Was ist eine Nasenkorrektur? Ein chirurgischer Eingriff zur Veränderung der Nasenform und/oder Verbesserung der Nasenatmung. Die Rhinoplastik zählt zu den anspruchsvollsten Operationen der ästhetischen Chirurgie und erfordert einen erfahrenen Spezialisten.
Für wen geeignet? Für Patienten mit ästhetischem Leidensdruck (Höckernase, Schiefnase, zu große Nase) und/oder funktionellen Problemen (behinderte Nasenatmung durch Septumdeviation). Frühestens nach Abschluss der Pubertät möglich.
Wichtigste Risiken: Ästhetische Komplikationen (Asymmetrien, Sattelnase), funktionelle Probleme (Nasenklappenstenose) und in seltenen Fällen das Empty Nose Syndrome nach zu radikaler Muschelverkleinerung.
Dauer & Kosten: 1–3 Stunden in Vollnarkose, stationärer Aufenthalt 1–3 Tage. Kosten in Deutschland: ca. 3.500–8.000 Euro (ästhetisch, Selbstzahler). Endergebnis erst nach 6–12 Monaten beurteilbar.
Alternative: Liquid Rhinoplasty (Unterspritzung mit Hyaluronsäure) – nicht-operativ, aber nur für bestimmte Korrekturen geeignet und nicht dauerhaft.
Die Nasenkorrektur (medizinisch: Rhinoplastik) ist eine der beliebtesten und ältesten Schönheitsoperationen. Sie ist eine äußerst anspruchsvolle und aufwändige Operation, die viel Erfahrung vom Chirurgen erfordert. Als zentrales Element des Gesichts dominiert die Nase nicht nur die ästhetische Wahrnehmung, sondern ist auch ein wichtiges Organ für Atmung, Immunabwehr und Geruchssinn. Nur wenige Fachärzte sind auf diesen Eingriff spezialisiert – gerade bei dieser Operation ist die Wahl des richtigen Arztes entscheidend!
Der Wunsch nach einer Nasenoperation ist keine neuartige Erscheinung. Bereits in der Ayurveda (Indien, zwischen 1200 und 700 v. Chr.) taucht das erste Mal der Begriff der Rhinoplastik auf. Der indische Arzt Sushruta beschrieb um 600 v. Chr. erste Rekonstruktionen mittels Stirnlappenplastik. In der modernen Medizin hat sich der Eingriff von einer rein reduktiven Chirurgie – bei der Knorpel und Knochen radikal entfernt wurden – zu einem struktur-erhaltenden Ansatz gewandelt. Das Ziel ist heute, die Langzeitstabilität und Atemfunktion der Nase zu gewährleisten.
Die Nase besteht ähnlich wie ein Puzzle aus unterschiedlichen Bausteinen, die gegeneinander beweglich sind. Wird ein Teil des Knorpels operativ verändert, müssen oft auch andere Strukturen angepasst werden. Das Ziel ist, die Harmonie des Gesichts zu bewahren oder zu verbessern – sowohl ästhetisch als auch funktionell.
Wichtig zu wissen: Die Motivation für eine Nasenkorrektur ist selten nur ästhetisch oder nur funktionell. Häufig liegt eine Kombination aus beidem vor – etwa eine Septumdeviation (schiefe Nasenscheidewand) mit gleichzeitiger Höckerbildung. Bei solchen kombinierten Eingriffen (Septorhinoplastik) kann die Krankenkasse den funktionellen Anteil übernehmen.

Das Ziel einer Nasenoperation ist nicht nur die Verbesserung der Ästhetik. Bei einer ästhetischen Nasenkorrektur versucht der Chirurg zudem auch eine funktionelle Verbesserung zu erzielen. Patienten sollen nach einer Korrektur nicht nur besser aussehen, sondern auch besser atmen können.
Die Nase ist kein starres Gebilde, sondern ein dynamisches Organ. Ihre Form und Stabilität werden durch ein Zusammenspiel von Knochen, Knorpel, Bändern und Weichgewebe bestimmt. Das Nasengerüst lässt sich in drei Bereiche unterteilen:
Warum ist das wichtig für Sie? Eine Schädigung der Keystone Area – etwa durch zu aggressive Höckerabtragung – kann zu einem Einsinken des Nasenrückens (Sattelnase) und Atemproblemen führen. Erfahrene Chirurgen achten besonders auf den Erhalt dieser Struktur.
Die Nasenatmung wird durch zwei Engstellen reguliert:
Durch eine operative Nasenkorrektur ist eine erhebliche Veränderung der Nase möglich. Die Veränderung ist immer in Harmonie und Balance zum Gesicht zu betrachten – nicht jede Nase passt in jedes Gesicht.
Mit einer Nasenkorrektur ist es möglich:
Die Nasenscheidewand-OP ist keine ästhetische Operation, sondern wird vor allem in der HNO-Heilkunde durchgeführt, wenn durch eine schiefe Nasenscheidewand (Septumdeviation) die Atmung stark behindert ist. Schiefnasen haben oft auch eine Fehlstellung der Nasenscheidewand, die dann bei einer Nasenkorrektur mitkorrigiert wird.
Gut zu wissen: Bei einer Septumdeviation findet sich häufig eine vergrößerte Nasenmuschel auf der weiteren Nasenseite – der Körper versucht damit, den zu großen Luftraum auszugleichen. Eine reine Begradigung des Septums ohne Behandlung der vergrößerten Muschel würde daher oft nicht zur gewünschten Verbesserung führen.

Eine chronische Behinderung der Nasenatmung ist ein weit verbreitetes Problem. Die Verkleinerung der Nasenmuscheln dient dazu, die Atmung zu verbessern. Zu große Nasenmuscheln können die Atmung erheblich behindern.
Wichtige Warnung – Empty Nose Syndrome: Eine zu radikale Entfernung der Nasenmuscheln kann zum sogenannten Empty Nose Syndrome (ENS) führen. Obwohl die Nase dann radiologisch weit offen ist, klagen Betroffene paradoxerweise über Atemnot und Erstickungsangst. Ursache ist der Verlust von Schleimhaut und Rezeptoren, die den Luftstrom wahrnehmen. Moderne, gewebeschonende Techniken wie die submuköse Radiofrequenzablation minimieren dieses Risiko erheblich.

Die Korrektur der Nasenspitze ist oft Teil einer größeren Operation, kann aber auch als einzelne Maßnahme durchgeführt werden. Die Nasenspitze ist der komplexeste Teil der Nase – ihre Form wird durch die Flügelknorpel und deren Verbindungsbänder bestimmt. Mögliche Korrekturen sind die Erniedrigung, Anhebung, Verschmälerung oder Veränderung der Rotation (Winkel zur Oberlippe).
Einer der häufigsten Gründe für eine Nasenoperation ist eine ausgeprägte Höckernase (auch als Adlernase bekannt). Für die Höckerabtragung gibt es heute zwei grundsätzlich verschiedene Philosophien:

Wenn die Nase als zu groß empfunden wird, wünschen sich Patienten eine Nasenverkleinerung. Um die Nase zu verkleinern, müssen Nasendach und Nasenspitze neu geformt werden. Diese Operation ist begrenzt durch die dabei entstehende überschüssige Haut – besonders bei dicker Haut (Sebaceous skin) ist die Definition der Nasenspitze limitiert.
Zu breite oder zu große Nasenflügel lassen die Nasenspitze zu rund wirken. Durch eine Verkleinerung der Nasenflügel wirkt die Nase schmaler. Dabei muss darauf geachtet werden, dass das Nasenloch nicht zu eng wird und die Atmung nicht beeinträchtigt wird.
Eine zu breite Nase ist auf mehr Knorpel- und Knochenmasse zurückzuführen. Für eine Nasenverschmälerung muss sowohl das Knorpel- als auch das Knochengerüst angepasst werden. Oft sind dafür Osteotomien (kontrollierte Knochenbrüche) notwendig.
Bei einer Sattelnase fehlt Material im mittleren oder oberen Drittel des Nasenrückens – die Nase wirkt, als hätte sie eine Delle. Diese Deformität kann durch Trauma, Infektionen oder frühere Operationen entstehen. Das fehlende Material muss durch körpereigenes Gewebe (Knorpel aus der Rippe oder dem Ohr) oder seltener durch ein Implantat ersetzt werden.

Bei vielen Nasenkorrekturen wird zusätzliches Material benötigt, um die Nase zu stützen, Konturen aufzubauen oder Asymmetrien auszugleichen.
Materialien wie Silikon, Medpor oder Gore-Tex werden in Europa zurückhaltend eingesetzt. Das Risiko für Infektionen, Herausstoßen des Implantats durch die Haut und Kapselbildung ist langfristig höher als bei körpereigenem Gewebe.
Im Rahmen der Vorbereitung auf die Nasenkorrektur findet eine umfassende Voruntersuchung statt:
Psychologische Eignung: Ein kritischer Aspekt ist das Screening auf Körperdysmorphe Störung (BDD). Warnzeichen sind: Vage oder wechselnde Wünsche, Leidensdruck, der in keinem Verhältnis zum objektiven Befund steht. Eine manifeste Dysmorphophobie ist eine Kontraindikation für ästhetische Eingriffe.
Um das Operationsrisiko möglichst gering zu halten, beachten Sie:
Die Nasenkorrektur wird in der Regel stationär und in Vollnarkose durchgeführt. Rechnen Sie mit einem Klinikaufenthalt von 1–3 Tagen. Die Operation dauert je nach Umfang 1–3 Stunden.
Bei der geschlossenen Technik erfolgen alle Schnitte innerhalb der Nase – es entstehen keine äußeren Narben. Der Chirurg arbeitet mit eingeschränkter Sicht ("Schlüssellochchirurgie"), vieles erfolgt tastend.
Vorteile:
Geeignet für: Primäre Rhinoplastiken, reine Höckerabtragungen, symmetrische Nasenspitzen, Preservation-Techniken.
Bei der offenen Technik wird ein kleiner Schnitt am Nasensteg gesetzt und die Haut komplett über das Knorpelgerüst hochpräpariert. Dies ermöglicht maximale Sicht auf alle Strukturen.
Vorteile:
Nachteile:
Geeignet für: Komplexe Asymmetrien, Revisionsoperationen, umfangreiche Rekonstruktionen.

Die Piezo-Technologie hat die Knochenbearbeitung revolutioniert. Piezo-Instrumente nutzen Ultraschallvibrationen, um Knochen präzise zu schneiden – Weichgewebe wie Haut, Schleimhaut, Nerven und Blutgefäße bleiben dabei unversehrt.
Vorteile:
In der modernen Nasenchirurgie gibt es zwei grundsätzliche Philosophien:
Strukturelle Rhinoplastik: Die Nase wird in ihre Komponenten zerlegt und unter Verwendung von Stütztransplantaten (Grafts) wieder aufgebaut. Hohe Vorhersehbarkeit, auch bei schweren Deformitäten geeignet.
Erhaltende Rhinoplastik (Preservation): Der Nasenrücken wird nicht reseziert, sondern als Einheit erhalten. Das Gerüst wird an der Basis bearbeitet und nach unten versetzt. Natürlichere Ergebnisse, schnellere Erholung – aber technisch sehr anspruchsvoll und nicht bei allen Nasenformen anwendbar.
Unmittelbar nach der Operation werden die Schnitte genäht und ein formender Verband angelegt (Gips- oder Aluschiene). Moderne Tamponaden bestehen meist aus weichen Silikonröhrchen, die das Atmen erlauben.

Als Alternative zur Operation hat die Unterspritzung mit Hyaluronsäure-Fillern ("Liquid Rhinoplasty", "5-Minuten-Nasenkorrektur") stark an Popularität gewonnen.
Geeignet für:
Nicht geeignet für: Nasenverkleinerung – die Nase kann optisch nicht verkleinert werden.
Ablauf: Ambulant, Dauer ca. 15–30 Minuten, keine Narkose nötig.
Kosten: Ca. 350–600 Euro.
Haltbarkeit: 6–12 Monate (bei wiederholter Anwendung oft länger).
Reversibilität: Hyaluron kann durch das Enzym Hyaluronidase aufgelöst werden.
Wichtige Warnung – Risiken der Liquid Rhinoplasty: Die Nase gilt als Hochrisikoareal für Filler-Behandlungen! Die Blutgefäße haben Verbindungen zum Auge. Wird Filler versehentlich in ein Gefäß injiziert, kann dies in seltenen Fällen zu sofortiger, irreversibler Erblindung oder entstellenden Hautnekrosen (abgestorbene Haut) führen. Das Risiko ist sehr selten, aber katastrophal. Lassen Sie den Eingriff nur von erfahrenen Ärzten durchführen!
Keine Operation ist ohne Risiko. Die Komplikationsrate bei Rhinoplastiken liegt in der Literatur zwischen 5% und 15%. Die Nase ist ein Organ mit geringer Toleranz für Fehler.
In den Händen erfahrener Spezialisten sind die Erfolgsaussichten gut. Bedenken Sie, dass es nur wenige Nasenspezialisten gibt, die mit viel Erfahrung aufwarten können.

Die Erfolgsaussichten hängen von mehreren Faktoren ab:
Wichtig: Dicke Haut limitiert die Definition der Nasenspitze, während extrem dünne Haut jede Unregelmäßigkeit des Knochens sichtbar macht. Lassen Sie sich ausführlich beraten, was bei Ihrem Hauttyp realistisch erreichbar ist.


Eine Nachoperation ist in etwa 5–15% der Fälle notwendig. Bei realistischer Erwartung sind die Patienten in der Regel mit dem erreichten Ergebnis zufrieden.
Die Revisionschirurgie gilt als "Königsdisziplin" der Nasenchirurgie. Die Anatomie ist durch Narben verändert, Schichten sind verbacken und Knorpelmaterial ist oft nicht mehr vorhanden.
Gründe für eine Nachoperation:
Timing: Eine Revision (Nachoperation) sollte frühestens 12 Monate nach der letzten OP erfolgen, wenn das Narbengewebe ausgereift und weich ist. Ausnahmen sind Notfälle wie Infektionen oder akute Verschiebungen. Da das Septum oft bereits verwendet wurde, muss meist auf Rippen- oder Ohrknorpel zurückgegriffen werden.
Die Kosten für eine Nasenkorrektur variieren je nach Aufwand, Technik und Standort:
Deutschland:
Schweiz: Deutlich höheres Preisniveau, oft ab CHF 9.400.
Die Kosten setzen sich zusammen aus: Chirurgenhonorar, Anästhesie, Klinikaufenthalt und Nachsorge.
Vorsicht bei Auslandsangeboten: Günstigere Preise im Ausland können verlockend sein. Bedenken Sie jedoch, dass die Standards nicht überall gleich hoch sind und bei Komplikationen die Nachsorge erschwert ist. Die Wahl eines qualifizierten Chirurgen sollte wichtiger sein als der Preis.
Die gesetzliche Krankenkasse zahlt nur bei medizinischer Notwendigkeit – also bei nachweisbarer Funktionsstörung der Atmung. Rein ästhetische Korrekturen sind Eigenleistungen.
Voraussetzungen für eine Kostenübernahme:
Bei kombinierten Eingriffen (Septorhinoplastik) übernimmt die Kasse oft den funktionellen Anteil (Septumplastik, Konchotomie), während der Patient den ästhetischen Anteil privat zahlt.
Wichtig: Psychischer Leidensdruck allein rechtfertigt keine Kassenleistung. Eine "entstellende" Nasenform führt nur dann zur Kostenübernahme, wenn sie "Krankheitswert" hat – was extrem schwer nachzuweisen ist. Viele Kliniken bieten Ratenzahlungen über externe Dienstleister an.
| Info | Antwort |
|---|---|
| OP-Dauer | 1 bis 3 Stunden |
| Narkose | In der Regel Vollnarkose |
| Klinikaufenthalt | 1 bis 3 Tage stationär |
| Narben | Bei geschlossener Technik: keine sichtbaren Narben. Bei offener Technik: kleine Narbe am Nasensteg (meist unauffällig) |
| Schmerzen | Gering bis mäßig ("Völlegefühl"), gut mit Schmerzmitteln kontrollierbar |
| Gipsabnahme/Fädenentfernung | Nach 7–14 Tagen |
| Brilletragen | Verbot für 4–12 Wochen |
| Leichter Sport | Nach 4–6 Wochen |
| Kontaktsport | Verbot für 3–6 Monate |
| Gesellschaftsfähigkeit | Nach etwa 2 Wochen |
| Endergebnis sichtbar | Nach 6–12 Monaten (bei dicker Haut bis zu 2 Jahre) |
| Haltbarkeit | Dauerhaft |
| Kosten (Deutschland) | Primäre OP: 3.500–8.000 Euro, Revision: 8.000–12.000 Euro (ästhetisch: Selbstzahler) |
| Liquid Rhinoplasty | 350–600 Euro, Haltbarkeit 6–12 Monate |
| Kassenleistung | Nur bei nachgewiesener funktioneller Störung (Septumdeviation etc.) |
| Frühestes Alter | Nach Abschluss der Pubertät |
| Revisionsrate | 5–15% |
| Wichtigste Risiken | Asymmetrien, Sattelnase, Nasenklappenstenose, Empty Nose Syndrome (bei radikaler Muschelentfernung) |
Die Nasenkorrektur ist ein Eingriff, der Kunst und Medizin vereint. Der Trend geht weg von aggressiver Reduktion hin zu intelligentem Erhalt und präziser Rekonstruktion. Die Wahl eines hochspezialisierten, erfahrenen Chirurgen ist der wichtigste Faktor für ein erfolgreiches Ergebnis. Suchen Sie sich einen Spezialisten mit viel Erfahrung. Veränderung im Gesicht sind besonders sensibel.
Nehmen Sie sich Zeit für Ihre Entscheidung:
Ein seriöser Chirurg wird Sie auch von einer Operation abraten, wenn er sie für ungeeignet hält oder Ihre Erwartungen unrealistisch sind. Das ist ein Zeichen von Qualität und Erfahrung.
aktualisiert am 15.01.2026