Was ist eine Oberarmstraffung? Ein chirurgischer Eingriff zur Entfernung überschüssiger Haut und Fettgewebe am Oberarm. Durch Alterung oder starken Gewichtsverlust verliert die Haut ihre Elastizität – die sogenannten "Winkearme" oder "Fledermausflügel" entstehen.
Für wen geeignet? Für Menschen mit erschlaffter Haut am Oberarm, die durch Sport und Diät nicht mehr korrigierbar ist. Besonders nach massivem Gewichtsverlust (über 50 kg) oder im höheren Alter. Wichtig: Das Gewicht sollte seit mindestens 6-12 Monaten stabil sein.
Wichtigste Kontraindikationen: Aktives Rauchen (massiv erhöhtes Risiko für Wundheilungsstörungen), starkes Übergewicht (BMI über 30), unkontrollierte chronische Erkrankungen wie Diabetes. Rauchstopp mindestens 4-6 Wochen vor und nach der Operation zwingend erforderlich.
Dauer & Kosten: 1,5-5 Stunden in Vollnarkose, meist 1-2 Tage Klinikaufenthalt. Kosten: 5.000-8.000 Euro (Selbstzahler). Kostenübernahme durch Krankenkasse nur bei nachweisbarer medizinischer Notwendigkeit (z.B. chronische Hautentzündungen trotz Behandlung).
Ergebnis: Dauerhaft straffere Oberarmkontur. Die Narbe verläuft entlang der Innenseite des Oberarms und ist bei herabhängendem Arm meist nicht sichtbar. Vollständige Narbenreifung nach 6-12 Monaten.
Mit dem Alter verliert die Haut an Elastizität. Ist die Elastizitätsgrenze erreicht, zeigen sich an den Oberarmen Hautüberschüsse, die weder durch Diät noch durch Sport beseitigt werden können – in diesem Fall hilft meist nur eine operative Oberarmstraffung (Brachioplastik). Besonders ausgeprägt zeigt sich dieser Effekt nach starker Gewichtsreduktion. Das Durchhängen macht sich vor allem an der Unterseite des Oberarms im Bereich des Trizeps-Muskels bemerkbar (sogenannte „Winkearme" oder „Fledermausflügel").
Bei Menschen, die massiv an Gewicht verloren haben – oft nach bariatrischen Eingriffen wie Magenbypass oder Schlauchmagen – verbleibt häufig ein ausgeprägter Hautüberschuss, der die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen kann. Neben dem ästhetischen Aspekt können auch medizinische Probleme auftreten: In den tiefen Hautfalten bildet sich ein feucht-warmes Milieu, das zu chronischen Hautentzündungen (Intertrigo), Pilzinfektionen oder Ekzemen führen kann.
Eine Oberarmstraffung ist in den meisten Fällen ein ästhetischer Eingriff. Bei einem lokalisierten Fettüberschuss mit noch relativ elastischer Haut ist eine Oberarmstraffung nicht notwendig. An dieser Stelle ist die Fettabsaugung (Liposuktion) eine geeignete Maßnahme. Ist das überschüssige Haut- und Unterhautgewebe jedoch zu ausgeprägt, kann nur noch eine operative Oberarmstraffung (Brachioplastik) helfen.
Straffungsoperationen werden häufig mit der Absaugung lokaler Fettdepots kombiniert, um ein optimales, ästhetisches Ergebnis zu erzielen.
Nach Teimourian und Malekzadeh kann das Ausmaß der Erschlaffung in vier Stadien eingeteilt werden. Diese Einteilung hilft dabei, die richtige Behandlungsmethode zu wählen:
Bei einer Oberarmstraffung wird überschüssige, schlaffe Haut und unter der Haut liegendes Weichteilgewebe an den Oberarmen operativ entfernt, um die Arme zu straffen. Folgende Ziele sollen damit erreicht werden:
Ein idealer Kandidat für die Oberarmstraffung weist ein stabiles Körpergewicht auf, das idealerweise seit mindestens sechs bis zwölf Monaten konstant ist. Die psychische Stabilität und eine realistische Erwartungshaltung sind essenziell, da die Operation zwangsläufig mit sichtbaren Narben verbunden ist.
Besonders geeignet sind Sie, wenn:
Die Sicherheit des Patienten steht an erster Stelle. Bestimmte Faktoren erhöhen das Risiko für Wundheilungsstörungen und Komplikationen erheblich:
Eine sorgfältige Vorbereitung minimiert das Risiko und optimiert das Ergebnis. Die Planung beginnt bereits Wochen vor dem eigentlichen Eingriff.
Bei einem vor der Operation stattfindenden Gespräch klärt der Arzt über mögliche Risiken auf. Er bespricht mit dem Patienten auch, welche Ergebnisse realistisch sind, um falsche Vorstellungen und damit Enttäuschungen zu vermeiden. Der Chirurg beurteilt die Hautqualität und prüft, ob der Hautüberschuss oder das subkutane Fettgewebe im Vordergrund steht. Ein zentrales Instrument ist der "Zwei-Finger-Klemmgriff", mit dem das Ausmaß des zu entfenenden Gewebes unter Berücksichtigung der verbleibenden Hautspannung simuliert wird.
Der Arzt legt fest, welche Medikamente vor und nach der Operation nicht mehr eingenommen werden dürfen. Wie bei jeder Operation sollten Sie bestimmte Handlungsvorgaben beachten:
Generell sollten verschreibungspflichtige Medikamente erst nach Rücksprache mit dem Arzt und nicht auf eigene Verantwortung abgesetzt werden. Aus diesem Grund ist es im Vorgespräch wichtig, dem Arzt alle ärztlich und selbst verordneten Medikamente anzugeben.
Die chirurgische Technik der Brachioplastik muss individuell an den anatomischen Befund angepasst werden. Es existiert kein einheitliches Verfahren, das für alle Patienten gleichermaßen geeignet ist.
Narben: Je nach Befund wird an den Oberarminnenseiten und in der Achselhöhle überschüssiges Haut- und Fettgewebe spindel- oder sichelförmig entfernt. Die Schnitte werden so gemacht, dass man die Narben später kaum sieht. Sie sind dann an der Innenseite des Arms und in Richtung Achselhöhle. Bei großen Oberarmstraffungen ist es aber möglich, dass man die Narben sieht.
Eine reine Fettabsaugung (Liposuktion) ohne Hautentfernung mit dünnen Absaugkanülen ist bei kontraktionsfähiger Haut (Stadium 1 und eingeschränkt bei Stadium 2 nach Teimourian und Malekzadeh) möglich. Hängt die Haut bereits durch, sollte von einer reinen Fettabsaugung abgesehen werden, da dieser alleinige Eingriff den Effekt noch verstärken würde. Bei stärkeren Ausprägungsgraden muss die Haut und das Unterhautfettgewebe mit einem Skalpell entfernt werden (Dermolipektomie), oft in Kombination mit einer Fettabsaugung.
Die klassische Methode bei deutlicher Erschlaffung beinhaltet einen spindelförmigen Schnitt entlang der Innenseite des Oberarms. Die Schnittführung erfolgt idealerweise in der intermuskulären Furche zwischen dem Bizeps und Trizeps, um die Narbe so diskret wie möglich zu platzieren.
Bei Patienten nach massivem Gewichtsverlust reicht eine rein longitudinale Straffung oft nicht aus, da auch in der Achselhöhle und an der seitlichen Brustwand massive Hautüberschüsse bestehen. Hier kommt eine kombinierte Schnittführung zum Einsatz, die an ein „T" oder „L" erinnert.
Dieses Verfahren ist Patienten mit geringem bis moderatem Hautüberschuss vorbehalten, der primär im oberen Drittel des Oberarms lokalisiert ist. Durch einen halbmondförmigen Schnitt in der Achselhöhle wird das Gewebe nach oben gerafft.
Die moderne plastische Chirurgie kombiniert die Brachioplastik häufig mit einer Liposuktion (Fettabsaugung). In der Regel wird die Fettabsaugung zuerst durchgeführt, um das Gewebe zu lockern und die Kontur zu verfeinern. Bei jüngeren Patienten mit guter Hautqualität kann eine alleinige vibrationsassistierte Liposuktion (VAL) ausreichen, um durch die induzierte Geweberetraktion ein strafferes Erscheinungsbild zu erzielen.
Vor der Operation zeichnet der Operateur die Schnittführung ein. Dabei sitzen Sie und halten Ihren Arm in einem 90°-Winkel vom Körper weg. Die fotografische Dokumentation wird von einigen Operateuren zusätzlich angewendet.
Die Operation wird in der Regel stationär (im Krankenhaus) und in Vollnarkose durchgeführt. In manchen Kliniken wird sie inzwischen auch ambulant angeboten. Die notwendigen Voruntersuchungen werden am Vortag des Termins in der Klinik durchgeführt. Der Klinikaufenthalt dauert ein bis zwei Tage. Eine alleinige Fettabsaugung oder kleine Korrekturen können in örtlicher Betäubung (als sogenannte Tumeszenz-Lokalanästhesie) erfolgen.
Die Operation dauert etwa 1,5 bis 5 Stunden, abhängig vom Umfang des Eingriffs. Der Ablauf im Detail:
Nach der Operation wird ein leicht komprimierender Verband mit unterliegender Watteschicht angelegt.
Der Erfolg der Operation ist untrennbar mit einer konsequenten Nachbehandlung verbunden. Patienten tragen eine hohe Mitverantwortung für das Endergebnis.
Die ersten drei Tage nach der Operation müssen die Kompressionsbandagen getragen werden. Eine leichte Hochlagerung der Arme fördert das Abklingen von Schwellungen. Die ersten Tage sind geprägt von Schwellungen, Spannungsgefühlen und leichten bis mäßigen Schmerzen, die mit gängigen Analgetika gut kontrollierbar sind.
Narben benötigen sechs bis zwölf Monate, um vollständig zu verblassen. In den ersten 12 Monaten ist ein konsequenter Sonnenschutz (Lichtschutzfaktor 50+) unerlässlich, da UV-Strahlung zu dauerhaften Hyperpigmentierungen (dunkle Verfärbungen) führen kann. Direkte Sonnenbestrahlung der Narben sollte in den ersten sechs Monaten nach der Operation vermieden werden, da sich diese dadurch bräunlich verfärben können.
Spezielle Narbenpflaster oder Narbensalben können ab der dritten Woche die Heilung unterstützen und dazu beitragen, dass die Narben flach und unauffällig bleiben.
Keine Operation ist ohne Risiko. Auch bei größter Sorgfalt können während oder nach dem Eingriff Komplikationen auftreten. Die Brachioplastik gilt zwar als sicheres Verfahren, weist jedoch aufgrund der anatomischen Lage und der Gewebespannung spezifische Risiken auf.
Komplikationen, die häufiger vorkommen:
Weitere mögliche Komplikationen:
Die Oberarmstraffung muss gut überlegt sein. Oft kann man auch schon durch eine Fettabsaugung eine Verbesserung erzielen. Wenn die Haut aber ganz schlaff ist und herunterhängt, bleibt nichts anderes übrig, als einen Schnitt von der Achsel bis in den inneren Ellenbogenbereich zu führen und die gesamte überschüssige Haut zu entfernen.
Dabei werden oft große Hautareale entfernt, sodass gerade bei dieser Operation der Straffungseffekt sehr gut ist und lange anhält. Das Ergebnis ist dauerhaft – die entfernte Haut wächst nicht nach. Dennoch unterliegt auch der operierte Arm der weiteren natürlichen Alterung.
Nachteil der Operation kann eine störende Narbe im Bereich der Innenseite des Oberarmes sein. Wenn die Heilung gut ist, ist die Narbe kaum zu sehen. Wenn Sie eine Neigung zu schlechter Narbenheilung haben (Keloid), kann diese Narbe jedoch störend sein. Die Akzeptanz einer Narbe ist Grundvoraussetzung für Ihre Zufriedenheit mit dem Ergebnis.
Bei korrekter Patientenauswahl sind die Erfolgsaussichten gut. Wichtige Faktoren für ein optimales Langzeitergebnis sind:
Die Kosten sind abhängig von Art und Umfang des Eingriffs und von Klinik zu Klinik verschieden. Die Kosten setzen sich aus mehreren Komponenten zusammen: Chirurgenhonorar, Anästhesiekosten, Klinikaufenthalt, Materialien und Nachsorge.
In deutschen Großstädten wie Frankfurt am Main variieren die Preise erheblich. Eine klassische Brachioplastik beginnt bei etwa 5.000 Euro, kann aber je nach Komplexität und Reputation des Chirurgen 8.000 Euro oder mehr betragen.
Zusatzkosten: Sie sollten die Kosten für Kompressionswäsche (etwa 100-200 Euro) und gegebenenfalls erforderliche Lymphdrainagen (mehrere Sitzungen à 50-80 Euro) in Ihre Budgetplanung einbeziehen.
Finanzierung: Viele spezialisierte Kliniken arbeiten mit Finanzdienstleistern zusammen, um Ihnen eine Ratenzahlung über bis zu 72 Monate zu ermöglichen.
Wenn es sich um eine wiederherstellende Maßnahme nach einem Unfall oder ähnlichem handelt, übernimmt die Krankenkasse die Kosten. Wird die Operation auf Wunsch des Patienten aus ästhetischen Gründen gewünscht, müssen Sie die Kosten selbst tragen.
Die Kostenübernahme durch die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) ist jedoch ein komplexes Feld, das häufig juristischer Klärung bedarf. Eine Hautstraffung wird nur dann finanziert, wenn ein „krankheitswertiger Zustand" vorliegt – etwa bei massiven funktionellen Beeinträchtigungen.
Tipp für die Antragstellung: Eine fundierte Dokumentation funktioneller Beschwerden (z.B. Fotos von Hautentzündungen, dermatologische Befunde) und fachärztliche Belege über eine mindestens sechsmonatige erfolglose konservative Behandlung sind die wichtigsten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Antragstellung. Gewichtsstabilität seit mindestens 6-12 Monaten wird ebenfalls vorausgesetzt.
| Info | Antwort |
|---|---|
| OP-Dauer | 1,5 bis 5 Stunden (abhängig vom Umfang) |
| Narkose | Vollnarkose (bei kleinen Eingriffen Lokalanästhesie möglich) |
| Klinikaufenthalt | 1 bis 2 Tage, in manchen Kliniken auch ambulant |
| Narben | 10 bis 16 cm lang, entlang der Innenseite des Oberarms (bei herabhängendem Arm meist nicht sichtbar) |
| Schmerzen | Leicht bis mäßig, gut mit Schmerzmitteln kontrollierbar. Spannungsgefühl in den ersten Wochen normal. |
| Aktivitäten | Sport und körperliche Anstrengung: frühestens 4 Wochen nach OP Belastungsintensive Übungen (Hanteltraining): nach 6-8 Wochen Sauna oder Sonnenbestrahlung: frühestens 6 Monate nach OP |
| Arbeitsfähigkeit | Berufe ohne große körperliche Belastung: meist nach 7-14 Tagen Schwere körperliche Arbeit: frühestens nach 4-6 Wochen |
| Nachsorge | Kompressionsmieder (Bolero): 4 bis 6 Wochen Drainagen: Entfernung nach 1 bis 3 Tagen Fadenziehen: etwa 14 bis 21 Tage nach der OP Lymphdrainage: oft 4-8 Wochen empfohlen |
| Endergebnis sichtbar | Straffungseffekt sofort sichtbar, vollständige Narbenreifung nach 6-12 Monaten |
| Haltbarkeit | Dauerhaft (entfernte Haut wächst nicht nach), jedoch unterliegt der Arm weiterhin der natürlichen Alterung |
| Kosten | 5.000 bis 8.000 Euro (zuzüglich Kompressionswäsche und ggf. Lymphdrainage) |
| Kostenübernahme | Meist Selbstzahler. Krankenkasse nur bei nachgewiesener medizinischer Notwendigkeit (chronische Hautentzündungen, Entstellung, funktionelle Einschränkungen) |
| Mindestalter | Volljährigkeit. Erschlaffte Haut tritt meist erst ab dem 40.-65. Lebensjahr auf oder nach massivem Gewichtsverlust. |
| Wichtigste Voraussetzung | Stabiles Körpergewicht seit mindestens 6-12 Monaten, Nichtraucher oder Rauchstopp 4-6 Wochen vor/nach OP |
| Wichtigste Kontraindikation | Aktives Rauchen (massiv erhöhtes Risiko für Wundheilungsstörungen), BMI über 30, instabiles Körpergewicht |
Alfred Berger, Robert Hierner (Hrsg) – Plastische Chirurgie: Extremitäten. Berlin, Heidelberg, Springer-Verlag, 2009
Werner L. Mang – Tipps und Tricks für den ästhetisch-plastischen Chirurgen. Heidelberg, Springer Medizin Verlag, 2007
IGÄM e.V. (Internationale Gesellschaft für ästhetische Medizin) – Oberarmstraffung: https://igaem.de/informationen-fuer-patienten/oberarmstraffung/ (online, letzter Abruf: 20.08.2020)
aktualisiert am 28.01.2026