Was ist eine Schweißdrüsenabsaugung? Ein chirurgischer Eingriff zur dauerhaften Reduktion des Schwitzens in den Achselhöhlen. Dabei werden die Schweißdrüsen durch kleine Schnitte abgesaugt und mechanisch entfernt (Saugkürettage).
Für wen geeignet? Für Patienten mit schwerer primärer axillärer Hyperhidrose (krankhaftem Achselschweiß), bei denen konservative Behandlungen wie Antitranspirantien, Iontophorese oder Botulinumtoxin nicht ausreichend gewirkt haben.
Wichtigste Risiken: Wundheilungsstörungen, Hautnekrosen (besonders bei Rauchern), vorübergehende Taubheitsgefühle und mögliche Rezidive (Wiederauftreten des Schwitzens).
Dauer & Kosten: 60–90 Minuten ambulant in örtlicher Betäubung. Kosten in Deutschland: ca. 2.500–4.000 Euro (meist Selbstzahler). Gesellschaftsfähig nach etwa 7–14 Tagen.
Ergebnis: Dauerhafte Reduktion der Schweißproduktion um 70–90 %. Eine vollständige Trockenheit wird selten erreicht, aber das Schwitzen normalisiert sich meist auf ein tolerierbares Maß.
Schwitzen ist eine lebenswichtige Körperfunktion, die unsere Körpertemperatur reguliert. Bei manchen Menschen ist die Schweißproduktion jedoch so stark erhöht, dass sie weit über das notwendige Maß hinausgeht. Diese Störung wird Hyperhidrose genannt und betrifft etwa 1–2 % der Bevölkerung. Besonders das übermäßige Schwitzen unter den Achseln (Hyperhidrosis axillaris) stellt für Betroffene eine enorme Belastung dar: Nasse Kleidung, sichtbare Schweißflecken und oft auch Geruchsbildung beeinträchtigen das Selbstbewusstsein und die Lebensqualität erheblich.
Die Schweißdrüsenabsaugung, medizinisch als Saugkürettage bezeichnet, bietet eine dauerhafte Lösung für dieses Problem. Bei diesem Eingriff werden die Schweißdrüsen unter den Achseln durch kleine Schnitte abgesaugt und mechanisch entfernt – ähnlich wie bei einer Fettabsaugung, jedoch mit speziellen Instrumenten, die gezielt die Drüsen erfassen.
Bevor eine Schweißdrüsenabsaugung in Betracht kommt, muss die Ursache des übermäßigen Schwitzens geklärt werden. Ärzte unterscheiden zwei Formen der Hyperhidrose:
Bei der primären Hyperhidrose ist die Ursache nicht bekannt. Die Erkrankung tritt meist in der Pubertät oder im jungen Erwachsenenalter auf und betrifft typischerweise bestimmte Körperstellen wie Achseln, Hände, Füße oder Gesicht. Das Schwitzen wird oft durch Stress oder emotionale Belastung verstärkt, sistiert aber meist im Schlaf. Eine genetische Veranlagung wird vermutet.
Die sekundäre Hyperhidrose hingegen ist ein Symptom einer anderen Grunderkrankung. Mögliche Auslöser sind Schilddrüsenüberfunktion, neurologische Erkrankungen, bestimmte Medikamente (etwa Kortison) oder auch psychische Störungen. Diese Form tritt oft generalisiert am ganzen Körper auf und kann auch nachts vorkommen (Nachtschweiß).
Wichtig: Eine Schweißdrüsenabsaugung ist ausschließlich bei der primären axillären Hyperhidrose sinnvoll. Bei einer sekundären Form muss zunächst die Grunderkrankung behandelt werden – eine Operation an den Schweißdrüsen würde hier nicht helfen und könnte die Diagnose verzögern.
Um zu beurteilen, ob eine Operation angemessen ist, verwenden Ärzte die sogenannte HDSS-Skala (Hyperhidrosis Disease Severity Scale). Diese teilt die Beschwerden in vier Stufen ein: Bei Grad 1 ist das Schwitzen kaum bemerkbar, bei Grad 2 tolerierbar aber manchmal störend, bei Grad 3 kaum tolerierbar und häufig einschränkend, und bei Grad 4 völlig untolerierbar und ständig belastend.
Eine operative Behandlung wird in der Regel erst ab Grad 3 oder 4 erwogen, wenn konservative Maßnahmen versagt haben.
Zur genauen Bestimmung des betroffenen Areals führen Ärzte oft einen Jod-Stärke-Test (Minor-Test) durch: Dabei wird ein Gemisch auf die Haut aufgetragen, das sich bei Kontakt mit Schweiß dunkelviolett verfärbt. So lässt sich das "Schwitzfeld" exakt eingrenzen.
Zur Behandlung der primären Hyperhidrose steht eine Reihe von Therapieverfahren zur Verfügung. Die Auswahl sollte individuell auf den Patienten abgestimmt sein. Üblicherweise erfolgt ein stufenweises Vorgehen, wobei man zunächst mit einer topischen Therapie beginnt. Bei Unverträglichkeit oder unzulänglicher Wirkung wendet man sich einer anderen Intervention zu.
Gemäß der aktuellen S1-Leitlinie der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft bieten sich bei axillärer Hyperhidrose folgende Therapiemöglichkeiten an:
1. Topische Therapie bildet den Einstieg in die Behandlung. Aluminiumchloridhexahydrat (10–30 %) in Deorollern oder Cremes sollte an erster Stelle angeboten werden. Die Aluminiumsalze verschließen die Ausführungsgänge der Schweißdrüsen. Wichtig: Alle topischen Präparate sollten abends aufgetragen werden, da Patienten mit Hyperhidrose nachts oft nicht schwitzen. Die Wirkung tritt verzögert ein, daher wird ein Behandlungsversuch über mehrere Wochen empfohlen. Im Bereich der Hautfalten kann es zu Hautreizungen kommen; alkoholische Lösungen sollten nicht im Achselbereich aufgetragen werden. Seit 2022 steht zusätzlich Glycopyrroniumbromid, ein weiteres Medikament, für die axilläre Hyperhidrose zur Verfügung.
2. Die Injektionstherapie mit Botulinumtoxin A (Schweißbehandlung mit Botulinmtoxin) zählt zu den effektivsten Methoden, um eine Reduktion des übermäßigen Schwitzens zu erreichen. Das Nervengift wird in 15–20 definierte Injektionspunkte in der Achselhöhle gespritzt und blockiert für eine gewisse Zeit die Freisetzung des Botenstoffs Acetylcholin, wodurch die Schweißdrüsen chemisch stillgelegt werden. Üblicherweise sind ein bis zwei Behandlungen pro Jahr notwendig, um weitreichende bis vollständige Beschwerdefreiheit zu gewährleisten.
3. Behandlung mit Radiofrequenz, Mikrowellen oder Ultraschall: Diese physikalischen Verfahren wirken durch fokussierte Wärme in der Unterhaut und zerstören die Schweißdrüsen thermisch. Die Radiofrequenztherapie (Microneedling mit bipolarer Radiofrequenz) ist laut Leitlinie an erster Stelle zu empfehlen und am besten untersucht. Mehrere Sitzungen sind notwendig. Die Mikrowellentherapie (miraDry®) wird ebenfalls angeboten. Bei der Behandlung von dünnen Patienten mit Mikrowellentherapie traten teils starke Schäden an Nerven und Fettgewebe auf. Auch fokussierter Ultraschall wird in Einzelfällen eingesetzt. Zu diesen Verfahren gibt es oft nur kleinere klinische Studien.
4. Systemische Therapie mit Anticholinergika kann ergänzend eingesetzt werden, um das Schwitzen situativ für mehrere Stunden zu kontrollieren. Methantheliniumbromid (Vagantin®) ist für die Behandlung der fokalen Hyperhidrose zugelassen. Als Dauertherapie werden systemische Anticholinergika selten angewandt, da unerwünschte Nebenwirkungen wie Mundtrockenheit, Sehstörungen, Herzrasen und Konzentrationsstörungen auftreten können.
5. Chirurgische Schweißdrüsenentfernung: Die Saugkürettage hat die früher übliche radikale Exzision weitgehend abgelöst und stellt den chirurgischen Standard dar.
Hinweis zur Iontophorese: Die Leitungswasser-Iontophorese ist eine bewährte Methode bei palmarer und plantarer Hyperhidrose (Hände und Füße). Bei der axillären Hyperhidrose spielt sie jedoch laut aktueller Leitlinie eine untergeordnete Rolle, da sie aufwendiger durchzuführen ist und die Wirksamkeit für diese Lokalisation schlechter durch Studien belegt ist.
Der Eingriff kommt für Patienten in Frage, bei denen die konservativen Behandlungen nicht ausreichend gewirkt haben oder aufgrund von Nebenwirkungen nicht durchführbar sind. Die Ergebnisse sind im Einzelfall von der persönlichen Erfahrung des Operateurs und der Auswahl der Patienten abhängig.
Voraussetzungen für den Eingriff sind:
Ein besonderer Vorteil der Saugkürettage besteht bei Patienten mit gleichzeitiger Bromhidrose (starkem Körpergeruch). Da bei dem Eingriff auch die apokrinen Duftdrüsen entfernt werden, deren Sekret für den typischen Schweißgeruch verantwortlich ist, profitieren diese Patienten oft besonders stark.
Nicht durchgeführt werden sollte die Operation bei allgemeinen Kontraindikationen für chirurgische Eingriffe wie schweren Gerinnungsstörungen oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Auch lokale Infektionen im Achselbereich, Schwangerschaft und Stillzeit sowie unrealistische Erwartungen sprechen gegen den Eingriff.
Rauchen als Risikofaktor: Nikotin ist der größte Risikofaktor für Wundheilungsstörungen und Hautnekrosen nach der Operation. Die Blutgefäße in der behandelten Haut sind nach dem Eingriff ohnehin belastet – Rauchen verschlechtert die Durchblutung zusätzlich. Patienten sollten mindestens 2 Wochen vor bis 2 Wochen nach dem Eingriff konsequent auf Nikotin verzichten.
In einem ausführlichen Aufklärungsgespräch informiert der Arzt über den Ablauf, die Erfolgsaussichten und mögliche Risiken des Eingriffs. Dabei sollten realistische Erwartungen besprochen werden: Eine deutliche Reduktion des Schwitzens ist meist erreichbar, absolute Trockenheit jedoch nicht garantiert und Rezidive sind möglich.
Bestimmte Vorbereitungen sind wichtig für einen komplikationsfreien Verlauf:
Der Eingriff wird in der Regel ambulant durchgeführt und dauert etwa 60–90 Minuten für beide Achselhöhlen. Eine Vollnarkose ist meist nicht erforderlich – die Operation erfolgt ausschließlich in Tumeszenz-Lokalanästhesie oder Allgemeinanästhesie.
Bei der subkutanen Saugkürettage wird die sogenannte Tumeszenz-Technik eingesetzt: Dabei wird eine große Menge stark verdünnter Betäubungslösung in das Unterhautfettgewebe gespritzt. Diese Lösung enthält neben dem Betäubungsmittel auch Adrenalin, das die Blutgefäße verengt.
Die Tumeszenzlösung erfüllt mehrere wichtige Funktionen: Sie betäubt das Operationsgebiet vollständig, sorgt durch den Gewebedruck für eine nahezu blutungsfreie Operation, lockert das Fettgewebe auf und schafft einen Sicherheitsabstand zu wichtigen Strukturen wie Nerven und großen Blutgefäßen.
Zunächst wird das zu behandelnde Areal auf der Haut markiert, oft unterstützt durch den zuvor durchgeführten Jod-Stärke-Test. Der Zugang erfolgt über insgesamt 3–4 kleine Inzisionen (4–7 mm) in jeder Achselhöhle – apikal (oben), distal (unten) und in der Falte lateral (seitlich).
Über diese Zugänge erfolgt mittels Saugkanüle die fächerförmige Unterminierung des schweißdrüsentragenden Hautareals mit Absaugung des unmittelbar unterhalb der Lederhaut (Dermis) gelegenen Fettgewebes – deutlich oberflächlicher als bei einer normalen Fettabsaugung (Liposuktion). Im entscheidenden nächsten Schritt, der eigentlichen Kürettage, werden die Schweißdrüsen mittels "scharfem Löffel" oder Ringkürette vom Unterrand der Dermis (Lederhaut) abgeschabt. Anschließend wird das kürettierte Gewebe erneut abgesaugt.
Die Kunst des Eingriffs liegt in der richtigen Dosierung: Zu wenig Kürettage hinterlässt zu viele Drüsen und führt zu unzureichenden Ergebnissen. Zu aggressive Kürettage zerstört die Blutversorgung der Haut und kann Hautnekrosen verursachen.
Der Wundverschluss wird mittels Klammerpflaster oder Naht durchgeführt. Anschließend wird ein straffer Druckverband angelegt.
Neben der Saugkürettage existieren weitere Verfahren: Die subkutane Kürettage ohne Absaugung erfolgt durch Unterminierung mit der Schere und anschließende Kürettage. Die Laser-assistierte Saugkürettage kombiniert das Verfahren mit einer Laserfaser, die die Schweißdrüsen zusätzlich thermisch schädigt. Der alleinige Einsatz des Lasers ohne Absaugen und Kürettieren scheint laut Leitlinie jedoch eine geringere Wirkung zu haben. Die früher übliche radikale Exzision spielt aufgrund ausgedehnter Narbenbildung nur noch eine untergeordnete Rolle.
Sobald die Betäubung nachlässt, treten Wundschmerzen auf, die meist als starker Muskelkater oder Brennen beschrieben werden. Normale Schmerzmittel wie Ibuprofen reichen in der Regel aus. In den ersten 24 Stunden ist es normal, dass rötliche Flüssigkeit aus den Wunden austritt.
Wichtig ist das strikte Elevationsverbot (Höhenverbot): Die Arme sollten nicht über die Horizontale gehoben werden, um keinen Zug auf die geschwächte Haut auszuüben.
Das Tragen der Kompressionswäsche ist entscheidend für den Heilungsverlauf. Empfohlen werden meist 2 Wochen Tag und Nacht, gefolgt von weiteren 2 Wochen bei Belastung oder nachts. Die Kompression sorgt dafür, dass die mobilisierte Haut wieder am Untergrund anheilt und keine Flüssigkeitsansammlungen (Serome) entstehen.
Bei Bürotätigkeit ist eine Rückkehr zur Arbeit nach etwa 2–4 Tagen möglich, körperlich schwere Arbeit sollte für 2 Wochen pausiert werden. Sport – besonders Oberkörpertraining, Schwimmen oder Racketsportarten – sollte für 4–6 Wochen vermieden werden.
Ab der dritten Woche bilden sich häufig Verhärtungen (Indurationen) unter der Haut, die als "Knubbel" tastbar sind. Dies ist ein normales Zeichen der inneren Narbenbildung. Sobald die Wunden geschlossen sind, sollten die Areale regelmäßig massiert und gedehnt werden, um Verklebungen zu lösen.
Bei allen chirurgischen Verfahren zur Schweißdrüsenentfernung können operationsbedingte unerwünschte Wirkungen auftreten. Die Narbenbildung ist bei der Saugkürettage geringer ausgeprägt als bei der radikalen Exzision.
Mögliche Komplikationen:
Restschwitzen und Rezidive: Ein Restschwitzen kann eine Wiederholungsoperation erforderlich machen. Bei Residualschwitzen nach einem operativen Eingriff kann ergänzend eine topische Therapie eingesetzt oder das noch schwitzende Areal mit Botulinumtoxin A behandelt werden.
Die Langzeitergebnisse der Schweißdrüsenabsaugung (Saugkürettage) sind in den meisten Fällen gut. Allerdings zeigen Langzeitstudien eine abnehmende Effektivität nach einigen Jahren. Ein echtes Rezidiv – also eine Rückkehr des Schwitzens – ist möglich. Das realistische Ziel ist nicht absolute Trockenheit, sondern eine Normalisierung des Schwitzens auf ein tolerierbares Maß.
Die Patientenzufriedenheit ist insgesamt hoch, da der Leidensdruck deutlich gesenkt wird. Die Ergebnisse hängen im Einzelfall stark von der Erfahrung des Operateurs und der sorgfältigen Patientenauswahl ab.
Die Saugkürettage konkurriert heute mit den physikalischen Verfahren (Radiofrequenz, Mikrowellen, Ultraschall). Die Radiofrequenztherapie ist laut Leitlinie am besten untersucht und wird an erster Stelle empfohlen, wenn ein physikalisches Verfahren gewählt wird. Bei der Mikrowellentherapie (miraDry®) ist die Datenlage weniger umfangreich und es gibt mehr Berichte über schwere Nebenwirkungen, insbesondere Nervenschädigungen bei dünnen Patienten.
Die Sympathektomie (Durchtrennung von Nerven im Brustkorb) muss aufgrund des häufig auftretenden kompensatorischen Schwitzens (verstärktes Schwitzen an anderen Körperstellen) sorgfältig abgewogen werden und sollte nicht an erster Stelle der Behandlung stehen.
Die Kosten für eine Schweißdrüsenabsaugung liegen je nach Klinik und Region zwischen 2.500 und 4.000 Euro. Enthalten sind in der Regel das Chirurgenhonorar, die Anästhesie, Materialkosten und Nachsorgeuntersuchungen.
Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten in der Regel nicht, da der Eingriff oft als "kosmetisch" eingestuft wird. In Einzelfällen ist eine Kostenübernahme möglich, wenn ein massiver Leidensdruck dokumentiert ist, alle konservativen Therapiestufen nachweislich erfolglos waren und ein entsprechender Antrag gestellt wird. Bei Ablehnung lohnt sich oft ein fundierter Widerspruch.
Private Krankenversicherungen sind häufig kulanter, sofern die medizinische Notwendigkeit schlüssig dargelegt wird. Der individuelle Tarif ist jedoch ausschlaggebend.
Viele Kliniken bieten Finanzierungsmodelle mit Ratenzahlung an.
Langfristige Kostenbetrachtung: Im Vergleich zu wiederholten Botulinumtoxin-Behandlungen (üblicherweise 1–2 Mal pro Jahr, lebenslang) kann die einmalige Schweißdrüsenabsaugung langfristig die kosteneffizientere Lösung sein – vorausgesetzt, das Ergebnis ist zufriedenstellend und kein Rezidiv tritt auf.
Die Schweißdrüsenabsaugung wird von spezialisierten Fachärzten durchgeführt:
Da der Erfolg stark von der Erfahrung des Operateurs abhängt, sollten Sie auf nachweisbare Expertise mit diesem speziellen Eingriff achten. Fragen Sie nach der Anzahl durchgeführter Eingriffe und nach Vorher-Nachher-Dokumentationen.
| Info | Antwort |
|---|---|
| OP-Dauer | 60 bis 90 Minuten (beide Achselhöhlen) |
| Narkose | Tumeszenz-Lokalanästhesie oder Allgemeinanästhesie |
| Klinikaufenthalt | Nicht erforderlich, ambulante Operation |
| Schnitte | 3–4 kleine Inzisionen (4–7 mm) pro Achselhöhle |
| Schmerzen | Mäßig, vergleichbar mit starkem Muskelkater, gut mit Schmerzmitteln kontrollierbar |
| Kompression | 2 Wochen Tag und Nacht, dann 2 weitere Wochen nachts |
| Arbeits-/Gesellschaftsfähigkeit | Bürotätigkeit nach 2–4 Tagen, körperliche Arbeit nach 2 Wochen |
| Sport | Frühestens 4–6 Wochen nach der Operation |
| Endergebnis | Sofort spürbar, endgültige Beurteilung nach mehreren Monaten |
| Langzeitergebnis | Meist gut, aber abnehmende Effektivität nach einigen Jahren möglich |
| Rezidive | Möglich; ggf. Nachbehandlung mit Botox oder erneute OP |
| Haltbarkeit | Dauerhaft, aber nicht garantiert lebenslang |
| Kosten | 2.500 bis 4.000 Euro (meist Selbstzahler) |
| Kassenübernahme | Einzelfallentscheidung nach Antrag möglich |
| Wichtigste Kontraindikation | Sekundäre Hyperhidrose, aktives Rauchen |
| Wichtigster Risikofaktor | Rauchen (erhöht das Risiko für Hautnekrosen massiv) |
| Mögliche Komplikationen | Wundheilungsstörungen, Hautnekrosen, Hämatome, Lymphfisteln, Serome |
Die Schweißdrüsenabsaugung ist ein dauerhafter Eingriff mit guten, aber nicht perfekten Erfolgsaussichten. Die Langzeitergebnisse zeigen eine abnehmende Effektivität nach einigen Jahren, und Rezidive (erneutes Auftreten) sind möglich. Eine vollständige Trockenheit wird selten erreicht – das Ziel ist die Normalisierung des Schwitzens auf ein sozial akzeptables Maß.
Nehmen Sie sich Zeit für Ihre Entscheidung: Lassen Sie sich ausführlich über alle Behandlungsoptionen beraten und wägen Sie Aufwand und Nutzen der verschiedenen Methoden ab. Bedenken Sie, dass die primäre Hyperhidrose häufig eine zeitlich begrenzte Erkrankung ist, die sich auf Pubertät und frühes Erwachsenenalter beschränkt. Stellen Sie sicher, dass Sie die konservativen Therapien (topische Präparate, Botulinumtoxin) ausreichend ausprobiert haben, und klären Sie die Kostenfrage vor dem Eingriff.
aktualisiert am 27.01.2026