Was ist eine Bauchnabelkorrektur? Ein chirurgischer Eingriff zur Formveränderung, Rekonstruktion oder Neupositionierung des Nabels. Der Bauchnabel bildet das optische Zentrum der Bauchdecke – seine Form beeinflusst maßgeblich das ästhetische Gesamtbild des Bauches.
Für wen geeignet? Für Patienten mit vorstehendem Nabel (sogenannter „Outie“), verformtem Nabel nach Schwangerschaft oder Gewichtsverlust, Piercing-Schäden, Nabelhernien oder unschönen Narben nach Bauchoperationen.
Wichtigste Risiken: Gewebeabsterben (Nekrose) durch gestörte Durchblutung, Narbenprobleme wie Keloide oder Verengungen sowie vorübergehende Taubheitsgefühle. Rauchen erhöht das Komplikationsrisiko erheblich.
Dauer & Kosten: 30 Minuten bis 1,5 Stunden, meist ambulant in örtlicher Betäubung. Kosten: ca. 1.000–2.000 Euro für isolierte Korrektur, 6.500–9.100 Euro bei Kombination mit Bauchdeckenstraffung (Selbstzahler).
Ergebnis: Dauerhaft – eine runde bis vertikal-ovale, leicht eingesenkte Nabelform, die jugendlich und natürlich wirkt.
In den letzten Jahren ist bei Frauen (seltener bei Männern) der Wunsch nach einem wohlgeformten Bauchnabel deutlich gestiegen. Das ist sicher auch ein Resultat der freizügigeren Mode: Sich bauchfrei zu präsentieren und dabei vielleicht ein Bauchnabelpiercing zu tragen, ist in warmen Sommertagen eher die Regel als die Ausnahme.
Der Bauchnabel ist anatomisch betrachtet lediglich das Relikt der abgeheilten Narbe nach der Durchtrennung der Nabelschnur. Dennoch fungiert er als zentraler ästhetischer Ankerpunkt der Bauchwand. Ein unvorteilhaft geformter, asymmetrischer oder hervorstehender Nabel kann das visuelle Gesamtbild des Abdomens erheblich beeinträchtigen – selbst wenn die restliche Bauchkontur straff ist.
Die Beweggründe für eine Bauchnabelkorrektur (medizinisch: Umbilicoplastik oder Nabelplastik) sind vielfältig. Sie lassen sich in ästhetische, funktionelle und rekonstruktive Kategorien unterteilen, wobei häufig eine Kombination verschiedener Faktoren vorliegt.
Besonders geeignet sind Sie, wenn:
Bei nachlassender Hautelastizität mit zunehmendem Alter, nach einer ausgedehnten Fettabsaugung der oberen Bauchhälfte oder nach einer Schwangerschaft sind viele Frauen mit der Form ihres Bauchnabels unzufrieden. Häufig soll ein vorstehender Bauchnabel korrigiert werden, der im Englischen als „Outie“ bezeichnet wird. Ein solcher Nabel wird oft mit pathologischen Zuständen wie Nabelhernien assoziiert und entspricht selten dem ästhetischen Ideal.
Das ästhetische Ideal: Studien zeigen, dass eine vertikal-ovale oder mandelförmige Nabelform universell als attraktiver empfunden wird. Der ideale Nabel liegt exakt in der Körpermitte (Medianlinie), ist moderat eingesenkt und besitzt am oberen Rand eine leichte Hautfalte („Superior Hooding“). Eine horizontale oder kreisrunde Form wird oft als Zeichen von Alterung wahrgenommen.
Neben rein ästhetischen Wünschen gibt es auch medizinische Indikationen, die eine Korrektur erforderlich machen können.
Eine Nabelhernie (Umbilikalhernie) entsteht durch einen Defekt in der Bauchwandfaszie, durch den Bauchinhalt – meist präperitoneales Fett oder Darmschlingen – vorfallen kann. Bei Erwachsenen heilen diese Brüche nicht von selbst aus und bergen das Risiko einer Inkarzeration (Einklemmung), die einen chirurgischen Notfall darstellt. Kleine Bruchpforten unter 2 cm werden meist mittels direkter Naht verschlossen, bei größeren Defekten oder Rezidiven wird ein synthetisches Netz zur Verstärkung eingelegt.
Eine chronische Omphalitis (Nabelentzündung) kann entstehen, wenn tiefe oder deformierte Nabel schwer zu reinigen sind. Die Ansammlung von Hautschuppen und Schweiß begünstigt wiederkehrende Infektionen und Geruchsbildung. Eine chirurgische Korrektur der Nabelform kann hier dauerhafte Abhilfe schaffen.
Eine gute Vorbereitung ist essenziell, um die Sicherheit zu gewährleisten und das Komplikationsrisiko zu minimieren. In einem ausführlichen Arzt-Patienten-Gespräch werden Ihre Wünsche besprochen, die Anatomie analysiert und realistische Ergebnisse definiert.
Vor dem Eingriff erfolgt eine detaillierte körperliche Untersuchung, um versteckte Hernien oder Durchblutungsstörungen zu erkennen. Bei Verdacht auf eine Hernie wird standardmäßig eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt. In komplexeren Fällen, etwa bei Rezidiven oder nach mehreren Voroperationen, können eine Computertomographie (CT) oder Kernspintomographie (MRT) notwendig sein.
So verhalten Sie sich vor der Operation richtig:
Warum der Rauchverzicht so wichtig ist: Die Blutversorgung des Nabels erfolgt über zwei Wege: oberflächlich durch das Gefäßnetz der Bauchhaut und tief durch Gefäße, die durch den Nabelstiel ziehen. Bei der Operation wird der Nabel häufig von der oberflächlichen Versorgung getrennt und ist dann ausschließlich auf die tiefe Durchblutung angewiesen. Rauchen führt zu einer Verengung dieser kleinen Gefäße, was das Risiko für Gewebeabsterben (Nekrose) drastisch erhöht.
Die Wahl der Operationsmethode richtet sich nach dem individuellen Befund. Die Chirurgie unterscheidet zwischen isolierten Korrekturen und solchen, die mit größeren Straffungsoperationen, insbesondere der Bauchdeckenstraffung, stehen.
Dieser Eingriff wird meist ambulant und in örtlicher Betäubung durchgeführt. Die Operation dauert je nach Umfang zwischen 30 Minuten und 1,5 Stunden.
Bei einem vorstehenden Nabel führt der Chirurg einen halbkreisförmigen oder kreisförmigen Schnitt am inneren Rand des Nabels durch. Überschüssiges Gewebe wird entfernt, und der Nabelboden wird mit tiefen, selbstauflösenden Nähten direkt an der Faszie (Bindegewebsschicht) der Bauchwand fixiert. Dadurch entsteht die gewünschte natürliche Einziehung.
Wenn der Nabel zu breit oder zu groß ist, können kleine Hautkeile entfernt werden. Die Kunst besteht darin, die Narben so tief im Nabeltrichter zu platzieren, dass sie nach der Heilung unsichtbar sind.
Ist nach Unfällen oder Voroperationen kein Nabel mehr vorhanden, kommen lokale Lappenplastiken zum Einsatz. Hierbei wird aus der umgebenden Haut eine kleine Vertiefung geformt, die durch Fixationsnähte in die Tiefe gezogen wird, um die Illusion eines natürlichen Nabels zu erzeugen.
In der Mehrzahl der Fälle ist die Nabelkorrektur Teil einer Bauchdeckenstraffung (Abdominoplastik). Bei diesem größeren Eingriff wird der Nabel als „Insel“ auf seinem ernährenden Stiel belassen, während die gesamte Bauchhaut bis zum Rippenbogen gelöst wird. Nachdem die überschüssige Haut am Unterbauch entfernt wurde, wird die verbleibende Haut nach unten gestrafft. An der ästhetisch korrekten Position wird eine neue Öffnung geschaffen, durch die der Nabel durchgeführt und fein vernäht wird.
Prinzipiell kann eine Bauchnabelkorrektur auch mit anderen Eingriffen kombiniert werden, etwa mit einer Fettabsaugung (Liposuktion) im Bereich des Nabels und der Taille, um das Relief zu verbessern und den Nabel besser zu betonen.
Wie jeder chirurgische Eingriff birgt auch die Bauchnabelkorrektur spezifische Risiken, über die Sie im Vorfeld umfassend aufgeklärt werden müssen.
Die gefürchtetste Komplikation: Gewebeabsterben (Nekrose)
Das Absterben von Gewebe im Nabelbereich entsteht durch eine mangelhafte Blutversorgung. Risikofaktoren sind zu hohe Spannung beim Vernähen, Rauchen oder eine Verletzung des Nabelstiels. Besonders gefährdet sind Patienten, die bereits Voroperationen im Nabelbereich hatten (z.B. laparoskopische Eingriffe), da diese die tiefe Blutversorgung bereits kompromittiert haben können. Kleinere oberflächliche Nekrosen können oft konservativ unter regelmäßigen Verbandswechseln ausheilen.
Narbenprobleme
Bei einer Bauchnabelkorrektur entsteht eine Narbe im Bereich des Nabels. Bei Menschen mit entsprechender Veranlagung kann es zu einer überschießenden Narbenbildung kommen (Keloid oder hypertrophe Narbe). Im engen Nabeltrichter kann dies zu einer Stenose (Verengung) führen. In extremen Fällen kann die Nabelöffnung fast vollständig zuwachsen, was eine operative Erweiterung erforderlich macht. Zur Vorbeugung werden manchmal kleine Platzhalter während der Heilung getragen.
Allgemeine chirurgische Risiken
Nachblutungen und Infektionen sind selten, aber möglich. Ein Serom (Wundwasseransammlung) unter der Bauchhaut kann nach größeren Straffungen auftreten und muss eventuell punktiert werden. Temporäre Taubheitsgefühle um den Nabel sind normal und resultieren aus der Durchtrennung kleiner Hautnerven – sie klingen meist nach 3 bis 6 Monaten ab.
Wichtig: Bevor Sie sich für eine Bauchnabelkorrektur entscheiden, müssen Sie das Risiko einer ungünstigen Narbenbildung kennen. Besprechen Sie Ihre individuelle Veranlagung und frühere Erfahrungen mit Narben ausführlich mit Ihrem Chirurgen.
Der Erfolg einer Bauchnabelkorrektur hängt maßgeblich von der Disziplin in der Erholungsphase ab. Die meisten Patienten können am Operationstag bereits wieder leichte Alltagstätigkeiten aufnehmen.
Bereits am ersten Tag nach der Operation ist eine sanfte Bewegung zur Thromboseprophylaxe wichtig. Duschen ist in der Regel ab dem zweiten oder dritten Tag wieder möglich, wobei der Wundbereich nur vorsichtig abgetupft werden sollte. Sofern nicht selbstauflösende Fäden verwendet wurden, erfolgt die Fadenentfernung nach etwa 8 bis 14 Tagen.
Bei einer einfachen Bauchnabelkorrektur wird ein kleiner Verband angelegt. Wenn eine Bauchdeckenstraffung erfolgt ist, dann ist das Tragen eines Kompressionsmieders oder einer Bauchbinde für 4 bis 8 Wochen wichtig. Dies reduziert Schwellungen, unterstützt die Anlagerung der Haut an die darunter liegenden Schichten und entlastet die Narben.
| Zeitraum nach OP | Erlaubte Aktivitäten | Einschränkungen |
|---|---|---|
| Woche 1–2 | Leichte Alltagsaktivitäten, Spaziergänge | Kein Heben über 5 kg, kein Sport |
| Woche 3–4 | Bürotätigkeit, leichte Belastung bis 10 kg | Keine Bauchmuskelübungen, keine Sauna |
| Woche 6–8 | Leichter Sport (Radfahren, Schwimmen) | Vollbelastung erst nach Rücksprache |
| Ab Monat 3 | Intensiver Sport, Krafttraining | Narben müssen vor Sonne geschützt werden |
Die Narbenpflege mit silikonhaltigen Gelen oder speziellen Massagen sollte ab der 6. Woche beginnen, um eine weiche und blasse Narbe zu fördern. Es kann bis zu einem Jahr dauern, bis die Narben vollständig ausgereift sind und ihre endgültige Farbe angenommen haben. Konsequenter Sonnenschutz (LSF 50+) ist in dieser Zeit obligatorisch, um eine dauerhafte Verfärbung der Narbe zu verhindern.
Das Ergebnis der Operation ist in den meisten Fällen dauerhaft. Ziel ist eine runde bis vertikal-ovale Form, die den Bauchnabel jugendlich erscheinen lässt und sich harmonisch in die Bauchdecke einfügt. Während einer Schwangerschaft oder bei starkem Gewichtszuwachs kann sich der Bauchnabel natürlich wieder verformen.
Die Kosten für eine Bauchnabelkorrektur hängen stark vom Aufwand und dem gewählten Klinikstandort ab. Da es sich um einen individuellen Eingriff handelt, variieren die Preise erheblich.
| Standort | Eingriffstyp | Durchschnittskosten | Inklusive Leistungen |
|---|---|---|---|
| Deutschland | Isolierte Nabelkorrektur | 1.000–2.000 € | OP, Anästhesie, Nachsorge |
| Deutschland | Große Bauchdeckenstraffung (inkl. Nabel) | 6.500–9.100 € | Klinikaufenthalt, Mieder |
| Schweiz | Isolierte Nabelkorrektur | ab 3.000 CHF | Beratung, OP, Kontrollen |
Viele Patienten nutzen Finanzierungsmodelle wie medipay oder Medkred, um die Kosten in monatlichen Raten zu begleichen.
In der Regel wird eine ästhetische Korrektur nicht von der Versicherung bezahlt. Es gibt jedoch Ausnahmen bei medizinischer Notwendigkeit:
Eine Bauchnabelkorrektur sollte von spezialisierten Fachärzten durchgeführt werden:
Die Operation erfordert ein hohes Maß an chirurgischem Geschick und anatomischem Verständnis, insbesondere um die Blutversorgung des Nabels zu sichern. Bei der Arztwahl sollte nicht der Preis, sondern die Spezialisierung und Erfahrung entscheidend sein. Achten Sie auf nachweisbare Expertise (Vorher-Nachher-Bilder, Patientenbewertungen) und eine ausführliche Aufklärung über Risiken.
| Info | Antwort |
|---|---|
| OP-Dauer | 30 Minuten bis 1,5 Stunden (je nach Umfang) |
| Narkose | Örtliche Betäubung; bei größeren Eingriffen Dämmerschlaf oder Vollnarkose |
| Klinikaufenthalt | Meist ambulant; bei Bauchdeckenstraffung 1–3 Nächte stationär |
| Narben | Im Nabeltrichter versteckt, bei korrekter Technik kaum sichtbar |
| Schmerzen | Gering bis mäßig, gut mit Schmerzmitteln kontrollierbar |
| Aktivitäten | Leichter Sport nach 6–8 Wochen, Vollbelastung ab Monat 3 |
| Arbeits-/Gesellschaftsfähigkeit | Bei isolierter Korrektur meist am selben Tag oder nach wenigen Tagen |
| Kompression | Bauchbinde oder Mieder für 4–8 Wochen |
| Nachsorge | Fädenziehen nach 8–14 Tagen, Narbenpflege ab Woche 6, Sonnenschutz für 12 Monate |
| Endergebnis sichtbar | Sofort erkennbar, vollständige Narbenreifung nach 6–12 Monaten |
| Haltbarkeit | Dauerhaft (kann sich bei Schwangerschaft oder starkem Gewichtszuwachs verändern) |
| Kosten (isoliert) | 1.000–2.000 Euro (Selbstzahler) |
| Kosten (mit Bauchstraffung) | 6.500–9.100 Euro (Selbstzahler) |
| Kassenleistung | Nur bei medizinischer Indikation (z.B. Nabelhernie) |
| Wichtigste Kontraindikation | Aktives Rauchen (erhöht Nekroserisiko massiv) |
Eine Bauchnabelkorrektur hinterlässt eine Narbe im Nabelbereich. Bei optimaler Heilung und korrekter Operationstechnik ist diese kaum sichtbar – bei manchen Menschen kann sie jedoch auffälliger ausfallen. Die Akzeptanz dieser Möglichkeit ist Grundvoraussetzung für Ihre Zufriedenheit.
aktualisiert am 02.02.2026