Was ist die photodynamische Therapie (PDT)? Ein Verfahren aus der Hautkrebsmedizin, das auch zur Hautverjüngung eingesetzt wird. Dabei zerstört spezielles Licht geschädigte Hautzellen, während gesunde Zellen weitgehend verschont bleiben.
Für wen geeignet? Für Patienten mit sonnengeschädigter Haut an Gesicht, Kopfhaut, Handrücken oder Unterarmen sowie bei aktinischen Keratosen (Hautkrebsvorstufen).
Wichtig zu wissen: Während der Bestrahlung kann ein Brennen auftreten. Rötungen und Krusten sind danach normal und klingen nach etwa einer Woche ab. In den ersten 48 Stunden ist strikter Lichtschutz nötig.
Dauer & Kosten: Die gesamte Behandlung dauert rund 3,5 Stunden (davon 3 Stunden Einwirkzeit). Die Kosten liegen zwischen 350 € und 550 € pro Sitzung.
Alternative: Je nach Befund kommen auch Laserbehandlungen, chemische Peelings oder topische Cremes infrage.
Die photodynamische Therapie (PDT) stammt ursprünglich aus der Hautkrebsbehandlung. Inzwischen hat sie sich aber auch in der ästhetischen Medizin etabliert, weil sie zwei Dinge gleichzeitig kann: krankhaft veränderte Hautzellen beseitigen und die Haut von innen heraus erneuern. Der Grund dafür liegt in einem biologischen Nebeneffekt der Behandlung – die PDT regt die Neubildung von Kollagen an. Das Ergebnis ist eine straffere, glattere Haut mit weniger Pigmentflecken.
Bestimmte Hautbereiche sind der Sonne dauerhaft ausgesetzt: Gesicht, Kopfhaut, Handrücken und Unterarme. Über Jahre hinweg führt die UV-Strahlung dort zu sichtbaren Schäden. Die Haut wird dünn, faltig und rau, weil das Kollagen zerstört wird. Oft entstehen zusätzlich aktinische Keratosen – das sind raue, schuppige Stellen, die als Vorstufe von hellem Hautkrebs gelten.
Das Problem dabei: Neben den sichtbaren Stellen enthält häufig auch die umliegende Haut bereits geschädigte Zellen, die noch nicht auffällig geworden sind. Fachärzte sprechen hier von einer Feldkanzerisierung. Genau das ist eine Stärke der PDT. Weil der Wirkstoff flächig aufgetragen wird, erfasst die Behandlung auch diese unsichtbaren Veränderungen – anders als etwa eine Vereisung oder eine chirurgische Entfernung einzelner Stellen.
Für Patienten, die gleichzeitig unter Lichtschäden und Hautkrebsvorstufen leiden, bietet die PDT deshalb einen doppelten Nutzen: Sie behandelt die medizinische Diagnose und verbessert nebenbei das gesamte Hautbild.
Ärzte haben schon früh beobachtet, dass Hautareale nach einer PDT gegen aktinische Keratosen nicht nur tumorfrei waren, sondern auch frischer und gleichmäßiger aussahen. Daraus haben sich eigene Behandlungsprotokolle für die Hautverjüngung (Photorejuvenation) entwickelt.
Der Hintergrund: Die photodynamische Reaktion löst eine kontrollierte Entzündung in der Haut aus. Diese Entzündung aktiviert die Fibroblasten – das sind die Zellen, die für die Kollagenproduktion zuständig sind. Es wird vermehrt neues Kollagen vom Typ I gebildet, während gleichzeitig geschädigte elastische Fasern abgebaut werden.
In der Praxis zeigt sich das an mehreren Effekten:
Zuerst müssen Verhornungen und Schuppen im Behandlungsareal entfernt werden. Das ist notwendig, damit der Wirkstoff gleichmäßig in die Haut eindringen kann und das Licht später nicht abgeschirmt wird. Dafür gibt es verschiedene Methoden: Der Arzt kann die Hornschicht mit einer Kürette (einem speziellen Metallinstrument) von Hand abtragen. Alternativ kommt ein Laser zum Einsatz, zum Beispiel ein CO2-Laser oder ein fraktionierter Erbium:YAG-Laser.
Bei der laser-assistierten Variante hat die Vorbehandlung noch einen zusätzlichen Effekt: Der Laser erzeugt mikroskopisch kleine Kanäle in der Haut, durch die der Wirkstoff später tiefer und in höherer Konzentration eindringen kann. Das ist besonders bei stark verhornten Stellen oder wenn eine intensive Hautverjüngung gewünscht wird von Vorteil.
Nach der Vorbereitung wird eine spezielle Creme aufgetragen, die einen sogenannten Photosensibilisator enthält. In der Praxis kommen zwei Wirkstoffe zum Einsatz: 5-Aminolävulinsäure (5-ALA) oder Methylaminolevulinat (MAL). Beide sind Vorstufen eines körpereigenen Stoffes namens Protoporphyrin IX, der die Haut lichtempfindlich macht.
Warum reichert sich der Wirkstoff bevorzugt in geschädigten Zellen an? In veränderten oder schnell wachsenden Hautzellen ist der Stoffwechsel anders als in gesunden Zellen. Das führt dazu, dass sich dort viel mehr von dem lichtempfindlichen Protoporphyrin IX ansammelt. Gesunde Zellen bleiben dadurch bei der späteren Bestrahlung weitgehend verschont.
Gut zu wissen: Die Creme muss anschließend drei Stunden unter einem lichtdichten Verband einwirken. Der Verband schützt vor vorzeitiger Lichtaktivierung und fördert gleichzeitig die Aufnahme des Wirkstoffs in die Haut.
Nach Ablauf der Einwirkzeit wird der Verband abgenommen und überschüssige Creme entfernt. Die Bestrahlung mit rotem Speziallicht (Wellenlänge 630 bis 635 nm) dauert zwischen 8 und 20 Minuten, je nach verwendetem System. Rotes Licht wird bevorzugt eingesetzt, weil es tiefer in die Haut eindringt als blaues Licht.
Was passiert dabei auf Zellebene? Das Licht aktiviert den Photosensibilisator in den Zielzellen. Die aufgenommene Energie wird auf den Sauerstoff im Gewebe übertragen, wodurch sogenannter Singulett-Sauerstoff entsteht. Dieser hochreaktive Sauerstoff zerstört die Zellmembranen der geschädigten Zellen und löst den programmierten Zelltod (Apoptose) aus. Da sich der Photosensibilisator bevorzugt in kranken Zellen angereichert hat, bleibt das gesunde Bindegewebe dabei weitgehend intakt.
Wichtig zu wissen: Bei Bedarf kann die Behandlung wiederholt werden, um das gewünschte Ergebnis zu erzielen. Zwischen den Sitzungen sollten mindestens vier Wochen liegen.
Das hängt vom gewählten Verfahren ab. Die Vorbehandlung mit der Kürette ist in der Regel gut auszuhalten und erfordert keine Betäubung. Kommt ein Laser zum Einsatz, wird häufig eine lokale Betäubungscreme aufgetragen.
Während der Bestrahlung mit Rotlicht verspüren viele Patienten ein Brennen, Stechen oder Hitzegefühl. Die Intensität variiert – sie hängt unter anderem davon ab, wie viel Photosensibilisator sich in den Zellen angereichert hat. Paradoxerweise deutet eine stärkere Reaktion oft auf einen besonders guten Therapieerfolg hin.
Eine deutlich schmerzfreiere Alternative ist die sogenannte Tageslicht-PDT: Dabei wird die Creme ohne Verband aufgetragen und das natürliche Sonnenlicht (oder künstliches Tageslicht in der Praxis) aktiviert den Wirkstoff kontinuierlich in kleinen Mengen. Dadurch entstehen keine schmerzhaften Spitzen. Die Wirksamkeit bei oberflächlichen aktinischen Keratosen ist mit der klassischen Rotlicht-PDT vergleichbar.
Die PDT löst eine gewünschte Hautreaktion aus, die einem starken Sonnenbrand ähnelt. Das ist kein Grund zur Sorge, sondern Zeichen dafür, dass die Behandlung wirkt. Der typische Verlauf sieht so aus:
Nach etwa zwei bis vier Wochen hat sich die Haut vollständig erholt. Die Rötungen dürfen nach einigen Tagen vorsichtig überschminkt werden.
Wichtig zu wissen: In den ersten 48 Stunden nach der Behandlung ist strikter Lichtschutz notwendig – auch vor sichtbarem Licht, nicht nur vor UV-Strahlung. Im Gewebe können noch Reste des Photosensibilisators vorliegen, die bei Lichteinwirkung reagieren würden.
Spätestens 14 Tage vor der PDT sollten Sie intensive UV-Strahlung vermeiden. Das gilt für das Solarium genauso wie für längere Aufenthalte in der Sonne. Gebräunte Haut enthält mehr Melanin, das einen Teil des therapeutischen Lichts absorbiert und die Wirksamkeit verringert.
In den vier Wochen nach der Behandlung brauchen Sie einen Sonnenschutz mit Lichtschutzfaktor 50+. Die Haut ist in dieser Zeit besonders lichtempfindlich, und konsequenter Schutz unterstützt den Heilungsprozess.
Ja, bei schwerer Akne kann die PDT eine Option sein. Der Wirkstoff reichert sich bevorzugt in den Talgdrüsenfollikeln an. Durch die Bestrahlung werden die Talgdrüsen vorübergehend verkleinert und produzieren weniger Talg. Gleichzeitig wirkt die Behandlung bakterientötend gegen Cutibacterium acnes – das sind die Bakterien, die an der Entstehung von Akne beteiligt sind. Diese Bakterien produzieren selbst Porphyrine und reagieren deshalb besonders empfindlich auf die Bestrahlung. Bei Patienten, die auf andere Therapien nicht ansprechen, kann die PDT eine Alternative zu Tabletten (systemischen Retinoiden) sein.
Auch bei Rosacea – vor allem bei der Form mit Rötungen und sichtbaren Äderchen – wird die PDT eingesetzt. Die entzündungshemmende Wirkung und die Stabilisierung des Bindegewebes können die Hautreaktion beruhigen.
Neben der klassischen Rotlicht-PDT gibt es inzwischen mehrere Abwandlungen des Verfahrens. Welche Variante für Sie infrage kommt, hängt von der Diagnose, der Schmerzempfindlichkeit und den örtlichen Gegebenheiten ab.
Für rein ästhetische Anwendungen (Hautverjüngung ohne medizinische Diagnose) müssen Sie die Kosten selbst tragen. Weder gesetzliche noch private Krankenversicherungen übernehmen in diesem Fall die Behandlung. Hinzu kommt die Umsatzsteuerpflicht bei kosmetischen Eingriffen.
Eine Sitzung im Gesichtsbereich kostet in der Regel zwischen 350 € und 550 €. Dieser Betrag setzt sich aus dem ärztlichen Honorar und den Materialkosten für die Wirkstoff-Creme zusammen (allein das Medikament kostet zwischen 120 und 220 €).
| Info | Antwort |
|---|---|
| Behandlungsdauer | Ca. 3,5 Stunden insgesamt (3 Stunden Einwirkzeit, 8–20 Minuten Bestrahlung) |
| Narkose | Keine; ggf. lokale Betäubungscreme bei Laser-Vorbehandlung |
| Klinikaufenthalt | Nicht erforderlich (ambulante Behandlung) |
| Narben | Keine – die Behandlung ist narbenfrei |
| Schmerzen | Rotlicht-PDT: mäßiges bis deutliches Brennen möglich; Tageslicht-PDT: nahezu schmerzfrei |
| Arbeitsfähigkeit | In der Regel nach 1–2 Tagen (abhängig vom Behandlungsareal) |
| Gesellschaftsfähig | Nach ca. 7–10 Tagen (Rötungen und Krusten müssen abklingen) |
| Sport | Nach ca. 1 Woche; Schwimmbad und Sauna nach vollständiger Abheilung |
| Sichtbarkeit Ergebnis | Erste Verbesserung nach 2–4 Wochen, volles Ergebnis nach mehreren Wochen |
| Haltbarkeit | Abhängig von Sonnenschutzverhalten und Hauttyp; regelmäßige Auffrischungen empfohlen |
| Kosten | 350 € bis 550 € pro Sitzung (ästhetische Anwendung: Selbstzahler) |
aktualisiert am 04.03.2026