Was ist ein Fadenlifting? Ein minimal-invasives Verfahren zur Hautstraffung und Gesichtsverjüngung, bei dem selbstauflösende Spezialfäden unter die Haut eingebracht werden. Diese heben das Gewebe mechanisch an und regen gleichzeitig die körpereigene Kollagenproduktion an.
Für wen geeignet? Ideal für Patienten zwischen 30 und 55 Jahren mit beginnender bis mittlerer Hauterschlaffung, die eine schonende Alternative zum chirurgischen Facelift suchen. Bei stark erschlafftem Gewebe oder großem Hautüberschuss ist ein chirurgisches Facelift besser geeignet.
Wichtigste Risiken: Schwellungen und Hämatome (häufig, aber vorübergehend), sichtbare Dellen an den Einstichstellen, selten Infektionen oder Nervenverletzungen. Die Risiken sind bei erfahrenen Behandlern gering.
Dauer & Kosten: 30–90 Minuten ambulant in örtlicher Betäubung. Kosten: ca. 1.200–2.500 Euro für ein komplettes Gesichts-Fadenlifting. Gesellschaftsfähig nach 2–5 Tagen.
Ergebnis: Sofort sichtbarer Straffungseffekt, der sich durch die Kollagenneubildung in den folgenden Wochen noch verbessert. Haltbarkeit je nach Fadenmaterial: 6 Monate bis 3 Jahre.
Bisher hat sich vor allem das Facelift als operative Methode zur Hautstraffung im Gesicht einen Namen gemacht. Allerdings setzen viele interessierte Patienten auf eine schonendere Alternative. Das Fadenlifting oder auch Fadenlift wirkt den Alterungszeichen im Gesicht- und Halsbereich entgegen. Das hat den großen Vorteil, dass es sich um eine minimal-invasive Behandlungsmethode handelt. Eine Vollnarkose ist dementsprechend nicht erforderlich. Narben sind bei dieser Methode ebenfalls nicht zu erwarten, da keine Schnitte gesetzt werden.

Im Vergleich zum wesentlich invasiveren herkömmlichen Facelifting ist diese Methode eine schonendere Variante. Mittels der Spezialfäden, die der Körper im Laufe der Zeit eigenständig abbaut, kann das Gewebe im Gesicht in eine jugendlichere Position gebracht werden. Gleichzeitig wird die Hautqualität durch die Anregung der Kollagenproduktion nachhaltig verbessert.
Beim Fadenlift handelt es sich um ein schonendes Verfahren zur Hautstraffung und Gewebeverjüngung. Operative Maßnahmen können aufgrund dieser Methode vermieden werden. Das Verfahren basiert auf einem dualen Wirkmechanismus:
Die selbstauflösenden Fäden sind glatt, spiralförmig gedreht oder mit Widerhaken ausgestattet. Der Widerhaken dient dazu, die Haut mechanisch zu straffen und zu repositionieren. Werden diese Fäden zur Seite oder nach oben gezogen, kann die gewünschte Straffung erreicht werden. Glatte Fäden werden eingesetzt, um die Hautqualität zu verbessern und ein stützendes Kollagennetz aufzubauen.

Um das Infektionsrisiko bei der Lifting-Behandlung mit Fäden gering zu halten, ist ein steriler Eingriffs- oder OP-Raum erforderlich. Dort erhalten die Patienten eine örtliche Betäubung. Diese wird an den geplanten Einstichstellen und oft entlang des gesamten Fadenkanals injiziert – dies ist in der Regel der unangenehmste Teil der Behandlung. Abhängig davon, welche der folgenden Bereiche behandelt wird, wird die Betäubung an den entsprechenden Stellen injiziert:
Vor dem Eingriff analysiert der Arzt sorgfältig die Gesichtsvektoren und zeichnet die geplanten Ein- und Austrittspunkte sowie den Verlauf der Fäden auf der Haut an.
Zum Einbringen der Fäden kommt eine feine Führungskanüle zum Einsatz. In dieser befindet sich der Faden, der gezielt in das Unterhautfettgewebe eingebracht wird. Die korrekte Platzierungstiefe ist entscheidend: Zu oberflächlich platzierte Fäden können sichtbar werden oder Dellen verursachen, zu tief eingebrachte Fäden bergen das Risiko von Nerven- oder Gefäßverletzungen.
Sobald der Faden an der gewünschten Stelle positioniert wurde, wird die Kanüle zurückgezogen. Bei Fäden mit Widerhaken wird das Gewebe nun durch manuellen Zug und Massage in die Haken „eingehängt" und gestrafft. Die überstehenden Fadenenden werden steril gekürzt und verschwinden unter der Haut. Die Einstichstellen verheilen meist narbenfrei innerhalb weniger Tage.

Bei den verwendeten Fäden handelt es sich um selbstauflösende, biokompatible Fäden. Diese werden vom Körper vollständig abgebaut und über natürliche Stoffwechselwege ausgeschieden. Derzeit dominieren drei Materialien den Markt:
PDO ist das am häufigsten verwendete Material und gilt aufgrund seiner jahrzehntelangen Anwendung in der Chirurgie (u.a. in der Kardiologie und Gynäkologie) als extrem sicher. PDO-Fäden werden innerhalb von 6 bis 8 Monaten vollständig vom Körper abgebaut. Das durch die Kollagenstimulation entstandene Stützgerüst hält das Ergebnis jedoch oft bis zu 12 Monate aufrecht. PDO eignet sich besonders gut für Patienten, die ein erstes Lifting wünschen, sowie zur Verbesserung der Hauttextur und Behandlung feiner Falten.
PLLA ist bekannt für seine starke kollagenstimulierende Wirkung. Das Material wird zu Milchsäure, CO2 und Wasser abgebaut. Die Resorptionszeit beträgt etwa 12 bis 18 Monate, und die Ergebnisse können 18 bis 24 Monate anhalten. PLLA-Fäden sind etwas starrer als PDO und eignen sich besonders für Patienten, die neben der Straffung auch einen Volumenaufbau wünschen.
PCL repräsentiert die neueste Generation der Fadenmaterialien. Diese Fäden sind besonders weich und flexibel, was den Tragekomfort erhöht. Der vollständige Abbauprozess kann 24 bis 36 Monate dauern. Studien zeigen, dass PCL die effektivste Kollagenstimulation bewirkt, was zu Ergebnissen führt, die über zwei Jahre anhalten können. PCL eignet sich besonders für Patienten mit fortgeschrittener Hautalterung oder für Bereiche, die eine sehr starke Stütze benötigen.
Wichtig: Die Wahl des Fadenmaterials sollte gemeinsam mit dem behandelnden Arzt erfolgen und hängt von Ihren individuellen Voraussetzungen, dem gewünschten Ergebnis und der zu behandelnden Region ab.
Unabhängig vom Material unterscheidet man verschiedene Fadenformen:
Beim Happy Lift, Aptos Lift und Silhouette Fadenlifting handelt es sich um die drei gängigen Methoden des Fadenliftings. Diese unterscheiden sich hinsichtlich der Fäden, nicht jedoch hinsichtlich der verwendeten Technik.
Beim Happy Lift Fadenlifting ist durch den Einsatz von resorbierbaren Fäden von einer Wirkungsdauer von 12 bis 18 Monaten auszugehen. Für den Aptos Lift werden nicht-abbaubare Fäden verwendet, die jedoch aufgrund des höheren Komplikationsrisikos (Asymmetrien, Granulome bei fortschreitender Hautalterung) heute weniger empfohlen werden. Beim Silhouette Fadenlifting setzt der behandelnde Arzt auf Fäden mit abbaubaren Mini-Kegeln, die eine besonders starke Bildung neuen Bindegewebes ankurbeln. Die letzten beiden Lift-Arten können mit bis zu 36 Monaten länger vorhalten.
Aktueller Stand: Der Trend geht eindeutig zu vollständig resorbierbaren Materialien, da diese das Sicherheitsprofil drastisch verbessern und das Risiko von Langzeitkomplikationen minimieren.
Das Fadenlifting kann als Augenbrauenlift eingesetzt werden. Diese Methode – oft als „Foxy Eyes" oder „Fox Eye Lift" bezeichnet – lässt die Augen offener wirken und der äußere Augenbrauenrand kann auf Wunsch angehoben werden. Dies sorgt für ein jüngeres, wacheres Aussehen.
Eine Straffung des Mittelgesichts sorgt für definiertere Gesichtskonturen und lässt die Wangen voller wirken. Gleichzeitig kann die Nasolabialfalte geglättet werden. Die Unterkieferlinie (Jawline) kann gestrafft werden, um die untere Gesichtshälfte anzuheben und Hängebäckchen (Jowls) zu reduzieren – dies ist eine der effektivsten Anwendungen des Fadenliftings.
Eine großflächige Gesichtsstraffung ist mittels des Fadenliftings möglich. Das komplette Gesicht wird neu konturiert, um jugendlicher und straffer zu erscheinen.
Neben dem Gesicht können auch andere Körperbereiche behandelt werden:

Im Vergleich zum Facelift handelt es sich beim Fadenlift um einen ambulanten Eingriff. Die Behandlungszeit beträgt 30 bis 90 Minuten, abhängig vom Umfang. Je mehr Fäden eingesetzt werden, desto länger dauert die Behandlung. Dieser minimal-invasive Eingriff kommt ohne Vollnarkose und ohne Skalpellschnitte aus.
Das Fadenlifting bietet einen dualen Nutzen: Neben dem sofort sichtbaren Lifting-Effekt (bei Zugfäden) profitieren Sie langfristig von einer Verbesserung der Hautqualität durch die Kollagenneubildung.
Die Ergebnisse wirken natürlich: Die Gesichtszüge werden nicht verändert, sondern lediglich verjüngt. Das Risiko eines „operierten" Looks ist minimiert, da keine Haut entfernt wird. Bei einem operativen Facelift besteht eher die Gefahr eines unnatürlichen Aussehens.
Darüber hinaus kann das Fadenlifting mit den nachfolgenden Behandlungsmethoden kombiniert werden:
Diese Kombination wird oft als „Liquid Facelift plus" bezeichnet und kann ein umfassendes Verjüngungsergebnis erzielen.
Ein weiterer Vorteil ist die geringe Ausfallzeit: Die meisten Patienten sind nach wenigen Tagen wieder gesellschaftsfähig. Da sich die Materialien vollständig auflösen, ist das Ergebnis temporär – dies senkt die Hemmschwelle für Patienten, die Angst vor dauerhaften Fehlentscheidungen haben.
Alternativen zum Fadenlifting sind ein Facelift mit Stammzellen, ein traditionelles Facelift, ein Stirnlift oder ein Wangenlift.
Das Fadenlifting wird in einem sterilen Eingriffsraum durchgeführt und die Bio-Spezialfäden sind gut verträglich. Allerdings sollten Sie den behandelnden Arzt über Allergien und Vorerkrankungen informieren, um mögliche Komplikationen zu vermeiden.
Im Anschluss an das Fadenlifting ist mit folgenden Nebenwirkungen zu rechnen:
Normalerweise lösen sich die Fäden mit der Zeit auf. Manchmal kann man den Fadenverlauf sehen oder ein Faden schaut sogar raus. In diesem Fall kann der Arzt die Entscheidung treffen, den Faden zu entfernen. Über ein kleines Loch wird der Faden gezogen.
Zum Schmerzempfinden: Die Schmerzwahrnehmung variiert individuell stark. Mit adäquater Lokalanästhesie wird der Eingriff meist als „unangenehm, aber tolerierbar" beschrieben. Das Durchstoßen des Gewebes und das Festziehen der Fäden kann als Druckgefühl wahrgenommen werden. Postoperativ können Schmerzen und Spannungsgefühle für einige Tage bis Wochen anhalten.
Die Nachsorge ist entscheidend für das Ergebnis, da die Widerhaken in den ersten Wochen nur lose im Gewebe verankert sind und erst einwachsen müssen. Falsches Verhalten kann zum „Ausreißen" der Fäden führen.
Das Fadenlifting wird unter einer örtlichen Betäubung durchgeführt. Zunächst spürt der Patient den minimalen Schmerz der Nadelstiche bei der Injektion des Betäubungsmittels – dies ist meist der unangenehmste Teil der Behandlung.
Während des Eingriffs können Sie ein Druckgefühl oder ein „Knacken" wahrnehmen, wenn fibröse Gewebestrukturen durchstoßen werden. Im Anschluss an das Fadenlifting ist ein leichter Druckschmerz und ein Spannungsgefühl im behandelten Bereich zu erwarten. Dieser ist auf die kleinen Widerhaken zurückzuführen und verschwindet nach einigen Tagen bis Wochen.
Halten die Schmerzen nach dem Fadenlifting längere Zeit an oder verstärken sie sich, sollte ein Arzt aufgesucht werden, um eine Entzündung auszuschließen.
Das Fadenlifting kann vor allem dann exzellente Ergebnisse produzieren, wenn die Gesichtshaut noch nicht zu stark erschlafft ist. Frauen und Männer im Alter von 30 bis 55 Jahren mit beginnender bis mittlerer Hauterschlaffung profitieren am meisten von dieser minimal-invasiven Art des Liftings.
Besonders geeignet sind Sie, wenn:
Ein Fadenlifting kann ein Facelift bei Patienten mit einem stark erschlafften Bindegewebe, großem Hautüberschuss und vielen tiefen Runzeln nicht ersetzen. Bei fortgeschrittenem Alter (über 60–65 Jahre) mit starken Hautlappen ist das Fadenlifting mechanisch überfordert – die Fäden können die Last nicht halten, oder die Haut wird lediglich in Falten zusammengeschoben, ohne dass überschüssiges Gewebe entfernt wird.
Absolute Kontraindikationen:
In folgenden Fällen ist ein Fadenlifting nicht zu empfehlen:
Der Straffungseffekt hält je nach verwendetem Fadenmaterial unterschiedlich lange an:
Das Fadenlifting kann beliebig oft wiederholt werden. Da die Fäden vollständig metabolisiert werden, kumuliert kein Material im Gewebe. Viele Experten empfehlen ein „Touch-up" (Nachlegen weniger Fäden) nach 9–12 Monaten, um das Kollagengerüst kontinuierlich zu verstärken, bevor der Effekt vollständig abklingt. Häufig reicht es aus, wenn das Fadenlifting in einzelnen Gesichtspartien aufgefrischt wird.
Die Kosten sind nicht standardisiert und hängen stark von der Anzahl der Fäden, dem Material (PCL ist teurer als PDO) und der Expertise des Arztes ab. Oft wird pro Zone oder pro Faden abgerechnet.
Richtwerte (Stand 2025):
Wichtig: Es ist entscheidend, nicht nur den Preis zu vergleichen, sondern vor allem die Qualifikation des Behandlers. Dumping-Angebote werden oft von weniger erfahrenem Personal durchgeführt, was das Komplikationsrisiko erhöht.
| Info | Antwort |
|---|---|
| Dauer | 30–90 Minuten |
| Narkose | Örtliche Betäubung |
| Klinikaufenthalt | Ambulant |
| Gesellschaftsfähig | Nach 2–5 Tagen |
| Wirkung | Sofortiger Lifting-Effekt, Kollagenaufbau über 8–12 Wochen |
| Haltbarkeit | 6 Monate bis 3 Jahre (je nach Fadenmaterial) |
| Schmerzen | Gering bis mäßig, gut kontrollierbar durch Lokalanästhesie |
| Sport | Frühestens nach 2–3 Wochen |
| Ideales Alter | 30–55 Jahre (bei beginnender bis mittlerer Erschlaffung) |
| Kosten | 1.200 bis 3.000 € (komplettes Gesicht) |
Das chirurgische Facelift bleibt der Goldstandard für fortgeschrittene Alterung mit großem Hautüberschuss. Es bietet dramatische, langanhaltende Ergebnisse (10–15 Jahre) und ermöglicht die Entfernung überschüssiger Haut.
Das Fadenlifting hingegen punktet mit: keiner Vollnarkose, kaum Ausfallzeit, keinen sichtbaren Narben und deutlich geringeren Kosten. Es ist ideal als „Bridging" (Überbrückung) bis zu einer späteren OP oder für Patienten, die eine Operation kategorisch ablehnen.
Fazit: Das Fadenlifting ist kein „Facelift ohne Skalpell", sondern eine eigenständige, effektive Methode zur Verjüngung und Verzögerung des Alterungsprozesses. Die Zufriedenheit steht und fällt mit einer realistischen Erwartungshaltung und der richtigen Patientenauswahl.
aktualisiert am 12.01.2026