Was ist eine Ohrenkorrektur? Ein chirurgischer Eingriff zur dauerhaften Korrektur abstehender Ohren (medizinisch: Otoplastik oder Otopexie). Dabei wird der Ohrknorpel neu geformt, um die Ohren näher an den Kopf anzulegen.
Für wen geeignet? Vor allem für Kinder ab dem 5. Lebensjahr, idealerweise vor der Einschulung. Aber auch Erwachsene können sich operieren lassen. Wichtig: Das Kind sollte den Eingriff selbst wollen.
Wichtigste Risiken: Nachblutung (Hämatom) in den ersten Tagen, Wiederabstehen der Ohren (Rezidiv bei 3–10 % der Fälle), Fadenunverträglichkeit bei nicht-auflösbaren Fäden, vorübergehende Taubheitsgefühle.
Dauer & Kosten: Klassische OP: 45–60 Minuten pro Ohr, minimalinvasiv: 15–30 Minuten. Kosten: ca. 2.500–5.000 Euro. Bei Kindern bis 12 Jahre übernehmen die Krankenkassen meist die Kosten.
Ergebnis: Dauerhaft – über 85 % der Patienten bewerten das Ergebnis als sehr gut. Gesellschaftsfähig nach etwa 7–10 Tagen.
Die Ohrenkorrektur (Otoplastik) wird eingesetzt, wenn abstehende Ohren angelegt werden sollen oder besonders große Ohren zu verkleinern sind.
Abstehende Ohren – medizinisch Otapostasis genannt – sind häufig vorkommende ästhetische Fehlbildungen und können bei den Betroffenen erhebliche psychische Belastungen verursachen. Insbesondere Kinder leiden oft unter Hänseleien und Stigmatisierung durch Gleichaltrige, was zu vermindertem Selbstwertgefühl und sozialem Rückzug führen kann.
Zum Zeitpunkt der Ohrenkorrektur sollte die Ohrmuschel weitgehend ausgewachsen sein. Das menschliche Ohr erreicht bereits im Alter von fünf bis sechs Jahren etwa 85–90 % seiner endgültigen Größe. Daher ist eine Operation ab dem Ende des 4. bis 5. Lebensjahres möglich. Meist werden Kinder im Alter von 5 bis 6 Jahren operiert – idealerweise vor der Einschulung, um dem Kind einen unbelasteten Start in das Schulleben zu ermöglichen, frei von potenzieller Ausgrenzung.
Die wichtigste Voraussetzung für eine Ohrenkorrektur bei Kindern ist, dass das Kind selbst mit der Veränderung einverstanden ist und in die Maßnahme einbezogen wird. Die postoperative Mitarbeit (zum Beispiel das Tragen eines Stirnbandes) ist für das Endergebnis unbedingt erforderlich.
Natürlich ist eine Ohrenkorrektur auch bei Jugendlichen und Erwachsenen möglich. Bei älteren Patienten ist der Ohrknorpel jedoch steifer und teilweise verkalkt, was spezifische Operationstechniken erfordern kann.
Wichtig zur Symmetrie: Ziel der Otoplastik ist es nicht, eine perfekt symmetrische Übereinstimmung beider Ohren zu erreichen – das wäre unnatürlich. Eine leichte individuelle Asymmetrie ist normal und gehört zum natürlichen Erscheinungsbild. In der Regel werden beide Ohren operiert, auch wenn nur ein Ohr deutlich absteht, um ein harmonisches ästhetisches Ergebnis zu erreichen.
Abstehende Ohren entstehen meist durch eine angeborene Fehlbildung des Ohrknorpels. Die Entwicklung des Ohres findet zwischen der fünften und neunten Schwangerschaftswoche statt – Störungen in dieser Phase können zu den folgenden typischen Ursachen führen:
Oft treten mehrere dieser Ursachen in Kombination auf. Sie können in einer Operation gemeinsam korrigiert werden.
Um das Operationsrisiko möglichst gering zu halten, beachten Sie folgende Verhaltensrichtlinien:
Wichtig: Verschreibungspflichtige Medikamente sollten immer nur nach Rücksprache mit Ihrem Arzt. Informieren Sie den Operateur im Vorgespräch über alle Medikamente, die Sie einnehmen – auch pflanzliche Präparate und Nahrungsergänzungsmittel.
Bei der Ohrenkorrektur stehen verschiedene bewährte Verfahren zur Verfügung. Die Wahl der Methode hängt von der individuellen Anatomie, der Beschaffenheit des Knorpels und der Art der Fehlbildung ab.
Eine Ohrenkorrektur wird in der Regel ambulant durchgeführt. Bei kleinen Kindern oder sehr ängstlichen Patienten sowie bei weiter Anreise kann ein kurzstationärer Aufenthalt von einer Nacht sinnvoll sein.
Die Wahl des Narkoseverfahrens hängt vom Alter und der Kooperationsfähigkeit des Patienten ab:
Der Anästhesist bespricht mit Ihnen die Wahl der Narkose und ist während der gesamten Operation anwesend.
Bei der Ohrenkorrektur benötigt der Arzt ca. 45 Minuten bis 1 Stunde pro Ohr. Minimalinvasive Verfahren wie das earFold®-Implantat dauern nur etwa 15–30 Minuten insgesamt.
Um abstehende Ohren zu korrigieren, stehen verschiedene Techniken zur Verfügung, die sich in knorpelformende (Nahttechniken), knorpelbearbeitende (Ritztechniken) und minimalinvasive Verfahren unterteilen lassen:

Bei dieser klassischen Technik aus den 1960er Jahren wird der Knorpel nicht zerschnitten, sondern durch dauerhafte Fäden in eine neue Form gebogen.
Ablauf: Über einen Schnitt auf der Ohrrückseite wird die Haut vom Knorpel gelöst. Anschließend werden mehrere U-Nähte (Matratzennähte) aus nicht auflösbarem Material so platziert, dass beim Anziehen der Fäden der Knorpel gefaltet und die Anthelix neu geformt wird.
Vorteile: Da der Knorpel intakt bleibt, entstehen keine scharfen Kanten, und das Ergebnis wirkt oft weicher und natürlicher.
Nachteile: Der Knorpel besitzt ein „Gedächtnis" und tendiert dazu, in seine ursprüngliche Form zurückzukehren. Zudem können die nicht auflösbaren Fäden auch Jahre später noch vom Körper abgestoßen werden (Fadenextrusion).
Bei dieser Technik wird ebenfalls die knorplige Ohrmuschelrückfläche freigelegt. Der Knorpel wird anschließend an mehreren Stellen durchtrennt und mit mehreren Nähten wird die Ohrmuschel neu geformt. Diese Methode eignet sich besonders bei sehr dickem und steifem Knorpel, wie er oft bei Erwachsenen vorkommt.
Diese Technik basiert auf einem physikalischen Prinzip: Knorpel steht unter einer Oberflächenspannung. Wird eine Seite angeritzt, biegt sich der Knorpel zur gegenüberliegenden Seite.
Ablauf: Der Knorpel wird an der Vorderseite durch kleine Tunnelzugänge mit einer Raspel oder einem feinen Messer geritzt. Dies schwächt die Oberflächenspannung, wodurch sich der Knorpel nach hinten biegt und eine natürliche Wölbung bildet.
Vorteile: Die Rückfallquote ist oft geringer als bei reinen Nahttechniken, da die Struktur des Knorpels physikalisch verändert wird.
Nachteile: Bei zu aggressivem Ritzen können sichtbare Unregelmäßigkeiten an der Ohrvorderseite entstehen.

In der Praxis wenden viele erfahrene Operateure Kombinationstechniken an, um komplexe Fehlbildungen optimal zu korrigieren. Ein häufiges Vorgehen ist die Kombination aus:
Studien zeigen, dass kombinierte Ansätze oft die geringsten Rückfallraten aufweisen, da sie die Korrektur auf mehrere Mechanismen verteilen.
Fadenmethode: Bei dieser „geschlossenen" Otoplastik werden über winzige Stichinzisionen Fäden unter der Haut um den Knorpel gelegt und verknotet. Vorteile sind keine sichtbaren Narben und keine Kopfverbände. Kritisch ist jedoch, dass Blutungen nicht so gut kontrolliert werden können und der Faden gegen die volle Spannungskraft des Knorpels arbeiten muss.
Implantat-Methode (earFold®): Ein kleines, U-förmiges Implantat aus einer Formgedächtnislegierung wird über einen kleinen Schnitt unter die Haut eingebracht. Es zwingt den Knorpel in eine vorgegebene Krümmung. Ein großer Vorteil: Mit externen Clips kann das Ergebnis vor der Operation simuliert werden. Diese Methode eignet sich gut für isolierte Anthelixdefekte, weniger für ausgeprägte Fehlbildungen der Ohrmuschel.
Meist hinterlässt die Ohrenkorrektur eine schmale Narbe auf der Ohrrückseite, die nach ungefähr sechs Monaten verblasst und kaum zu sehen ist.
Gleich nach der Operation wird ein turbanähnlicher Kopfverband angelegt, der nach etwa einer Woche gegen ein leichteres, elastisches Stirnband ausgetauscht wird.
Obwohl die Otoplastik als risikoarmer Eingriff gilt, können auch bei größter Sorgfalt während oder nach der Operation Komplikationen auftreten. Man unterscheidet zwischen frühen und späten Komplikationen.
Minimalinvasive Verfahren haben grundsätzlich den Vorteil, dass sie keinen oder nur einen kleinen Schnitt benötigen. Dennoch können auch hier Komplikationen auftreten:
Wichtig: In seltenen Fällen können Druckschäden an Nerven und Weichteilen entstehen. Sie bilden sich in der Regel innerhalb weniger Wochen zurück. Überempfindlichkeitsreaktionen auf Betäubungsmittel können Übelkeit, Juckreiz oder Hautausschlag auslösen – in sehr seltenen Fällen auch schwerwiegendere allergische Reaktionen.
Der Erfolg der Operation hängt maßgeblich von der Disziplin in der Nachsorgephase ab.
Endergebnis: Obwohl eine sofortige Verbesserung sichtbar ist, dauert es oft 3–6 Monate, bis die Restschwellung vollständig abgeklungen ist und die endgültige Form der Ohrmuschel sichtbar wird.
Die Otoplastik weist generell hohe Zufriedenheitsraten auf. In Studien bewerten über 85–90 % der Patienten das ästhetische Ergebnis als „exzellent" oder „gut". Der psychologische Nutzen, insbesondere bei Kindern, ist durch eine deutliche Steigerung des Selbstwertgefühls und eine Reduktion sozialer Ängste gut dokumentiert.
Dennoch ist die Revisionsrate nicht zu vernachlässigen: Etwa 3–10 % der Fälle erfordern einen Zweiteingriff. Gründe hierfür sind meist Rückfälle (das Ohr steht wieder ab), unbefriedigende ästhetische Ergebnisse oder Fadenkomplikationen.
Um ein möglichst optimales Ergebnis zu erzielen, sollten Sie sich nur durch einen erfahrenen und gut ausgebildeten Facharzt operieren lassen. Eine realistische Erwartungshaltung bewahrt Sie vor Enttäuschungen.


Ohrenkorrekturen werden häufig von Fachärzten für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde mit der Zusatzbezeichnung Plastische Operationen durchgeführt. Auch Fachärzte für Plastische und Ästhetische Chirurgie haben sich auf diese Operation spezialisiert.
Bei der Arztwahl sollten Sie darauf achten, ob der Operateur verschiedene Techniken beherrscht (nicht nur eine einzige Methode), ob eine realistische Aufklärung über Risiken erfolgt und ob der Arzt über die entsprechende Facharztbezeichnung und Erfahrung verfügt.
Die Korrektur abstehender Ohren wird bei Kindern bis zum vollendeten 12. Lebensjahr (teilweise bis 14 Jahre, je nach Krankenkasse und Einzelfallprüfung) in der Regel von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Begründung ist die Vorbeugung psychischer Belastungen durch soziale Ausgrenzung.
Voraussetzungen: Ein ärztliches Gutachten, das die Fehlbildung dokumentiert, sowie oft ein psychologisches Attest, das den Leidensdruck bestätigt, sind notwendig.
Für Erwachsene gilt die Otoplastik fast ausschließlich als rein ästhetischer Eingriff. Eine Kostenübernahme ist sehr selten und nur bei schwersten Entstellungen oder nach Unfällen möglich.
Private Versicherer entscheiden oft einzelfallbezogen. Viele Tarife definieren „Schönheitsoperationen" als Ausschlusskriterium. Ein vorab eingereichter Kostenvoranschlag mit medizinischer Begründung ist zwingend erforderlich.
Für Patienten, die die Kosten selbst tragen müssen (die meisten Erwachsenen), variieren die Preise je nach Methode, Klinikstandort und Narkoseart. Die Kosten einer Ohrenkorrektur in Deutschland liegen zwischen 2.500 und 5.000 Euro.
Im Preis enthalten sind meist das Honorar des Chirurgen, die Anästhesie, die Klinikkosten und die Nachsorge. Zusätzliche Kosten können für spezielle Stirnbänder oder Medikamente anfallen.
Hinweis zum Medizintourismus: Aus Kostengründen erwägen manche Patienten eine Behandlung im Ausland. In der Türkei liegen die Preise oft deutlich niedriger (ca. 1.400–3.200 €), im Vereinigten Königreich höher (ca. 3.500–7.000 €). Bedenken Sie jedoch Reisekosten und die erschwerte Nachsorge bei Komplikationen.
| Info | Antwort |
|---|---|
| Medizinischer Fachbegriff | Otoplastik / Otopexie |
| Optimales OP-Alter | 5–6 Jahre (vor der Einschulung) |
| OP-Dauer | Klassisch: 45–60 Minuten pro Ohr (1–2 Stunden gesamt) Minimalinvasiv (earFold): 15–30 Minuten |
| Narkose | Kinder: Vollnarkose Jugendliche/Erwachsene: Örtliche Betäubung (ggf. mit Dämmerschlaf) |
| Klinikaufenthalt | Meist ambulant; bei Kindern oder weiter Anreise ggf. 1 Nacht stationär |
| Gesellschaftsfähigkeit | Nach ca. 7–10 Tagen (sobald der Kopfverband entfernt ist) |
| Nachsorge | Kopfverband für 5–7 Tage, danach nächtliches Stirnband für 2–6 Wochen. Fäden ziehen nach 7–10 Tagen. |
| Sportkarenz | Leichter Sport nach 2–4 Wochen; Kontaktsport/Ballsport erst nach 6–12 Wochen |
| Endergebnis sichtbar | Sofortige Verbesserung, finale Feinmodellierung nach 3–6 Monaten |
| Erfolgsquote | 85–90 % der Patienten bewerten das Ergebnis als sehr gut |
| Revisionsrate | 3–10 % der Fälle erfordern einen Zweiteingriff |
| Hauptrisiken | Hämatom (Nachblutung), Rezidiv (Wiederabstehen), Fadenextrusion, Asymmetrie, Sensibilitätsstörungen |
| Narben | Meist versteckt auf der Ohrrückseite; bei Fadenmethoden fast unsichtbar |
| Kosten (Selbstzahler DE) | Ca. 2.500–5.000 € (abhängig von Methode und Aufwand) |
| Kostenübernahme GKV | In der Regel für Kinder bis 12 Jahre (mit psychologischer Indikation) |
Die Ohrenkorrektur ist ein dauerhafter Eingriff mit sehr guten Erfolgsaussichten. Die Entscheidung – besonders bei Kindern – sollte jedoch wohlüberlegt sein.
Nehmen Sie sich Zeit für Ihre Entscheidung:
Ein seriöser Arzt wird Sie auch von der Operation abraten, wenn er sie für nicht sinnvoll hält. Das ist ein Zeichen von Qualität und Erfahrung.
aktualisiert am 15.01.2026