Was ist ein Brustaufbau? Ein chirurgischer Eingriff zum Wiederaufbau der Brust nach einer Brustamputation (Mastektomie), meist infolge einer Brustkrebserkrankung. Ziel ist die Wiederherstellung der weiblichen Körpersilhouette und die Verbesserung der Lebensqualität.
Für wen geeignet? Für Frauen nach einer Brustamputation, die sich eine Wiederherstellung ihrer Brust wünschen. Der Eingriff kann zeitgleich mit der Tumorentfernung (Sofortrekonstruktion) oder später (Spätrekonstruktion) erfolgen.
Methoden: Wiederaufbau mit Silikonimplantat, Expander-Verfahren, Eigengewebe vom Rücken (Latissimus-dorsi-Lappen) oder Bauch (TRAM-/DIEP-Lappen). Oft wird die gesunde Brust zur Angleichung mitoperiert.
Dauer & Aufenthalt: 1–3 Stunden (je nach Methode auch länger), stationär in Vollnarkose. Erholungszeit: 1–2 Wochen, Sportverbot für 6 Wochen.
Wichtigste Risiken:Kapselfibrose bei Implantaten (4–5%), Durchblutungsstörungen, Wundheilungsprobleme (besonders bei Raucherinnen), Sensibilitätsstörungen.
Brustkrebs ist der häufigste bösartige Tumor bei Frauen. Trotz brusterhaltender Therapien ist bei einigen Betroffenen eine Brustamputation (Mastektomie) notwendig. Die Brust ist ein wichtiges Symbol der Weiblichkeit – ihr Verlust kann körperlich und seelisch stark belasten.
Ein Brustaufbau ermöglicht es, die natürliche Körperform wiederherzustellen. Sie kann das Selbstwertgefühl stärken und die Lebensqualität deutlich verbessern. Moderne Verfahren erzielen in den meisten Fällen ästhetisch zufriedenstellende Ergebnisse.
Zeitpunkt der Rekonstruktion: Der Brustaufbau kann entweder sofort während der Tumorentfernung (Sofortrekonstruktion) oder zu einem späteren Zeitpunkt (Spätrekonstruktion) erfolgen. Ihr behandelnder Arzt wird mit Ihnen besprechen, welcher Zeitpunkt in Ihrer individuellen Situation am besten geeignet ist.
Eine Brustrekonstruktion kommt grundsätzlich für alle Frauen infrage, die nach einer Brustamputation (Mastektomie) ihre Brust wiederaufbauen lassen möchten. Der Eingriff ist besonders dann sinnvoll, wenn die Krebstherapie abgeschlossen ist oder eine Sofortrekonstruktion aus onkologischer Sicht vertretbar erscheint. Voraussetzung ist ein allgemeiner Gesundheitszustand, der eine Operation zulässt, sowie realistische Erwartungen an das Ergebnis.
Einschränkungen bestehen bei schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Gerinnungsstörungen sowie bei aktiven Infektionen im Operationsgebiet. Bei einer fortgeschrittenen Krebserkrankung mit Metastasen muss individuell entschieden werden, ob und wann eine Rekonstruktion sinnvoll ist. Starkes Übergewicht erhöht das Komplikationsrisiko, weshalb in solchen Fällen gegebenenfalls zunächst eine Gewichtsreduktion empfohlen wird. Aktives Rauchen stellt einen besonderen Risikofaktor dar, da Nikotin die Durchblutung massiv beeinträchtigt und das Risiko für Wundheilungsstörungen deutlich erhöht.
Eine gründliche Vorbereitung minimiert das Operationsrisiko und verbessert das Ergebnis. Beachten Sie folgende Punkte:
Die Operation wird stationär in Vollnarkose durchgeführt. Der Anästhesist bespricht vorab die Narkose mit Ihnen und überwacht Sie während des gesamten Eingriffs.
Je nach Ausgangssituation und Patientenwunsch stehen verschiedene Methoden zur Verfügung:
Ist ausreichend Brusthaut und Unterhautfettgewebe vorhanden, kann ein Silikonimplantat direkt eingesetzt werden. Das Implantat wird meist unter den Brustmuskel platziert, um ein natürlicheres Ergebnis zu erzielen.
Wenn nicht genügend Haut vorhanden ist, wird zunächst ein Gewebeexpander unter die Haut eingesetzt. Dieser wird über mehrere Wochen schrittweise mit Kochsalzlösung gefüllt, um Haut und Muskulatur zu dehnen. Nach ausreichender Dehnung (meist nach 3–6 Monaten) wird der Expander in einer zweiten Operation durch das endgültige Implantat ersetzt.
Bei dieser Methode wird Haut, Fettgewebe und ein Teil des breiten Rückenmuskels (Musculus latissimus dorsi) zur Brust verlagert. Der Lappen bleibt mit seiner Blutversorgung verbunden und wird durch einen Tunnel unter der Haut nach vorne geschoben.
Haut- und Fettgewebe vom Unterbauch wird zur Brust transplantiert. Beim DIEP-Lappen (Deep Inferior Epigastric Perforator) werden die Blutgefäße mikrochirurgisch an Gefäße der Brustwand angeschlossen – der Bauchmuskel bleibt dabei erhalten.
In seltenen Fällen kann auch Gewebe vom Gesäß verwendet werden. Die Technik ist anspruchsvoll und wird nur in spezialisierten Zentren durchgeführt.
Angleichung der gesunden Brust: Um ein symmetrisches Ergebnis zu erzielen, ist häufig eine Operation an der gesunden Brust erforderlich – etwa eine Straffung, Verkleinerung oder Vergrößerung. Dies wird gemeinsam mit Ihnen geplant.
Keine Operation ist ohne Risiko. Trotz größter Sorgfalt können Komplikationen auftreten.
Blutungen während oder nach der Operation sind selten. Größere Blutverluste können eine Transfusion erforderlich machen, wobei bei Bluttransfusionen ein minimales Restrisiko der Übertragung von Krankheitserregern wie HIV oder Hepatitis besteht. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über eine mögliche Eigenblutspende. Blutergüsse (Hämatome) treten gelegentlich auf, bilden sich aber in der Regel innerhalb weniger Wochen selbstständig zurück.
Druckschäden an Nerven und Weichteilen sind selten und meist vorübergehend. Blutgerinnsel (Thrombosen) mit der Gefahr einer Lungenembolie sind ebenfalls selten, können aber lebensbedrohlich sein. Rauchen und die Einnahme der Antibabypille erhöhen dieses Risiko. Frühzeitiges Aufstehen nach der Operation ist daher wichtig. Allergische Reaktionen auf Betäubungsmittel oder Medikamente sind in Ausnahmefällen möglich.
Ein Taubheitsgefühl im Operationsbereich ist durch die Schädigung von Hautnerven häufig. In den meisten Fällen bildet sich die Sensibilität innerhalb von Monaten zurück, selten kann ein dauerhaftes Taubheitsgefühl bestehen bleiben. Wundheilungsstörungen sind selten, treten aber bei Raucherinnen deutlich häufiger auf. Sie können breite Narben hinterlassen, die eventuell korrigiert werden müssen. Die Narbenbildung ist individuell sehr unterschiedlich – bei entsprechender Veranlagung können wulstige, dicke oder schmerzhafte Narben (Keloid) entstehen.
Bei Implantaten besteht das Risiko einer Kapselfibrose: Um jedes Implantat bildet sich natürlicherweise eine Bindegewebskapsel. Bei etwa 4–5% der Patientinnen verhärtet sich diese Kapsel, die Brust fühlt sich dann fest an und kann schmerzhaft werden. Eine Nachkorrektur kann erforderlich sein. Implantatdefekte sind durch moderne doppelwandige Implantate mit kohäsivem Silikongel sehr selten geworden. Faltenbildung kann vor allem bei schlanken Frauen auftreten. Infektionen im Brustbereich sind selten, können aber den Austausch des Implantats erforderlich machen. Ein anfängliches Fremdkörpergefühl verschwindet meist mit der Zeit.
Bei Eigengewebs-Rekonstruktionen kann durch Durchblutungsstörungen transplantiertes Gewebe absterben (Nekrose), was eine Nachoperation erforderlich macht. Rauchen erhöht dieses Risiko massiv. Nach Entnahme von Gewebe aus dem Bauchbereich kann die Bauchwand geschwächt sein und im schlimmsten Fall zu einem Bauchwandbruch führen. Transplantiertes Gewebe kann sich zudem in Farbe und Struktur von der umgebenden Haut unterscheiden.
Die richtige Nachsorge ist entscheidend für ein gutes Ergebnis. Planen Sie zunächst 1–2 Wochen zur Genesung ein, bei aufwendigeren Eigengewebsrekonstruktionen kann die Erholung auch länger dauern. Stehen Sie möglichst frühzeitig nach der Operation auf, um die Bildung von Blutgerinnseln zu vermeiden. Die während der Operation eingelegten Drainagen werden in den ersten Tagen entfernt.
Falls Ihr Arzt einen speziellen Stütz-BH verordnet hat, tragen Sie diesen 2–3 Wochen lang Tag und Nacht – er unterstützt die Heilung und verbessert das Ergebnis. Die Hautfäden werden etwa 8–10 Tage nach der Operation entfernt. Verzichten Sie mindestens 6 Wochen auf Sport und körperliche Anstrengung; besprechen Sie die genaue Dauer mit Ihrem behandelnden Arzt. In den ersten 6 Monaten sollten Sie direkte Sonnenbestrahlung der Narben vermeiden, da sich diese sonst dauerhaft bräunlich verfärben können.
In den Händen erfahrener Spezialisten kann in den meisten Fällen ein ästhetisch zufriedenstellendes Ergebnis erzielt werden. Die moderne plastische Chirurgie ermöglicht natürlich wirkende Rekonstruktionen, die im bekleideten Zustand oft nicht von der natürlichen Brust zu unterscheiden sind.
Wichtig zu wissen: Eine völlige Angleichung beider Brüste ist aufgrund der Ausgangssituation selten möglich. Eine realistische Erwartung bewahrt Sie vor Enttäuschungen. Die rekonstruierte Brust wird sich anders anfühlen als die natürliche Brust – das Gefühl in der Haut kann eingeschränkt sein.
Faktoren für ein gutes Ergebnis:
Eine Brustrekonstruktion wird von spezialisierten Fachärzten durchgeführt:
Achten Sie bei der Arztwahl auf nachweisbare Erfahrung mit Brustrekonstruktionen. Zertifizierte Brustzentren bieten eine qualitätsgesicherte Versorgung.
Die Brustrekonstruktion nach einer Krebserkrankung ist eine Leistung der gesetzlichen und privaten Krankenversicherung. Die Kosten werden vollständig übernommen, da es sich um einen medizinisch notwendigen Eingriff zur Wiederherstellung der körperlichen Integrität handelt.
Dies umfasst:
| Info | Antwort |
|---|---|
| OP-Dauer | 1–3 Stunden (Implantat), 3–6 Stunden (Eigengewebe) |
| Narkose | Vollnarkose |
| Klinikaufenthalt | 3–7 Tage (je nach Methode) |
| Narben | An der Brust; bei Eigengewebe zusätzlich am Rücken, Bauch oder Gesäß |
| Schmerzen | Mäßig bis stark, gut mit Schmerzmitteln kontrollierbar |
| Aktivitäten | Sport und körperliche Anstrengung: frühestens 6 Wochen nach OP |
| Arbeits-/Gesellschaftsfähigkeit | Nach etwa 2–4 Wochen (je nach Beruf und Methode) |
| Stütz-BH | 2–3 Wochen Tag und Nacht tragen |
| Fadenentfernung | Nach 8–10 Tagen |
| Endergebnis sichtbar | Nach 3–6 Monaten (Schwellung vollständig abgeklungen) |
| Haltbarkeit | Eigengewebe: dauerhaft; Implantate: eventuell Wechsel nach 10–20 Jahren |
| Kosten | Kassenleistung (vollständige Kostenübernahme nach Brustkrebs) |
| Hauptrisiken | Kapselfibrose (4–5% bei Implantaten), Wundheilungsstörungen, Sensibilitätsverlust |
| Wichtigste Voraussetzung | Nikotinverzicht 2–4 Wochen vor und nach der Operation |
Die Entscheidung für eine Brustrekonstruktion ist sehr persönlich. Nehmen Sie sich die Zeit, die Sie brauchen. Es gibt keinen "richtigen" Zeitpunkt – manche Frauen wünschen sich den Aufbau sofort, andere erst nach Jahren, und manche entscheiden sich bewusst dagegen. Alle Entscheidungen sind richtig, wenn sie zu Ihnen passen.
Vor der Entscheidung sollten Sie:
Ihr behandelndes Team wird Sie bei dieser wichtigen Entscheidung unterstützen und alle Ihre Fragen beantworten.
aktualisiert am 26.01.2026