Was ist eine Botox®-Behandlung gegen Schwitzen? Ein minimalinvasives Verfahren, bei dem Botulinumtoxin Typ A in die Haut injiziert wird, um übermäßiges Schwitzen (Hyperhidrose) zu stoppen. Das Nervengift blockiert die Freisetzung des Botenstoffs Acetylcholin und reduziert die Schweißproduktion um über 80 %.
Für wen geeignet? Für Erwachsene mit primärer fokaler Hyperhidrose an Achseln, Händen, Füßen oder im Gesicht, bei denen topische Therapien (z. B. Antitranspirantien) keine ausreichende Wirkung zeigen.
Wichtigste Kontraindikationen: Schwangerschaft und Stillzeit, neuromuskuläre Erkrankungen (z. B. Myasthenia gravis), Infektionen im Behandlungsgebiet sowie bekannte Allergie gegen Botulinumtoxin.
Dauer & Kosten: 10–30 Minuten ambulant, meist unter örtlicher Betäubung. Kosten: ca. 300–1.300 Euro pro Behandlung (in der Regel Selbstzahlerleistung). Gesellschaftsfähig sofort nach dem Eingriff.
Ergebnis: Wirkungseintritt nach 2–5 Tagen, volle Wirkung nach etwa 2 Wochen. Haltbarkeit: Üblicherweise sind 1–2 Behandlungen pro Jahr erforderlich. Bei höherer Dosierung verlängert sich die Wirkdauer.
Schwitzen ist ein physiologischer, lebensnotwendiger Prozess. Das wässrige Sekret der Schweißdrüsen verdunstet auf der Haut und schützt so den Körper vor Überhitzung. Bei manchen Menschen übersteigt die Schweißproduktion jedoch deutlich das Maß, das für die Temperaturregulation erforderlich wäre. Diese Störung wird medizinisch als Hyperhidrose bezeichnet und kann zu erheblichen sozialen und beruflichen Einschränkungen führen – von feuchten Händen beim Händeschütteln bis hin zu großflächigen Schweißflecken, die unabhängig von Temperatur oder Anstrengung auftreten.
Eine Schweißbehandlung mit Botulinumtoxin (Handelsname z. B. Botox® oder Dysport®) zählt laut der aktuellen S1-Leitlinie der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft zu den effektivsten Methoden, um die übermäßige Schweißproduktion gezielt zu unterbinden. Der Eingriff ist minimalinvasiv, dauert nur wenige Minuten und ermöglicht eine sofortige Rückkehr in den Alltag.
Die Schweißdrüsen der Haut werden durch das sympathische Nervensystem gesteuert. Anders als bei den meisten anderen Organen, die vom Sympathikus versorgt werden, dient hier Acetylcholin als Botenstoff für die Signalübertragung. Botulinumtoxin – ein Protein, das vom Bakterium Clostridium botulinum produziert wird – blockiert gezielt und reversibel die Freisetzung dieses Botenstoffs aus den Nervenendigungen.
Wichtig zu wissen: Bei Patienten mit Hyperhidrose sind die Schweißdrüsen weder vermehrt noch vergrößert – sie werden lediglich überstimuliert. Botulinumtoxin unterbricht diese Überstimulation, indem es die Nervenfasern vorübergehend „chemisch denerviert". Da die Nervenenden im Laufe der Zeit ihre Funktion wiedererlangen, ist dieser Effekt reversibel, was die Notwendigkeit wiederholter Behandlungen erklärt.
Vor einer Botulinumtoxin-Behandlung ist eine genaue Diagnose wichtig, denn man unterscheidet zwischen zwei Formen der Hyperhidrose:
Bei der primären (idiopathischen) Hyperhidrose liegen keine internistischen Erkrankungen oder äußeren Ursachen zugrunde. Sie tritt typischerweise fokal, also in umschriebenen Körperarealen auf. Die Diagnose basiert auf charakteristischen Merkmalen:
Die sekundäre Hyperhidrose wird durch eine bestehende Grunderkrankung oder äußere Faktoren ausgelöst. Mögliche Ursachen sind:
Bei der sekundären Form tritt das Schwitzen häufig am gesamten Körper auf und kann auch nachts fortbestehen. Hier steht die Behandlung der Grunderkrankung im Vordergrund. Die Botox®-Therapie eignet sich hingegen besonders für die primäre, lokal begrenzte Form der Hyperhidrose.
Gut zu wissen: Die primäre fokale Hyperhidrose ist häufig eine zeitlich limitierte Erkrankung, die sich auf die Pubertät und das frühe Erwachsenenalter beschränkt. Dies sollte bei der Auswahl der Therapie berücksichtigt werden – insbesondere vor dauerhaften chirurgischen Eingriffen.
Botulinumtoxin kann an den typischen Stellen, an denen die fokale Hyperhidrose besonders stark ist, eingesetzt werden. Das sind die Stellen, an denen sich viele ekkrine Schweißdrüsen befinden:
Die Behandlung der Achseln ist das häufigste Einsatzgebiet und die einzige Lokalisation, für die Botox® und Dysport® in Deutschland offiziell zugelassen sind. Pro Achselhöhle werden etwa 15 bis 20 Injektionspunkte behandelt. Die Zulassungsdosierung beträgt 50 Einheiten Botox® oder 100–200 Einheiten Dysport® pro Seite. Bei höherer Dosierung verlängert sich die Wirkdauer.
Übermäßiges Schwitzen an den Handflächen beeinträchtigt nicht nur soziale Situationen wie das Händeschütteln, sondern kann auch berufliche Tätigkeiten erschweren. An den Füßen führt die Hyperhidrose häufig zu Hautaufweichungen (Mazerationen) und einer erhöhten Anfälligkeit für Pilzinfektionen oder andere Folgeerkrankungen wie Fußwarzen.
Die Behandlung dieser Bereiche gilt als „Off-Label-Use" (Anwendung außerhalb der offiziellen Zulassung), ist jedoch in der fachärztlichen Praxis etabliert und durch Studiendaten gut belegt. Pro Hand werden üblicherweise etwa 40 bis 50 Injektionspunkte mit 100 Einheiten Botox® oder 250 Einheiten Dysport® behandelt. Eine örtliche Betäubung ist hier meist erforderlich.
Schwitzen im Gesicht – insbesondere an Stirn oder Kopfhaut – wird oft als besonders belastend empfunden, da es für andere unmittelbar sichtbar ist. Auch der Inguinalbereich (Leistenregion) kann betroffen sein. Für diese Lokalisationen besteht keine Zulassung, die Behandlung kann jedoch im Einzelfall erwogen werden.
Die Botox®-Therapie eignet sich für Patienten mit diagnostizierter primärer fokaler Hyperhidrose, deren Lebensqualität durch das Schwitzen deutlich eingeschränkt ist.
Besonders geeignet sind Sie, wenn:
Es gibt klare medizinische Situationen, in denen eine Botox®-Behandlung nicht durchgeführt werden sollte:
In einem ausführlichen Beratungsgespräch werden zunächst Ihre Krankengeschichte erhoben und Ihre Erwartungen besprochen. Bei typischen anamnestischen Angaben für eine primäre Hyperhidrose sind laut Leitlinie keine routinemäßigen Labor- oder bildgebenden Untersuchungen erforderlich – die routinemäßige Bestimmung von Hormonwerten gilt als überholt.
Folgende Vorbereitungen sind wichtig:
Um die aktiv schwitzenden Areale präzise abzugrenzen, kann der Jod-Stärke-Test nach Minor durchgeführt werden. Dabei wird das Areal mit einer Jodlösung bestrichen und anschließend mit Stärkepuder leicht bestäubt. In den schwitzenden Bereichen kommt es zu einer Verdunkelung. Der Test erlaubt keine Aussagen zur Stärke der Hyperhidrose und wird meist nur dann eingesetzt, wenn das betroffene Areal nicht sicher definiert werden kann.
Die Behandlung mit Botulinumtoxin ist ein ambulanter Eingriff, der in der Regel nur 10 bis 30 Minuten dauert.
Obwohl sehr feine Nadeln verwendet werden, wird das Schmerzempfinden individuell unterschiedlich wahrgenommen. Bei der Behandlung der Achselhöhlen genügt meist das vorherige Auftragen einer Betäubungscreme. An Händen und Füßen ist die Haut jedoch deutlich empfindlicher und die Nervendichte höher, weshalb hier meist eine topische oder Infiltrationsbetäubung angewandt wird.
Nach der Desinfektion der Haut spritzt der Arzt das verdünnte Botulinumtoxin streng intrakutan (in die oberste Hautschicht). Die Injektionen erfolgen in einem Gittermuster mit definierten Abständen.
| Parameter | Achselhöhlen | Hände |
|---|---|---|
| Injektionspunkte | Ca. 15–20 pro Seite | Ca. 40–50 pro Hand |
| Dosierung Botox® | 50 Einheiten pro Seite | 100 Einheiten pro Hand |
| Dosierung Dysport® | 100–200 Einheiten pro Seite | 250 Einheiten pro Hand |
| Zulassungsstatus | Zugelassen (Botox®, Dysport®) | Off-Label |
Die präzise Injektionstiefe ist entscheidend: Wird das Toxin zu tief gespritzt, kann es die Schweißdrüsen verfehlen und unerwünschte Muskelschwäche verursachen.
Ein wesentlicher Vorteil der Botulinumtoxin-Therapie ist, dass Sie sofort nach dem Termin wieder gesellschaftsfähig sind und Ihrem Alltag nachgehen können.
Die schweißhemmende Wirkung tritt nicht sofort ein. Das Toxin benötigt Zeit, um in die Nervenzellen zu gelangen und den Signalweg zu unterbrechen. Erste Ergebnisse sind meist nach 2 bis 5 Tagen spürbar. Die volle Wirkung wird nach etwa zwei Wochen erreicht.
Üblicherweise sind ein bis zwei Behandlungen pro Jahr erforderlich, um eine weitreichende bis vollständige Beschwerdefreiheit zu gewährleisten. Die Häufigkeit der Therapie hängt von der Schwere der Hyperhidrose, der verabreichten Dosis und dem individuellen Leidensdruck ab. Bei höherer Dosierung verlängert sich die Wirkdauer. Sobald die Schweißproduktion wieder zunimmt, kann die Behandlung problemlos aufgefrischt werden.
Die Behandlung gilt als sehr sicher. Schwere Nebenwirkungen sind bei der axillären Hyperhidrose laut Leitlinie nicht bekannt. Nebenwirkungen sind in der Regel lokal begrenzt und klingen von selbst wieder ab.
Häufige, meist harmlose Nebenwirkungen:
Spezifisches Risiko bei der Handbehandlung:
Im Bereich der Hände kann es zu einer vorübergehenden Abschwächung der Handmuskulatur kommen. Dies sollte bei Patienten mit feinmechanischen beruflichen oder privaten Tätigkeiten (z. B. Musiker, Chirurgen) im Vorfeld besprochen werden. Bei diesen Patienten kann die Haut über dem Daumenballen (Thenar) und der seitlichen Handkante (Hypothenar) gezielt ausgespart werden.
Gut zu wissen: Im Gegensatz zu operativen Eingriffen am Nervensystem (Sympathektomie) ist das Risiko eines kompensatorischen Schwitzens (vermehrtes Schwitzen an anderen Körperstellen) bei der Botox®-Behandlung sehr gering.
Um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen, sollten Sie nach der Behandlung folgende Empfehlungen beachten:
Botulinumtoxin ist laut Leitlinie eine der am besten untersuchten Therapien der fokalen Hyperhidrose. Es gibt jedoch eine Reihe weiterer Behandlungsmöglichkeiten, die je nach Lokalisation und individuellem Beschwerdebild in Betracht kommen. Die Auswahl sollte stufenweise erfolgen – üblicherweise beginnt man mit einer topischen Therapie und wechselt bei unzureichender Wirkung zu anderen Verfahren.
Aluminiumchloridhexahydrat ist nach wie vor das am häufigsten verwendete topische Therapeutikum und sollte als Erstes angeboten werden. Die Aluminiumsalze verschließen die Ausführungsgänge der Schweißdrüsen. Sie sind in Konzentrationen von 10–30 % als Deoroller oder Cremes erhältlich. Wichtig: Die Präparate sollten abends aufgetragen werden, da Patienten mit fokaler Hyperhidrose nachts nicht schwitzen. Die Wirkung tritt verzögert ein, daher wird ein Behandlungsversuch über mehrere Wochen empfohlen. Alkoholische Lösungen sollten nicht im Achselbereich verwendet werden, da sie Hautreizungen verursachen können.
Topische Anticholinergika: Seit 2022 steht mit Glycopyrroniumbromid eine Creme zur Verfügung, die speziell für die Therapie des axillären Schwitzens zugelassen ist. Auch dieses Präparat sollte abends aufgetragen werden. Es muss sich im klinischen Alltag noch bewähren.
Die Leitungswasser-Iontophorese ist eine bewährte Methode zur Behandlung der palmaren und plantaren Hyperhidrose. Dabei werden die Hände oder Füße in Wasserbäder getaucht, durch die ein schwacher Gleichstrom geleitet wird. Nach einer Einlernphase kann die Behandlung vom Patienten selbst zu Hause durchgeführt werden.
Der Zeitaufwand beträgt 20–30 Minuten pro Anwendung, anfangs mehrmals pro Woche. Bei Eintritt der Wirksamkeit kann auf ein- bis zweimal wöchentlich reduziert werden. Die Iontophorese ist eine Dauertherapie – wird sie abgesetzt, kehrt das Schwitzen zurück. Für die axilläre Hyperhidrose spielt sie eine untergeordnete Rolle, da die Anwendung dort aufwendiger und die Studienlage schlechter ist.
Diese Verfahren nutzen fokussierte Wärme, um die Schweißdrüsen dauerhaft zu schädigen. Sie werden nur für die axilläre Hyperhidrose angeboten, nicht für Hände oder Füße.
Radiofrequenz-Therapie: Über Mikronadeln wird Wärme in die Haut eingebracht, die die Schweißdrüsen thermisch schädigt. Mehrere Sitzungen sind notwendig. Die Leitlinie stuft die Radiofrequenz unter den physikalischen Verfahren an erster Stelle ein, da hier die beste Datenlage vorliegt.
Mikrowellen-Therapie (miraDry®): Hier werden die Schweißdrüsen durch Mikrowellenenergie zerstört. Die Leitlinie weist jedoch darauf hin, dass insbesondere bei schlanken Patienten teilweise erhebliche Nebenwirkungen wie Nervenschädigungen auftreten können. Die meisten Berichte zu schweren unerwünschten Wirkungen unter den physikalischen Verfahren betreffen die Mikrowellentherapie.
Fokussierter Ultraschall: Zu diesem Verfahren liegt bisher nur eine kleine Studie vor. Es kann im Einzelfall erwogen werden.
Orale Anticholinergika wie Methantheliniumbromid (Vagantin®) können ergänzend zu anderen Therapien eingesetzt werden. Sie eignen sich besonders für die situative Anwendung, um das Schwitzen für mehrere Stunden zu kontrollieren (z. B. vor wichtigen Terminen). Als Dauertherapie werden sie aufgrund der systemischen Nebenwirkungen (Mundtrockenheit, Sehstörungen, Konzentrationsstörungen) nur selten eingesetzt.
Salbei-Präparate sind rezeptfrei erhältlich. Kontrollierte Studien zur Wirksamkeit liegen jedoch nicht vor; die meisten Patienten berichten über eine unzureichende Wirkung.
Bei der Schweißdrüsenabsaugung werden die Schweißdrüsen über kleine Hautschnitte (4–7 mm) abgesaugt und abgeschabt. Der Eingriff erfolgt in Tumeszenz-Lokalanästhesie und ähnelt einer Fettabsaugung. Die Langzeitergebnisse sind in den meisten Fällen gut, wobei die Wirksamkeit nach einigen Jahren abnehmen kann. Mögliche Komplikationen sind Wundheilungsstörungen, Hautnekrosen, Hämatome und Lymphfisteln. Ein Restschwitzen kann eine Wiederholungsoperation erforderlich machen.
Die radikale Exzision (vollständige Entfernung des schweißdrüsentragenden Hautareals) spielt aufgrund der ausgedehnten Narbenbildung nur noch eine untergeordnete Rolle.
Bei der endoskopischen thorakalen Sympathektomie werden die Nervenfasern, die die Schweißdrüsen versorgen, durchtrennt oder blockiert. Das Verfahren ist hochwirksam, hat jedoch einen entscheidenden Nachteil: In vielen Fällen tritt ein kompensatorisches Schwitzen an anderen Körperstellen auf (z. B. Rücken, Bauch, Oberschenkel), das teilweise stärker belastend sein kann als das ursprüngliche Problem. Weitere mögliche Komplikationen sind das Horner-Syndrom (bei Verletzung bestimmter Nervenfasern) und gustatorisches Schwitzen.
Wichtiger Hinweis der Leitlinie: Aufgrund des häufig auftretenden kompensatorischen Schwitzens sollte die Sympathektomie sorgfältig abgewogen werden und nicht an erster Stelle der Behandlung stehen.
| Methode | Geeignet für | Wirkdauer | Besonderheiten |
|---|---|---|---|
| Antitranspirantien (Aluminiumchlorid) | Alle Lokalisationen | Solange angewendet | Erstlinientherapie, abends auftragen |
| Topische Anticholinergika | Achseln | Solange angewendet | Seit 2022 zugelassen |
| Iontophorese | Hände, Füße | Dauertherapie erforderlich | Heimanwendung möglich, zeitaufwendig |
| Botulinumtoxin A | Alle Lokalisationen | Mehrere Monate | Am besten untersucht, 1–2x/Jahr |
| Radiofrequenz | Nur Achseln | Länger anhaltend | Mehrere Sitzungen, beste Evidenz unter physikalischen Verfahren |
| Mikrowellen (miraDry®) | Nur Achseln | Dauerhaft | Cave: Nervenschädigungen bei dünnen Patienten möglich |
| Saugkürettage (Schweißdrüsenabsaugung) | Nur Achseln | Dauerhaft (ggf. abnehmend) | Operativer Eingriff |
| Sympathektomie | Hände, Füße | Dauerhaft | Cave: Kompensatorisches Schwitzen häufig |
Die Kosten für eine Botox®-Behandlung gegen Schwitzen variieren je nach Praxis, Region und der Menge des benötigten Wirkstoffs. Für die Behandlung beider Achselhöhlen müssen Sie mit Kosten zwischen 300 und 1.300 Euro rechnen.
Gesetzliche Krankenversicherung (GKV): Die Behandlung wird in der Regel als individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) eingestuft und muss vom Patienten selbst getragen werden. Eine Kostenübernahme ist nur in extremen Ausnahmefällen möglich – wenn eine schwere krankhafte axilläre Hyperhidrose vorliegt und alle anderen Therapieoptionen über einen längeren Zeitraum erfolglos waren. Für Hände und Füße gibt es faktisch keine GKV-Erstattung, da hier keine offizielle Zulassung vorliegt.
Private Krankenversicherung (PKV): Private Kassen übernehmen die Kosten häufiger, sofern die medizinische Notwendigkeit durch einen Facharzt attestiert wird. Es empfiehlt sich, vorab einen Heil- und Kostenplan einzureichen.
Die Botulinumtoxin-Therapie ist laut Leitlinie die am besten untersuchte Behandlung der fokalen Hyperhidrose. Bei fachgerechter Durchführung erreichen die meisten Patienten eine deutliche Reduktion des übermäßigen Schwitzens, die von einer signifikanten Verbesserung der Lebensqualität begleitet wird.
Obwohl die Wirkung temporär ist und regelmäßige Auffrischungen erfordert, überwiegen für die meisten Patienten die Vorteile: Der Eingriff ist schmerzarm, es gibt keine Ausfallzeit, und das Risikoprofil ist deutlich günstiger als bei operativen Methoden. Zudem können verschiedene Therapien bei Bedarf kombiniert werden – beispielsweise kann bei Restschwitzen nach einer Operation das noch schwitzende Areal ergänzend mit Botulinumtoxin behandelt werden.
| Info | Antwort |
|---|---|
| Behandlungsdauer | 10 bis 30 Minuten |
| Betäubung | Betäubungscreme (Achseln) oder örtliche Betäubung (Hände/Füße) |
| Klinikaufenthalt | Nicht erforderlich, ambulante Behandlung |
| Behandelbare Bereiche | Achseln (zugelassen), Hände, Füße, Gesicht, Stirn (off-label) |
| Injektionspunkte | 15–20 (Achseln), 40–50 (Hände/Füße) |
| Dosierung (Achseln) | 50 Einheiten Botox® oder 100–200 Einheiten Dysport® pro Seite |
| Schmerzen | Gering, durch Betäubung gut kontrollierbar |
| Wirkungseintritt | Nach 2–5 Tagen, volle Wirkung nach ca. 2 Wochen |
| Behandlungshäufigkeit | Üblicherweise 1–2 Behandlungen pro Jahr |
| Gesellschaftsfähigkeit | Sofort nach der Behandlung |
| Sport | 24–48 Stunden Pause empfohlen |
| Kosten | 300–1.300 Euro pro Behandlung (meist Selbstzahlerleistung) |
| Wichtigste Kontraindikationen | Schwangerschaft, Stillzeit, neuromuskuläre Erkrankungen, lokale Infektionen |
| Spezifisches Risiko (Hände) | Vorübergehende Muskelschwäche möglich |
Die Botulinumtoxin-Behandlung bei Hyperhidrose ist ein bewährtes, sicheres Verfahren mit sehr guter Wirksamkeit und der besten Studienlage unter allen Therapieoptionen. Im Gegensatz zu operativen Methoden ist der Effekt reversibel – das bedeutet zwar, dass regelmäßige Auffrischungen nötig sind, aber auch, dass keine dauerhaften unerwünschten Veränderungen entstehen können.
Vor Ihrer Entscheidung sollten Sie:
Ein erfahrener Facharzt wird Sie ausführlich beraten und gemeinsam mit Ihnen entscheiden, welche Therapie für Ihre individuelle Situation am besten geeignet ist. Bei unzureichender Wirkung einer Behandlung kann auf eine andere Methode gewechselt oder verschiedene Verfahren kombiniert werden.
aktualisiert am 27.01.2026