Was ist eine Schamlippenverkleinerung (Labioplastik)? Ein chirurgischer Eingriff zur Verkleinerung der inneren Schamlippen (Labia minora). Dabei wird überschüssiges Gewebe entfernt, um funktionelle Beschwerden zu lindern und das ästhetische Erscheinungsbild zu verbessern.
Für wen geeignet? Für Frauen mit vergrößerten inneren Schamlippen, die Schmerzen beim Sport, Geschlechtsverkehr oder im Alltag verursachen. Auch bei erheblichem psychischen Leidensdruck kann eine Operation sinnvoll sein.
Wichtigste Kontraindikation: Bei Verdacht auf eine körperdysmorphe Störung (übersteigerte Fixierung auf vermeintliche Makel) sollte zunächst eine psychologische Abklärung erfolgen – eine Operation ist dann nicht der richtige Weg.
Dauer & Kosten: 30–90 Minuten ambulant, meist in örtlicher Betäubung. Kosten in Deutschland: ca. 600–3.000 Euro für eine einfache Labioplastik, bei kombinierten Eingriffen bis zu 7.500 Euro.
Ergebnis: Dauerhaft – das entfernte Gewebe wächst nicht nach. Geschlechtsverkehr ist nach etwa 6 Wochen wieder möglich.
Die Schamlippen bilden ein hochsensibles Schutzsystem für den Scheideneingang und die Harnröhre. Sie schützen vor Fremdkörpern, Infektionen und Austrocknung. Die inneren Schamlippen (Labia minora) sind dünne, pigmentierte Hautfalten, die reich an Nervenendigungen sind. Die äußeren Schamlippen (Labia majora) enthalten ein ausgeprägtes Fettpolster, das als zusätzlicher mechanischer Schutz dient.
Von einer Labienhypertrophie – also einer Vergrößerung der Schamlippen – sprechen Ärzte, wenn die inneren Schamlippen im entspannten Zustand deutlich über die äußeren hinausragen. Es gibt keinen festen Zentimeter-Wert, der eine „krankhaft" vergrößerte Schamlippe definiert, da die natürliche Anatomie von Frau zu Frau stark variiert. Interessanterweise entspricht das oft medial vermittelte Idealbild – bei dem die inneren Labien vollständig von den äußeren bedeckt sind – nur bei etwa einem Drittel aller Frauen der natürlichen Anatomie.
Die Schamlippenverkleinerung (medizinisch: Labioplastik) hat sich in den letzten Jahren von einem Randthema zu einem der häufigsten Eingriffe der Intimchirurgie entwickelt. Dies liegt nicht nur an verbesserten Operationstechniken, sondern auch an einem veränderten Körperbewusstsein und der heute verbreiteten Intimrasur, die anatomische Unterschiede stärker sichtbar macht.
Die Gründe für eine Schamlippenverkleinerung sind vielfältig und lassen sich selten auf einen einzigen Faktor reduzieren. In der Regel liegt eine Kombination aus körperlichen Beschwerden und psychischer Belastung vor.
Vergrößerte innere Schamlippen können im Alltag erhebliche Probleme verursachen. Beim Radfahren, Reiten oder Joggen klagen viele Frauen über stechende Schmerzen, weil das überschüssige Gewebe eingeklemmt wird oder scheuert. Auch das Tragen von engen Hosen oder Jeans kann durch den konstanten Druck auf die empfindlichen Schleimhäute zur Qual werden.
Beim Geschlechtsverkehr kann das überschüssige Gewebe in die Vagina eingezogen werden, was zu schmerzhaften mechanischen Reizungen führt. Die sexuelle Dyspareunie beeinträchtigt das Intimleben erheblich. Darüber hinaus begünstigt chronische Feuchtigkeit in den Hautfalten Pilzinfektionen und erschwert die tägliche Intimhygiene.
Der seelische Leidensdruck ist oft ebenso gravierend wie die körperlichen Beschwerden. Viele Frauen empfinden eine tiefe Verunsicherung bezüglich ihres Erscheinungsbildes und vermeiden intime Situationen aus Angst vor der Bewertung durch den Partner. Diese Scham kann bis zur sozialen Isolation führen und das gesamte Selbstwertgefühl massiv beeinträchtigen.
Wichtig: Bei Verdacht auf eine körperdysmorphe Störung (BDD) – also eine übersteigerte Fixierung auf einen vermeintlichen körperlichen Makel – ist eine chirurgische Intervention nicht angezeigt. In solchen Fällen sollte zunächst eine psychologische Abklärung erfolgen, da eine Operation das eigentliche Problem nicht lösen würde.
Kleine Schamlippen, Klitorismantel und große Schamlippen bilden eine ästhetische Einheit. Oft müssen sie gemeinsam korrigiert oder gestrafft werden. In den Fällen, in denen die großen Schamlippen zu klein sind, können sie durch Eigenfettbehandlung vergrößert werden.
Bei der Schamlippenverkleinerung wird die überschüssige Haut der vergrößerten Schamlippen entfernt. Sie werden dadurch auf eine natürliche Größe korrigiert. Vor dem Eingriff werden die Schamlippen exakt vermessen und der zu entfernende Bereich markiert.
Für die Schamlippenverkleinerung stehen verschiedene Instrumente zur Verfügung, die jeweils eigene Vor- und Nachteile haben:
| Verfahren | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|
| Klassisches Skalpell | Hochpräzise Schnitte ohne thermische Schädigung der Wundränder | Aufwendigere manuelle Blutstillung erforderlich |
| Laser (CO2) | Schneidet und stillt Blutungen gleichzeitig, weniger Schwellung | Thermische Belastung der Wundränder möglich |
| Radiofrequenz | Besonders gewebeschonend, schnellere Heilung | Höhere Gerätekosten |
Gut zu wissen: Ob Laser oder das klassische Skalpell, beide Methoden sind gleich gut. Das bedeutet, dass Verlauf und Wundheilung gleich gut sind. Die Wahl der Methode hängt von der Erfahrung des Arztes ab. Einige Ärzte bieten inzwischen auch eine Schamllippenverkleinerungen mit Radiofrequenz an.
Je nach Ausgangsbefund und gewünschtem Ergebnis kommen verschiedene chirurgische Methoden zum Einsatz:
Trimming-Methode (Randschnitt): Bei diesem Verfahren wird der überschüssige Rand der Schamlippen entlang der gesamten Länge entfernt. Diese Technik eignet sich besonders bei stark pigmentierten Rändern oder ausgeprägter Vergrößerung. Der Vorteil liegt in der guten Vorhersagbarkeit des Ergebnisses und einem möglichen „Aufhellungseffekt" durch Entfernung der dunkleren Randbereiche.
Keilresektion (Wedge-Technik): Hierbei wird ein V-förmiges Gewebestück aus dem mittleren Bereich der Schamlippe entfernt und die verbleibenden Ränder werden mikrochirurgisch vernäht. Der große Vorteil: Der natürliche Schamlippenrand mit seiner individuellen Textur und Farbe bleibt erhalten. Allerdings besteht ein etwas höheres Risiko für ein Auseinanderweichen der Naht, da auf diese Stelle im Alltag Spannung wirkt.
3D-Labioplastik (3D-Schamlippenverkleinerung): Bei der 3D-Schamlippenverkleinerung handelt es sich um ein neues Verfahren. Dieser umfassende Ansatz kombiniert die Verkleinerung der inneren Schamlippen mit einer Straffung des Klitorismantels (der Hautfalte über der Klitoris). Ziel ist ein harmonisches Gesamtbild. Die Klitoris selbst wird dabei nicht angetastet – nur die darüberliegende Hautfalte wird bei Bedarf gestrafft.
Gut zu wissen: Der Begriff 3D-Schamlippenverkleinerung ist etwas irreführend, weil er den Eindruck erweckt, dass mit 3D Modellen gearbeitet wird. Dem ist aber nicht so. Vielmehr soll die Bezeichnung zeigen, dass man die Vulva dreidimensional betrachten muss.
Der Erfolg einer Labioplastik wird maßgeblich durch die Qualität der Vorbereitung bestimmt. In einem ausführlichen Beratungsgespräch werden Erwartungen abgeglichen und anatomische Möglichkeiten aufgezeigt. Eine präzise fotografische Dokumentation dient der OP-Planung und späteren Erfolgskontrolle.
| Maßnahme | Zeitraum | Begründung |
|---|---|---|
| Absetzen von Blutverdünnern | 14 Tage vor OP | Reduktion des Blutungsrisikos (z. B. Aspirin, ASS) |
| Nikotinverzicht | 2 Wochen vor/nach OP | Verbesserung der Durchblutung und Wundheilung |
| Komplette Intimrasur | Abend vor OP | Hygiene und bessere Sichtbarkeit |
| Nüchternheit (bei Vollnarkose) | 6 Stunden vor OP | Vermeidung von Aspirationsrisiken |
Aus hygienischen Gründen sollte bis fünf Tage nach der Schamlippenverkleinerung keine Menstruationsblutung erwartet werden. Sie stellt allerdings keine absolute Kontraindikation dar – sprechen Sie mit Ihrem Arzt über den optimalen Zeitpunkt.
Wichtig: Verschreibungspflichtige Medikamente sollten niemals eigenmächtig abgesetzt werden. Besprechen Sie alle Medikamente – auch frei verkäufliche Präparate und Nahrungsergänzungsmittel – im Vorgespräch mit Ihrem Arzt.
Die Schamlippenverkleinerung erfolgt meist unter örtlicher Betäubung (Lokalanästhesie). Dabei wird ein Betäubungsmittel direkt in das Operationsgebiet injiziert. Auf Wunsch können Beruhigungsmittel gegeben werden (Dämmerschlaf), sodass Sie den Eingriff entspannt und ohne Zeitgefühl erleben. Auch eine Vollnarkose ist möglich, ist aber bei diesem Eingriff nur selten erforderlich.
Eine weitere Option ist der sogenannte Pudendusblock, bei dem gezielt der Schamlippennerv betäubt wird. Diese Methode kann allerdings den Klitorisbereich nicht immer vollständig schmerzfrei machen.
Der Eingriff selbst dauert je nach Umfang zwischen 30 und 90 Minuten. Bei einfachen Korrekturen sind 30–45 Minuten üblich, bei kombinierten Eingriffen mit Klitorismantelstraffung kann die Operation bis zu 90 Minuten dauern. Ein stationärer Aufenthalt ist normalerweise nicht nötig – Sie können nach einer kurzen Beobachtungsphase nach Hause gehen.
Die Nachsorge ist entscheidend für das ästhetische Endergebnis. Die Intimregion ist durch ihre Lage und hohe Durchblutung besonders anfällig für Schwellungen.
Unmittelbar nach der Operation steht die Entlastung des Gewebes im Fokus. In den ersten 48 Stunden sollte die Region regelmäßig gekühlt werden – am besten mit weichen Gel-Pads, die in ein Tuch gewickelt werden. Das Tragen einer festen Baumwollunterhose, die „kräftig nach oben gezogen wird", hilft, den Druck auf die Wundränder stabil zu halten und Schwellungen entgegenzuwirken.
Ab dem zweiten Tag ist Duschen mit klarem Wasser erlaubt. Auf Seifen, Intimsprays oder Badewannenaufenthalte sollten Sie für mindestens 3–4 Wochen verzichten. Die Anwendung von antiseptischen Salben oder reinem Aloe-Vera-Gel kann den Juckreiz lindern, der durch die Auflösung der selbstauflösenden Fäden entsteht.
Nach dem Abklingen der initialen Schwellung beginnt die Konsolidierung des Narbengewebes. Ab dem 14. Tag empfehlen Experten eine gezielte Druckmassage: Die Schamlippen werden mehrmals täglich sanft zwischen Daumen und Zeigefinger gedrückt, um die Narben weich zu halten.
Sportliche Aktivitäten wie Radfahren, Reiten oder intensives Krafttraining sind für volle 6 Wochen untersagt. Auch Saunagänge und Schwimmbadbesuche müssen aufgrund des Infektionsrisikos pausiert werden.
Geschlechtsverkehr ist für etwa 6 Wochen nicht möglich, da die mechanische Belastung die frischen Narben dehnen und zu unschönen Verbreiterungen führen könnte. Die Sensibilität wird durch den Eingriff nur selten beeinträchtigt – Beeinträchtigungen beim intimen Zusammensein sind langfristig nicht zu erwarten.
Komplikationen wie Entzündungen und Blutungen sind – wie bei jeder Operation – möglich. Nachblutungen sind das häufigste akute Risiko und treten meist innerhalb der ersten 8 Stunden auf. In seltenen Fällen kann eine chirurgische Revision zur Blutstillung erforderlich sein.
Leichte Asymmetrien können vorkommen, da Schwellungen ungleichmäßig abklingen. Eine endgültige Beurteilung der Symmetrie ist daher erst nach etwa 3–6 Monaten möglich. In den meisten Fällen kommt es nach einer Schamlippenverkleinerung zu keinen ernsthaften Komplikationen. Leichte Schwellungen klingen nach wenigen Tagen wieder ab.
Sensibilitätsstörungen wie vorübergehende Taubheitsgefühle oder Überempfindlichkeiten sind normal und klingen in der Regel nach einigen Wochen ab. Permanente Nervenschäden sind bei erfahrenen Operateuren extrem selten.
Einfluss auf die Sexualität: Entgegen weitverbreiteter Ängste führt eine fachgerecht durchgeführte Labioplastik nicht zu einem Gefühlsverlust beim Sex. Im Gegenteil: Durch den Wegfall von Schmerzen und die Steigerung des Selbstbewusstseins berichten viele Patientinnen von einer verbesserten Orgasmusfähigkeit und einer intensiveren Libido. Die Klitoris selbst wird bei der Operation nicht angetastet.
Die Kosten einer Schamlippenverkleinerung variieren stark je nach Umfang des Eingriffs, Standort der Klinik und Erfahrung des Chirurgen:
| Leistung | Kostenrahmen | Bemerkungen |
|---|---|---|
| Einfache Labioplastik (Skalpell) | 600 – 2.500 € | Oft ohne Narkosekosten |
| Laser-Labioplastik | 1.000 – 3.000 € | Weniger Schwellung |
| Mit Klitorismantelstraffung | 2.500 – 4.500 € | OP-Dauer ca. 90–120 Min. |
| 3D-Rekonstruktion | 3.500 – 7.500 € | Hochspezialisierter Eingriff |
| Narkosekosten (Vollnarkose) | 400 – 900 € | Abhängig von der Dauer |
Gesetzliche Krankenkassen (GKV) übernehmen die Kosten nur in seltenen Ausnahmefällen, da der Eingriff primär als ästhetisch eingestuft wird. Eine Kostenübernahme ist nur möglich, wenn die Beschwerden einen objektiven Krankheitswert erreichen. Dafür müssen Sie detailliert nachweisen, dass eine Funktionsstörung vorliegt, die durch konservative Maßnahmen nicht gelindert werden kann, und dass ein erheblicher psychischer Leidensdruck besteht. Der Antrag muss vor der Operation gestellt werden und erfordert einen ärztlichen Bericht sowie aussagekräftige Fotos.
Private Krankenversicherungen (PKV) zeigen sich bei Vorliegen medizinischer Indikationen oft flexibler, verlangen jedoch ebenfalls eine Prüfung durch einen Vertrauensarzt.
| Info | Antwort |
|---|---|
| OP-Dauer | 30 bis 90 Minuten (je nach Umfang) |
| Narkose | Lokale Betäubung (auf Wunsch Dämmerschlaf oder Vollnarkose) |
| Klinikaufenthalt | Nicht erforderlich, ambulante Operation |
| Narben | Unauffällig im Bereich der Schamlippen, mit selbstauflösenden Fäden |
| Schmerzen | Gering bis mäßig, gut mit Schmerzmitteln kontrollierbar |
| Sport | Frühestens 6 Wochen nach OP (v. a. Radfahren, Reiten) |
| Gesellschaftsfähigkeit | Nach etwa 3–5 Tagen (Bürotätigkeit), körperliche Arbeit später |
| Hygiene | Duschen ab Tag 2 erlaubt, keine Seife/Badewanne für 3–4 Wochen |
| Geschlechtsverkehr | Nach etwa 6 Wochen möglich |
| Endergebnis sichtbar | Nach 3–6 Monaten (wenn Schwellungen vollständig abgeklungen) |
| Haltbarkeit | Dauerhaft – entferntes Gewebe wächst nicht nach |
| Kosten | 600 – 7.500 Euro (je nach Verfahren, Selbstzahler) |
| Kassenleistung | Nur in Ausnahmefällen bei nachgewiesener medizinischer Indikation |
| Wichtigste Kontraindikation | Körperdysmorphe Störung (BDD) – erst psychologische Abklärung |
aktualisiert am 12.02.2026