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Wie erfolgversprechend ist die Dermabrasion bei Akne bzw. zur Beseitigung von Aknenarben?

Lesezeit: 2 Min.

Aknenarben-Behandlung: Abhängig von Art und Tiefe der Narben

Viele, überwiegend junge Menschen, leiden unter Akne. Ist die Hauterkrankung ausgeprägt und hartnäckig, bleiben oft tiefe Narben. Weder Akne noch ihre Spuren tun dem Selbstvertrauen gut.

Um das Hautbild zu verbessern oder gar die Narben verschwinden zu lassen, bestehen mehrere Möglichkeiten. Die Dermabrasion (Hautabschleifung) ist eine davon und ihre Anwendung hängt von Ausmaß und Art der Narben ab. Doch weil dabei die Oberhautschicht fast vollständig abgetragen wird, lässt sie oft stark vernarbte Hautflächen weitgehend verschwinden.

Vorbeugen ist besser als Narben behalten

Ist eine schwere Akne im Anmarsch, sollten junge Menschen zum Hautarzt oder ins Kosmetikstudio gehen. Heute stehen viele Therapien zur Verfügung, die entzündliche Hauterkrankung gar nicht erst ausufern zu lassen. Je eher eine Behandlung einsetzt, desto geringer ist das Risiko, viele, tiefe und bleibende Narben davonzutragen. Kontraproduktiv ist eine Selbstbehandlung durch Ausdrücken der Aknepickel. Die Haut entzündet sich umso mehr, die Heilung verzögert sich und tiefe Narben sind vorprogrammiert.

Entstehung von Aknenarben

Eine ausgeprägte Akne ist mit ihren Erscheinungen (Knoten, eitrige Entzündungsherde, Pickel und Mitesser) entstellend und belastet die Betroffenen. Bei einigen Glücklichen bleiben keine Narben zurück. Jede Hautverletzung stört Aufbau und Funktion der Haut. Häufig nehmen „Ersatzgewebe“ den Platz der zerstörten Hautzellen ein – Narben bilden sich.

Unreine Haut in der Pubertät oder bei einer Krankheit sind dabei weniger gravierend als eine zu spät oder falsch behandelte Akne conglobata (schwerer Verlauf der Akne). Ihre tief in die Haut reichenden, eitrigen Pusteln lassen wahre Krater zurück.

Unterschiedliche Narbenformen

Nicht alle Aknenarben sehen gleich aus. Einige sind völlig unauffällig. Andere muten wie tiefe Löcher in der Haut an und werden als „Eispickelnarben“ bezeichnet. Manche Narben sind flach und großflächig oder erinnern an Kratzwunden. Verhärtungen und Verfärbungen kommen ebenfalls vor. Gefürchtet sind Keloide, unkontrolliert wachsende, oft rote oder violette Narbenknoten.

Das Hautbild verbessern

Mehrere Möglichkeiten stehen zur Verfügung, um das Erscheinungsbild stark vernarbter Haut zu verbessern. Gänzlich auslöschen lassen sich die Spuren freilich selten. Welches Verfahren in Frage kommt, hängt von Tiefe, Ausmaß und Form der Narben ab. Bei einer akuten, entzündlichen Akne muss eine Narbenbehandlung verschoben werden, bis die Entzündungen abgeklungen sind. Andernfalls wird mehr Schaden als Nutzen angerichtet.

Denkbar sind

  • Cremes und Salben, die die Haut glätten und straffen und die Neubildung von Hautzellen anregen. In Frage kommen beispielsweise Silikonpräparate oder Zwiebelsalbe. Auch Imiquiod- oder Tretionin (Vitamin-A)-Cremes werden angewendet. Beide regen auf unterschiedliche Weise die Hauterneuerung an.
  • Chemisches Peeling hilft, verdickte, verhornte Hautpartien abzutragen und das Hautbild zu glätten.
  • Die Mikrodermabrasion glättet unebene, unreine Haut und überstehendes Narbengewebe.
  • Dermabrasion oder mechanische Hautabtragung mildert erhöhte Narben und verhornte, verdickte Hautbereiche. Die Haut wird mit einem speziellen rotierenden Instrument regelrecht abgeschliffen. Ein unebenes Hautbild lässt sich auf diesem Wege gut behandeln.
  • Laserbehandlung und Radiowellentherapie straffen und glätten die Haut.
  • Unterspritzung tiefer Dellen in der Haut mit Hyaluronsäure, Plasmagel oder Eigenfett helfen, tiefe Narben zu „füllen“ und damit weniger auffällig zu machen.
  • Mikro-Needling: Hier wird durch viele winzige Nadeleinstiche die Hauterneuerung angeregt.
  • Punch-Biopsien: Bei einer winzigen Operation wird der Narbenbereich einer tiefen Eispickelnarbe ausgeschnitten und verschlossen.

Je stärker in die Haut eingegriffen wird, desto gravierender und anhaltender ist das Ergebnis. Eine Dermabrasion im Gesicht wird vom Hautarzt unter Vollnarkose durchgeführt. Die gesamte Gesichtshaut erhält die Chance, sich zu erneuern, weil sie bei dem Verfahren bis auf die unterste Epidermis-Schicht abgetragen wird. Nach einigen Wochen der Geduld und Schonung ist das Ergebnis oft hervorragend und die Haut buchstäblich verjüngt. Bei flächigen und nicht allzu tiefen Narben ist eine Dermabrasion daher empfehlenswert.



B. Langrehr
Gesundheitsredakteurin

aktualisiert am 21.04.2017
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