Was ist eine Brustvergrößerung mit Eigenfett? Ein minimalinvasives Verfahren, bei dem körpereigenes Fett aus Problemzonen (Bauch, Oberschenkel, Hüften) abgesaugt, aufbereitet und in die Brust injiziert wird. Auch als „Lipofilling" oder „autologe Fetttransplantation" bezeichnet.
Für wen geeignet? Frauen mit moderatem Vergrößerungswunsch (ca. eine halbe bis eine Körbchengröße pro Sitzung), die Fremdkörper ablehnen und über ausreichende Fettdepots verfügen (BMI mindestens 20–21). Ideal auch zur Korrektur von Asymmetrien.
Wichtigste Einschränkungen: Sehr schlanke Frauen ohne ausreichende Fettreserven sind nicht geeignet. Rauchen ist eine relative Kontraindikation, da es die Einheilrate drastisch senkt. Bei starker Brusterschlaffung ist eine zusätzliche Straffung erforderlich.
Dauer & Kosten: 2–4 Stunden in Dämmerschlaf oder Vollnarkose. Kosten in Deutschland: ca. 4.500–8.000 Euro pro Sitzung (Selbstzahler). Oft sind 2–3 Sitzungen für das gewünschte Endergebnis nötig.
Ergebnis: 50–80 % des transplantierten Fetts heilen dauerhaft ein. Das Endergebnis ist nach 3–6 Monaten sichtbar und verhält sich wie normales Körperfett – es nimmt bei Gewichtsänderungen zu oder ab.
Bei der Brustvergrößerung mit Eigenfett wird den Patientinnen zunächst Fett an anderen Körperstellen abgesaugt. Dieses wird dann in den Brustbereich verpflanzt, um die Brüste natürlich zu vergrößern. Gegenüber einer Brustvergrößerung mit Implantaten liegen die Vorteile klar auf der Hand: Es wird kein Fremdkörper eingesetzt, die Narben sind minimal und das Ergebnis fühlt sich vollkommen natürlich an. Diese Methode hat sich nicht nur bei Frauen mit dem Wunsch nach einer volleren Brust bewährt. Asymmetrien können ebenfalls ausgeglichen werden. Auch zur Behandlung nach einer Krebsteilamputation bietet sich diese minimalinvasive Methode an. Das gleiche Verfahren kann auch angewendet werden bei Narbenbehandlung, Faltenunterspritzung und zur Handverjüngung.
Historischer Hintergrund: Die Fetttransplantation ist keine neue Erfindung – bereits 1893 dokumentierte der deutsche Chirurg Gustav Neuber die erste erfolgreiche Verpflanzung von Eigenfett. Die moderne Ära begann jedoch erst in den 1990er Jahren mit der Standardisierung der Technik durch Sidney Coleman. Heute gilt das Verfahren als evidenzbasiert und sicher.
Bei der Brustvergrößerung mit Eigenfett wird der Patientin zunächst Fett im Bereich des Pos, der Beine oder am Bauch entnommen. Beliebte Entnahmestellen sind auch die sogenannten „Love Handles" (Hüftspeck) und die Knieinnenseiten – Bereiche mit oft „diätresistentem" Fett. Die überschüssigen Fettpolster werden an den unerwünschten Stellen entfernt. Anschließend wird das aufbereitete Fett mittels feiner Kanülen in die Brust injiziert.
Der Erfolg der Behandlung hängt davon ab, ob die transplantierten Fettzellen in ihrer neuen Umgebung wieder an die Blutversorgung angeschlossen werden können. In den ersten Tagen nach der Injektion überleben die Zellen nur durch Nährstoffdiffusion aus dem umliegenden Gewebe – dieser Diffusionsradius ist auf wenige Millimeter begrenzt. Deshalb ist es entscheidend, dass das Fett in winzigen Portionen (als feine Fäden oder Mikrotropfen) eingebracht wird.
Ab dem dritten bis vierten Tag beginnen neue Blutgefäße in das Transplantat einzusprossen. Zellen, die erfolgreich an das Blutgefäßsystem angeschlossen werden, verbleiben dauerhaft im Gewebe. Wird das Fett hingegen als großer Klumpen injiziert, sterben die Zellen im Zentrum ab, da sie nicht ausreichend versorgt werden können.
Bevor es zur eigentlichen Brustvergrößerung kommt, wird eine Fettabsaugung durchgeführt. Wie umfangreich diese ausfällt, ist von Patientin zu Patientin unterschiedlich. Bei einigen Frauen wird genau so viel Fett abgesaugt wie für die Brustvergrößerung notwendig ist. Andere Frauen nutzen diese günstige Gelegenheit, um sich eine größere Menge an überflüssigem Fett in ihren Problemzonen absaugen zu lassen – ein willkommener doppelter Nutzen des Eingriffs.
Vor dem Eingriff sollten Sie beachten:
Bei der Brustvergrößerung mit Eigenfett kommt ein spezielles Verfahren zur Fettabsaugung zum Einsatz. Dies liegt daran, dass die Fettzellen nicht nur entfernt, sondern möglichst schonend gewonnen werden müssen. Bei der sogenannten BEAULI-Methode (Breast Augmentation by Lipotransfer) wird ein fächerförmiger, pulsierender Wasserstrahl verwendet. Das Fettgewebe wird aus dem Körper „ausgespült", um intakte Fettzellen zu gewinnen. Studien zeigen, dass diese wasserstrahl-assistierte Liposuktion (WAL) im Vergleich zu herkömmlichen Methoden eine höhere Anzahl intakter Fettzellen liefert.

Nach der Entnahme muss das Fett von Blut, Tumeszenzlösung (Betäubungsmittel-Kochsalzlösung) und zerstörtem Zellmaterial gereinigt werden. Hierfür gibt es verschiedene Methoden:

Das aufbereitete Fett wird über winzige Einstiche (ca. 2 mm) am Brustwarzenhof oder der Unterbrustfalte in die Brust eingebracht. Das Fett wird dabei in hauchdünnen Fäden („Spaghetti-Technik") in verschiedene Gewebeschichten platziert:
Dieses „3D-Layering" stellt sicher, dass jeder Tropfen Fett Kontakt zu gut durchblutetem Gewebe hat. Bei diesem minimalinvasiven Verfahren können die Patientinnen auf Wunsch noch am gleichen Tag nach Hause gehen.

Es ist wichtig zu wissen, dass nicht alle transplantierten Fettzellen anwachsen und erhalten bleiben werden. Die wissenschaftliche Literatur beziffert die Einheilrate auf 50–80 % des injizierten Volumens. Die Unterschiede erklären sich durch individuelle Faktoren wie Stoffwechsel, Raucherstatus und die angewandte Operationstechnik.
Der zeitliche Verlauf:
Um mehrere Körbchengrößen zu gewinnen, muss die Prozedur wiederholt werden – typischerweise sind 2–3 Sitzungen im Abstand von mindestens 3 Monaten erforderlich. Eine stattliche Brustvergrößerung mit nur einer Sitzung zu erreichen, ist in der Regel nicht möglich, da pro Eingriff realistisch etwa 100–150 ml Volumenzunahme (ca. eine halbe bis eine Körbchengröße) erzielt werden können.
Wichtig zu wissen: Die eingeheilten Fettzellen verhalten sich wie normales Körperfett. Wer in Zukunft stark abnimmt, wird auch an Brustvolumen verlieren. Umgekehrt nimmt das Brustvolumen bei Gewichtszunahme zu. Eine minimale Gewichtszunahme vor dem Eingriff kann die Prozedur begünstigen – allerdings ist es nicht sinnvoll, sich unzählige Kilos anzufuttern.
Besonders geeignet sind Sie, wenn:
Nicht geeignet ist die Methode, wenn:
Patientinnen mit Autoimmunerkrankungen wie Hashimoto-Thyreoiditis, Lupus oder Rheuma suchen oft aktiv nach Alternativen zu Silikonimplantaten, da diese im Verdacht stehen, bei prädisponierten Frauen Autoimmunreaktionen auslösen zu können (sogenanntes ASIA-Syndrom).
Grundsätzlich gilt Eigenfett als das biokompatibelste Füllmaterial, da es körpereigen ist – eine klassische Abstoßungsreaktion findet nicht statt. Dennoch können systemische Autoimmunerkrankungen das Risiko für Wundheilungsstörungen erhöhen, besonders wenn immunsuppressive Medikamente eingenommen werden. Eine aktive Entzündungsphase (Schub) gilt als Kontraindikation für elektive Eingriffe. Eine interdisziplinäre Abklärung mit Internisten ist empfehlenswert.
Obwohl das Verfahren als minimalinvasiv gilt, ist es nicht risikofrei. Die Risiken lassen sich in chirurgische und ästhetische Kategorien unterteilen:
Häufigere Komplikationen:
Seltenere Komplikationen:
Ein historisch wichtiges Thema ist die Frage, ob Verkalkungen nach Lipofilling die Brustkrebsvorsorge beeinträchtigen könnten. Nach aktuellem Stand können moderne digitale Mammographien und erfahrene Radiologen sicher zwischen gutartigen Liponekrose-Verkalkungen (meist schalenförmig, „Eierschalen") und bösartigem Mikrokalk unterscheiden.
Wichtig: Informieren Sie den Radiologen vor jeder Mammographie über das Lipofilling.
Die Frage, ob die Transplantation von Fettstammzellen das Krebsrisiko erhöht, wurde intensiv erforscht. Die Deutsche Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen (DGPRÄC) stellt in ihren Leitlinien fest: Es gibt nach aktuellem Forschungsstand keine Hinweise auf ein erhöhtes Krebsrisiko oder eine erhöhte Rezidivrate durch autologe Fetttransplantation.
Im Anschluss an die Brustvergrößerung mit Eigenfett stellen sich die Patientinnen am besten auf Schwellungen und Blutergüsse ein. Die Schmerzen sind mit einem starken Muskelkater zu vergleichen – die Entnahmestellen schmerzen meist stärker als die Brust selbst.
| Phase | Symptome & Verhaltensregeln |
|---|---|
| Tag 0 (OP-Tag) | Dämmerschlaf oder Vollnarkose, Schläfrigkeit. Spannungsgefühl in der Brust, Muskelkatergefühl an Absaugstellen. Kompressionsmieder anziehen. |
| Tag 1–3 | Schwellungshöhepunkt. Hämatome werden sichtbar. Körperliche Schonung. Duschen meist ab Tag 2 erlaubt. |
| Woche 1–2 | Schwellung geht zurück, Schmerzen lassen nach. Kein BH oder Druck auf die Brust! Gesellschaftsfähig nach ca. 2–3 Tagen. Fäden ziehen nach 14 Tagen. |
| Woche 3–6 | Brust wird weicher und kleiner (Resorption). Hämatome verblassen. Weiterhin Kompression an Entnahmestellen. Leichter Sport (Unterkörper) möglich. |
| Monat 3–6 | Endergebnis sichtbar. Fettzellen sind eingeheilt. Alle Aktivitäten wieder möglich. Beurteilung, ob Zweiteingriff nötig ist. |
Kein BH – kein Druck auf die Brust! Im Gegensatz zu Implantaten, wo Stütz-BHs getragen werden, ist Druck bei Eigenfett kontraproduktiv. Kompression würde die feine Kapillardurchblutung abdrücken und zum Absterben der Fettzellen führen. Die Brust muss „atmen" und locker gelagert sein – mindestens 3–4 Wochen lang.
Eine Weiterentwicklung ist die Anreicherung des Fetts mit Stammzellen. Dabei wird die Konzentration der im Fettgewebe enthaltenen Stammzellen (sogenannte ADSCs – Adipose-Derived Stem Cells) erhöht. Diese Stammzellen können die Einheilung verbessern und die Hautqualität über dem Transplantat positiv beeinflussen. Bei der Brustvergrößerung mit Stammzellen handelt es sich ebenfalls um ein minimalinvasives Verfahren – allerdings mit höheren Kosten durch die Aufbereitung.
Die klassische Brustvergrößerung mit Implantaten ermöglicht deutlich größere Volumenzunahmen in einer Sitzung. Sie ist jedoch ein größerer chirurgischer Eingriff unter Vollnarkose mit längeren Narben (3–5 cm). Risiken umfassen Kapselfibrose (Verhärtung um das Implantat), Implantatruptur und das sogenannte „Breast Implant Illness" (BII). Ein Implantatwechsel wird oft nach 10–15 Jahren empfohlen.
Eine zunehmend beliebte Option ist die Kombination aus beiden Welten: Ein (oft kleineres) Implantat sorgt für Grundvolumen und Projektion, während Eigenfett über das Implantat und ins Dekolleté injiziert wird. Das Fett polstert die Implantatränder ab – ideal für sehr schlanke Frauen, bei denen sonst Implantatränder sichtbar oder tastbar wären.
Im Gegensatz zu Pauschalpreisen bei Implantaten ist die Eigenfett-Brustvergrößerung oft teurer und individueller kalkuliert, da zwei operative Zonen (Entnahme und Empfänger) behandelt werden.
Realistische Kosten in Deutschland:
Kostentreiber:
Da es sich meist um einen rein ästhetischen Eingriff handelt, übernehmen Krankenkassen die Kosten nicht. Ausnahmen können bei schweren Fehlbildungen oder Rekonstruktionen nach Brustkrebs bestehen. Viele Kliniken bieten Finanzierungsmodelle mit Ratenzahlung an.
Langfristige Kostenbetrachtung: Obwohl Eigenfett pro Sitzung teurer ist als eine Implantat-OP, fallen keine Kosten für spätere Implantatwechsel an. Das eingeheilte Fett ist dauerhaft – es sei denn, das Körpergewicht ändert sich deutlich.
| Kriterium | Eigenfett (Lipofilling) | Silikonimplantat |
|---|---|---|
| Material | Körpereigen (autolog) | Fremdkörper (alloplastisch) |
| Volumen pro OP | Begrenzt (ca. 0,5–1 Körbchengröße) | Unbegrenzt in einer OP möglich |
| Haptik | Vollkommen natürlich, warm, weich | Kann fester sein, Ränder evtl. tastbar |
| Narben | Punktförmig (ca. 2 mm) + Absaugstellen | Schnitt 3–5 cm (Unterbrustfalte/Achsel) |
| Haltbarkeit | Dauerhaft (abhängig vom Gewicht) | Wechsel oft nach 10–15 Jahren |
| Typische Risiken | Ölzysten, Resorption, Asymmetrie | Kapselfibrose, Ruptur, BII |
| Zusatznutzen | Bodyforming durch Liposuktion | Keiner |
| Kosten | 4.500–8.000 € pro Sitzung | 4.000–6.000 € (einmalig) |
| Info | Antwort |
|---|---|
| OP-Dauer | 2 bis 4 Stunden |
| Narkose | Dämmerschlaf oder Vollnarkose (je nach Umfang der Fettabsaugung) |
| Klinikaufenthalt | Ambulant oder 1 Nacht stationär |
| Narben | Punktförmig (ca. 2 mm) an Brust und Entnahmestellen |
| Schmerzen | Mäßig, vergleichbar mit starkem Muskelkater (v. a. an Entnahmestellen) |
| BH tragen | Kein BH für mindestens 3–4 Wochen (kein Druck auf die Brust!) |
| Kompression | An Entnahmestellen (Bauch/Beine): 4–6 Wochen Kompressionsmieder |
| Sport | Sportpause 4–6 Wochen, insbesondere Oberkörpertraining |
| Arbeits-/Gesellschaftsfähigkeit | Nach etwa 2–3 Tagen (Bürotätigkeit) |
| Endergebnis sichtbar | Nach 3–6 Monaten |
| Einheilrate | 50–80 % des injizierten Volumens |
| Anzahl Sitzungen | Meist 2–3 Sitzungen für gewünschtes Endergebnis (Abstand mind. 3 Monate) |
| Haltbarkeit | Dauerhaft (eingeheiltes Fett reagiert auf Gewichtsschwankungen) |
| Kosten | 4.500–8.000 Euro pro Sitzung (Selbstzahler, keine Kassenleistung) |
| Ideale Kandidatin | Moderater Vergrößerungswunsch, ausreichend Fettdepots (BMI ≥ 20–21), Nichtraucherin |
| Wichtigste Kontraindikationen | Sehr niedriger BMI, aktives Rauchen, starke Brusterschlaffung |
Die Brustvergrößerung mit Eigenfett ist eine hochindividuelle Methode. Der Erfolg hängt stark von Ihrer körperlichen Voraussetzung, der Technik des Operateurs und Ihrer Mitarbeit (Rauchverzicht, Nachsorge) ab. Seien Sie geduldig: Das Endergebnis ist erst nach 3–6 Monaten sichtbar, und möglicherweise sind Folgeeingriffe nötig.
Nehmen Sie sich Zeit für Ihre Entscheidung:
Ein seriöser Arzt wird Sie auch von der Methode abraten, wenn er sie für ungeeignet hält – etwa weil zu wenig Fettreserven vorhanden sind oder Implantate für Ihren Wunsch besser geeignet wären. Das ist ein Zeichen von Qualität und Erfahrung.
aktualisiert am 19.01.2026