Was ist eine Mikrohaarpigmentierung? Ein nicht-chirurgisches Verfahren, bei dem spezielle Farbpigmente in die obere Hautschicht der Kopfhaut eingebracht werden. Das Ergebnis simuliert das Erscheinungsbild von kurz rasierten Haarfollikeln oder sorgt für eine optisch höhere Haardichte.
Für wen geeignet? Für Männer und Frauen mit Teil- oder Vollglatze, lichtem Haar oder sichtbaren Narben nach Haartransplantationen. Besonders geeignet für Personen, die eine sofortige, nicht-operative Lösung wünschen oder für eine Haartransplantation nicht infrage kommen.
Wichtigste Kontraindikationen: Rotes, weißes oder sehr hellblondes Haar (unnatürlicher Kontrast), akute Hauterkrankungen wie Psoriasis (Schuppenflechte) oder Neurodermitis im Behandlungsbereich, sowie Neigung zu wulstiger Narbenbildung (Keloide).
Dauer & Kosten: 3–4 Sitzungen à 2–4 Stunden im Abstand von 1–4 Wochen. Kosten in Deutschland: ca. 650–5.000 Euro je nach Behandlungsfläche (Selbstzahler). Gesellschaftsfähig nach etwa 4–7 Tagen.
Ergebnis: Semi-permanent – hält 3 bis 6 Jahre, danach ist eine Auffrischung möglich. Das Pigment verblasst gleichmäßig (wird heller), verändert aber nicht die Farbe.
Haarausfall kann bei Frauen und Männern bereits in jungen Jahren auftreten. Unter diesem ästhetischen Problem leiden die Betroffenen häufig stark. Nicht nur bei Frauen, sondern auch bei Männern ist volles Haar ein Zeichen von Attraktivität und Vitalität. Haarausfall wirkt sich dementsprechend auf das komplette Erscheinungsbild einer Person negativ aus – Glatzen bei jungen Männern lassen diese beispielsweise älter wirken.
Auch Frauen, die unter schütterem Haar leiden, beklagen oft ein mangelndes Selbstwertgefühl, welches sie beispielsweise bei der Partnersuche behindert. Die Betroffenen wünschen sich nichts mehr als volles Haar. Allerdings ist eine Haartransplantation mit chirurgischen Risiken verbunden, weshalb viele Patienten vor den Methoden der klassischen Haartransplantation zurückschrecken. Zum Glück gibt es eine Alternative ohne Narben und ohne OP: die Mikrohaarpigmentierung (MHP). International ist dieses Verfahren auch als Scalp Micropigmentation (SMP) oder Trikopigmentierung bekannt.
Wichtig zu verstehen: Die Mikrohaarpigmentierung lässt keine echten Haare wachsen. Es handelt sich um ein rein optisches Verfahren (Camouflage-Technik), das durch präzise gesetzte Farbpunkte das Erscheinungsbild von Haarfollikeln simuliert. Das Ergebnis sieht aus wie ein frisch rasierter Kurzhaarschnitt oder wie deutlich dichteres Haar.
Während bei der klassischen Haartransplantation tatsächlich neue Haare nachwachsen, werden bei der MHP optische Effekte gekonnt eingesetzt. Spezialisierte Farbpigmente werden punktuell in die obere Schicht der Lederhaut (Dermis) eingebracht – in eine Tiefe von etwa 0,5 bis 1,2 Millimetern. Diese präzise Tiefe ist entscheidend für das Ergebnis:
Bei korrekter Anwendung entsteht der Eindruck, dass die Betroffenen volleres Haar hätten. Der Haarausfall ist mit dem bloßen Auge nicht mehr zu erkennen.
Diese Methode eignet sich für Personen mit Teilglatzen und Vollglatzen. Sie kann aber auch bei langem, lichtem Haar eingesetzt werden. Durch die Pigmentation der kahlen Kopfhautstellen wird ein modischer Kurzhaarschnitt imitiert (sogenannter "Shaved Look") und die Stellen erscheinen dichter.
Bei Personen mit ausdünnendem Haar wird die Pigmentierung zwischen die bestehenden Haarfollikel gesetzt. Dies reduziert den Kontrast zwischen der hellen Kopfhaut und dem dunkleren Haar – das Haar wirkt dadurch optisch deutlich voller.
Die gleiche Technik bietet sich für die Narbenretusche (etwa nach einer Haartransplantation) sowie die Bartverdichtung an.

Nicht geeignet ist das Verfahren, wenn:
Die Vorbereitung beginnt bereits einige Wochen vor dem ersten Termin. Die Kopfhaut sollte gesund und gut durchfeuchtet sein, da trockene Haut Pigmente schlechter aufnimmt.
Die Haare sind zunächst in die gewünschte Länge zu bringen. Vor der MHP ist eine Rasur bei einem kurzen Stoppelhaarschnitt sinnvoll – idealerweise auf 0,5 bis 1 Millimeter Länge. Dadurch gelingt dem Behandler ein schönes Ergebnis. Die Haarpigmentierung lässt sich so perfekt an den restlichen Haarschnitt anpassen. Die Rasur oder der Haarschnitt erfolgen am besten 24 bis 48 Stunden vor der Behandlung. Eine Nassrasur unmittelbar vor dem Termin wird wegen möglicher Hautreizungen vermieden.
Weitere wichtige Vorbereitungsmaßnahmen:
Weitere Vorbereitungen werden dann erforderlich, wenn folgende Problematiken vorliegen:
Nachdem diese ausgeheilt sind, kann die Mikrohaarpigmentierung erfolgen.
Eine Narkose ist gewöhnlich nicht erforderlich. Eine betäubende Salbe kann bei schmerzempfindlichen Patienten auf die Kopfhaut aufgetragen werden. Die MHP wird ambulant durchgeführt. Ein Farbtest garantiert, dass die Pigmente perfekt zur Haarfarbe passen.
Erst dann kommen spezialisierte Mikronadeln zum Einsatz. Diese sogenannten "3-Point-Microneedles" sind bis zu 75 Prozent kleiner als Standard-Tätowiernadeln – mit einem Durchmesser von nur etwa 0,15 bis 0,25 Millimetern. Dies ermöglicht die Simulation natürlicher Haarfollikel, deren Durchmesser bei etwa 0,05 bis 0,1 Millimetern liegt.
Der Standardprozess umfasst 3 bis 4 Sitzungen im Abstand von je 1 bis 4 Wochen. Dieses schrittweise Vorgehen ("Layering") ist wichtig für ein natürliches Ergebnis.
Dauer: 2–4 Stunden. In der ersten Sitzung werden die Haarlinie designt und die Grundform festgelegt. Es wird oft ein etwas helleres Pigment verwendet und die Punkte werden mit größerem Abstand gesetzt. Dies dient als Test, wie die Haut das Pigment annimmt und verarbeitet. Der Schmerz wird meist als gering eingestuft (etwa 2–3 auf einer Skala von 10) – eher ein Vibrieren oder Kratzen als stechender Schmerz.
Etwa 7–14 Tage nach der ersten Sitzung folgt die Verdichtung. Tausende weitere Punkte werden zwischen die bestehenden gesetzt. Oft wird hier ein dunklerer Farbton gewählt, um einen dreidimensionalen Effekt zu erzeugen – dunklere Punkte simulieren den Follikelkern, hellere den Schattenwurf.
In den abschließenden Sitzungen erfolgt die Feinabstimmung: Soll die Haarlinie definiert und scharf oder weich und ausgefranst wirken? Stellen, an denen das Pigment während der Heilung zu stark verblasst ist, werden ausgeglichen.

Bei der Wahl der Pigmente haben sich zwei Arten durchgesetzt:
Hochwertige Pigmente enthalten keine Mischfarben, die sich im Laufe der Zeit trennen und zu unschönen Farbveränderungen führen könnten. Beim Verblassen reduziert sich lediglich die Opazität – der Punkt wird heller (grauer), wechselt aber nicht die Farbe.
MRT-Sicherheit: Hochwertige SMP-Pigmente enthalten minimale bis keine ferromagnetischen Metalle. MRT-Untersuchungen sind daher sicher. In sehr seltenen Fällen (ca. 1,5 %) können leichte Missempfindungen wie Kribbeln oder Wärme auftreten – diese verursachen jedoch keine Bildartefakte, solange die Pigmente metallarm sind.

Der Heilungserfolg hängt maßgeblich von der richtigen Nachsorge ab. Die Epidermis (Oberhaut) ist in den ersten Tagen noch offen und empfindlich.
In dieser Phase gilt:
Sanftes Abspülen mit Wasser oder mildem Shampoo ist nun erlaubt. Eine Rasur mit elektrischem Trimmer ist möglich, aber keine Nassrasur.
Sport und Aktivitäten mit Schwitzen können wieder aufgenommen werden.
Schwimmbad (Chlor- und Salzwasser), Sauna und Solarium sind wieder erlaubt.
Täglicher UV-Schutz mit Sonnenschutzfaktor 30–50 ist essenziell, um ein vorzeitiges Verblassen zu verhindern. UV-Strahlung ist der größte Feind der Mikrohaarpigmentierung.
Menschen, die zu jung für eine Eigenhaartransplantation sind oder einen chirurgischen Eingriff scheuen, wissen die Mikrohaarpigmentierung zu schätzen. Personen, die Perücken nicht mögen und nach einer dauerhaften Lösung suchen, greifen auf diese Methode zurück. In den folgenden Fällen ist diese Methode besonders sinnvoll:
Im Vergleich zur klassischen Eigenhaartransplantation, die während eines chirurgischen Eingriffs durchgeführt wird, kommt die Mikrohaarpigmentierung ohne eine OP aus. Das macht den Eingriff weniger riskant und es sind keine Narben zu erwarten. Dennoch werden ästhetische Ergebnisse erzielt.
Die wichtigsten Vorteile im Überblick:
Von der Vollglatze bis hin zu lichtem Haar mit wenigen kahlen Stellen kann diese Methode bei fast allen Fällen von Haarausfall eingesetzt werden. Die Behandlungsdauer beträgt wenige Stunden pro Sitzung und ein Klinikaufenthalt ist bei der ambulanten Behandlung nicht erforderlich.
Das natürliche Ergebnis spricht für diese Methode. Niemand wird auf den ersten oder zweiten Blick wissen, dass sich die Patienten einer solchen Behandlung unterzogen haben. Die Angst, dass das Ergebnis wie ein unnatürliches Tattoo aussehen wird, ist bei erfahrenen Behandlern unbegründet.
Die Mikrohaarpigmentierung ist ein relativ sicheres Verfahren. Dennoch existieren Risiken, die transparent kommuniziert werden müssen.
Wichtig: Der Erfolg der Behandlung ist abhängig von der Expertise des Behandlers und der Einhaltung der korrekten Injektionstiefe. Daher ist es wichtig, sich an einen erfahrenen, spezialisierten Anbieter zu wenden. Achten Sie auf Vorher-Nachher-Bilder (Portfolio), Hygienestandards und Zertifizierungen.
Die MHP ist mit einer Art Tätowierung für die Kopfhaut vergleichbar. Dennoch gibt es deutliche technische Unterschiede zwischen diesen beiden Methoden:
Eine Entfernung ist mittels Laser möglich, aber schmerzhaft, teuer und langwierig. Seit der NiSV-Verordnung (Verordnung zum Schutz vor schädlichen Wirkungen nichtionisierender Strahlung) vom 31.12.2020 dürfen in Deutschland nur noch approbierte Ärzte Tattoos und Pigmentierungen mittels Laser entfernen. Dies schränkt die Verfügbarkeit von Korrekturbehandlungen ein und macht sie teurer.
Die Kosten sind von der Größe der zu behandelnden Kopfhautstellen abhängig. Der erforderliche Zeitaufwand entscheidet über den Preis. Kleine Korrekturen sind wesentlich weniger aufwendig als eine großflächige MHP. Je größer die Fläche, die zu pigmentieren ist, desto feiner muss gearbeitet werden, was den Zeitaufwand und die Kosten erhöht.
Richtwerte für Deutschland (2025):
Diese Preise beinhalten in der Regel alle notwendigen Sitzungen (3–4). Die Kosten müssen vom Patienten selbst getragen werden, da es sich um eine rein ästhetische Behandlung handelt (keine Kassenleistung).
Langfristige Kostenbetrachtung: Im Vergleich zu Streuhaar (Keratinfasern), das täglich angewendet werden muss und monatliche Kosten von etwa 25–35 Euro verursacht (ca. 300–400 Euro pro Jahr), kann die MHP langfristig kosteneffizienter sein.
Da es sich um eine dermale Pigmentierung handelt, ist das Ergebnis semi-permanent. Im Normalfall hält das Ergebnis 3 bis 6 Jahre ästhetisch ansprechend, bevor es deutlich verblasst.
Das Pigment verschwindet nicht plötzlich, sondern wird langsam heller (Fading). Die Punkte schrumpfen optisch – ein Vorteil gegenüber klassischen Tattoos, die sich mit der Zeit oft verzerren.
Faktoren, die das Verblassen beeinflussen:
Eine Auffrischungssitzung (Touch-up) ist nach einigen Jahren meist unkompliziert und erfordert nur eine Sitzung, um die Dichte wiederherzustellen.
| Info | Antwort |
|---|---|
| Behandlungsdauer | 2–4 Stunden pro Sitzung |
| Anzahl der Sitzungen | 3–4 Sitzungen im Abstand von 1–4 Wochen |
| Betäubung | Keine Narkose erforderlich, optional betäubende Salbe |
| Schmerzen | Gering (2–3/10), eher Vibrieren oder Kratzen |
| Klinikaufenthalt | Nicht erforderlich, ambulante Behandlung |
| Narben | Keine (bei korrekter Durchführung) |
| Gesellschaftsfähigkeit | Nach etwa 4–7 Tagen |
| Sport & Schwitzen | Frühestens 2 Wochen nach der Behandlung |
| Schwimmbad/Sauna | Frühestens 4 Wochen nach der Behandlung |
| Haltbarkeit | Semi-permanent: 3–6 Jahre (je nach Pflege und Hauttyp) |
| Auffrischung (Touch-up) | Nach 3–6 Jahren empfohlen (1 Sitzung, 300–800 Euro) |
| Kosten | 650–5.000 Euro je nach Behandlungsfläche (Selbstzahler) |
| Geeignet für | Teil-/Vollglatze, lichtes Haar, Narbenkorrektur, Bartverdichtung |
| Nicht geeignet bei | Rotem/weißem/hellblondem Haar, akuten Hauterkrankungen, Keloidneigung |
| Entfernung möglich | Ja, mittels Laser (nur durch Ärzte, teuer und langwierig) |
| MRT-Sicherheit | Ja, bei hochwertigen metallarmen Pigmenten unbedenklich |
Die Mikrohaarpigmentierung ist kein klassisches Tattoo – sie erfordert spezialisiertes Wissen über Kopfhautanatomie, Alopezie und die spezifischen technischen Anforderungen des Verfahrens. Der Erfolg hängt maßgeblich von der Erfahrung des Behandlers ab.
Achten Sie bei der Anbieterwahl auf:
Eine sorgfältige Recherche des Anbieters ist wichtiger als der Preisvergleich. Bei korrekter Durchführung stellt die Mikrohaarpigmentierung eine der effektivsten Methoden dar, um die psychosoziale Belastung durch Haarausfall langfristig und sicher zu lösen.
aktualisiert am 14.01.2026