Was ist eine PRP-Behandlung? Eine regenerative Therapie gegen Haarausfall, bei der aus dem eigenen Blut gewonnenes, thrombozytenreiches Plasma (PRP = Platelet-Rich Plasma) in die Kopfhaut injiziert wird. Die konzentrierten Wachstumsfaktoren stimulieren die Haarwurzeln, fördern das Haarwachstum und verbessern die Haarqualität.
Für wen geeignet? Ideal bei beginnendem bis mittelschwerem Haarausfall (androgenetische Alopezie, diffuser Haarausfall), wenn die Haarfollikel noch vital sind. Erfolgsraten liegen bei etwa 70-80% der Patienten. Besonders wirksam im Frühstadium (Norwood-Hamilton Skala I-III bei Männern).
Wichtigste Kontraindikation: Bei vollständiger Glatze (atrophische Follikel) ist PRP wirkungslos. Absolute Kontraindikationen sind aktive Tumorerkrankungen, akute Infektionen, schwere Bluterkrankungen und Thrombozytopenie.
Dauer & Kosten: 30-45 Minuten pro Sitzung. Empfohlen werden 3-4 Behandlungen im Abstand von 4-6 Wochen. Kosten: ca. 300-600 Euro pro Sitzung, Behandlungszyklus ca. 1.000 Euro. Jährliche Auffrischung empfohlen.
Ergebnis: Erste Verbesserungen nach 3 Monaten sichtbar, volles Ergebnis nach 6 Monaten. Dickeres, volleres Haar und Reduktion des Haarausfalls. Keine Narben, keine Ausfallzeit.
Schönes, volles Haar gilt in unserer Gesellschaft als Zeichen von Jugend und Vitalität – und das betrifft längst nicht nur Frauen. Wenn das Haar zunehmend schütter wird, leiden viele Menschen stark unter dem Verlust. Vermehrter Haarausfall kann zur psychischen Belastung werden und das Selbstwertgefühl erheblich beeinträchtigen.
Die ästhetische Medizin bietet heute verschiedene Behandlungsansätze, um gegen Haarausfall vorzugehen. Die PRP-Haarwurzelbehandlung (auch Eigenbluttherapie genannt) ist eine solche innovative Methode. Dabei wird ein speziell aufbereiteter Bestandteil Ihres eigenen Blutes genutzt, um den Haarausfall zu stoppen, die Haardichte zu erhöhen und gesünderes, volleres Haar zu fördern.
Die Abkürzung PRP steht für „Platelet-Rich Plasma" (auf Deutsch: thrombozytenreiches Plasma). Thrombozyten sind Blutplättchen, die in unserem Blut zirkulieren und weit mehr können als nur Blutungen zu stoppen. Sie enthalten in ihren sogenannten Alpha-Granula eine Vielzahl von Wachstumsfaktoren – bioaktive Proteine, die Heilungsprozesse im Körper steuern.
Die wichtigsten Wachstumsfaktoren im PRP und ihre Wirkung auf die Haare sind:
Wichtig zu verstehen: Gesundes Haarwachstum ist nur möglich, wenn die Haarwurzeln ausreichend mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt werden. Bei Haarausfall – insbesondere der häufigen androgenetischen Alopezie (erblich bedingter Haarausfall) – kommt es durch das Hormon DHT (Dihydrotestosteron) zu einer Miniaturisierung der Haarfollikel und einer Verkürzung der Wachstumsphase. PRP wirkt diesem Prozess entgegen, indem es die Durchblutung verbessert, die Follikel stärkt und die Anagenphase verlängert.
Die PRP-Eigenbluttherapie wird in verschiedenen Bereichen der Medizin eingesetzt – von der Orthopädie über die Wundheilung bis zur ästhetischen Medizin. Bei der Anwendung gegen Haarausfall wirkt sie sich positiv auf folgende Faktoren aus:
Das Besondere an der Methode: Da ausschließlich Eigenblut zum Einsatz kommt, ist die Behandlung sehr gut verträglich. Abstoßungsreaktionen oder allergische Reaktionen sind praktisch ausgeschlossen. Nach der Blutentnahme wird das Plasma speziell aufbereitet und konzentriert, sodass es etwa 4- bis 5-fach mehr Thrombozyten enthält als normales Blut. Dieses Konzentrat wird dann gezielt in die Kopfhaut injiziert, um die Haarwurzeln zu stärken und das Haarwachstum anzuregen.
Die PRP-Haarwurzelbehandlung kann alleine oder in Kombination mit anderen Verfahren durchgeführt werden. Bei fortgeschrittenem Haarausfall ist die Kombination mit einer Haartransplantation besonders sinnvoll: PRP verbessert das Anwachsen der transplantierten Haarfollikel und beschleunigt die Heilung.
Um einen deutlichen Wachstumseffekt zu erzielen, sind in der Regel 3 bis 4 Sitzungen in Abständen von 4 bis 6 Wochen erforderlich. Jede dieser ambulanten Sitzungen dauert zwischen 30 und 45 Minuten. Auf Wunsch kann eine lokale Betäubung der Kopfhaut erfolgen – dies ist besonders bei sehr schmerzempfindlichen Patienten zu empfehlen. Ausfallzeiten oder Narben gibt es nicht.
Die Behandlung läuft in drei Schritten ab und ist technisch anspruchsvoll, aber für Sie als Patient unkompliziert.

Zunächst wird Ihnen Blut abgenommen – meist aus der Armvene, ähnlich wie bei einer Blutuntersuchung. Die Menge hängt davon ab, wie viel Blutplasma für die Behandlung benötigt wird (in der Regel 10 bis 30 ml). Das Blut wird in speziellen Röhrchen gesammelt, die ein Gerinnungsmittel enthalten.
Das Blut wird dann zentrifugiert – das bedeutet, es wird mit hoher Geschwindigkeit geschleudert. Durch diese Zentrifugalkraft trennen sich die festen Bestandteile (rote Blutkörperchen) von den flüssigen (Plasma). Das gewonnene plättchenreiche Plasma enthält eine hohe Konzentration an Thrombozyten und damit auch an Wachstumsfaktoren. Die Herstellung des Konzentrats dauert etwa 10 bis 15 Minuten.

Technischer Hintergrund: Es gibt verschiedene PRP-Systeme. Manche verwenden ein Single-Spin-Verfahren (einmaliges Zentrifugieren), andere ein präziseres Double-Spin-Verfahren (zweimaliges Zentrifugieren für höhere Konzentration). In der Dermatologie wird meist Leukozyten-armes PRP (LP-PRP) bevorzugt, da es weniger entzündliche Reaktionen verursacht. Die genaue Zusammensetzung kann je nach verwendetem System variieren.
Nun kommt das aufbereitete PRP-Konzentrat zum Einsatz. Mit feinen Mikronadeln wird es gezielt in die Bereiche der Kopfhaut injiziert, in denen die Behandlung erfolgen soll. Der Arzt spritzt das PRP direkt an die Haarwurzeln – dort, wo es seine Wirkung entfalten soll.

In manchen Fällen werden zusätzlich Hyaluronsäure oder andere Substanzen beigemischt, um die Wirkung zu verstärken oder die Haltbarkeit im Gewebe zu verlängern.
Die PRP-Haarwurzelbehandlung zielt darauf ab, den Haarausfall zu reduzieren oder idealerweise ganz zu stoppen. Dünne, matte Haare werden nach der Behandlung kräftiger, voller und dichter. Die körpereigenen Wachstumsfaktoren kurbeln das Haarwachstum an und tragen zu einer deutlich verbesserten Haarqualität bei.
Die besten Ergebnisse werden erzielt bei:
Wichtige Einschränkung: Bei einer vollständigen Glatze mit vollständig atrophischen (abgestorbenen) Haarfollikeln ist PRP wirkungslos. Die Wachstumsfaktoren können nur noch vitale, wenn auch geschwächte Haarfollikel reaktivieren – sie können keine neuen Follikel erschaffen. Je früher mit der Behandlung begonnen wird, desto besser sind die Erfolgsaussichten.
Sofern bestimmte Erkrankungen vorliegen, ist von einer PRP-Haarwurzelbehandlung abzusehen. Eine Kontraindikation besteht in folgenden Fällen:
Die Qualität des gewonnenen Plasmas hängt direkt vom Zustand Ihres Blutes und damit von Ihrem allgemeinen Gesundheitszustand ab. Daher sind bestimmte Vorbereitungsmaßnahmen entscheidend für den Behandlungserfolg.
Die wichtigste Maßnahme: Setzen Sie 7 bis 14 Tage vor der Behandlung alle Medikamente ab, die die Blutgerinnung oder die Thrombozytenfunktion beeinflussen. Dazu gehören insbesondere:
Warum ist das so wichtig? Diese Medikamente hemmen die Aktivierung der Thrombozyten. Da aber genau diese Aktivierung notwendig ist, um die Wachstumsfaktoren freizusetzen, würde die Einnahme solcher Medikamente die gesamte Therapie unwirksam machen. Bitte setzen Sie verschreibungspflichtige Medikamente niemals ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt ab – besonders nicht bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen!
Die PRP-Therapie gilt als sehr sicher. Da es sich um eine Behandlung mit Ihrem eigenen Blut handelt, besteht kein Risiko für allergische Reaktionen oder Abstoßungsreaktionen. Das aufbereitete Plasma wirkt sogar antibakteriell und stärkt das Immunsystem, weshalb Infektionen bei steriler Arbeitsweise nahezu ausgeschlossen sind.
Folgende sichtbare Nebenwirkungen sind normal und vorübergehend:
Diese Reaktionen klingen innerhalb von 24 bis 72 Stunden vollständig ab.
Die Nachsorge ist genauso wichtig wie die Behandlung selbst. Nur durch konsequente Einhaltung der Verhaltensregeln können Sie das bestmögliche Ergebnis erzielen.
WICHTIG – NSAR-Verbot: Nehmen Sie für mindestens 2 Wochen nach der Injektion keine entzündungshemmenden Schmerzmittel (NSAR - Nicht-steroidale Antirheumatika) wie Ibuprofen, Diclofenac, ASS oder Naproxen ein! Diese Medikamente würden den therapeutischen Effekt des PRP komplett zunichtemachen, da sie genau die Entzündungskaskade blockieren, die für die Regeneration notwendig ist. Bei Schmerzen sind Paracetamol oder auf ärztliche Verschreibung leichte Opioide erlaubt.
Die Kosten für eine PRP-Haarbehandlung hängen von mehreren Faktoren ab: der Größe der zu behandelnden Fläche, der Anzahl der erforderlichen Sitzungen und dem verwendeten PRP-System.
Eine einzelne Sitzung kostet in Deutschland zwischen 300 und 600 Euro. Die meisten Behandlungsprotokolle umfassen einen Zyklus von 3 bis 4 Sitzungen im Abstand von 4 bis 6 Wochen. Die Gesamtkosten für einen kompletten Behandlungszyklus belaufen sich daher auf etwa 1.000 bis 1.500 Euro.
Zur Erhaltung des Ergebnisses wird empfohlen, die Behandlung einmal jährlich aufzufrischen. Die Kosten dafür liegen bei etwa 300 bis 600 Euro.
Die PRP-Therapie bei Haarausfall ist eine reine Privatleistung (IGeL – Individuelle Gesundheitsleistung). Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten grundsätzlich nicht, da es sich um eine ästhetische Behandlung handelt.
Bei privaten Krankenversicherungen ist die Erstattung uneinheitlich. In der Regel werden ästhetische Behandlungen nicht übernommen. In Einzelfällen – etwa bei nachweisbarem psychischem Leidensdruck oder medizinischer Indikation (z.B. kreisrunder Haarausfall nach schwerer Erkrankung) – kann eine Kostenübernahme beantragt werden. Eine vorherige Anfrage bei Ihrer Versicherung ist ratsam.
Kosten-Nutzen-Vergleich: Im Vergleich zu einer Haartransplantation (8.000-15.000 Euro) ist PRP deutlich günstiger. Allerdings ist PRP keine dauerhafte Lösung wie eine Transplantation – die Wirkung muss durch regelmäßige Auffrischungen erhalten werden. PRP eignet sich daher besonders für Patienten, die noch ausreichend Haarsubstanz haben und diese erhalten und verbessern möchten.
Die PRP-Haarwurzelbehandlung ist eine wissenschaftlich fundierte Methode mit nachgewiesener Wirksamkeit, aber sie ist kein Wundermittel. Die besten Ergebnisse erzielen Sie, wenn die Behandlung frühzeitig beginnt und Sie realistische Erwartungen haben. Eine vollständige Wiederherstellung einer Glatze ist nicht möglich – PRP kann vorhandenes Haar kräftigen und verdichten, aber keine neuen Haarfollikel erschaffen.
Nehmen Sie sich Zeit für Ihre Entscheidung:
Ein seriöser Arzt wird Sie ehrlich über Ihre Erfolgsaussichten informieren und Sie auch von der Behandlung abraten, wenn er sie für ungeeignet hält. Das ist ein Zeichen von Qualität und Erfahrung.
| Info | Antwort |
|---|---|
| Behandlungsdauer | 30 bis 45 Minuten pro Sitzung |
| Narkose | Keine Narkose erforderlich; auf Wunsch lokale Betäubung der Kopfhaut möglich |
| Anzahl der Sitzungen | 3 bis 4 Behandlungen im Abstand von 4 bis 6 Wochen |
| Schmerzen | Gering; leichtes Stechen während der Injektion, danach meist schmerzfrei |
| Ausfallzeit | Keine – Sie sind sofort gesellschafts- und arbeitsfähig |
| Nebenwirkungen | Vorübergehende Rötungen, leichte Schwellungen, kleine Blutergüsse für 1-2 Tage |
| Sport und körperliche Aktivität | Pause von 2-3 Tagen empfohlen |
| Haare waschen | Frühestens 24 Stunden (besser 48 Stunden) nach der Behandlung |
| Nachsorge | NSAR-Verbot für 2 Wochen, Sonnenschutz, Verzicht auf Nikotin und Alkohol |
| Erste Ergebnisse sichtbar | Nach etwa 3 Monaten |
| Endergebnis sichtbar | Nach 6 Monaten (vollständige Haarverdichtung und Kräftigung) |
| Haltbarkeit | Individuell unterschiedlich; jährliche Auffrischung empfohlen zur Erhaltung |
| Kosten pro Sitzung | 300 bis 600 Euro |
| Kosten Behandlungszyklus | Ca. 1.000 bis 1.500 Euro (3-4 Sitzungen) |
| Kostenübernahme | Keine Kassenleistung – reine Privatleistung (Selbstzahler) |
| Für wen geeignet? | Beginnender bis mittelschwerer Haarausfall, vitale Haarfollikel vorhanden |
| Erfolgsrate | Ca. 70-80% bei diffusem Haarausfall, am besten im Frühstadium |
| Wichtigste Kontraindikation | Vollständige Glatze (atrophische Follikel), aktive Tumorerkrankung, schwere Bluterkrankungen, akute Infektionen |
aktualisiert am 16.01.2026