Was ist eine Profilkorrektur (Kinnkorrektur)? Ein chirurgischer Eingriff zur Harmonisierung des Gesichtsprofils. Dabei können Stirn, Nase und Kinn korrigiert werden. Am häufigsten wird das Kinn behandelt – entweder durch Implantate oder durch Verschiebung des eigenen Knochens (Genioplastik).
Für wen geeignet? Für Patienten mit fliehendem Kinn (Retrogenie), vorstehendem Kinn (Progenie) oder Asymmetrien – sofern keine Kieferfehlstellung vorliegt, die eine umfassendere Behandlung erfordert. Mindestalter: 18 Jahre (nach Abschluss des Gesichtswachstums).
Wichtigste Risiken: Gefühlsstörungen an Unterlippe und Kinn durch Reizung des Nervus mentalis (meist vorübergehend), Schwellungen, bei Implantaten kann sich der darunterliegende Knochen durch den Druck langfristig abbauen.
Dauer & Kosten: Implantat: 30–60 Minuten, ca. 2.500–4.500 Euro. Genioplastik (Knochenverschiebung): 60–120 Minuten, ca. 3.000–7.000 Euro. Gesellschaftsfähig nach 1–2 Wochen.
Ergebnis: Bei der Genioplastik dauerhaft und stabil. Bei Implantaten langfristig, jedoch mit dem Risiko von Knochenabbau unter dem Implantat.
Stirn, Nase und Kinn bestimmen gemeinsam die Profillinie des Gesichts. Ein harmonisches Profil entsteht durch das ausgewogene Zusammenspiel dieser drei Strukturen. Liegt eine dieser Komponenten zu weit vorne oder hinten, kann das gesamte Gesicht unproportional wirken – selbst wenn die einzelnen Teile für sich genommen normal sind.
Ein typisches Beispiel: Ein fliehendes Kinn (Retrogenie) lässt eine normal große Nase optisch zu groß erscheinen. Umgekehrt kann ein stark vorstehendes Kinn (Progenie) dem Gesicht einen harten, maskulinen Ausdruck verleihen, der besonders von Frauen oft als störend empfunden wird.
Zur Korrektur der Profillinie kann eine Nasenkorrektur, eine Kinnkorrektur oder eine Stirnkorrektur durchgeführt werden. Nicht selten werden Gesichtsimplantate eingesetzt. Um das Profil optimal zu harmonisieren, sind manchmal mehrere Eingriffe notwendig – die klassische Kombination ist die gleichzeitige Korrektur von Nase und Kinn in einer Operation.
Wichtig – Fehlbiss ausschließen: Bevor eine rein ästhetische Kinnkorrektur geplant wird, muss geklärt werden, ob eine Kieferfehlstellung (Dysgnathie) vorliegt. Liegt der gesamte Unterkiefer zu weit hinten (mandibuläre Retrognathie), reicht eine isolierte Kinnkorrektur nicht aus – hier ist eine umfassendere kieferchirurgische Behandlung notwendig, die oft von der Krankenkasse übernommen wird.
Eine Profilkorrektur (auch Profilplastik genannt) umfasst alle chirurgischen Maßnahmen zur Harmonisierung des seitlichen Gesichtsprofils. Am häufigsten betrifft dies das Kinn, da es als "Ankerpunkt" des unteren Gesichtsdrittels maßgeblich die Balance zwischen Nase, Lippen und Hals bestimmt. Deshalb ist die Kinnkorrektur, neben der Nasenkorrektur, die häufigste Profilkorrektur, die durchgeführt wird.
Ohne Operation ist eine Profilkorrektur selten möglich. In einigen Fällen kann eine Zahnspange zum gewünschten Ergebnis führen – allerdings nur, wenn die Proportionsstörung durch eine Zahnfehlstellung und nicht durch den Knochen selbst verursacht wird. Für kleinere Korrekturen gibt es auch nicht-operative Verfahren wie die Unterspritzung mit Hyaluronsäure.
Bei einem fliehenden Kinn wird das Kinn entweder mit einem Implantat aufgebaut oder der eigene Knochen nach vorne verlagert. Bei einem vorstehenden Kinn wird Knochenmaterial abgetragen oder das Kinn zurückverlagert. Auch Asymmetrien und vertikale Probleme (zu langes oder zu kurzes Gesicht) können korrigiert werden.
Eine Fehlstellung des Kiefers kann zu einem Über- oder Unterbiss führen. Schwierigkeiten beim Essen oder beim Sprechen sind die Folgen. In solchen Fällen handelt es sich nicht um eine rein ästhetische, sondern um eine medizinisch notwendige Operation.

Ebenfalls in Betracht kommen eine Stirnkorrektur (bei fliehender Stirn kann ein Stirnimplantat eingesetzt werden) oder die Korrektur der Wangenknochen. Diese Eingriffe können einzeln oder kombiniert durchgeführt werden, um ein harmonisches Gesamtbild zu erreichen.
Eine Profilkorrektur eignet sich für Patienten, deren Gesichtsprofil durch eine Fehlstellung des Kinns als unharmonisch empfunden wird. Typische Indikationen sind:
Voraussetzungen für den Eingriff:
Wichtig – Psychologische Eignung: Ein erfahrener Arzt wird im Vorgespräch prüfen, ob realistische Erwartungen bestehen. Fragen wie "Wie viele Stunden täglich denken Sie über Ihr Kinn nach?" oder "Vermeiden Sie deswegen soziale Situationen?" helfen, eine mögliche körperdysmorphe Störung zu erkennen. In solchen Fällen ist von einer Operation abzuraten.
Für Patienten, die einen operativen Eingriff scheuen oder nur geringfügige Korrekturen benötigen, gibt es minimalinvasive Alternativen:
Bei diesem Verfahren wird hochvernetzte Hyaluronsäure direkt auf den Kinnknochen oder in das tiefe Unterhautgewebe injiziert. Der Effekt ist sofort sichtbar.
Nachteil: Langfristig können die kumulativen Kosten für wiederholte Behandlungen die Kosten einer einmaligen Operation übersteigen.
Bei diesem Verfahren wird Fettgewebe aus einer anderen Körperregion entnommen, aufbereitet und in das Kinn injiziert. Ein Teil des Fettes heilt dauerhaft ein.
Für die chirurgische Kinnkorrektur stehen zwei grundlegend verschiedene Verfahren zur Verfügung:
Bei dieser Methode wird ein vorgefertigtes oder individuell angefertigtes Implantat auf den Kinnknochen aufgelagert, um mehr Projektion zu schaffen.
Materialien:
Operativer Zugang:
Geeignet für: Patienten, die lediglich eine horizontale Vergrößerung wünschen und keine vertikalen Probleme haben.

Die Genioplastik gilt als der biologische Goldstandard. Hierbei wird kein Fremdkörper eingebracht, sondern der eigene Kinnknochen wird durchtrennt und in die gewünschte Position verschoben.
Technik: Durch einen Schleimhautschnitt im Mundvorhof wird der Kinnknochen freigelegt. Eine horizontale Osteotomie (Knochenschnitt) trennt die Kinnspitze vom restlichen Unterkiefer ab. Das Knochensegment wird dann in die gewünschte Position verschoben und mit Titanplatten und -schrauben fixiert.
Korrekturmöglichkeiten:

Bei einem zu großen, breiten oder zu langen Kinn kommen abtragende Verfahren zum Einsatz:
| Kriterium | Kinnimplantat | Genioplastik |
|---|---|---|
| Indikation | Nur Volumenvergrößerung (horizontal) | Alle Richtungen (3D), auch Verkleinerung |
| Material | Fremdkörper (Silikon, Polyethylen) | Eigener Knochen |
| OP-Dauer | 30–60 Minuten | 60–120 Minuten |
| Langzeitstabilität | Risiko der Knochenresorption unter dem Implantat | Dauerhaft stabil, keine Resorption |
| Reversibilität | Implantat entfernbar | Schwierig (erneute OP nötig) |
| Erholungszeit | Ca. 1 Woche | Ca. 2 Wochen |
| Kosten | 2.500–4.500 Euro | 3.000–7.000 Euro |
Oft ist das Kinn nur ein Teil des Gesamtbildes. Erfahrene Chirurgen betrachten das Gesicht ganzheitlich und kombinieren bei Bedarf mehrere Eingriffe:
Vor einer Profilkorrektur müssen Ihre Vorstellungen und die Behandlungsmöglichkeiten ausführlich besprochen werden. Eine präzise Diagnostik ist entscheidend für den Erfolg.
Abhängig vom Eingriff kann eine Profilkorrektur ambulant oder stationär erfolgen. Die meisten Eingriffe werden in Vollnarkose oder Dämmerschlaf durchgeführt. Reine Implantat-Operationen sind auch unter örtlicher Betäubung möglich.
Dauer: 30–60 Minuten
Dauer: 60–120 Minuten
Trotz größter Sorgfalt kann es – wie bei jeder Operation – zu Komplikationen kommen. Bei einer Kinnkorrektur sind folgende Risiken zu erwarten:
Wichtig: Die kritischste anatomische Struktur bei jeder Kinnkorrektur ist der Nervus mentalis. Dieser versorgt die Unterlippe, das Zahnfleisch der Frontzähne und das Kinn mit Gefühl. Eine präzise präoperative Bildgebung zur Lokalisation dieses Nervs ist daher unverzichtbar. Wählen Sie einen erfahrenen Facharzt, der routinemäßig Kinnkorrekturen durchführt.
Das definitive Ergebnis ist erst nach 3–6 Monaten beurteilbar, wenn die Schwellung vollständig abgeklungen ist. Taubheitsgefühle können sich bis zu 12 Monate lang regenerieren. Titanplatten müssen in der Regel nicht entfernt werden, können aber auf Wunsch nach etwa 1 Jahr explantiert werden.
Die Erfolgsaussichten einer Profilkorrektur sind in den Händen erfahrener Fachärzte gut. Die Genioplastik bietet ein dauerhaftes, stabiles Ergebnis – der Knochen heilt in der neuen Position fest ein. Bei Kinnimplantaten ist das Ergebnis ebenfalls langfristig, allerdings besteht das Risiko von Knochenabbau unter dem Implantat.

Faktoren, die das Ergebnis beeinflussen:
Die Wahl des richtigen Facharztes hängt von der gewünschten Korrektur ab. Kompetenz ist nicht an einen einzelnen Facharzttitel gebunden, sondern an die spezifische Erfahrung.
Facharzt für Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie (MKG):
Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie:
Facharzt für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde mit Zusatzbezeichnung plastische Operationen
Die Kosten hängen von der Komplexität des Eingriffs, der Klinik und der Narkoseform ab:
| Verfahren | Kosten (ca.) | Hinweise |
|---|---|---|
| Hyaluronsäure-Filler | 300–1.000 € pro Sitzung | Wiederholung alle 12–24 Monate nötig |
| Kinnimplantat | 2.500–4.500 € | Meist ambulant |
| Genioplastik | 3.000–7.000 € | Aufwändiger, aber dauerhaft |
| Kombinierte Profilplastik (Nase + Kinn) | 8.000–15.000 € | Längere OP-Dauer |
Ästhetische Indikation: Reine Profilkorrekturen ohne funktionelle Beeinträchtigung gelten als "Schönheitsoperationen". Die Kosten trägt der Patient zu 100%. Auch Folgekosten durch Komplikationen müssen meist selbst getragen werden.
Medizinische Indikation: Bei nachgewiesenen Kieferfehlstellungen (Dysgnathien), Unfallfolgen oder Fehlbildungen übernehmen die Krankenkassen in der Regel die Kosten für die chirurgische Korrektur. Eine isolierte Genioplastik wird jedoch oft als Selbstzahlerleistung abgerechnet, es sei denn, sie ist funktionell zwingend notwendig (z.B. bei Lippenschlussinsuffizienz).
| Info | Antwort |
|---|---|
| OP-Dauer | Implantat: 30–60 Min. | Genioplastik: 60–120 Min. | Kombiniert: 3–4 Stunden |
| Narkose | Vollnarkose oder Dämmerschlaf (Implantat auch in Lokalanästhesie möglich) |
| Klinikaufenthalt | Meist ambulant, bei komplexen Eingriffen 1–2 Nächte stationär |
| Narben | Bei intraoral: keine sichtbare Narbe | Bei submental: kleine Narbe unter dem Kinn |
| Schmerzen | Mäßig, gut mit Schmerzmitteln kontrollierbar |
| Sport | Frühestens 4–6 Wochen nach OP, Kontaktsport 3 Monate |
| Arbeits-/Gesellschaftsfähigkeit | Nach 7–14 Tagen |
| Ernährung | Weiche/flüssige Kost für ca. 1 Woche |
| Nachsorge | Kühlen, Verband 5–7 Tage, Mundspülungen, Fädenziehen nach 10–14 Tagen |
| Endergebnis sichtbar | Nach 3–6 Monaten (vollständige Abschwellung) |
| Haltbarkeit | Genioplastik: dauerhaft | Implantat: langfristig (Risiko Knochenresorption) |
| Kosten | Implantat: 2.500–4.500 € | Genioplastik: 3.000–7.000 € (Selbstzahler) |
| Mindestalter | 18 Jahre (nach Abschluss des Gesichtswachstums) |
| Wichtigste Kontraindikation | Unbehandelte Kieferfehlstellung (Dysgnathie), körperdysmorphe Störung |
| Wichtigstes Risiko | Gefühlsstörungen an Unterlippe und Kinn (meist vorübergehend) |
Eine chirurgische Profilkorrektur ist ein dauerhafter Eingriff. Insbesondere die Genioplastik lässt sich nur schwer rückgängig machen. Nehmen Sie sich Zeit für Ihre Entscheidung und lassen Sie sich ausführlich beraten.
Nehmen Sie sich Zeit für Ihre Entscheidung:
Ein seriöser Arzt wird Sie auch von der Operation abraten, wenn er sie für ungeeignet hält – das ist ein Zeichen von Qualität und Erfahrung.
aktualisiert am 18.01.2026