Was ist ein chemisches Peeling? Beim chemischen Peeling werden Säuren auf die Haut aufgetragen, die gezielt oberflächliche bis tiefe Hautschichten ablösen und die Hauterneuerung anstoßen.
Für wen geeignet? Das Verfahren hilft bei Falten, Altersflecken, Akne, Narben und ungleichmäßiger Pigmentierung. Helle Hauttypen (Fitzpatrick I–III) sind am besten geeignet. Bei dunklen Hauttypen ist Vorsicht geboten.
Wichtig zu wissen: Nicht anwendbar bei akuter Herpesinfektion, entzündeter Haut oder nach Sonnenbädern. Das Phenol-Peeling ist bei Herz-, Leber- oder Nierenerkrankungen grundsätzlich ausgeschlossen. Alles, was tiefer als die Oberhaut geht, gehört in ärztliche Hände.
Dauer & Kosten: 10 Minuten (AHA) bis 90 Minuten (Phenol). Kosten ab ca. 80 € (Fruchtsäure) bis 8.000 € (Phenol-Tiefenpeeling).
Alternativen: Laserpeeling (CO₂-Laser), Mikrodermabrasion, Radiofrequenztherapie.
Bei einem chemischen Peeling wird eine Säurelösung auf die Haut aufgetragen, die gezielt Schichten der Oberhaut – je nach Stärke auch der Lederhaut – ablöst. Das klingt härter als es ist: Die kontrollierte Reizung aktiviert die körpereigene Wundheilung. Die Haut bildet neues Kollagen und Elastin, wird straffer und gleichmäßiger im Farbton.
Das Verfahren wird bei diesen Hautproblemen eingesetzt:
Die Eindringtiefe hängt vom gewählten Wirkstoff ab. Vier Ebenen sind üblich: sehr oberflächlich (Hornschicht), oberflächlich (gesamte Oberhaut), mitteltief (obere Lederhaut) und tief (mittlere Lederhaut). Je tiefer, desto deutlicher das Ergebnis – und desto länger die Heilung. Das ist keine Drohung, nur eine ehrliche Einschätzung.
Die gängigen Wirkstoffe im Überblick:
Gut zu wissen: Mitteltiefe und tiefe Peelings dürfen nur von Dermatologen und Ärzten durchgeführt werden. Oberflächliche Fruchtsäure-Peelings können auch in qualifizierten Kosmetikinstituten angeboten werden.
Fruchtsäuren (Alpha-Hydroxysäuren, kurz AHA) lösen die Verbindungen zwischen abgestorbenen Hornzellen. Die Haut wird nach der Behandlung glatter und gleichmäßiger – ohne dass Sie danach zu Hause bleiben müssen. Das Verfahren betrifft nur die äußerste Hornschicht, weshalb die Erholung so schnell geht.
Das Fruchtsäurepeeling hilft bei feinen Fältchen, fahlem Teint, trockenen Hautstellen und leichter Akne. Drei Säuren werden besonders häufig verwendet: Glykolsäure dringt am tiefsten ein und wird vor allem für Anti-Aging-Behandlungen genutzt. Milchsäure wirkt schonender und eignet sich gut für trockene, empfindliche Haut. Mandelsäure hat das größte Molekül der drei – sie dringt langsamer ein, was sie bei Rosazea zur sichereren Wahl macht.
Nicht anwendbar bei akuter Herpesinfektion, entzündeter oder sensibler Haut und direkt nach Sonnenbädern.
Größere Vorbereitungen sind bei oberflächlichen Fruchtsäure-Peelings meist nicht nötig. Manchmal empfiehlt der Arzt, die Haut ein bis zwei Wochen vorher mit fruchtsäurehaltiger Pflege zu gewöhnen. Unmittelbar vor der Behandlung wird die Haut gereinigt und von Fett befreit, damit die Säure gleichmäßig einwirkt. Retinol- und Benzoylperoxid-Produkte sollten 7 Tage vorher pausiert werden.
Keine. Eine Betäubung ist nicht nötig.
Die Säurelösung wird mit einem Pinsel gleichmäßig im Gesicht aufgetragen – das dauert 10 bis 20 Minuten. Am Ende der Einwirkzeit wird die Säure mit einer alkalischen Lösung (z. B. Natriumbicarbonat) neutralisiert.
Um ein sichtbares Ergebnis zu erzielen, sind typischerweise 4 bis 6 Sitzungen im Abstand von 1 bis 4 Wochen nötig. Je nach Hautreaktion kann die Konzentration schrittweise auf bis zu 70 % erhöht werden.
Fruchtsäure-Peelings gelten als sehr sicher. Während der Behandlung kann ein leichtes Brennen auftreten, das rasch nachlässt. Eine vorübergehende Rötung ist normal. Infektionen kommen so selten vor, dass sie als Ausnahme gelten.
Sie können direkt nach dem Peeling wieder Ihrem Alltag nachgehen – das Gesicht kann noch leicht gerötet sein. Tragen Sie für einige Wochen konsequent Sonnenschutz (LSF 50+), da die neue Haut sensibler auf UV-Strahlung reagiert als sonst.
Pro Sitzung fallen ca. 80 bis 180 Euro an. Viele Praxen bieten Pakete für mehrere Behandlungen zu günstigeren Konditionen an.
Trichloressigsäure verändert Hauteiweiße durch Koagulation und löst so gezielte Hautschichten ab. Je nach eingesetzter Konzentration reicht die Wirkung von oberflächlich bis mitteltief.
Mitteltiefes TCA-Peeling (30–35 % TCA): erreicht die obere Lederhaut, deutlicherer Effekt bei Falten, Narben und Pigmentflecken. Konzentrationen über 45 % werden kaum noch eingesetzt, weil das Narbenrisiko dann zu hoch ist.
Das TCA-Peeling wird meistens im Gesicht angewendet, lässt sich aber auch am Hals, Dekolleté, an Armen und Händen einsetzen.
Nicht anwendbar bei akuter Herpesinfektion, entzündlicher oder sensibler Haut, nach Sonnenbädern, bei dunklem Hauttyp (Fitzpatrick IV–VI), bei Vitiligo sowie bei starker Neigung zur Narbenbildung (Keloidneigung).
Unmittelbar vor der Behandlung wird die Haut gereinigt und entfettet. Wer ein mitteltiefes TCA-Peeling plant, beginnt einige Tage vorher mit der Einnahme antiviraler Tabletten (z. B. Valaciclovir), um eine Herpes-Reaktivierung zu verhindern. Retinoide, Benzoylperoxid und andere Peelingsäuren werden 7 Tage vorher abgesetzt.
Eine Betäubung ist nicht erforderlich. Die Behandlung brennt – das Gefühl lässt aber mit der Zeit nach.
Die Behandlung dauert 10 bis 30 Minuten. Nach der Reinigung der Haut wird die TCA-Lösung aufgetragen. Der Arzt beobachtet dabei, wie die Haut reagiert: Ein weißlicher Schleier auf der Oberfläche – das sogenannte "Frosting" – zeigt an, wie tief die Säure bereits eingedrungen ist. TCA muss nicht aktiv neutralisiert werden. Die Reaktion stoppt von selbst, weil die koagulierten Eiweiße keine weitere Penetration zulassen. Die Haut wird anschließend gekühlt.
Wenn das gewünschte Ergebnis nicht erzielt wurde, ist eine Wiederholung nach mindestens ein bis zwei Wochen Erholungspause möglich.
Beim TCA-Peeling können folgende Nebenwirkungen auftreten:
Nach dem TCA-Peeling dauert die Heilungsphase ca. 7 bis 14 Tage. Darauf müssen Sie nach der Behandlung achten:
Pro Behandlung fallen ca. 300 bis 1.000 Euro an, je nach behandeltem Areal und Praxis.
Das Phenol-Peeling ist das tiefste chemische Peeling, das es gibt. Es dringt bis in die mittlere Lederhaut vor und baut dort das Kollagengerüst neu auf. In Deutschland ist es weniger verbreitet als in den USA. .
Eingesetzt wird es bei tiefen Falten, schwerer Hautelastose, aktinischen Keratosen (krebsvorstufen durch Sonnenschäden) und tiefen Narben. Das Phenol-Peeling wird ausschließlich im Gesicht angewendet. Es ist ein schmerzhaftes Verfahren.
Wichtig – Phenol darf nicht angewendet werden bei: akuter Herpesinfektion, entzündlicher oder sensibler Haut, nach Sonnenbädern, dunklem Hauttyp (Fitzpatrick IV–VI), Vitiligo, Keloidneigung sowie bei Herz-, Leber- oder Nierenerkrankungen. Phenol wird über die Haut in den Körper aufgenommen und kann dabei diese Organe schädigen.
Unmittelbar vor der Behandlung wird die Haut gereinigt und entfettet. Einige Tage vorher beginnt die antivirale Prophylaxe (Tabletten gegen Herpes). Wer die Haut 2 bis 4 Wochen vorher mit Retinoiden vorbereitet, verbessert das Eindringen der Säure und beschleunigt die spätere Heilung. Bei dunklerem Hauttyp empfiehlt sich zusätzlich die Anwendung von Tyrosinase-Hemmern (z. B. Hydrochinon oder Kojisäure), um das Pigmentierungsrisiko zu senken.
Eine Vollnarkose ist nicht nötig, aber oft wird ein Dämmerschlaf verwendet, weil das Peeling sehr schmerzhaft ist. Bei der Behandlung großer Hautflächen ist ein EKG-Monitoring während des Eingriffs Pflicht – Phenol kann das Herz beeinflussen, wenn es in größeren Mengen aufgenommen wird.
Je nach Areal dauert der Eingriff 30 bis 90 Minuten. Die Phenol-Lösung wird systematisch aufgetragen, typischerweise von der Stirn über die Wangen zum Kinn. Während der Applikation brennt die Haut stark. Phenol koaguliert Hauteiweiße und begrenzt dadurch seine eigene Eindringtiefe – eine aktive Neutralisation ist chemisch nicht möglich. Die Haut wird danach gekühlt.
Falls das Ergebnis nach vollständiger Heilung nicht ausreicht, ist eine Wiederholung frühestens nach 2 bis 6 Monaten möglich. In der Praxis wird ein Phenol-Peeling meistens nur einmal durchgeführt – oder mit einem Abstand von mehr als 10 Jahren.
Direkt nach dem Eingriff wird ein Verband für 24 Stunden angelegt. Danach folgt eine antiseptische Pudermaske, die nach 6 bis 8 Tagen von selbst abfällt. In der Heilungsphase gilt:
Nach 14 bis 21 Tagen ist die Haut wieder geschlossen und Sie sind gesellschaftsfähig.
Pro Behandlung fallen ca. 3.500 bis 8.000 Euro an. Der hohe Preis erklärt sich durch das aufwändige medizinische Setting mit Monitoring, Sedierung und intensiver Nachsorge. Bei medizinischer Indikation – etwa schweren aktinischen Keratosen – kann eine private Krankenversicherung die Kosten anteilig übernehmen. Rein ästhetische Behandlungen sind Privatleistungen.
| Info | Antwort |
|---|---|
| Behandlungsdauer | 10–20 Min. (AHA/BHA), 10–30 Min. (TCA), 30–90 Min. (Phenol) |
| Narkose | Keine; bei Phenol Sedierung (Dämmerschlaf), EKG-Monitoring Pflicht |
| Klinikaufenthalt | Ambulant (AHA/TCA); bei Phenol-Tiefenpeeling ggf. 1–2 Nächte stationär |
| Narben | Kein Narbenrisiko bei korrekter Technik; bei zu tiefer Penetration oder frühzeitigem Abreißen von Krusten möglich |
| Schmerzen | Während der Behandlung leichtes bis starkes Brennen, das rasch nachlässt |
| Arbeitsfähigkeit | Sofort (AHA); nach 7–14 Tagen (TCA mitteltief); nach 14–21 Tagen (Phenol) |
| Gesellschaftsfähig | Sofort (AHA); nach ca. 14 Tagen (TCA); nach 14–21 Tagen (Phenol) |
| Sport | Nach vollständiger Abheilung; bei Sport im Freien Sonnenschutz tragen |
| Sichtbarkeit Ergebnis | Nach Abschluss der Heilung sichtbar; volle Kollagenremodellierung nach einigen Monaten |
| Haltbarkeit | AHA: alle 1–4 Wochen; TCA: ca. 1–2x jährlich; Phenol: oft einmalig oder Abstände über 10 Jahre |
| Kosten | AHA/BHA: ca. 80–180 €; TCA: ca. 300–1.000 €; Phenol: ca. 3.500–8.000 € pro Sitzung |
aktualisiert am 27.02.2026