Dank örtlicher Betäubung ist eine Haartransplantation nahezu schmerzfrei. Lediglich die Injektionen zur Betäubung werden als kurzes Stechen oder Brennen empfunden, vergleichbar mit einer Zahnarztspritze. Nach der Operation treten typischerweise leichte bis mäßige Beschwerden auf, die sich gut mit Schmerzmitteln behandeln lassen.
Die Sorge vor Schmerzen ist einer der häufigsten Gründe, warum Menschen eine Haartransplantation hinauszögern oder ganz darauf verzichten. Diese Bedenken sind verständlich, denn die Kopfhaut gehört zu den empfindlichsten Körperstellen. Die gute Nachricht: Moderne Haarverpflanzungen sind deutlich schonender als viele Betroffene erwarten. Durch die angewandten Betäubungsmethoden erleben die meisten Patienten den Eingriff als angenehmer als befürchtet.
Das Schmerzempfinden hängt dabei von mehreren Faktoren ab: der gewählten Transplantationsmethode, der individuellen Schmerztoleranz und der Sorgfalt bei der Nachsorge. Je kleiner die Entnahmestellen sind, desto schneller heilen sie ab und desto weniger Beschwerden treten auf.
Der eigentliche Eingriff wird unter örtlicher Betäubung durchgeführt und ist dadurch schmerzfrei. Sowohl der Spenderbereich (meist der Hinterkopf) als auch der Empfängerbereich werden mit einem Lokalanästhetikum betäubt. Sobald die Betäubung wirkt, spüren Sie weder die Entnahme der Haarfollikel noch das Einsetzen in die kahlen Stellen.
Der einzige spürbare Moment ist das Setzen der Betäubungsspritzen zu Beginn des Eingriffs. Diese Injektionen werden von den meisten Patienten als kurzes Stechen oder Brennen beschrieben – vergleichbar mit dem Gefühl beim Zahnarzt. Das Unbehagen dauert nur wenige Sekunden, bis sich das Betäubungsmittel in der Kopfhaut verteilt hat.
Während der mehrstündigen Operation: Da die Kopfhaut vollständig betäubt ist, können Sie sich entspannen. Während der Behandlung hat man keine Schmerzen, aber man spürt, dass an der Kopfhaut gearbeitet wird (Druckgefühl). Viele Patienten schauen während einer Haartransplantation Filme oder Serien, hören Musik, Podcasts oder Hörbücher. Manche lesen oder führen Gespräche mit dem Behandlungsteam. Sollte die Betäubung während des Eingriffs nachlassen, kann jederzeit nachinjiziert werden.
Sobald die örtliche Betäubung nach einigen Stunden nachlässt, können leichte bis mäßige Beschwerden auftreten. Die meisten Patienten beschreiben das Gefühl als vergleichbar mit einem leichten Sonnenbrand oder blauen Flecken – unangenehm, aber gut auszuhalten.
Typische Beschwerden in den ersten Tagen:
Wichtig: Die Schmerzen sind an der Entnahmestelle (Spenderbereich) in der Regel stärker ausgeprägt als an den Stellen, an denen die Grafts eingesetzt wurden. Das liegt daran, dass bei der Entnahme tiefere Gewebeschichten betroffen sind.
Bei den modernen FUE-Verfahren klingen die Beschwerden typischerweise nach folgendem Muster ab:
Die Wahl der Operationsmethode hat einen Einfluss auf das Schmerzempfinden während und nach dem Eingriff:
FUE-Methode (Follicular Unit Extraction): Bei dieser modernen Technik werden einzelne Follikeleinheiten mit feinen Hohlnadeln aus dem Spenderbereich entnommen. Es entstehen nur winzige, punktförmige Wunden, die schnell abheilen. Die Schmerzen nach dem Eingriff sind minimal und halten etwa 2 bis 5 Tage an. Es bleibt keine sichtbare Narbe zurück.
FUT-Methode (Follicular Unit Transplantation / Streifenmethode): Bei dieser älteren Technik wird ein ganzer Hautstreifen aus dem Hinterkopf entnommen und anschließend vernäht. Der Heilungsprozess ist länger und etwas schmerzhafter. Die Beschwerden können 7 bis 14 Tage oder länger anhalten. Es bleibt eine lineare Narbe zurück, die bei kurzen Frisuren sichtbar sein kann. Auch Monate nach dem Eingriff spüren manche Patienten noch Spannungsschmerzen im Bereich der Narbe.
Ärzte bevorzugen heute überwiegend die FUE-Methode und ihre Weiterentwicklungen (DHI, Saphir-FUE). Obwohl der Eingriff länger dauert, ist die Heilung deutlich schneller und komfortabler für den Patienten. Auch die FUT-Methode kann sinnvoll sein. Sie hat den Vorteil, dass eine sehr große Anzahl an Haarfollikeln in einer einzigen Sitzung transplantiert werden kann, oft ohne den gesamten Hinterkopf rasieren zu müssen.
Für Patienten, die besonders schmerzempfindlich sind oder Angst vor Nadeln haben, bieten viele Kliniken innovative Verfahren an:
Bei dieser Methode wird das Betäubungsmittel nicht mit einer Nadel injiziert, sondern mit einem speziellen Hochdruckgerät durch die Haut geschleust. Ein stiftartiger Kolben presst das Anästhetikum in Sekundenbruchteilen unter die Kopfhaut. Die Öffnung ist mit 0,15 mm deutlich kleiner als bei einer herkömmlichen Nadel (0,39 mm).
Vorteile der nadelfreien Anästhesie:
Wichtig zu wissen: Die nadelfreie Anästhesie betäubt zunächst die oberste Hautschicht. Für die tiefere Betäubung (Tumeszenzanästhesie) werden anschließend oft doch Nadeln verwendet – allerdings spüren Sie davon kaum etwas, da die Haut bereits oberflächlich betäubt ist.
Bei extremer Angst oder auf Wunsch des Patienten kann eine intravenöse Sedierung durchgeführt werden. Sie befinden sich dann in einem entspannten Schlafzustand, während die lokale Betäubung gesetzt wird, und spüren absolut keine Schmerzen. Diese Methode wird von einigen Kliniken als „Sleep-Deep-Methode" oder ähnlich bezeichnet.
Keine Vollnarkose erforderlich: Eine Haartransplantation wird grundsätzlich nicht unter Vollnarkose durchgeführt. Die Lokalanästhesie ist sicher, bewährt und ermöglicht es Ihnen, während des Eingriffs ansprechbar zu bleiben. Eine Sedierung ist optional und kann bei manchen Patienten aus gesundheitlichen Gründen nicht durchgeführt werden.
Vor einer Haartransplantation dürfen Sie keine Schmerzmittel einnehmen. Medikamente wie Aspirin, Ibuprofen oder andere Blutverdünner können Blutungen während der OP verstärken. Nehmen Sie mindestens 10–14 Tage vor dem Eingriff keine blutverdünnenden Medikamente ein – aber nur nach Rücksprache mit Ihrem Arzt.
Leichte Schmerzen und Schwellungen sind normal. Bei folgenden Anzeichen sollten Sie jedoch umgehend Ihren Arzt aufsuchen:
Bei einer Augenbrauen-Transplantation ist mit Spannungen und Schwellungen im Gesichtsbereich zu rechnen. Da die behandelte Region näher an den Augen liegt, können die Schwellungen ausgeprägter sein und bis in die Augenlider und Wangen wandern. Dies sieht oft dramatischer aus als es sich anfühlt und klingt innerhalb weniger Tage ab.
aktualisiert am 17.01.2026