Was sind Schlupfwarzen? Bei Schlupfwarzen (Hohlwarzen) sind die Brustwarzen nach innen gezogen, statt hervorzustehen. Ursache sind meist verkürzte Milchgänge und fibröse Stränge, die die Warze zurückziehen. Etwa 2–10 % aller Frauen sind betroffen. Einige Frauen wünschen sich eine Schlupfwarzenkorrektur.
Für wen geeignet? Für Patientinnen mit angeborenen Schlupfwarzen (Grad I–III), die unter funktionellen Einschränkungen (Stillprobleme, wiederkehrende Entzündungen) oder psychischer Belastung leiden. Wenn Schlupfwarzen im Erwachsenenalter neu auftreten, muss zunächst ein Tumor ausgeschlossen werden.
Wichtigste Unterscheidung: Je nach Schweregrad kommen milchgangerhaltende (bei Kinderwunsch) oder milchgangdurchtrennende Verfahren zum Einsatz. Die Stillfähigkeit kann durch den Eingriff beeinträchtigt werden.
Dauer & Kosten: 30–90 Minuten ambulant in örtlicher Betäubung. Kosten in Deutschland: ca. 1.500–3.500 Euro (meist Selbstzahler). Gesellschaftsfähig nach etwa 7–14 Tagen.
Ergebnis: Mit modernen Lappenplastiken liegt die Erfolgsrate bei über 90 %. Rezidive sind möglich, aber deutlich seltener als bei älteren Techniken.
Schlupfwarzen – medizinisch als Mamilleninversion bezeichnet – sind eingezogene Brustwarzen, die nicht über das Niveau des Warzenhofs hinausragen. Die Brustwarze ist dabei nach innen gerichtet, anstatt hervorzustehen. Dieses Erscheinungsbild kann das Stillen unmöglich machen, zu wiederkehrenden Entzündungen führen und erheblichen psychischen Leidensdruck verursachen.
Die Ursache liegt meist in verkürzten Milchgängen und bindegewebigen Strängen, die die Warze wie Seile nach innen ziehen. In den meisten Fällen ist die Fehlbildung angeboren und zeigt sich spätestens in der Pubertät, wenn das Brustgewebe wächst, die verkürzten Strukturen aber nicht mitwachsen. Die Prävalenz wird auf 2–10 % der weiblichen Bevölkerung geschätzt – die Dunkelziffer dürfte aufgrund der Scham vieler Betroffener sogar höher liegen.
Wichtig bei neu aufgetretenen Schlupfwarzen: Tritt eine Schlupfwarze erst im Erwachsenenalter und insbesondere einseitig auf, ist höchste Vorsicht geboten. Dies kann ein Warnsignal für ein Mammakarzinom (Brustkrebs) sein. Vor jeder kosmetischen Korrektur muss in solchen Fällen eine bildgebende Untersuchung (Mammographie, Ultraschall) zum Ausschluss einer bösartigen Erkrankung erfolgen.
Schlupfwarzen werden in drei Grade eingeteilt. Diese Einteilung ist entscheidend für die Wahl der Behandlungsmethode und die Prognose hinsichtlich Stillfähigkeit und Rezidivrisiko:
Grad I (leicht): Die Brustwarze ist flach oder leicht eingezogen, lässt sich aber durch sanften Druck oder Kältereiz leicht hervorziehen und hält diese Position einige Minuten. Die Milchgänge sind kaum verkürzt. Stillen ist meist möglich. Oft reichen konservative Maßnahmen aus.
Grad II (mittel): Die Brustwarze lässt sich hervorziehen, gleitet aber sofort wieder zurück, sobald der Zug nachlässt. Die Milchgänge sind mäßig verkürzt, aber noch durchgängig. Das Stillen ist oft schwierig, da das Baby die Warze nicht richtig fassen kann. Hier kommen milchgangerhaltende OP-Techniken in Betracht.
Grad III (schwer): Die Brustwarze ist tief eingezogen und fixiert. Sie lässt sich auch unter starkem Zug nicht hervorziehen. Die Milchgänge sind extrem verkürzt oder vollständig verödet. Stillen ist anatomisch unmöglich. Oft liegt eine erhöhte Infektionsneigung vor. Eine Operation ist die einzige wirksame Therapie.
Die Schlupfwarzenkorrektur richtet sich an Frauen (und in seltenen Fällen Männer), die unter den funktionellen oder psychischen Auswirkungen eingezogener Brustwarzen leiden.
Besonders geeignet sind Sie, wenn:
Nicht geeignet oder nur eingeschränkt geeignet ist der Eingriff, wenn:
Stark ausgeprägte Schlupfwarzen lassen sich mit konservativen oder minimalinvasiven Methoden nicht behandeln. Eine operative Korrektur stellt aktuell die einzige Möglichkeit dar.
Ein Brustwarzenpiercing wird manchmal als „Geheimtipp" genannt – der Stab soll die Warze mechanisch an der Retraktion hindern.
Medizinische Bewertung: Aus ärztlicher Sicht ist dieses Vorgehen bei echten Schlupfwarzen (Grad II/III) kritisch zu sehen. Da Schlupfwarzen bereits zu Sekretstau neigen, kann der Stichkanal Keime in die Tiefe verschleppen. Schwere Abszesse und Fistelbildungen wurden dokumentiert. Nach Entfernung des Piercings kehrt die Inversion fast immer zurück, da die fibrotischen Stränge nicht durchtrennt wurden.
In einem ausführlichen Beratungsgespräch analysiert der Arzt den Schweregrad Ihrer Schlupfwarzen und bespricht mit Ihnen die geeignete Operationstechnik. Besonders wichtig ist die Frage nach bestehendem oder geplantem Kinderwunsch, da dies die Wahl zwischen milchgangerhaltenden und milchgangdurchtrennenden Verfahren beeinflusst.
Wichtige Vorbereitungen:
Die Operation erfolgt in der Regel ambulant unter örtlicher Betäubung (Lokalanästhesie). Auf Wunsch ist ein Dämmerschlaf möglich, medizinisch jedoch selten notwendig. Der Eingriff dauert je nach Technik und Befund 30 bis 90 Minuten für beide Seiten.
Das grundlegende Ziel aller Techniken ist die Lösung der ziehenden Strukturen (Release) und die Stabilisierung der hervorstehenden Position (Support). Man unterscheidet zwei Hauptkategorien:
In den meisten Fällen werden die Stränge der Milchgänge vollständig durchtrennt. Der Raum unter der Warze wird mit lokalem Gewebe aufgefüllt. Der Operateur arbeitet sehr vorsichtig, um zu verhindern, dass wichtige Blutgefäße gekappt werden und die Brustwarze nicht mehr ausreichend durchblutet wird.
Konsequenz: Absolute und irreversible Stillunfähigkeit.
Vorteil: Maximale Projektion und geringstes Rezidivrisiko.
Es gibt eine Operationsmethode, bei der man die Milchausführungsgänge belassen kann. Der Vorteil ist, dass die Stillfähigkeit erhalten bleibt. Das ist insbesondere bei Kinderwunsch sinnvoll. Da die Operation sehr aufwändig ist, wird sie häufig nicht angeboten.
Die Schlupfwarzenkorrektur ist ein relativ sicherer Eingriff. Die Gesamtrate an Komplikationen liegt bei etwa 15 %, wobei schwere Komplikationen selten sind.
Häufigere Komplikationen:
Seltene, aber schwerwiegende Komplikationen:
Der Wundschmerz ist meist gering und gut mit leichten Schmerzmitteln (Ibuprofen, Paracetamol) kontrollierbar. Sie können in der Regel am selben Tag nach Hause gehen.
Die Erfolgsraten sind gut und liegen bei über 90 %. Die Patientenzufriedenheit ist hoch, da Schlupfwarzen oft eine erhebliche psychische Entlastung darstellen.
Dennoch sollten Sie realistische Erwartungen haben:
Die Kosten für eine beidseitige Schlupfwarzenkorrektur in Lokalanästhesie liegen in Deutschland bei 1.500 bis 3.500 Euro. Die Preise variieren je nach Technik, Region und Klinik.
Die Hürden für eine Kostenübernahme durch die gesetzliche Krankenversicherung sind sehr hoch:
Private Krankenversicherungen entscheiden oft kulanter, sind aber vertraglich ebenfalls nur zur Erstattung medizinisch notwendiger Behandlungen verpflichtet. Eine vorherige Kostenzusage ist zwingend erforderlich.
| Info | Antwort |
|---|---|
| OP-Dauer | 30 bis 90 Minuten (für beide Seiten) |
| Narkose | Lokale Betäubung (auf Wunsch Dämmerschlaf) |
| Klinikaufenthalt | Nicht erforderlich, ambulante Operation |
| Narben | Am Übergang Warze-Warzenhof, meist unauffällig |
| Schmerzen | Gering, gut mit Schmerzmitteln kontrollierbar |
| Aktivitäten | Sport und körperliche Anstrengung: frühestens 3 bis 6 Wochen nach OP |
| Arbeits-/Gesellschaftsfähigkeit | Bürotätigkeit nach 1–3 Tagen, volle Belastung nach ca. 2 Wochen |
| Nachsorge | Druckentlastung 2–4 Wochen, Fadenzug nach 10–14 Tagen, Narbenpflege ab Woche 3 |
| Endergebnis sichtbar | Sofort sichtbar, endgültiges Ergebnis nach 3–6 Monaten |
| Erfolgsrate | Über 90 % mit modernen Lappenplastiken |
| Rezidivrate | Unter 10 % (mit modernen Techniken) |
| Stillfähigkeit | Bei milchgangerhaltenden Verfahren möglich, aber nicht garantiert |
| Kosten | 1.500 bis 3.500 Euro (meist Selbstzahler) |
| Kassenleistung | Nur bei nachgewiesenen chronischen Entzündungen/Abszessen möglich |
| Wichtigste Kontraindikation | Verdacht auf Brustkrebs bei neu aufgetretener Schlupfwarze |
Die Schlupfwarzenkorrektur kann die Stillfähigkeit beeinträchtigen – auch bei milchgangerhaltenden Verfahren. Bei Frauen mit Kinderwunsch sollte dies sorgfältig abgewogen werden. Gleichzeitig ist das Stillen mit unkorrigierten Schlupfwarzen (Grad II/III) oft ebenfalls nicht möglich.
Nehmen Sie sich Zeit für Ihre Entscheidung:
Ein seriöser Arzt wird Sie auch von der Operation abraten, wenn konservative Maßnahmen ausreichend erscheinen oder wenn er sie für ungeeignet hält. Das ist ein Zeichen von Qualität und Erfahrung.
aktualisiert am 26.01.2026