Was ist eine Brustmuskelplastik? Ein chirurgischer Eingriff, bei dem Silikonimplantate (Muskelimplantate) unter den Brustmuskel (Musculus pectoralis major) eingesetzt werden, um dem männlichen Oberkörper mehr Volumen und Definition zu verleihen.
Für wen geeignet? Für Männer mit genetisch bedingter Unterentwicklung der Brustmuskulatur (Pektoralishypoplasie), bei denen Training keine ausreichende Muskelmasse aufbaut. Außerdem für Patienten mit Poland-Syndrom, Trichterbrust oder nach Verletzungen/Tumoroperationen.
Wichtigste Kontraindikationen: Aktive Infektionen, Blutgerinnungsstörungen, unrealistische Erwartungen, starkes Rauchen und BMI über 30.
Dauer & Kosten: 60–90 Minuten unter Vollnarkose. Kosten in Deutschland: ca. 4.500–8.500 Euro (meist Selbstzahler). Volle sportliche Belastung nach etwa 6–8 Wochen.
Ergebnis: Dauerhaft – die Implantate sind langfristig stabil und müssen nur bei Komplikationen ausgetauscht werden.
Ein muskulöser, definierter Brustkorb gilt in der westlichen Gesellschaft als Symbol für Männlichkeit, Fitness und körperliche Stärke. Doch nicht jeder Mann kann dieses Ideal durch Training erreichen – sei es aufgrund genetischer Veranlagung, angeborener Fehlbildungen oder nach Verletzungen. Die Brustmuskelplastik (Pektoralisaugmentation) bietet hier eine dauerhafte Lösung: Durch das Einsetzen von Silikonimplantaten (Muskelimplantate) unter den Brustmuskel lässt sich dem männlichen Oberkörper mehr Volumen und eine athletischere Kontur verleihen.
Im Gegensatz zu weiblichen Brustimplantaten, die weiches Drüsengewebe imitieren sollen, sind Pektoralisimplantate so konzipiert, dass sie die Festigkeit eines angespannten Muskels nachahmen. Die Operation wird sowohl aus rein ästhetischen Gründen als auch zur Korrektur angeborener Fehlbildungen wie dem Poland-Syndrom durchgeführt (eine seltene, angeborene Fehlbildung des Brustmuskels).
Warum Training manchmal nicht ausreicht: Bei manchen Männern liegt eine sogenannte Pektoralishypoplasie vor – eine genetisch bedingte Unterentwicklung des Brustmuskels. Trotz intensivem Krafttraining und optimierter Ernährung gelingt es diesen Patienten nicht, eine sichtbare Muskelmasse im Brustbereich aufzubauen. Hier setzt die Brustmuskelplastik an der Ursache an und schafft dauerhaft das gewünschte Volumen.
Die Brustmuskelplastik richtet sich an Männer, die mit der Form oder dem Volumen ihrer Brustmuskulatur unzufrieden sind und bei denen konservative Methoden wie Krafttraining keine ausreichenden Ergebnisse erzielen. Die größte Patientengruppe umfasst Männer mit einer genetisch bedingten Pektoralishypoplasie – einer Unterentwicklung des Brustmuskels, bei der trotz regelmäßigem Training keine sichtbare Muskelmasse aufgebaut werden kann.
Besonders geeignet ist der Eingriff auch für Patienten mit dem Poland-Syndrom, einer angeborenen Fehlbildung mit einer Häufigkeit von etwa 1:30.000, bei der der Brustmuskel auf einer Seite teilweise oder vollständig fehlt. Ebenso profitieren Männer mit einer leichten bis moderaten Trichterbrust (Pectus excavatum), die optisch kaschiert werden soll, sowie Patienten, die nach einer Verletzung (etwa einem Muskelabriss beim Bankdrücken) oder einer Tumoroperation eine Asymmetrie ausgleichen möchten.
Die Patienten sind überwiegend Männer zwischen 25 und 50 Jahren – häufig Fitness-Enthusiasten oder Bodybuilder, die trotz intensiven Trainings keine zufriedenstellenden Ergebnisse erzielen.
Das Poland-Syndrom ist die wichtigste angeborene Indikation für Pektoralisimplantate. Bei dieser seltenen Fehlbildung fehlt der sternokostale Anteil des Brustmuskels auf einer Körperseite ganz oder teilweise. Die Ursache wird in einer Unterbrechung der embryonalen Blutzufuhr um die sechste Schwangerschaftswoche vermutet.
Neben dem Muskeldefekt können weitere Fehlbildungen auftreten: Anomalien der Hand auf der betroffenen Seite, eine unterentwickelte Brustwarze oder Rippendefekte. Da das Muskelsubstrat fehlt, kann die entstehende Asymmetrie durch Training nicht kompensiert werden – hier sind Implantate oder Eigenfett die einzige Möglichkeit zur Korrektur.
Nicht geeignet ist der Eingriff bei aktiven Infektionen, die vor der Operation vollständig ausgeheilt sein müssen, sowie bei unkontrollierten Blutgerinnungsstörungen, die das Risiko für Nachblutungen erheblich erhöhen. Auch bei Verdacht auf eine Körperdysmorphe Störung (Dysmorphophobie) mit unrealistischen Erwartungen sollte zunächst eine psychologische Abklärung erfolgen.
Starkes Rauchen stellt eine relative Kontraindikation dar, da Nikotin die Wundheilung dramatisch verschlechtert und das Komplikationsrisiko erhöht – ein Rauchstopp von mindestens 4–6 Wochen vor und nach der OP ist zwingend erforderlich. Ebenso sollte bei starkem Übergewicht (BMI über 30) von dem Eingriff abgesehen werden, da überschüssiges Fettgewebe das ästhetische Ergebnis maskieren und das Infektionsrisiko erhöhen kann.
Pektoralisimplantate unterscheiden sich grundlegend von weiblichen Brustimplantaten. Ihr Ziel ist nicht die Imitation weichen Drüsengewebes, sondern die Simulation eines festen, kontrahierten Muskels. Dementsprechend sind Pektoralisimplantate fester als Brustimplantate für Frauen.
Pektoralisimplantate sind anatomisch geformt und folgen dem natürlichen Verlauf des Brustmuskels von der Achselhöhle zum Brustbein. Sie sind strikt seitenabhängig gefertigt – es gibt also ein linkes und ein rechtes Implantat. Rechteckige Formen betonen den unteren und äußeren Rand des Muskels, während längliche Formen die Verbindung zur Schulter und die obere Brustpartie hervorheben.
Für komplexe Fälle wie das Poland-Syndrom oder die Trichterbrust reichen Standardimplantate oft nicht aus. Hier kommen individuell angefertigte Implantate zum Einsatz. Zunächst wird eine hochauflösende Computertomographie (CT) des Brustkorbs erstellt, dann wird der Defekt am Computer dreidimensional rekonstruiert und das Implantat virtuell geplant. Mittels 3D-Druck wird schließlich eine Gussform hergestellt, aus der das passgenaue Silikonimplantat gefertigt wird. Der Vorteil liegt in der perfekten Passform und dem Ausgleich auch knöcherner Defizite. Allerdings entstehen höhere Kosten (ca. 1.500–3.000 € zusätzlich) und eine längere Wartezeit von etwa 6–8 Wochen.
Die Implantatoberfläche beeinflusst maßgeblich, wie gut das Implantat einheilt. Glatte Implantate bilden eine dünnere Kapsel, haben aber ein höheres Risiko für Verrutschen oder Rotation. Texturierte Implantate mit aufgerauter Oberfläche fördern das Einwachsen von Gewebe und reduzieren das Risiko der Implantatwanderung erheblich. Eine Polyurethanschaum-Beschichtung gilt als Goldstandard zur Vermeidung von Kapselfibrose – der Schaum wird vom Körper durchwachsen und fixiert das Implantat wie ein "Klettverschluss".
Texturierte Implantate: Raue Oberfläche zur Verhinderung von Rotation. Grob texturierte Implantate wurden bei Frauen als Risikofaktor für BIA-ALCL (ein seltenes Lymphom) identifiziert und sind größtenteils vom Markt genommen. Ob bei Männern textuierte Implante dieses Risiko auch bergen, ist nicht bekannt.
In einem ausführlichen Beratungsgespräch analysiert der Arzt Ihre Anatomie und bespricht Ihre Erwartungen. Bei Asymmetrien oder dem Poland-Syndrom erfolgt eine Bildgebung (Ultraschall, MRT oder CT), um die genaue Anatomie darzustellen.
Wie bei jeder Operation gelten bestimmte Verhaltensregeln:
Wichtig: Verschreibungspflichtige Medikamente sollten Sie niemals eigenständig absetzen, sondern immer nach Rücksprache mit Ihrem behandelnden Arzt. Informieren Sie Ihren Chirurgen über alle Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel, die Sie einnehmen.
Die Brustmuskelplastik wird in Vollnarkose durchgeführt und dauert etwa 60 bis 90 Minuten. In den meisten Fällen ist ein kurzer stationärer Aufenthalt von 1–2 Nächten empfohlen, der Eingriff kann aber auch ambulant erfolgen.
Der Standardzugang erfolgt über die Achselhöhle (transaxillärer Zugang). Dabei wird ein ca. 4–6 cm langer Schnitt hoch in der Achselhöhle gesetzt, versteckt in einer natürlichen Hautfalte. Von dort präpariert der Chirurg einen Tunnel unter der Haut in Richtung Brustmuskel. Die entstehende Narbe ist später nahezu unsichtbar, da sie im Achselbereich verborgen liegt. Bei der Präparation muss sorgfältig auf wichtige Nerven und Gefäße geachtet werden, um Sensibilitätsstörungen am Oberarm zu vermeiden.
Bei der submuskulären Platzierung, die als Standardmethode gilt, wird das Implantat unter den Brustmuskel (Musculus pectoralis major) eingebracht. Der Muskel deckt das Implantat ab, wodurch die Ränder weniger sichtbar sind und ein natürlicheres Tastgefühl entsteht. Bei starker Muskelanspannung kann es jedoch zur sogenannten "Animation Deformity" kommen – einer sichtbaren Verformung des Implantats.
Bei der subfaszialen Platzierung liegt das Implantat auf dem Muskel, aber unter der Muskelfaszie. Diese Methode wird selten angewandt, etwa um die Animation Deformity zu vermeiden. Die subkutane Platzierung direkt unter der Haut kommt nur beim Poland-Syndrom zum Einsatz, wenn der Brustmuskel vollständig fehlt – hier werden meist maßgefertigte Implantate verwendet.
Der Einsatz einer kleinen Kamera (Endoskop) ermöglicht eine präzise Präparation unter Sichtkontrolle, minimiert Blutungen und stellt sicher, dass das Implantat exakt positioniert wird. Aufgrund der großen Wundfläche werden in der Regel Saugdrainagen eingelegt, um Wundsekret und Blut abzuleiten. Diese werden meist nach 24–48 Stunden entfernt. Der Wundverschluss erfolgt mehrschichtig, um eine optimale Heilung zu gewährleisten.
Die Brustmuskelplastik ist ein sicherer Eingriff, weist jedoch ein spezifisches Komplikationsspektrum auf. Die Gesamtkomplikationsrate ist etwas höher als bei weiblichen Brustimplantaten – hauptsächlich aufgrund der starken Muskelaktivität im Brustbereich.
Häufige Komplikationen:
Seltenere Komplikationen:
Wichtig: In einigen Fällen kann es zu starken Nachblutungen und Infektionen kommen. Diese Komplikationen sind aber selten. Selten kann es auch zu einer Implantatverschiebung kommen, die eine weitere Operation erfordert.
Der Erfolg der Operation hängt maßgeblich von Ihrer Disziplin in der Nachsorge ab. Ein zu früher Beginn mit Krafttraining kann das Ergebnis ruinieren.
Das Tragen eines speziellen Kompressionsboleros oder einer Kompressionsweste ist essenziell. Der Druck verhindert die Ansammlung von Flüssigkeit und fixiert die Implantate in der gewünschten Position. Die Tragedauer beträgt in der Regel 4 bis 6 Wochen – anfangs rund um die Uhr, später nur noch tagsüber oder nachts.
Achtung: Schweres Bankdrücken und Fliegende Bewegungen (Flyes) sollten in den ersten Monaten vermieden oder nur mit sehr leichten Gewichten ausgeführt werden, da sie das Risiko einer Implantatverschiebung erhöhen. Denken Sie daran, dass Brustimplantate zwar das Aussehen Ihrer Brustmuskeln beeinflussen, aber nicht deren Funktion beeinträchtigen. Nach der vollständigen Genesung sollten Bewegung und Aktivität nicht eingeschränkt oder behindert sein. Andererseits verleihen Brustimplantate den vorhandenen Muskeln keine zusätzliche Kraft oder Stärke.
Sobald die Fäden gezogen sind (meist nach etwa 14 Tagen), sollte mit der Narbenpflege begonnen werden. Silikongele oder Silikonpflaster helfen, die Narbe in der Achselhöhle weich und blass zu halten. Direkte Sonneneinstrahlung auf die Narbe sollte für 6–12 Monate vermieden werden.
Die Erfolgsaussichten sind bei korrekter Patientenauswahl gut und das Ergebnis ist dauerhaft. Die Implantate sind langfristig stabil und müssen nicht ohne Grund ausgetauscht werden. Es ist wichtig, das Implantat regelmäßig kontrollieren zu lassen, damit ein Schaden frühzeitig erkannt wird und es ausgetauscht wird.
Das endgültige ästhetische Ergebnis ist nach etwa 3–6 Monaten sichtbar, wenn die Schwellung vollständig abgeklungen ist und sich das Implantat in seine endgültige Position gesetzt hat. Die Narbe in der Achselhöhle verblasst über 6–12 Monate und wird zunehmend unauffällig.
Hierbei wird Fettgewebe durch Fettabsaugung an Bauch oder Flanken gewonnen, aufbereitet und in den Brustmuskel injiziert.
Vorteile: Körpereigenes Material ohne Abstoßungsrisiko, keine Kapselfibrose, natürliches Tastgefühl, fast unsichtbare Narben.
Nachteile: Der Körper baut 30–50% des Fettes wieder ab. Oft sind 2–3 Sitzungen nötig. Nicht geeignet für sehr schlanke Männer (Körperfettanteil unter 10–12%), da kein Spendermaterial vorhanden ist.
Kosten: Ca. 3.000–6.000 € pro Sitzung.
Eine Brustmuskelplastik wird von spezialisierten Fachärzten durchgeführt:
Da der Eingriff in Deutschland vergleichsweise selten durchgeführt wird, sollten Sie bei der Arztwahl besonders auf nachweisbare Erfahrung mit diesem speziellen Eingriff achten. Fragen Sie nach Vorher-Nachher-Bildern und der Anzahl durchgeführter Operationen.
Die Gesamtkosten für eine Brustmuskelplastik liegen in Deutschland typischerweise zwischen 4.500 und 8.500 Euro. Diese Varianz erklärt sich durch:
| Info | Antwort |
|---|---|
| OP-Dauer | 60 bis 90 Minuten |
| Narkose | Vollnarkose (Allgemeinanästhesie) |
| Klinikaufenthalt | 1–2 Nächte empfohlen, ambulant möglich |
| Narben | 4–6 cm in der Achselhöhle (versteckt in natürlicher Hautfalte) |
| Schmerzen | Mäßig, gut mit Schmerzmitteln kontrollierbar |
| Kompression | Spezielle Weste für 4–6 Wochen |
| Arbeits-/Gesellschaftsfähigkeit | Nach etwa 1–2 Wochen (Büroarbeit) |
| Sport (leicht) | Ab Woche 5–6 (Kardio, Beintraining) |
| Sport (Oberkörper) | Ab Woche 6–8 (leichte Gewichte), volle Belastung ab Woche 8+ |
| Endergebnis sichtbar | Nach 3–6 Monaten |
| Haltbarkeit | Dauerhaft (Implantatwechsel ggf. nach 15+ Jahren) |
| Hauptrisiken | Serom (10–30%), Implantatverschiebung (2–10%), Kapselfibrose (2–5%) |
| Kosten | 4.500–8.500 Euro (meist Selbstzahler) |
| Hauptindikationen | Pektoralishypoplasie, Poland-Syndrom, Trichterbrust, nach Verletzungen |
| Wichtigste Kontraindikationen | Aktive Infektionen, starkes Rauchen, BMI >30, unrealistische Erwartungen |
Die Brustmuskelplastik ist ein dauerhafter Eingriff mit spezifischen Risiken. Im Vergleich zu weiblichen Brustimplantaten ist die Komplikationsrate höher – insbesondere Serome und Implantatverschiebungen erfordern strikte Nachsorge und Geduld. Der Eingriff wird in Deutschland vergleichsweise selten durchgeführt, weshalb die Wahl eines erfahrenen Operateurs besonders wichtig ist.
Nehmen Sie sich Zeit für Ihre Entscheidung:
Ein seriöser Arzt wird Sie auch von der Operation abraten, wenn er sie für ungeeignet hält. Das ist ein Zeichen von Qualität und Erfahrung.
Letzte Aktualisierung am 26.01.2026.