Was sind Gesichtsimplantate? Permanente Silikonkissen oder Hochleistungskunststoffe (PEEK), die unter die Haut eingesetzt werden, um die knöcherne Struktur des Gesichts dauerhaft zu verändern. Im Gegensatz zu Fillern (wie Hyaluronsäure), die nur temporär Volumen geben, verändern Implantate die fundamentale Architektur des Gesichtsschädels.
Für wen geeignet? Patienten mit genetisch bedingten Defiziten (fliehendes Kinn, flache Wangenknochen, abgeflachter Hinterkopf), altersbedingtem Knochenschwund ab dem 40.–50. Lebensjahr oder Asymmetrien nach Unfällen. Mindestalter: 18 Jahre (nach Abschluss des Knochenwachstums).
Wichtigste Materialien: Solides Silikon (Goldstandard für Kinn/Wange, leicht entfernbar), poröses Polyethylen/Medpor (wächst ins Gewebe ein, sehr stabil) und PEEK (High-End für Schädel und Kieferwinkel, knochenähnlich hart).
Dauer & Kosten: 1–3 Stunden, meist ambulant oder eine Nacht stationär. Kosten: Kinnimplantat ca. 3.500–5.500 €, komplexe PEEK-Implantate 8.000–15.000 € (Selbstzahler).
Ergebnis: Dauerhaft – die Implantate verbleiben lebenslang im Körper. Endgültiges Ergebnis nach 4–6 Monaten sichtbar, wenn alle Schwellungen abgeklungen sind.
Ein wohlgeformtes Gesicht gehört zu den wichtigsten Merkmalen der menschlichen Schönheit. Nach schweren Unfällen, aber auch durch angeborene Eigenschaften können die Gesichtskonturen unausgeglichen und asymmetrisch sein. Mit Gesichtsimplantaten kann die ästhetisch-plastische Chirurgie hier zu einem harmonischen Erscheinungsbild verhelfen. Die Vorgehensweise wird oft im Rahmen einer Profiloplastik (Profilkorrektur) eingesetzt – also der Harmonisierung der Gesichtsproportionen im Seitenprofil zwischen Stirn, Nase, Lippen und Kinn.
Im Gegensatz zu Fillern, etwa dem Unterspritzen mit Hyaluronsäure, führen Implantate zu einer dauerhaften Veränderung. Während Filler primär das Weichteilvolumen unter der Haut adressieren, zielen Gesichtsimplantate auf die fundamentale knöcherne Architektur ab. Sie verändern die skelettale Topographie permanent und bieten eine Lösung für strukturelle Defizite, die durch reine Weichteilmanipulation nicht korrigierbar wären.
Nicht nur die Gesichts- und Schädelkontur können verbessert werden. Vielfach wirken die Gesichter nach Einsetzen eines Implantates markanter, wunschgemäß weiblicher oder maskuliner und verjüngt. Straffungen oder Faceliftings können mit dem Eingriff kombiniert werden – Implantate wirken hier synergetisch, da sie das „Zeltgestänge" bilden, über das die Haut gespannt werden kann.

Die Kandidaten für Gesichtsimplantate lassen sich in drei Hauptgruppen einteilen:
Dies ist die häufigste Indikation im ästhetischen Bereich. Patienten weisen genetisch bedingte Defizite in der knöchernen Projektion auf:
Der Alterungsprozess betrifft nicht nur die Haut, sondern auch den Knochen. Ab dem 40. bis 50. Lebensjahr zieht sich der Ober- und Unterkiefer zurück. Gesichtsimplantate können hier einen „skelettalen Facelift-Effekt" erzielen: Durch das Aufpolstern der knöchernen Basis wird die darüberliegende Haut wieder unter Spannung gesetzt. Ein Facelift allein kann bei starkem Knochenschwund oft nicht das gewünschte Ergebnis erzielen.
Nach Unfällen mit Gesichtsfrakturen oder tumorbedingten Knochenentfernungen verbleiben oft Asymmetrien oder Konturdefekte. Hier kommen häufig maßgefertigte Implantate (Patient Specific Implants – PSI) zum Einsatz, um die exakte Spiegelung der gesunden Gegenseite wiederherzustellen.
Wichtig – Psychologische Eignung: Der Patient muss verstehen, dass Implantate eine Harmonisierung bewirken – keine komplette Identitätsveränderung. Bei Verdacht auf eine körperdysmorphe Störung (BDD), bei der Patienten eine verzerrte Wahrnehmung ihres Aussehens haben, ist eine Operation kontraindiziert.
Die Wahl des Implantatmaterials ist eine Entscheidung von lebenslanger Tragweite. In der modernen Praxis dominieren drei Hauptgruppen:
Silikon ist seit Jahrzehnten der „Goldstandard" für Kinn- und Wangenimplantate. Es handelt sich um ein glattes, nicht-poröses Elastomer. Da kein Gewebe einwächst, bildet der Körper eine dünne fibröse Kapsel um das Implantat.
Dieses Material besteht aus hochdichtem Polyethylen mit einer offenen Porenstruktur. Die Poren erlauben das Einwachsen von fibrovaskulärem Gewebe – das Implantat wird durchblutet und wird so integraler Bestandteil des Körpers.
PEEK repräsentiert die High-End-Lösung, insbesondere für komplexe Schädel- und Kieferwinkelrekonstruktionen. Es ist ein thermoplastischer Hochleistungskunststoff mit einem Elastizitätsmodul, der dem des menschlichen Knochens sehr ähnlich ist.
Die Vorbereitung beginnt Wochen vor dem Eingriff. Ziel ist die Minimierung von Blutungen, Infektionen und Anästhesierisiken.
Blutungen sind der Feind jeder Implantatchirurgie – ein Hämatom um ein Implantat ist ein idealer Nährboden für Bakterien:
Da viele Zugänge durch den Mund erfolgen, ist die Mundhygiene sehr wichtig:
Moderne Kliniken nutzen digitale Volumentomographie (DVT) oder CT-Scans zur Knochenanalyse. Mit 3D-Morphing-Technologien wie z.B. Crisalix können Sie das potenzielle Ergebnis am eigenen digitalen Zwilling sehen – dies hilft, unrealistische Erwartungen zu korrigieren und die genaue Implantatgröße festzulegen.
Gesichtsimplantat-Operationen dauern in der Regel zwischen 1 und 3 Stunden und werden meist ambulant oder kurzstationär (1 Nacht) durchgeführt.
Während kleinere Kinnimplantate im Dämmerschlaf (Analgosedierung) gesetzt werden können, erfordern komplexe Eingriffe wie Kieferwinkel- oder Hinterkopfimplantate eine Vollnarkose, um die Atemwege zu sichern und absolute Ruhe im Operationsfeld zu gewährleisten.
Der Schnitt erfolgt meist intraoral im Mundvorhof unterhalb der unteren Schneidezähne – dies vermeidet äußere Narben komplett. Alternativ ist ein kleiner Schnitt unter dem Kinn (submental) möglich, der präziser ist und das Infektionsrisiko durch Speichelbakterien senkt.
Der Chirurg hebt die Knochenhaut (Periost) vom Unterkieferknochen ab und schafft eine „subperiostale Tasche". Diese muss genau so groß wie das Implantat sein, damit es nicht verrutschen kann. Der Kinnnerv (Nervus mentalis), der für das Gefühl in der Unterlippe zuständig ist, wird identifiziert und geschont. Das Implantat wird oft mit kleinen Titanschrauben am Knochen befestigt.
Der Zugang erfolgt durch den Mund oberhalb der oberen Backenzähne. Das Implantat wird auf den Jochbeinkörper gesetzt. Die Symmetrie ist hier besonders schwer zu erreichen – präoperative Markierungen und 3D-geplante Implantate sind besonders wertvoll.
Silikonimplantate können durch kleinere Schnitte eingebracht werden, da sie faltbar sind. PEEK-Implantate (maßgefertigt) sind heute der Goldstandard – sie werden exakt nach CT-Scan gefräst und fühlen sich an wie echter Knochen. Der Schnitt wird oft zickzackförmig in der behaarten Kopfhaut geführt, um später im Haar zu verschwinden. Da hier eine große Ablösung erfolgt, sind Drainagen fast immer für 1–2 Tage notwendig.
Wie jeder chirurgische Eingriff bergen Gesichtsimplantate Risiken. Bei erfahrenen Operateuren sind diese Eingriffe jedoch Routine.
Dauerhafte Nervenschäden: Permanente Taubheit ist selten, aber möglich. Falls Beschwerden nicht zurückgehen, wenden Sie sich an den behandelnden Arzt.
Die Heilung verläuft in Phasen. Geduld ist essentiell, da das endgültige ästhetische Ergebnis oft erst nach Monaten sichtbar ist.
In den meisten Fällen lässt sich mit Gesichtsimplantaten eine deutliche Verbesserung der Gesichtskonturen erreichen. Die Effekte gehen über die reine Volumenvermehrung hinaus:
Die frisch operierten Personen müssen sich jedoch in Geduld üben: Bis das endgültige Ergebnis sichtbar wird, können mehrere Monate vergehen.
Die Wahl eines vertrauenswürdigen Operateurs entscheidet über den Erfolg. Ärzte mit einer zertifizierten Zusatzausbildung und viel Erfahrung sorgen für eine optimale Behandlung.
Checkliste für das Beratungsgespräch: Fragen Sie nach: Wie viele Implantat-Eingriffe führt der Arzt pro Jahr durch? Kann er Vorher-Nachher-Bilder eigener Patienten zeigen? Wird 3D-Planung (z.B. Crisalix oder VECTRA) angeboten? Operiert er in einer Klinik mit hohen Hygienestandards?
Die Kosten variieren stark je nach Aufwand, Material und Operateur:
Ästhetische Implantate sind reine Selbstzahlerleistungen. Eine Kostenübernahme durch die Krankenkasse ist nur bei schweren entstellenden Deformitäten nach Unfällen oder Fehlbildungen denkbar, jedoch selten.
Folgekostenversicherung: Da Komplikationen bei ästhetischen OPs nicht von der gesetzlichen Kasse gedeckt sind, wird der Abschluss einer Folgekostenversicherung (z.B. für 1–3 Jahre) empfohlen.
| Info | Antwort |
|---|---|
| OP-Dauer | 1 bis 3 Stunden |
| Narkose | Lokale Betäubung oder Vollnarkose (je nach Umfang) |
| Klinikaufenthalt | Ambulant oder maximal 1 Tag stationär |
| Materialien | Solides Silikon, poröses Polyethylen (Medpor), PEEK |
| Narben | Meist unsichtbar (intraoral) oder an unauffälliger Stelle (unter dem Kinn, in der Kopfhaut) |
| Schmerzen | Moderat, gut mit Schmerzmitteln kontrollierbar |
| Aktivitäten | Leichtes Cardio nach 2–3 Wochen, Kraftsport/Kontaktsport nach 6 Wochen bis 3 Monaten |
| Arbeits-/Gesellschaftsfähigkeit | Nach etwa 1–2 Wochen |
| Ernährung | Weiche, kühle Kost für ca. 1 Woche (bei intraoralen Schnitten) |
| Nachsorge | Kompressionsverband 5–7 Tage, Fädenziehen nach 7–10 Tagen (extern), Mundspülungen bei intraoralen Schnitten |
| Endergebnis sichtbar | Nach 4–6 Monaten (vollständige Abschwellung) |
| Haltbarkeit | Dauerhaft (lebenslang) |
| Kosten | Kinn: 3.500–5.500 €, PEEK/Custom: 8.000–15.000 € (Selbstzahler) |
| Mindestalter | 18 Jahre (nach Abschluss des Knochenwachstums) |
| Wichtigste Kontraindikation | Körperdysmorphe Störung (BDD), aktive Infektionen im Mundbereich |
Gesichtsimplantate sind ein dauerhafter, nicht einfach rückgängig zu machender Eingriff – insbesondere bei porösen Materialien (Medpor), die fest ins Gewebe einwachsen. Eine sorgfältige Abwägung und realistische Erwartungen sind Grundvoraussetzungen für Ihre Zufriedenheit.
Nehmen Sie sich Zeit für Ihre Entscheidung:
Ein seriöser Arzt wird Sie auch von der Operation abraten, wenn er sie für ungeeignet hält. Das ist ein Zeichen von Qualität und Erfahrung.
aktualisiert am 12.01.2026