Was ist Mikrodermabrasion? Ein schonendes mechanisches Peeling, bei dem die oberste Hautschicht kontrolliert abgetragen wird. Die Haut erneuert sich danach schneller und sieht frischer aus.
Für wen geeignet? Für alle Hauttypen – besonders bei großen Poren, feinen Fältchen, Aknenarben, Pigmentflecken oder fahlem Teint.
Wichtig zu wissen: Bei aktiven Hautentzündungen, Rosazea oder während einer Isotretinoin-Therapie darf die Behandlung nicht durchgeführt werden.
Dauer & Kosten: Eine Sitzung dauert etwa 60 Minuten und kostet zwischen 80 und 150 Euro. In der Regel sind 6 bis 10 Sitzungen sinnvoll.
Alternative: Je nach Hautzustand kann auch ein Dermabrasion-Verfahren, ein Hydrafacial oder Microneedling in Frage kommen.
Bei der Mikrodermabrasion werden die oberen Hautschichten mechanisch abgetragen – genauer gesagt das sogenannte Stratum corneum, also die äußerste Hornschicht der Haut. Im Vergleich zur klassischen Dermabrasion, die tiefer ins Gewebe reicht und oft eine Betäubung erfordert, ist die Mikrodermabrasion deutlich sanfter. Sie gilt als minimalinvasiv, ist schmerzfrei und erfordert weder eine Narkose noch eine örtliche Betäubung.
Das Ergebnis: Die Haut wird zur Erneuerung angeregt, die Zellteilung in den tieferen Schichten beschleunigt sich, und der Teint wirkt spürbar frischer. Viele Patientinnen und Patienten beschreiben einen sichtbaren „Glow“ bereits nach der ersten Sitzung.
Das Prinzip lässt sich mit Sandstrahlen vergleichen. Ein spezielles Handstück gibt kleine Partikel mit hoher Geschwindigkeit auf die Haut ab, während ein Vakuumsystem die Partikel zusammen mit den abgetragenen Hautzellen sofort wieder absaugt. Chemische Wirkstoffe kommen dabei nicht zum Einsatz.
In der Praxis gibt es zwei gängige Varianten:
Hierbei werden feine Kristalle – meist aus Aluminiumoxid – auf die Haut gestrahlt (Kirstallabrasion). Sie lösen die Verbindungen zwischen den abgestorbenen Hautzellen und werden anschließend zusammen mit dem abgetragenen Material abgesaugt. Die Intensität lässt sich über die Menge der Kristalle und die Stärke des Vakuums steuern.
Bei dieser Variante trägt ein diamantbesetzter Schleifkopf die Hornschicht direkt durch Reibung ab (Diamantabrasion). Es fliegen also keine losen Partikel umher, was diese Methode besonders gut für empfindliche Bereiche wie die Augenpartie oder die Nasenflügel geeignet macht. Die Behandlungsstärke wird über verschiedene Aufsatzkörnungen und den Vakuumdruck angepasst.
Das Vakuum erfüllt übrigens eine doppelte Funktion: Es entfernt den abgetragenen Hautschmutz und regt gleichzeitig die Durchblutung an. Dadurch werden die Hautzellen besser mit Nährstoffen versorgt.

Die Mikrodermabrasion ist mehr als nur ein oberflächliches Peeling. Durch das Abtragen der Hornschicht erhöht sich vorübergehend der Wasserverlust über die Haut. Die Haut reagiert darauf sofort: Die Zellen in der Basalschicht – der untersten Schicht der Oberhaut – teilen sich schneller, um die Barriere wiederherzustellen.
Gleichzeitig werden auch tiefere Hautschichten aktiviert. Die sogenannten Fibroblasten (Bindegewebszellen in der Lederhaut) bilden vermehrt Kollagen und Elastin. Das sind die Eiweiße, die der Haut ihre Festigkeit und Elastizität geben. Studien zeigen, dass nach mehreren Sitzungen sowohl die Hautdicke als auch die Kollagendichte zunehmen. Das erklärt, warum die Haut mit der Zeit straffer und glätter wird.
Außerdem verteilen sich die Pigmentzellen (Melanosomen) in der Basalschicht gleichmäßiger. Deshalb hilft die Behandlung auch bei einem ungleichmäßigen Hautton oder Pigmentflecken.
Eine Mikrodermabrasion ist nicht nur im Gesicht möglich. Die Behandlung eignet sich auch für Hals, Dekolleté, Oberarme, Bauch, Oberschenkel und Rücken. Je nach Körperregion stehen unterschiedliche Ziele im Vordergrund:
Darüber hinaus kann die Mikrodermabrasion bei Cellulite, Altersflecken und verhornter Haut gute Ergebnisse erzielen. Nicht immer lassen sich alle Probleme vollständig beseitigen – aber eine sichtbare Verbesserung ist in den meisten Fällen realistisch.
In der Regel sind sechs bis zehn Mikrodermabrasion-Sitzungen sinnvoll. Die ersten vier Behandlungen finden idealerweise im Abstand von einer Woche statt, die weiteren dann im Abstand von etwa einem Monat. Wie viele Sitzungen tatsächlich nötig sind, hängt von Ihrem Hauttyp, der Größe des Behandlungsareals und der Art des Hautproblems ab.
Gut zu wissen: Der „Glow“ und ein spürbar glatteres Hautgefühl sind oft schon nach der ersten Behandlung da. Langfristige Verbesserungen – etwa bei Narben oder Faltentiefe – brauchen dagegen etwas Geduld und eine konsequente Behandlungsserie.
Die Mikrodermabrasion kann verschiedene Effekte erzielen:
Gerade der letzte Punkt ist medizinisch interessant: Weil die Hornschicht als Barriere wegfällt, können Cremes, Seren und Wirkstoffe wie Hyaluronsäure oder Vitamin C deutlich tiefer in die Haut eindringen. Forschungsergebnisse zeigen, dass die Hautdurchlässigkeit nach einer Mikrodermabrasion um das 10- bis 100-Fache steigen kann.
Ja, und genau das ist einer der größten Vorteile. Da die Hornschicht nach der Behandlung dünner ist, dringen Wirkstoffe besser ein. In der Praxis wird die Mikrodermabrasion deshalb häufig mit anderen Verfahren kombiniert:
Ultraschall (Phonophorese): Die Kombination mit Ultraschall ermöglicht es, Wirkstoffe wie Hyaluronsäure oder Antioxidantien noch tiefer ins Gewebe einzuschleusen. Während die Mikrodermabrasion die Oberfläche öffnet, lockert der Ultraschall die Zwischenräume der Hautzellen auf.
Medizinische Anwendungen: In der Forschung wird die Mikrodermabrasion auch als Vorbereitung für die Aufnahme von Medikamenten untersucht. Substanzen wie Vitamin C oder Lidocain können nach einer Vorbehandlung deutlich besser über die Haut aufgenommen werden.
Obwohl die Behandlung als schonend und sicher gilt, gibt es Situationen, in denen Sie darauf verzichten sollten. Ihr Arzt oder Ihre Kosmetikerin wird das im Vorgespräch abklären.
Bei aktiven Hautinfektionen darf nicht behandelt werden. Das betrifft vor allem Herpes-Simplex-Ausbrüche – die mechanische Reizung kann die Viren großflächig verteilen. Auch bei eitriger Akne (Pusteln), bakteriellen Infektionen wie Impetigo oder viralen Warzen ist eine Mikrodermabrasion tabu, weil sich die Erreger sonst ausbreiten könnten.
Patienten mit Rosazea sollten die Mikrodermabrasion meiden. Das Vakuum kann die erweiterten Äderchen (Teleangiektasien) verstärken und Schübe auslösen. Bei Neurodermitis oder Schuppenflechte im akuten Schub ist die Behandlung im betroffenen Bereich ebenfalls nicht geeignet. Wer in der Vergangenheit an Hautkrebs erkrankt ist, sollte vorab ärztlichen Rat einholen.
Wenn Sie orale Retinoide einnehmen (zum Beispiel Isotretinoin bei schwerer Akne), muss zwischen dem Ende der Einnahme und einer Mikrodermabrasion eine Pause von mindestens 6 bis 12 Monaten liegen. Diese Medikamente verändern die Hautstruktur und verlangsamen die Wundheilung. Auch eine langfristige Behandlung mit Kortison kann die Haut so dünn machen, dass eine Mikrodermabrasion ein erhöhtes Verletzungsrisiko mit sich bringt.
Wichtig zu wissen: Informieren Sie Ihren Behandler immer über alle Medikamente, die Sie einnehmen – auch Cremes und Salben. Nur so kann die Behandlung sicher geplant werden.
Bei fachgerechter Durchführung treten schwere Komplikationen nur selten auf. Trotzdem sollten Sie wissen, was passieren kann.
Normale Reaktionen nach der Behandlung: Leichte Rötungen, ein Wärmegefühl und ein Spannungsgefühl auf der Haut sind ganz normal. Diese Symptome klingen in der Regel innerhalb von 2 bis 24 Stunden ab. Gelegentlich schält sich die Haut leicht – das gehört zum Erneuerungsprozess dazu.
Generell sollten Sie sich darauf einstellen, dass sich das Hautbild direkt nach der Behandlung erst einmal leicht verschlechtern kann. Wer die Mikrodermabrasion gegen Unreinheiten einsetzt, wird möglicherweise zunächst noch mehr Unreinheiten bemerken, bevor sich das Bild deutlich verbessert.
Seltene Komplikationen: Wird mit zu hohem Druck oder zu lange auf einer Stelle gearbeitet, können kleine punktförmige Blutungen (Petechien), Blutergüsse oder oberflächliche Abschürfungen auftreten. Wird zu viel Haut abgetragen, sind im Extremfall Narben möglich. Wenn sich Hautdrüsen nach der Sitzung verschließen, können sich Zysten bilden, die unter Umständen operativ entfernt werden müssen.
Ein Risiko, das sich leicht vermeiden lässt: Wer nach der Behandlung keinen Sonnenschutz verwendet, riskiert sogenannte postinflammatorische Hyperpigmentierungen – also dunkle Flecken an den behandelten Stellen.
Eine professionelle Mikrodermabrasion folgt einem festen Ablauf. So wissen Sie, was Sie erwartet:
Die Tage nach der Mikrodermabrasion sind entscheidend für das Ergebnis. Da die schützende Hornschicht reduziert wurde, ist Ihre Haut in den ersten 48 bis 72 Stunden besonders empfindlich.
Sonnenschutz ist Pflicht: Vermeiden Sie direkte Sonneneinstrahlung und Solariumbesuche für mindestens zwei Wochen. Tragen Sie täglich einen Breitband-Sonnenschutz mit LSF 50+ auf – auch bei bewölktem Himmel. Ohne diesen Schutz riskieren Sie Pigmentverschiebungen.
In den ersten 48 Stunden nach der Sitzung sollten Sie außerdem auf Folgendes verzichten:
Um die richtige Behandlung zu finden, hilft ein Vergleich der gängigsten Verfahren:
Die Mikrodermabrasion eignet sich besonders für Patientinnen und Patienten mit eher robuster Haut, die an Verhornungen, großen Poren oder oberflächlichen Narben arbeiten möchten. Die Ausfallzeit ist minimal – höchstens 24 Stunden.
Das Hydrafacial ist die sanftere Alternative. Es kombiniert eine leichte Abschleifung mit dem Einschleusen von Feuchtigkeit und Wirkstoffen. Für empfindliche oder trockene Haut ist es oft die bessere Wahl. Es gibt praktisch keine Ausfallzeit.
Beim Microneedlingwerden mit feinen Nadeln winzige Kanäle in die Haut gestochen. Das dringt tiefer als eine Mikrodermabrasion und ist bei fortgeschrittener Hautalterung oder tiefen Aknenarben überlegen. Allerdings ist die Belastung höher: Rechnen Sie mit 24 bis 48 Stunden Ausfallzeit.
Heimgeräte für die Mikrodermabrasion gibt es bereits ab etwa 60 bis 130 Euro. Sie arbeiten in der Regel mit diamantbesetzten Aufsätzen und einem schwachen Vakuum.
Der Haken: Die Leistung reicht nicht an professionelle Geräte heran. Professionelle Stationen erreichen ein Vakuumniveau von bis zu 80 kPa – Heimgeräte liegen deutlich darunter. Der Effekt ist vergleichbar mit einem intensiven manuellen Peeling. Die tiefere Regeneration der Haut, wie sie in der Praxis angeregt wird, bleibt in der Regel aus.
Dazu kommt das Sicherheitsrisiko: Ohne fachliche Anleitung wird das Gerät leicht zu lange auf einer Stelle gehalten oder mit zu viel Druck angewendet. Das kann zu dauerhaften Rötungen, geplatzten Äderchen oder kleinen Narben führen.
Heimgeräte können aber sinnvoll sein, um die Ergebnisse zwischen professionellen Sitzungen aufrechtzuerhalten – als Ergänzung, nicht als Ersatz.
Pro Sitzung liegen die Kosten üblicherweise zwischen 80 und 150 Euro. Der genaue Preis hängt von der Region, dem Anbieter und davon ab, ob die Mikrodermabrasion als Einzelbehandlung oder im Rahmen eines größeren Behandlungskonzepts durchgeführt wird.
Bei sechs bis zehn empfohlenen Sitzungen sollten Sie also mit Gesamtkosten von etwa 480 bis 1.500 Euro rechnen. Viele Praxen und Institute bieten Paketpreise an, mit denen die einzelne Sitzung günstiger wird.
In Kombination mit anderen Verfahren – etwa Microneedling oder Hydrafacial – können die Kosten pro Termin auch höher ausfallen. Die reine Mikrodermabrasion ist aber oft ein guter und vergleichsweise günstiger Einstieg in die apparative Kosmetik.
| Info | Antwort |
|---|---|
| Behandlungsdauer | Ca. 60 Minuten pro Sitzung |
| Narkose | Nicht erforderlich – die Behandlung ist schmerzfrei |
| Klinikaufenthalt | Keiner – ambulante Behandlung |
| Narben | Nur bei unsachgemäßer Anwendung möglich |
| Schmerzen | Leichtes Kribbeln; kein Schmerzempfinden |
| Arbeitsfähigkeit | Sofort – keine Einschränkungen |
| Gesellschaftsfähig | Am selben Tag; leichte Rötungen möglich |
| Sport | Nach 48 Stunden wieder möglich |
| Sichtbarkeit Ergebnis | Sofort spürbar (Glow); langfristige Effekte nach 6–10 Sitzungen |
| Haltbarkeit | Regelmäßige Auffrischungen empfohlen |
| Kosten | 80–150 Euro pro Sitzung |
aktualisiert am 09.03.2026