|
| OP-Dauer | 60 bis 90 Minuten (mit Straffung/Eigenfett bis 180 Minuten) |
| Narkose | Vollnarkose (meist TIVA) |
| Klinikaufenthalt | 1–2 Nächte zur Überwachung |
| Narben | Unauffällig in der Unterbrustfalte, am Warzenhof oder in der Achsel |
| Schmerzen | Mäßig, vergleichbar mit starkem Muskelkater, gut mit Schmerzmitteln kontrollierbar |
| Aktivitäten | Leichter Sport ab Woche 4–6, normales Training ab Woche 6 |
| Arbeits-/Gesellschaftsfähigkeit | Nach etwa 1 Woche (Büroarbeit) |
| Kompression | Kompressions-BH für 4–6 Wochen Tag und Nacht, Stuttgarter Gürtel 2–4 Wochen |
| Schlafen | Rückenlage mit erhöhtem Oberkörper für 4–6 Wochen |
| Endergebnis sichtbar | Nach 3–6 Monaten (nach Abschwellen und „Settling") |
| Haltbarkeit | Langfristig, aber kein „Lifetime Device" – Wechsel nach 10–15+ Jahren möglich |
| Kosten | 4.500 bis 8.500 Euro (Selbstzahler, keine Kassenleistung bei rein ästhetischer Indikation) |
| Voraussetzung | Abgeschlossenes körperliches Wachstum, guter Gesundheitszustand |
| Wichtige Kontraindikationen | Akute Infektionen, unbehandelte Brusterkrankungen, aktives Rauchen (erhöht Komplikationsrisiko erheblich) |
| Stillverträglichkeit | Stillen in der Regel weiterhin möglich |
Es gibt Kochsalzimplantate und Silikonimplantate. Am häufigsten werden Silikonimplantate mit kohäsivem (formstabilem) Gel eingesetzt. Sie halten länger als Kochsalzimplantate und gelten als sicherer. Moderne Varianten sind ergonomische Implantate, die sich je nach Körperposition natürlich verformen.
Bei Studien wurde kein Zusammenhang zwischen Brustimplantaten und Brustkrebs festgestellt. Allerdings gibt es ein minimal erhöhtes Risiko für BIA-ALCL (ein seltenes Lymphom) bei texturierten Implantaten.
Moderne Silikonimplantate enthalten vernetztes Gel, das auch bei einer Ruptur formstabil bleibt und nicht ausläuft. Ein Platzen ist nur bei extremer Gewalteinwirkung möglich.
Die Schmerzen werden oft als starker Muskelkater beschrieben, besonders bei submuskulärer Implantatlage. Die akuteste Phase dauert 3–5 Tage und ist mit Schmerzmitteln gut kontrollierbar.
Nicht zwingend. Solange ein Implantat intakt ist und keine Beschwerden verursacht, muss es nicht prophylaktisch gewechselt werden. Regelmäßige Kontrollen (Ultraschall, ggf. MRT) sind jedoch wichtig. Allerdings müssen ca. 20-30% der Brustimplantate innerhalb von 10 Jahren ausgetauscht werden.
Bei submuskulärer Lage liegt das Implantat unter dem Brustmuskel (bessere Gewebedeckung), bei subglandulärer Lage liegt es auf dem Muskel, direkt unter der Brustdrüse. Die moderne Dual-Plane-Technik kombiniert beide Vorteile.
aktualisiert am 20.01.2026