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Brustverkleinerung (Mammareduktionsplastik)

Lesezeit: 6 Min.

Große Brüste können gesundheitliche Beschwerden verursachen. In diesem Fall kann eine Brustverkleinerung helfen.

Welche Möglichkeiten bietet die Brustverkleinerung?

Die Brust der Frau ist ein Zeichen der Weiblichkeit. Genetisch veranlagt kann die Brust in Relation zum Körperbild zu groß sein. Eine zu große Brust führt zu Bewegungseinschränkungen, zudem kann es zu Haltungsschäden und Verspannungen im Schulter- und Nackenbereich kommen. Kopfschmerzen sind nicht selten die Folge davon.

Frauen mit zu großen Brüsten leiden häufig unter Störungen des Selbstbewusstseins. Es kommen nicht selten auch psychische Probleme vor.

Mit der operativen Brustverkleinerung (Mammareduktionsplastik) ist es möglich, die zu große Brust, den eigenen Wünschen anzupassen. Die meisten Frauen wünschen sich in Relation zum eigenen Körper eine wohl geformte Brust. Zudem kann eine Brustasymmetrie (Ungleichheit der Brüste) ausgeglichen werden.

Ob sich Ihre Erwartungen hinsichtlich der Operation mit den Möglichkeiten der operativen Brustverkleinerung decken, sollten Sie mit ihrem Arzt besprechen. Die operative Brustverkleinerung hinterlässt Narben. Je nach Veranlagung können diese Narben sichtbar bleiben.

Häufig wird zur Brustverkleinerung zusätzlich eine Straffungsoperation durchgeführt. Bei einer Bruststraffung (Mastopexie) werden die Brustwarzen nach oben in eine neue Position verlagert.

Was muss ich bei der Brustverkleinerung beachten?

Um das Operationsrisiko möglichst gering zu halten, beachten Sie folgende Verhaltensrichtlinien:

  1. Fragen Sie Ihren Arzt, welche Medikamente Sie bis zur Operation weiterhin einnehmen dürfen. Medikamente, die die Blutgerinnung verzögern, müssen in der Regel 14 Tage vor der Operation abgesetzt werden. Zu den gerinnungshemmenden Substanzen gehören einige Schmerzmittel, u.a. Aspirin.
  2. Nikotin führt zu einer verminderten Durchblutung der Organe. Im Operationsbereich kann es deshalb zu einer Durchblutungsstörung kommen. Zusammen mit Medikamenten zur Empfängnisverhütung (Antibabypille) steigt das Risiko der Bildung von Blutgerinnsel. Verzichten Sie bereits zwei Wochen vor dem Eingriff und für die Zeit der Wundheilung nach dem Eingriff auf den Nikotinkonsum.
  3. In manchen Fällen ist es sinnvoll vor der Operation eine Mammografie (spezielle Form der Brustuntersuchung) und eine Ultraschalluntersuchung durchzuführen. Besprechen Sie das mit Ihrem Arzt.
  4. Bevor Sie sich für eine Brustverkleinerung entscheiden, sollten Sie darüber nachdenken ein bestehendes Übergewicht durch eine Diät zu beseitigen. Eine Gewichtsreduktion nach der Operation kann zu einer erneuten Erschlaffung des Brustgewebes führen.
  5. Nach einer Schwangerschaft kann sich die Brustform verändern. Deshalb empfiehlt es sich, eine Brustverkleinerung erst nach Abschluss der Familienplanung vorzunehmen. Zudem kann die Stillfähigkeit durch die Operation beeinträchtigt werden.

Was passiert bei der Operation?

Die Operation wird in der Regel stationär (im Krankenhaus) und in Allgemeinnarkose durchgeführt. Die notwendigen Voruntersuchungen werden am Vortag Ihres Termins in der Klinik durchgeführt. Sie können die Voruntersuchungen auch im Vorfeld von Ihrem Hausarzt durchführen lassen. Rechnen Sie mit einem Klinikaufenthalt von ein bis drei Tagen. Sehr selten wird die Operation in örtlicher Betäubung angeboten. Der Anästhesist (Narkosearzt) bespricht mit Ihnen die Wahl der Narkose. Er ist während der gesamten Operation anwesend und steuert die Narkose.

Die Operation dauert ca. zwei bis drei Stunden. Es gibt unterschiedliche Operationstechniken, das hängt vor allem auch von der Größe der Brust ab. Je nach Technik resultieren unterschiedliche Narben. Die Narben können:

  • senkrecht nach unten und um die Brustwarze verlaufen,
  • senkrecht nach unten, um die Brustwarze und L-förmig (umgekehrt) zur Seite,
  • senkrecht nach unten, T-förmig (umgekehrt) und um die Brustwarze (bei stark erschlafften Brüsten) verlaufen.

Im Vorfeld werden die vorgesehen Schnittverläufe durch den Operateur auf die Haut gezeichnet. Dann werden die Schnitte (Hautinzisionen) gesetzt und anschließend Haut und überschüssiges Drüsen- und Fettgewebe entfernt. Die Brustwarzen werden häufig nach oben verlagert. Schließlich wird die Haut unterhalb der Brustwarzen zusammengebracht und die Brust somit geformt.

Bevor die Wunden verschlossen werden, werden dünne Drainageschläuche eingesetzt, damit das Wundsekret ablaufen kann. Die Drainagen werden nach einigen Tagen entfernt.

Unmittelbar nach der Operation wird ein fester Verband angelegt.

Welche Komplikationen können durch die Brustverkleinerung auftreten?

Keine Operation ist ohne Risiko. Auch bei größter Sorgfalt können während oder nach dem Eingriff Komplikationen auftreten.

Während der Operation kann es zu stärkeren Blutungen kommen. Größere Blutverluste können eine Bluttransfusion notwendig machen. Dies ist allerdings sehr selten. Auch äußerst selten kann es bei Bluttransfusionen zur Übertragung von Krankheitserregern kommen, z. B. dem HI-Virus (HIV) oder von Hepatitis-Viren (Leberentzündung). Um das Risiko einer Infektion zu vermeiden, besprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob eine Eigenblutspende möglich und sinnvoll ist.

In seltenen Fällen können Druckschäden an Nerven und Weichteilen entstehen. Sie bilden sich in der Regel innerhalb weniger Wochen wieder zurück.

Nach der Operation kann zu folgenden Komplikationen kommen:

  • Nachblutungen (selten) - auch mehrere Tage nach der Operation (in aller Regel bilden sich Nachblutungen innerhalb weniger Wochen wieder selbständig zurück).
  • Blutergüsse - auch diese bilden sich in aller Regel innerhalb weniger Wochen selbständig zurück.
  • Taubheitsgefühl kann sich durch Schädigung von Hautnerven einstellen. Innerhalb von einigen Monaten kommt es im Normalfall zur vollständigen Wiederherstellung der Empfindungen der Haut. In Ausnahmenfälle kann ein Taubheitsgefühl verbleiben.
  • Schwellungen im Operationsgebiet. Insbesondere in den ersten drei Tagen nach der Operation kann es im operierten Gebiet zu Schwellungen kommen.
  • Durchblutungs- und Wunheilungsstörungen sind selten. Es kann dann zur Ausbildung von breiten Narben kommen, die möglicherweise einen Korrektureingriff erfordern, um ein optisch optimales Ergebnis zu erzielen.
  • Die Ausprägung von Narben ist von Patient zu Patient anlagebedingt unterschiedlich. Bei entsprechender Veranlagung können wulstige, dicke, verfärbte und schmerzhafte Narben (Keloid) entstehen. Solche Narben erfordern manchmal einen Korrektureingriff.
  • Blutgerinnsel (Thromben) sind selten, können aber zum Verschluss eines Blutgefäßes führen, der lebensbedrohlich werden kann (z. B. Lungenembolie) und auch zum Tod führen kann. Rauchen und die Einnahme der Antibabypille (Kontrazeptiva) sind Faktoren, die die Bildung von Thromben begünstigen.
  • Überempfindlichkeitsreaktionen auf Betäubungsmittel oder Medikamente können Brechreiz, Juckreiz oder Hautausschlag auslösen. In seltenen Fällen kann es aber auch zu lebensbedrohlichen allergischen Reaktionen kommen, die manchmal bleibende Schäden hinterlassen können.
  • Die Sensibilität der Brustwarze kann beeinträchtigt werden. Das ist die Folge der notwendigen Durchtrennung von Hautnerven. Diese Störung kann bis zu einem Jahr dauern und verbessert sich in der Regel im Laufe der Zeit.
  • Bei gestörter Blutversorgung kann die Brustwarze komplett absterben. In diesem Fall wird eine Verpflanzung von dunkel pigmentierter / tätowierter Haut notwendig.
  • Infektionen der Wunde können zu einer Verzögerung der Wundheilung führen. Zudem kann es zur Ausbildung von Abszessen (Eiteransammlungen) und Nekrosen (Absterben von Gewebe) kommen.
  • Die Stillfähigkeit kann durch eine Brustverkleinerung oder Straffungsoperation beeinträchtigt werden.

Worauf muss ich nach der Brustverkleinerung achten?

Nehmen Sie sich die nötige Zeit, um sich von der Operation zu erholen. Sie sollten etwa ein bis zwei Wochen zur Genesung nach dem Eingriff planen.

  • Die Brüste werden in den ersten Tagen anschwellen und empfindlich sein. Kühlende Maßnahmen helfen, die Schwellung zu verringern.
  • Stehen Sie möglichst frühzeitig nach der Operation auf, um die Bildung von Blutgerinnsel zu vermeiden.
  • Schmerzen im Wundgebiet sind normal und können durch Medikamente gelindert werden.
  • Während der Operation eingelegte Drainagen werden in den ersten Tagen nach der Operation entfernt.
  • Tragen Sie den Stütz-BH drei bis sechs Wochen lang (Tag und Nacht). Es hilft, ein optimales Ergebnis zu erzielen.
  • Acht bis vierzehn Tage nach der Operation werden die Hautfäden entfernt.
  • Verzichten Sie mindestens die ersten sechs Wochen auf jede körperliche Anstrengung, vor allem auch auf Sport. Besprechen Sie dies mit Ihrem behandelnden Arzt.
  • Vermeiden Sie in den ersten sechs Monaten die direkte Sonnenbestrahlung der Narben, da sich diese dadurch bräunlich verfärben können.
  • Sind sie ambulant operiert worden? Bedenken Sie die vorübergehende Einschränkung Ihrer Sraßenverkehrstauglichkeit. Lassen Sie sich deshalb bitte abholen.

Wie sind die Erfolgsaussichten?

In den Händen erfahrener Spezialisten sind die Erfolgsaussichten gut. Sie hängen auch von Ihrer körperlichen Verfassung ab (Allgemeinzustand, Hautzustand, etc.). Eine realistische Erwartung bewahrt Sie vor Enttäuschungen.

Die Brustverkleinerung gilt als anspruchsvolle Operation mit vielen möglichen Komplikationen. Um diese gering zu halten, sollten Sie sich nur durch einen erfahrenen und gut ausgebildeten Arzt operieren lassen.

Die Brustverkleinerung kann Brusthyperplasien (zu große Brust) und Brustasymmetrien (ungleiche Brust) ausgleichen und Ihnen ein neues Lebensgefühl vermitteln.


Fragen zur Brustverkleinerung

  1. Welche Operationsmethoden werden bei der Brustverkleinerung angewandt?
    Zwei Operationsmethoden werden bei der Brustverkleinerung bevorzugt: Die narbensparende Operationsmethode nach Lejour. Bei dieser Operationsmethode verläuft die Schnittführung (und später auch die Narbe) längs unterhalb der Brustwarze zur Unterbrustfalte. Bei der zweiten Operationsmethode wird entsteht ein t-förmiger Schnitt. Von der Brustwarze zur Unterbrustfalte und verläuft anschließend in dieser weiter.

  2. Habe ich nach einer Brustverkleinerung Schmerzen?
    Menschen haben ein individuelles Schmerzempfinden. Schmerzen nach der Brustverkleinerung sind in der Regel gering. Treten Schmerzen nach der Brustverkleinerung auf, können Sie mit Schmerzmittel therapiert werden.

  3. Kann ich nach einer Brustverkleinerung trotzdem mein Kind stillen?
    Durch eine Brustverkleinerung kann es dazu kommen, dass die Stillfähigkeit eingeschränkt ist oder auch gänzlich verloren gehen. Frauen, die Stillen wollen, sollten das berücksichtigen.

  4. Werden bei einer Brustverkleinerung die Brustwarzen versetzt?
    Meistens ist das notwendig, um ein ästhetisch gutes Ergebnis zu erzielen. Im ungünstigsten Fall kann es passieren, dass die Sensibilität der Brustwarzen verloren geht.

  5. Muss ich nach einer Brustverkleinerung in der Klinik bleiben?
    Ja, Sie sollten nach der Brustverkleinerung etwa mit zwei Tagen Klinikaufenthalt rechnen.

  6. Wann kann ich nach einer Brustverkleinerung wieder Sport treiben?
    Sie sollten die nächsten vier bis sechs Wochen nach einer Brustvergrößerung kein Sport treiben, um das Ergebnis der Operation nicht zu gefährden.


Letzte Aktualisierung am 21.02.2017.
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Fragen, Antworten und zusätzliche Informationen zu Brustverkleinerung

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fragt lisalexss   vor 12 Tage  35

Hey ihr lieben!

Ich bin sehr unzufrieden mit meinem Körper, inbesondere meine Brüste.. Ich habe momentan eine 70H und möchte auf 70C verkleinern ... mehr

?
fragt Bella2323   vor ~ 1 Monat  133

Guten Tag,
ich hatte vor 8 Tagen eine Brustverkleinerung und wurde vor 4 Tagen nun aus dem Krankenhaus entlassen - die rechte Seite noch sehr ... mehr

 
sagt Ola3   vor 3 Monate  12346

Hallo
ich komme aus Bremen und möchte mir nach zwei Schwangerschaften die Brüste straffen lassen vill auch mit Implantaten füllen...Kann mir ... mehr

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Kurzbeschreibung Brustverkleinerung

OP-Dauer
2-3 Stunden

Narkose
in der Regel Allgemeinnarkose

Klinikaufenthalt
2-3 Tage

Nachsorge
Stütz-BH für 6 Wochen, 6 Monate keine direkte Sonnenbestrahlung der Narben, Cremes zur Narbenpflege

Gesellschaftsfähig
keine gesellschaftliche Beeinträchtigung

Der Chirurg zeichnet vor der OP die Schnitte ein



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