Was ist ein Stammzell-Facelift? Kein klassisches Facelift, sondern eine fortgeschrittene Form der Eigenfettunterspritzung. Dabei wird körpereigenes Fett entnommen, aufbereitet und ins Gesicht injiziert – mit dem Ziel, Volumen wiederherzustellen und die Hautqualität durch Stammzellen zu verbessern.
Für wen geeignet? Patienten mit Volumenverlust im Gesicht (eingefallene Wangen, Schläfen), nachlassender Hautelastizität, feinen Fältchen oder dunklen Augenringen. Nicht geeignet bei starkem Hautüberschuss – hier ist ein chirurgisches Facelift erforderlich.
Mikrofett vs. Nanofett: Mikrofett füllt Volumen auf (Wangen, Kinn). Nanofett enthält konzentrierte Stammzellen ohne Volumenwirkung und verbessert die Hautqualität von innen.
Dauer & Kosten: 60–180 Minuten ambulant unter örtlicher Betäubung mit Dämmerschlaf. Kosten: ab 1.500 Euro (kleine Areale) bis 3.500 Euro (komplettes Gesicht). Gesellschaftsfähig nach etwa 7–14 Tagen.
Ergebnis: Dauerhaft – das eingeheilte Fett (30–70% Take-Rate) verbleibt permanent. Die volle Wirkung auf die Hautqualität zeigt sich erst nach 3–6 Monaten.
Courtney Love macht es vor und auch Stars wie Kim Kardashian scheinen bereits Gefallen an dieser Methode gefunden zu haben. Beim Facelift mit Stammzellen werden diese wichtigen Bausteine des Lebens in den Dienst der Schönheit gestellt. Das hat viele Vorteile. Die Methode gilt nicht nur als sehr effektiv. Vielmehr sind Stammzellen auch sehr gut verträglich, da es sich dabei um körpereigene Zellen und keine Fremdstoffe handelt.
Der Begriff „Stammzell-Facelift" ist in der Medizin jedoch nicht unumstritten. Es handelt sich nicht um ein klassisches Facelift mit Hautstraffung, sondern um eine fortgeschrittene Form des Lipofillings (Eigenfettunterspritzung). Dabei wird das Fettgewebe so aufbereitet, dass die Konzentration an regenerativen Stammzellen maximiert wird. Das Fettgewebe ist eine der reichhaltigsten Stammzellquellen im erwachsenen Körper – ein Gramm Fett enthält bis zu 500-mal mehr Stammzellen als die gleiche Menge Knochenmark.
Wichtig zu verstehen: Das moderne Verständnis der Gesichtsalterung beschreibt diese als „Deflation" (Volumenverlust) und nicht nur als „Descent" (Absacken). Das Stammzell-Facelift adressiert gezielt diesen Volumenverlust und verbessert gleichzeitig die biologische Qualität des Gewebes – im Gegensatz zu klassischen Straffungsoperationen.
Für den Erfolg der Behandlung ist die korrekte Wahl der Fettfraktion entscheidend. Die Medizin unterscheidet strikt zwischen zwei Formen:
Mikrofett besteht aus kleinen Fettzellenverbänden (1,0–2,4 mm Partikelgröße). Es dient dem Volumenaufbau im Gesicht – etwa bei eingefallenen Wangen, Schläfen oder einer schwach definierten Kieferlinie. Das Mikrofett wird tief unter die Haut oder direkt auf den Knochen injiziert.
Nanofett ist eine Emulsion, bei der die reifen Fettzellen durch mechanische Aufbereitung zerrieben werden. Es enthält keine intakten Adipozyten mehr, dafür aber eine hohe Konzentration an Stammzellen und Wachstumsfaktoren aus der sogenannten Stromalen Vaskulären Fraktion (SVF). Nanofett hat keine Volumenwirkung, sondern wirkt rein regenerativ auf die Haut. Es wird oberflächlich in die Haut injiziert und eignet sich für feine Fältchen, dunkle Augenringe und zur allgemeinen Hautverjüngung.
Häufiger Fehler: Ein Versuch, mit Nanofett Volumen aufzubauen, wäre wirkungslos. Umgekehrt würde die Injektion von Mikrofett in die oberflächliche Hautschicht zu sichtbaren Klumpen oder Zysten führen. Die richtige Fraktion für das richtige Ziel ist entscheidend.
Die regenerative Wirkung des Nanofetts beruht weniger auf der direkten Umwandlung von Stammzellen in Hautzellen, sondern auf sogenannten parakrinen Mechanismen. Die transplantierten Zellen sezernieren eine Vielzahl von Wachstumsfaktoren, darunter VEGF (Vascular Endothelial Growth Factor) und PDGF (Platelet-Derived Growth Factor).
Diese Signalmoleküle stimulieren die körpereigenen Fibroblasten zur Produktion von neuem Kollagen (Typ I und III) sowie Elastin. Das Ergebnis: Die Haut wird von innen heraus straffer, elastischer und glatter. Zusätzlich zeigen Studien, dass Stammzellen aus Fettgewebe die Melaninsynthese hemmen können – dies erklärt die aufhellende Wirkung bei dunklen Augenringen und Pigmentflecken.
Auch wenn das Facelift mit Stammzellen minimalinvasiv ambulant durchgeführt wird, ist eine sorgfältige Vorbereitung wichtig für den Erfolg.
Blutverdünnende Substanzen stellen ein erhebliches Risiko dar – nicht nur wegen der Blutung während des Eingriffs, sondern weil Blutergüsse toxisch auf die transplantierten Fettzellen wirken können. Das Eisen im Blut kann oxidativen Stress verursachen und das Einheilen behindern. Folgende Substanzen sollten mindestens 10 bis 14 Tage vor dem Eingriff pausiert werden:
Verschreibungspflichtige blutverdünnende Medikamente (wie Marcumar oder Plavix) dürfen nur in Absprache mit dem behandelnden Arzt abgesetzt werden.
Rauchen ist eine relative bis absolute Kontraindikation. Nikotin verengt die Blutgefäße massiv und behindert die Neubildung von Kapillaren, die für das Einheilen der Fettzellen essenziell sind. Die Folge kann eine vollständige Resorption des Transplantats oder sogar Nekrosen (Gewebeabsterben) sein. Idealerweise sollte das Rauchen 4 Wochen vor und nach dem Eingriff vollständig eingestellt werden.
Auch Alkohol sollte in den Wochen vor und nach der Behandlung reduziert werden, um Schwellneigungen zu minimieren.

Der Eingriff erfolgt ambulant und dauert je nach Umfang zwischen 60 und 180 Minuten. Er gliedert sich in drei technisch anspruchsvolle Phasen: Fettgewinnung, Aufbereitung und Injektion.
Die Gewinnung erfolgt unter lokaler Tumeszenzanästhesie, oft ergänzt durch einen Dämmerschlaf. Eine Tumeszenzlösung (Mischung aus Kochsalz, Adrenalin und lokalem Betäubungsmittel) wird in das Spenderareal injiziert – meist Bauch, Flanken, Oberschenkelinnenseiten oder Knie. Die Absaugung erfolgt manuell mit Spritzen oder maschinell mit sehr geringem Unterdruck, um die empfindlichen Fettzellen nicht zu beschädigen. Spezielle Mikrokanülen (2,5–3,0 mm Durchmesser) sorgen für ein schonendes Absaugen.
Das gewonnene Fett wird gereinigt – Tumeszenzflüssigkeit, Blut und freie Lipide (Öl) werden entfernt, da sie Entzündungen auslösen könnten. Hierzu wird das Fett entweder stehen gelassen (Sedimentation) oder zentrifugiert.
Für Nanofett erfolgt ein zusätzlicher kritischer Schritt: Die Emulsifikation. Das gereinigte Fett wird etwa 30-mal zwischen zwei Spritzen durch einen Konnektor mit sehr kleinem Innendurchmesser hin und her gepumpt. Durch die Scherkräfte werden die reifen Fettzellen zerrieben und das Gewebe verflüssigt. Anschließend passiert die Emulsion einen Feinfilter. Das Resultat ist eine gelbliche Flüssigkeit, reich an Stammzellen, aber ohne intakte Fettzellen.
Die Reimplantation erfordert höchste Präzision und anatomisches Verständnis:
Viele Patienten entscheiden sich gleichzeitig, eine Fettabsaugung an einer Problemzone ihres Körpers vornehmen zu lassen.
Das Facelift mit Stammzellen eignet sich für Patienten mit den folgenden Anliegen:
Die Stammzellen wirken gleich in zweifacher Hinsicht: Sie regen die Bildung von neuem Kollagen und Elastin an und unterstützen die Gewebeheilung. Im Vergleich zur reinen Eigenfettunterspritzung hat sich diese Methode als deutlich effektiver erwiesen – ein größerer Teil des erreichten Volumens bleibt länger erhalten.
Nicht das gesamte transplantierte Volumen bleibt erhalten. Die Literatur gibt Einheilungsraten zwischen 30% und 70% an. Die Zellen, die die ersten drei Monate überleben und an das Gefäßsystem angeschlossen werden, verbleiben dauerhaft im Gewebe. Das Ergebnis ist somit permanent, unterliegt aber der normalen weiteren Alterung.
Wichtig: Gewichtsschwankungen wirken sich auch auf das transplantierte Fett aus. Bei starker Gewichtszunahme nimmt auch das Volumen im Gesicht zu.
Während das Volumen (Mikrofett) nach etwa 3 Monaten beurteilbar ist, treten die Hautqualitätsverbesserungen (Nanofett) zeitversetzt ein. Verbesserungen der Hauttextur, Elastizität und Pigmentierung sind oft erst nach 3 bis 6 Monaten sichtbar und können sich bis zu 12 Monate nach dem Eingriff weiter verbessern. Diese Geduld unterscheidet das Verfahren von Hyaluronsäure-Fillern, bei denen der Effekt sofort sichtbar ist.
Eine ehrliche Aufklärung über die Grenzen des Verfahrens ist unerlässlich:
Da es sich um einen ambulanten Eingriff handelt, kann der Patient die Klinik noch am gleichen Tag wieder verlassen. Schwellungen und Blutergüsse treten häufig auf und klingen innerhalb von 7 bis 14 Tagen ab.
Die Fettabsaugung birgt eigene Risiken. Obwohl es sich um einen der häufigsten ästhetischen Eingriffe in Deutschland handelt, kann es zu Beulen, Verwachsungen und Dellen kommen – vor allem wenn zu viel Fett abgesaugt wird. Die Fettabsaugung verursacht meist stärkere Schmerzen und Blutergüsse als die eigentliche Gesichtsbehandlung.
Die „Stammzell"-Kontroverse: Der Begriff „Stammzell-Facelift" wird in der wissenschaftlichen Community kritisch diskutiert. Publikationen warnen, dass dies oft ein Marketingbegriff ist. Ein echtes Stammzell-Facelift würde eine externe Anreicherung von Stammzellen im Labor erfordern – was regulatorisch in Deutschland und der EU strengen Auflagen unterliegt. Das hier beschriebene Verfahren ist korrekt als „Zell-assistiertes Lipofilling" oder „Nanofett-Transfer" zu bezeichnen.
Starke Schwellungen und mögliche Hämatome sind in den ersten 1–3 Tagen normal. Patienten sind in dieser Phase meist nicht gesellschaftsfähig. Kühlung hilft, darf aber nicht zu intensiv sein, um das Transplantat nicht zu schädigen (Kältekompressen, kein direktes Eis).
Die Schwellung geht zurück. Ab dem 5. bis 7. Tag sind Patienten oft wieder gesellschaftsfähig, wobei Reste von Blutergüssen mit Make-up abgedeckt werden können.
Der initiale Volumeneffekt nimmt ab, da die Schwellflüssigkeit resorbiert wird. Dies wird von Patienten oft fälschlicherweise als Verlust des Fettes interpretiert. Sport ist nach ca. 3 Wochen wieder erlaubt, intensive Belastungen nach 4–6 Wochen.
| Merkmal | Stammzell-Facelift | Hyaluronsäure-Filler | Klassisches Facelift |
|---|---|---|---|
| Invasivität | Mittel (Liposuktion nötig) | Niedrig (nur Injektion) | Hoch (Operation) |
| Art des Ergebnisses | Volumen + biologische Hautregeneration | Reines Volumen (mechanisch) | Mechanische Straffung |
| Haltbarkeit | Dauerhaft (nach Einheilung) | 6–18 Monate (reversibel) | 10–15 Jahre |
| Ausfallzeit | 7–14 Tage | 0–2 Tage | 14–28 Tage |
| Risiken | Entnahme-Risiken, Asymmetrie | Granulome, Gefäßverschluss | Narkose, Nervenschäden, Narben |
| Kosten | 1.500–3.500 € (einmalig) | 300–500 € (wiederkehrend) | 5.000–10.000 € |
| Natürlichkeit | Sehr hoch (eigenes Gewebe) | Risiko des „Overfilled"-Looks | Risiko des „operierten" Looks |
Das Stammzell-Facelift ist ideal für Patienten, die eine nachhaltige Lösung suchen und körpereigene Materialien bevorzugen. Hyaluronsäure ist besser für Patienten, die keine Ausfallzeit tolerieren können oder das Ergebnis erst „testen" wollen. Das klassische Facelift bleibt der Goldstandard bei massivem Hautüberschuss, der durch Füllung nicht kompensiert werden kann.
Zur Faltenbehandlung von kleinen Falten können auch künstliche Filler oder reines Eigenfett eingesetzt werden. Bei Fillern besteht jedoch das Risiko von Abstoßungsreaktionen – bei körpereigenen Stammzellen nicht, da es sich um körpereigene Substanzen handelt.
Da es sich um einen ästhetischen Eingriff handelt, werden die Kosten nicht von der Krankenkasse übernommen (Ausnahme: schwere rekonstruktive Fälle). Die Preise setzen sich zusammen aus OP-Saal-Nutzung, Anästhesie, Materialkosten und dem ärztlichen Honorar.
| Leistung | Kostenrahmen | Details |
|---|---|---|
| Nanofett (isolierte Zone) | 1.500–1.900 € | Z.B. nur Augenringe oder Mundbereich |
| Lipofilling Gesicht (klein) | 1.800–2.500 € | Einzelne Region, z.B. Wangen oder Tränenrinne |
| Lipofilling Gesicht (komplett) | 2.500–3.500 € | Umfassende Gesichtsverjüngung |
| Kombination mit PRP | + 400–800 € | Plättchenreiches Plasma zur Steigerung der Einheilrate |
| Zusatzkosten Vollnarkose | + 700–900 € | Falls statt Dämmerschlaf gewünscht |
| Klassisches Facelift (Vergleich) | 5.000–10.000 € | Chirurgischer Eingriff |
Langfristige Kostenbetrachtung: Obwohl die einmaligen Kosten höher sind als bei einer Filler-Behandlung, kann das Stammzell-Facelift langfristig wirtschaftlicher sein, da das eingeheilte Fett permanent verbleibt und keine regelmäßigen Auffrischungen erforderlich sind.
| Info | Antwort |
|---|---|
| Eingriffsdauer | 60 bis 180 Minuten |
| Narkose | Lokale Betäubung mit Dämmerschlaf (Vollnarkose optional) |
| Klinikaufenthalt | Nicht erforderlich, ambulanter Eingriff |
| Narben | Minimal – kleine Einstichstellen (wenige Millimeter) |
| Schmerzen | Gering bis mäßig, stärker an den Fettentnahmestellen |
| Sport | Frühestens 3–4 Wochen nach dem Eingriff |
| Gesellschaftsfähigkeit | Nach etwa 7–14 Tagen |
| Kompression | Miederhose an Entnahmestellen für 2–6 Wochen |
| Volumen-Ergebnis sichtbar | Nach 3 Monaten beurteilbar |
| Hautqualität verbessert | Nach 3–6 Monaten, Verbesserung bis 12 Monate möglich |
| Einheilungsrate (Take-Rate) | 30–70% des transplantierten Volumens |
| Haltbarkeit | Dauerhaft (eingeheiltes Fett verbleibt permanent) |
| Kosten | 1.500–3.500 Euro (Selbstzahler) |
| Ideale Kandidaten | Volumenverlust, nachlassende Hautelastizität, ausreichend Spenderfett |
| Nicht geeignet bei | Starkem Hautüberschuss, BMI <18, aktiven Rauchern |
Das Stammzell-Facelift ist mehr als nur eine Faltenauffüllung – es ist eine biologische Gewebetherapie. Anders als bei Hyaluronsäure, wo der Effekt sofort sichtbar ist, benötigt Eigenfett Zeit. Der regenerative „Glow" zeigt sich oft erst nach Monaten. Geduld ist essenziell.
Nehmen Sie sich Zeit für Ihre Entscheidung:
Ein seriöser Arzt wird Sie auch von der Behandlung abraten, wenn er sie für ungeeignet hält. Das ist ein Zeichen von Qualität und Erfahrung.
aktualisiert am 11.01.2026