Was ist eine Lippenvergrößerung? Ein ästhetischer Eingriff zur Vergrößerung des Lippenvolumens oder zur Korrektur der Lippenform. Die häufigste Methode ist die Unterspritzung mit Hyaluronsäure, alternativ kommen Eigenfett, chirurgische Verfahren oder Implantate zum Einsatz.
Für wen geeignet? Für Patienten mit von Natur aus schmalen Lippen, altersbedingtem Volumenverlust, Asymmetrien oder nach rekonstruktiven Eingriffen. Wichtig ist eine realistische Erwartungshaltung und das Verständnis der natürlichen Gesichtsproportionen.
Wichtigste Methode: Hyaluronsäure-Filler – temporär (6–12 Monate), gut verträglich, reversibel und präzise dosierbar. Bei strukturellen Problemen wie einem verlängerten Philtrum sind chirurgische Verfahren wie das Bullhorn-Lift die bessere Wahl.
Wichtige Kontraindikationen: Schwangerschaft und Stillzeit, aktive Infektionen (z.B. Herpes), bestimmte Autoimmunerkrankungen, unrealistische Erwartungen. Permanente Füllmaterialien werden heute von den meisten Fachgesellschaften abgelehnt.
Kosten: Hyaluronsäure: 300–650 Euro pro Behandlung, Eigenfett: 1.000–1.500 Euro, Chirurgische Verfahren: 1.500–3.000 Euro (Selbstzahlerleistung).
Durch die Lippenvergrößerung werden schmale Lippen aufgepolstert, um einen sinnlich-üppigen Mund zu formen. Diesen Wunsch haben besonders Frauen, gelten üppige Lippen bei Frauen als Zeichen der Sinnlichkeit. Menschen mit schmalen Lippen wirken häufig streng und verkniffen.
Mit zunehmendem Alter nimmt das Unterhautfettgewebe ab. Das Lippenrot wird schmaler und unschöne Fältchen entstehen. Zusätzlich verlängert sich der Abstand zwischen Nase und Oberlippe (das sogenannte Philtrum), wodurch die Oberlippe noch schmaler wirkt. Eine Lippenaugmentation, wie eine Lippenvergrößerung bei Ärzten genannt wird, kann diese Zeichen des Alterns bekämpfen. Dabei kommen verschiedene Methoden zum Einsatz, um die Lippen des Patienten zu vergrößern. Implantate mit Eigenfett oder körpereigenem Muskelgewebe sind neben Fillern aus künstlichen Materialien zwei der Möglichkeiten. Auch das Eigengewebe der Lippen kann genutzt werden, um diese neu zu formen.

Wer mit der Form oder der Größe seiner Lippen unzufrieden ist, wird von einer Lippenvergrößerung profitieren. Der Betroffene entscheidet, ob er eine dauerhafte oder zeitlich begrenzte Vergrößerung seiner Lippen wünscht.
Während eine OP sich dauerhaft auf das Lippenvolumen auswirkt, lässt die Wirkung von Injektionen mit Fett, Kollagen oder Hyaluronsäure im Laufe der Zeit nach - meist nach sechs bis zwölf Monaten. Wird hingegen bei einer chirurgischen Lippenkorrektur Haut entfernt (wie beim Bullhorn-Lift), handelt es sich um einen dauerhaften Eingriff. Lippenvergrößerungen erfreuen sich bei Frauen aus ästhetischen Gründen einer großen Beliebtheit.
Es gibt aber auch Männer, die sich diesem Eingriff unterziehen. Mitunter sprechen Asymmetrien der Lippen, die von einer Krankheit verursacht wurden, oder rekonstruktive Indikationen (z.B. nach Lippen-Kiefer-Gaumenspalten) für eine Vergrößerung der Lippen. Ob eine Lippenkorrektur ratsam ist, entscheidet der behandelnde Arzt. Flache Lippen oder Lippen mit einer wenig attraktiven Form lassen sich mit einer Lippenvergrößerung sehr gut korrigieren.
Nachdem der Arzt sich die Wünsche des Betroffenen angehört hat, schlägt er ihm die Methoden vor, die für ihn am besten geeignet sind, um die angestrebte Korrektur zu erreichen. Dabei gilt es, das natürliche Verhältnis zwischen der Ober- und Unterlippe zu wahren und die Lippen nicht zu stark zu vergrößern. Das ideale Verhältnis liegt oft bei 1:1,6 (gemäß dem Goldenen Schnitt). Sonst wirkt das Ergebnis unnatürlich und wenig attraktiv, wie es bei einigen Prominenten zu sehen ist.
Eine sorgfältige Patientenauswahl ist entscheidend für den Behandlungserfolg. Folgende Situationen sprechen gegen eine Lippenvergrößerung:
Es stehen verschiedene Verfahren zur Auswahl, um die gewünschte Lippenvergrößerung zu erzielen. Diese Verfahren lassen sich grundsätzlich wie folgt unterteilen:
Bei den Füllmaterialien unterscheidet man zwischen
Diese Auflistung zeigt, dass keine OP notwendig ist, um ein dauerhaftes Ergebnis zu erzielen. Sofern nicht-resorbierbare Füllmaterialien eingesetzt werden, baut der Körper diese nicht ab. Das Ergebnis ist von Dauer und das auch ohne eine OP. Allerdings gibt es bei der Verwendung nicht-resorbierbarer Substanzen besondere Risiken, die zu beachten sind.
Hinsichtlich der resorbierbaren Füllmaterialien ist nicht nur zwischen natürlichen und synthetischen Stoffen zu unterscheiden. Vielmehr gibt es natürliche Stoffe, die körpereigen oder körperfremd sind.
Die Nutzung von Eigenfett zur Lippenvergrößerung ist ein Beispiel für ein natürliches, körpereigenes Füllmaterial. Kollagen, welches von Rindern gewonnen wird, ist zwar auch ein natürlicher, aber eben ein körperfremder Stoff. Bei körperfremden Stoffen, zu denen auch alle synthetischen Stoffe zählen, ist es daher besonders wichtig zu prüfen, ob der Patient diese verträgt. Sonst sind unschöne Abstoßungsreaktionen nicht ausgeschlossen.
Chirurgische Eingriffe adressieren Probleme, die durch Filler nicht oder nur unzureichend gelöst werden können, insbesondere ein zu langes Philtrum, eine komplett invertierte Lippe oder strukturelle Asymmetrien.
Ein Lippenlifting bietet sich nicht nur für Personen, deren Lippen extrem schmal sind, an. Auch bei einem altersbedingten Absacken der Mundwinkel nach unten ist diese Methode empfehlenswert. Die häufigste Methode ist das sogenannte subnasale Lifting oder Bullhorn-Lift. Hierbei handelt es sich um einen chirurgischen Eingriff, bei dem der Arzt ein Stück Haut direkt unter der Nase entfernt. Dieses Hautstück hat eine gebogene Form, die an Stierhörner erinnert (daher der Name "Bullhorn"). Dann wird die Haut zusammengezogen, um somit ein Lifting der Lippen zu erreichen. Beim Gull-Wing-Lifting kommt es hingegen zu einer Anhebung der Amorbogenhügel.
Durch die Entfernung von Gewebe und Haut direkt unter der Nase wird die Oberlippe nach außen rotiert (Eversion), das Philtrum verkürzt und das Lippenrot wirkt voller und jugendlicher. Beide Varianten stellen einen chirurgischen Eingriff mit einem dauerhaften Effekt dar. Nur wenn der Abstand zwischen der Oberlippe und der Nase 1,5 Zentimeter oder mehr beträgt, ist ein Lifting der oberen Lippe sinnvoll. Binnen der ersten zehn Tage nach dem Eingriff klingen die Schwellungen der Lippe ab. Es ist mit kleinen Narben zu rechnen, die in der natürlichen Hautfalte unter der Nase versteckt liegen und erst im Laufe der Zeit verblassen.
Wichtig: Bei einem bereits verlängerten Philtrum kann das Aufspritzen der Lippen mit Hyaluronsäure kontraproduktiv sein. Das zusätzliche Gewicht zieht die Lippe weiter nach unten, anstatt sie anzuheben. Das Bullhorn-Lift setzt dagegen an der Ursache an und verkürzt den Abstand zwischen Nase und Lippe dauerhaft.
Diese chirurgische Technik dient der Volumenvermehrung durch Gewebeverschiebung an der Schleimhautseite. An der Innenseite der Lippe werden V-förmige Einschnitte gesetzt. Das Gewebe wird mobilisiert und in Y-Form vernäht. Dadurch wird die Schleimhaut nach vorne geschoben (Push-Forward-Effekt). Der Vorteil ist, dass keine äußeren Narben entstehen. Diese Methode eignet sich für Patienten mit extrem dünnen Lippen, bei denen Filler kaum Platz finden, oder zur Korrektur von Lippen-Kiefer-Gaumenspalten-Narben.
Hängende Mundwinkel können chirurgisch durch Exzision kleiner Hautdreiecke oberhalb der lateralen Mundwinkel korrigiert werden. Das Risiko: Die Narbenbildung an dieser Stelle ist oft sichtbar und ästhetisch störend. Daher wird dieses Verfahren heute seltener durchgeführt und oft durch Botox-Behandlungen des Musculus depressor anguli oris oder Filler-Stützen ersetzt.
Wer sich eine dauerhafte Lippenvergrößerung wünscht, kann auf das sogenannte Lippenimplantat zurückgreifen. Hierbei handelt es sich um ein Implantat aus Silikon-Elastomer (z.B. PermaLip), das später auf Wunsch wieder entfernt werden kann. Verschiedene Implantatgrößen stehen zur Auswahl, um das gewünschte Ergebnis zu erzielen. Beim Küssen ist das Implantat nicht spürbar. Allerdings sind zwei Schnitte an den Mundwinkeln erforderlich, um das Implantat in der Lippe zu platzieren. Daher treten Narben bei diesem Eingriff auf. Darüber hinaus stehen Implantate in Form von Silikon-Fäden zur Auswahl. Um die Fäden in Position zu bringen, ist ein kleiner Schnitt an beiden Mundwinkeln erforderlich.
Nachteile: Fremdkörpergefühl, eingeschränkte Mimik, Risiko der Kapselkontraktur oder Implantatverschiebung. Viele Patienten empfinden die Implantate als unnatürlich fest.
Am häufigsten wird eine Lippenvergrößerung mit Hyaluronsäure angeboten. Hyaluronsäure ist ein natürlicher Bestandteil der Haut und wird biotechnologisch (durch bakterielle Fermentation) hergestellt. Bei der Lippenvergrößerung mit Hyaluronsäure können nicht nur die Lippen vergrößert werden. Die Behandlung des gesamten Mundbereiches ist ebenso möglich.
Hyaluronsäure wird auf Wunsch im Bereich der Lippenkonturen eingesetzt, was es mit dem behandelnden Arzt abzusprechen gilt. Bei der Injektion wird ein Hyaluronsäure-Gel verwendet. Hierbei handelt es sich um einen Gewebefiller, der im Laufe der Zeit vom Körper abgebaut wird. Daher ist das Ergebnis nicht von Dauer. Stumpfe Nadeln (Kanülen) stellen sicher, dass es sich um einen besonders schonenden Eingriff handelt.

Injektionstechniken: Die Wahl der Technik bestimmt maßgeblich die Form. Bei der linearen Technik werden Stränge entlang der Lippengrenze zur Konturierung eingebracht. Die Russian Lips Technik injiziert den Filler vertikal von der Lippenbasis Richtung Lippenrotgrenze in kleinen Säulen. Ziel ist eine Eversion der Lippe und eine Betonung des Amorbogens, ohne die Lippe schnabelartig nach vorne zu projizieren ("Entenschnabel" vermeiden). Bei der Bolus-Technik werden punktuelle Depots im Tuberkulum der Oberlippe für mehr Schmollmund-Effekt gesetzt.
Das Ergebnis hält zwischen sechs und zwölf Monaten an. In der Lippe wird Hyaluronsäure aufgrund der starken Durchblutung und der ständigen mechanischen Belastung (Sprechen, Essen) schneller abgebaut als in anderen Gesichtsarealen. Die Lippenvergrößerung mit Hyaluronsäure kann auf Wunsch regelmäßig wiederholt werden. Die Nutzung von Hyaluronsäure als Filler führt zu einem natürlichen Ergebnis, welches sich nicht künstlich anfühlt. Hyaluronsäure ist sehr gut verträglich. Unverträglichkeitsreaktionen treten sehr selten auf.
Wichtiger Vorteil: Bei Komplikationen oder ästhetischem Nichtgefallen kann Hyaluronsäure mit dem Enzym Hyaluronidase aufgelöst und damit rückgängig gemacht werden.
Wer sich mehr Volumen wünscht und seine flachen Lippen aufpolstern lassen will, kann sich für einen Lippenaufbau mit Fettinjektion entscheiden. Bei einer Fettinjektion kommt körpereigenes Fett zum Einsatz, welches in die Lippen gespritzt wird und sie von innen aufpolstert. Da es sich um einen körpereigenen Filler handelt, ist dieser gut verträglich. Zuvor wird eine kleine Menge an Fett am Bauch, Po, am Oberschenkel oder in einer anderen Körperzone abgesaugt. Dieses Fett wird dann aufbereitet (durch Zentrifugation oder Filtration) und in die Lippen injiziert. Die Fettabsaugung geht mit kleinen Einstichen, blauen Flecken und Blutergüssen einher.

Vor allem, wenn eine Fettabsaugung geplant ist, ist diese Methode als sinnvolle Alternative zu betrachten. Dadurch, dass sie mit einer Fettabsaugung und der Aufbereitung des Eigenfetts verbunden ist, ist sie verhältnismäßig teuer.
Vorteile: Biokompatibilität (keine allergischen Reaktionen), regenerativer Effekt durch Stammzellen im Fett, teilweise dauerhafte Ergebnisse (Einheilungsrate 30-70%). Nachteile: Der Eingriff ist invasiver und verursacht stärkere Schwellungen. Aufgrund der variablen Einheilungsrate sind oft mehrere Sitzungen nötig.
Beim Lipofilling kommt Kollagen zum Einsatz, um die Lippen aufzufüllen und ihnen zu mehr Volumen zu verhelfen, was sich optisch bemerkbar macht. Die Kollgenlösung, die dem Betroffenen in die Lippen gespritzt wird, enthält das Betäubungsmittel Lidocain. Eine zusätzliche Narkose ist somit nicht notwendig. Der Eingriff dauert zwischen 15 und maximal 60 Minuten. Ein Lippenaufbau mit Kollagen wird heute im Vergleich zur Hyaluronsäure oder Fettinjektion eher selten durchgeführt, da Kollagen (bovines oder porzines) aufgrund des hohen Allergiepotenzials (Hauttest notwendig) und der sehr kurzen Haltbarkeit (3-4 Monate) in der Lippenaugmentation praktisch keine Rolle mehr spielt.
Wichtige Warnung: Der Einsatz permanenter Füllmaterialien wird von den meisten Fachgesellschaften (z.B. DGÄPC, VDÄPC) heute kritisch gesehen und oft abgelehnt, da die Langzeitkomplikationen gravierend sein können. Viele Ärzte lehnen die Nutzung nicht-resorbierbarer Substanzen entschieden ab.
Für eine permanente Lippenvergrößerung kamen früher Polymetymetacryl-Kügelchen zum Einsatz, z.B. Metacrill®. Die Lippenvergrößerung mit Metacrill® wird in Deutschland aufgrund der schlechten Verträglichkeit nicht mehr angeboten. Das gilt auch für das Produkt Artecoll®.
Auch bei Dermalive® (ein Mischprodukt aus resorbierbaren und permanenten Substanzen) ist Vorsicht geboten, weil es Entzündungsreaktionen auslösen kann (granulomatöse Reaktion).
Inzwischen lehnen viele Ärzte die Nutzung nicht-resorbierbarer Substanzen jedoch entschieden ab. Das ist darauf zurückzuführen, dass sie vom Körper häufig als Fremdkörper angesehen und daher abgestoßen werden. Da der Körper diese synthetischen Stoffe nicht enzymatisch abbauen kann, versucht das Immunsystem, sie durch chronische Entzündung abzukapseln. Dies führt oft Jahre oder Jahrzehnte nach der Injektion zur Bildung harter, schmerzhafter Knoten (Granulome), Migration des Materials und entstellenden Deformationen. Sie können nicht einfach entfernt werden und Jahre lang Probleme verursachen. Es bilden sich Fremdkörpergranulome. Leider müssen die betroffenen Stellen dann ausgeschnitten werden, so dass es zu unschönen Narben kommt. Die Patienten fühlen sich entstellt, so dass derartige Eingriffe zur Lippenvergrößerung kaum mehr angeboten werden.
Eine eingehende Beratung bei einem Arzt des Vertrauens ist der erste Schritt. Dabei untersucht der Arzt den allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten und klärt ob problematische Allergien vorliegen. Eine gründliche Analyse der Gesichtsproportionen ist entscheidend, um eine harmonische Integration der Lippen zu erreichen und eine "Überbehandlung" zu vermeiden. Das Absetzen bestimmter Medikamenten, welche die Blutgerinnung hemmen ist einige Wochen vor dem Eingriff erforderlich.
Um das Risiko von Blutungen und Schwellungen zu minimieren, sollten Patienten folgende Richtlinien beachten:
Wer diese Medikamente weiterhin einnimmt, riskiert erhöhte Blutungen bei seiner späteren Lippenkorrektur. Diverse Lippen- sowie Mundhöhleninfektionen machen einen derartigen Eingriff zunächst unmöglich. Erst wenn die Infektion abgeklungen ist, ist an die Lippenvergrößerung zu denken.
Die Lippe ist eines der schmerzempfindlichsten Areale des Körpers. Daher kommen verschiedene Anästhesieverfahren zum Einsatz:
Topische Anästhesie: Auftragen einer hochpotenten Lidocain-Creme für 20-30 Minuten. Dies reduziert den Einstichschmerz signifikant. Die meisten Eingriffe mit Fillern werden unter lokaler Betäubung durchgeführt.
Integrierte Anästhesie: Fast alle modernen Hyaluronsäure-Filler enthalten Lidocain, sodass das Gewebe mit der Injektion von innen betäubt wird.
Leitungsanästhesie (Nervenblockade): Dies führt zu völliger Schmerzfreiheit, verzerrt jedoch temporär die Mimik und das Volumen. Wird meist nur bei sehr schmerzempfindlichen Patienten oder chirurgischen Eingriffen angewandt.
Eine Vollnarkose ist nach Absprache zwar möglich, aber selten sinnvoll. Sofern sich der Patient zusammen mit seinem Arzt für eine Vollnarkose entscheidet, darf er sechs Stunden unmittelbar vor dem Eingriff nichts essen, nichts trinken und nicht rauchen. Außerdem werden die Patienten dann erst am nächsten Tag und nicht noch am gleichen Tag entlassen.
Obwohl Lippenunterspritzungen oft als harmlose "Lunchtime-Treatments" gelten, sind sie medizinische Eingriffe mit potenziell schwerwiegenden Risiken. Die Lippenanatomie mit ihrer reichen Vaskularisation (Blutversorgung) erfordert höchste Präzision.
Nach der Behandlung können Schwellungen, eine leichte Rötung, Juckreiz und Hämatome (blaue Flecken) auftreten. Diese Symptome sind physiologisch und klingen meist innerhalb von einer Woche folgenlos ab. Hyaluronsäure ist stark wasserbindend, daher ist in den ersten 48 Stunden eine deutliche Schwellung normal.
Bakterien können während der Injektion eingeschleppt werden und auf dem Filler einen Biofilm bilden. Dies führt zu "Low-Grade"-Infektionen, die sich oft erst Wochen oder Monate später als rezidivierende, rote, schmerzhafte Knoten manifestieren. Die Behandlung ist komplex und erfordert oft eine Kombination aus Antibiotika und Hyaluronidase.
Dies ist die gefährlichste Komplikation. Wird Filler versehentlich in eine Arterie injiziert oder komprimiert ein großes Depot das Gefäß von außen, wird die Blutversorgung unterbrochen.
Symptome: Sofortiger, extremer Schmerz ("Vernichtungsschmerz"), plötzliches Weißwerden des Areals, gefolgt von einer lividen Netzzeichnung.
Folgen: Ohne Behandlung stirbt das Gewebe ab (Nekrose), was zu dauerhaften Narben und Defekten führt. In extrem seltenen Fällen kann der Embolus retrograd in die Arteria ophthalmica wandern und zur Erblindung führen.
Notfallmanagement: Sofortiger Stopp der Injektion, massive Infiltration des Areals mit Hyaluronidase (oft hunderte bis tausende Einheiten notwendig), warme Kompressen, Aspirin, ggf. Nitrospray und Cortison. Die sofortige Verfügbarkeit von Hyaluronidase für Notfälle unterscheidet professionelle medizinische Behandlungen von riskanten Laien-Eingriffen.
Bei nicht-resorbierbaren Füllsubstanzen besteht die Gefahr der Granulom-Bildung (eine Reaktion, die ausgelöst werden kann, wenn der Körper mit fremden Substanzen in Berührung kommt). Deshalb lehnen viele Ärzte die Verwendung von permanenten Füllsubstanzen ab.
Außer beim Eigenfett kann es grundsätzlich zu allergischen Reaktionen (Abstoßungsreaktionen) kommen.
Das Verhalten des Patienten in der postoperativen Phase ist entscheidend für die Integration des Materials und die Vermeidung von Nebenwirkungen. Sofern Schnitte bei der Lippenvergrößerung erforderlich waren, werden die Fäden binnen sieben bis zehn Tagen gezogen. Da die Lippen im Anschluss an den Eingriff oft stark geschwollen sind, gilt es diese zu kühlen.
| Zeitfenster | Maßnahme/Verbot und Begründung |
|---|---|
| 0-4 Stunden | Keine heißen Getränke/Speisen - Vermeidung von Verbrennungen (Taubheit), Reduktion der Gefäßerweiterung |
| 0-24 Stunden | Kein Alkohol, kein Rauchen - Alkohol fördert Blutungen/Schwellung; Nikotin stört Wundheilung |
| 0-24 Stunden | Nicht küssen, Lippen nicht massieren - Vermeidung von Infektionen und Filler-Verschiebung/Migration |
| 0-24 Stunden | Kein Make-up auf den Lippen - Offene Einstichkanäle sind Eintrittspforten für Bakterien |
| 1-3 Tage | Kein intensiver Sport - Erhöhter Blutdruck fördert Schwellungen und Hämatome |
| 1 Woche | Keine Sauna, Solarium, direkte Sonne - Hitze fördert Entzündungen und beschleunigt Hyaluron-Abbau |
| 2 Wochen | Keine invasiven Kosmetikbehandlungen - Vermeidung von mechanischem Stress im behandelten Areal |
| 2 Wochen | Keine Zahnbehandlungen - Risikominimierung bakterieller Streuung |
| Dauerhaft | Ausreichend trinken (Wasser) - Unterstützt die Hydratationsfähigkeit des Hyalurons |
Vermehrtes Mundwasser ist mehrere Male am Tag zum Ausspülen der Mundhöhle zu nutzen. Auf diese Art und Weise können Infektionen verhindert werden. Vor allem nach dem Essen ist die Mundspülung extrem wichtig. Es ist empfehlenswert, Getränke in den ersten Tagen mit einem Strohhalm zu sich zu nehmen. Breiartige Nahrung bietet sich in den ersten Tagen ebenfalls an. Alle Hinweise des Arztes zu beachten. Druckmassagen der Lippen sind ab dem 14. Tag nach dem Eingriff zu empfehlen. Dabei gilt es die Narben zu massieren. Erst eine Woche nach einer Lippenkorrektur können die meisten Patienten zu ihrer Arbeit zurückkehren.
In den Händen erfahrener Behandler sind die meisten Betroffenen zufrieden mit dem Ergebnis der Lippenvergrößerung. Die Zufriedenheitsrate ist bei realistischer Erwartungshaltung sehr hoch. Wenn die Lippen zu stark vergrößert werden, dann kann das Ergebnis unnatürlich aussehen.
Haltbarkeit der verschiedenen Methoden:
Verfahren mit Hyaluronsäure erlauben eine schrittweise Annäherung an das Wunschergebnis und sind bei Nichtgefallen korrigierbar, was die psychologische Hemmschwelle senkt. Chirurgische Eingriffe bieten bei korrekter Indikation (langes Philtrum) Ergebnisse, die mit Fillern allein nicht erreichbar wären (Zahnsichtbarkeit, dauerhafte Verkürzung).

Die Kosten für eine Lippenvergrößerung hängen von der Methode und dem verwendeten Material ab. Da es sich um rein ästhetische Eingriffe handelt, tragen Patienten die Kosten sowie Folgekosten (bei Komplikationen) in der Regel selbst.
| Info | Antwort |
|---|---|
| Häufigste Methode | Hyaluronsäure-Unterspritzung (minimal-invasiv) |
| Behandlungsdauer | 15-60 Minuten (bei Fillern), 30-60 Minuten (chirurgisch) |
| Betäubung | Topische Anästhesie + Lidocain im Filler; bei OP: Lokalanästhesie |
| Klinikaufenthalt | Nicht erforderlich (ambulant) |
| Haltbarkeit Hyaluronsäure | 6-12 Monate |
| Haltbarkeit Eigenfett | Dauerhaft (30-70% des injizierten Volumens) |
| Haltbarkeit Chirurgie | Permanent |
| Reversibilität | Hyaluronsäure: Ja (mit Hyaluronidase); Eigenfett/Chirurgie: Nein |
| Gesellschaftsfähigkeit | Nach 3-7 Tagen (bei Fillern), 7-10 Tagen (bei OP) |
| Sport | Nach 2-3 Tagen (Filler), 2-3 Wochen (OP) |
| Wichtigste Kontraindikationen | Schwangerschaft, aktive Infektionen (Herpes), Autoimmunerkrankungen (aktiv), unrealistische Erwartungen |
| Schwerwiegendste Komplikation | Vaskulärer Verschluss (Gefäßverschluss) mit Gewebenekrose |
| Kosten Hyaluronsäure | 300-650 Euro pro Behandlung |
| Kosten Eigenfett | 1.000-1.500 Euro (Erstbehandlung) |
| Kosten Chirurgie | 1.500-3.000 Euro |
| Kostenübernahme | Nein (rein ästhetischer Eingriff, Selbstzahler) |
Qualität geht vor Preis: Die Sicherheit des Patienten muss stets Priorität haben. Die Kenntnis der anatomischen Gefahrenzonen, die Einhaltung strenger Hygienevorschriften zur Vermeidung von Biofilmen und die sofortige Verfügbarkeit von Hyaluronidase für Notfälle unterscheiden professionelle medizinische Behandlungen von riskanten Laien-Eingriffen. Eine ausführliche Aufklärung über Risiken, insbesondere vaskuläre Okklusionen, und ein realistisches Erwartungsmanagement sind die Eckpfeiler einer erfolgreichen Therapie.
Nehmen Sie sich Zeit für Ihre Entscheidung:
aktualisiert am 13.01.2026