Bedenken bei texturierten Implantaten

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Ginger-Ginger  fragt am 24.03.2019
Hallo,
ich trage seit 7 Jahren anatomische, texturierte Implantate 180cc der Fima Eurosilicone.
Nun liest man immer häufiger vom Krebs, dem diese Implantate auslösen können und ich möchte diese nun ersatzlos entfernen lassen. Beim letzten Ultraschall beim Gynokologen war alles ok. Trotzdem stören sie mich und ich möchte sie vorsorglich entfernen lassen.

Meine Bedenken sind: Muss die Kapsel mit entfernt werden, weil die Implantate texturiert sind? Wie lange dauert diese OP? Wie lange müsste ich Urlaub nehmen, bis ich wieder arbeiten kann (Büro)?
 
anonym  sagt am 25.03.2019
Glückwunsch zu dieser sehr weisen Entscheidung. Ob man die Kapseln mitentfernen soll, bleibt dir überlassen, wie es dann aussieht. Hast du gesundheitliche Probleme von Jahr zu Jahr bemerkt? Liebe Grüße
 
Implants  sagt am 25.03.2019
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Vielleicht hier noch mal zum lesen!

Kein Grund zur Beunruhigung! Ich habe selber Implantate und war besorgt. Ich lasse sie vorerst nicht entfernen da ich keinerlei Beschwerden habe.
 
irisw  sagt am 25.03.2019
Danke für den Link :-)

Ich habe gleich in der Schönheitsklinik Ästhevita angerufen und die haben mich beruhigt. Risiko ist ja sehr gering. Auf der ISeite die "Implants" gepostet hat steht ja auch das es hier um ein seltenes Lymphom geht und nicht um Brustkrebs. Der Verlauf ist gutartig und Prognosen gut!
 
Anne_Boleyn  sagt am 25.03.2019
Ich denke auch, dass es derzeit keinen Grund für Panik gibt. Ich habe auch Implantate von Eurosilicone und so lange ich keine Probleme habe, werde ich sie mir nicht entfernen lassen.
Das Risiko für ein BIA-ALCL ist sehr gering. Und derzeit sind hauptsächlich Allergan Implantate diesbezüglich im Gespräch. Leider gibt es wohl keine Statistiken darüber, wieviele Frauen mit ALCL Allergan Implantate hatten.

Ich denke, wenn man regelmäßig zum Frauenarzt geht und mit Ultraschall kontrollieren lässt, dann gibt es keinen Grund jetzt panikartig Implantate entfernen zu lassen.
 
Denkmaldruebe...  sagt am 29.03.2019
Die FDA hat im Februar einen Brief an Ärzte geschickt, in dem sie schreibt, dass das Risiko zwar gering ist, aber die Ärzte zukünftig darüber aufklären sollten. Immerhin gibt es sogar einige Todesfälle, obwohl es „kein Krebs“ sein soll. Mit DeepL kann man den Brief gut übersetzen.
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Die FDA hat am 25. März und 26. März 2019 über die Sicherheit und Bioverträglichkeit von Implantaten diskutiert. Über zwei Tage hinweg haben sehr viele Frauen über ihre Erfahrungen zur Brustimplantatkrankheit, BII = Breast Implant Illness (einfach mal google oder bei Youtube schauen) und über BIA-ALCL diskutiert.

Hierzu empfehle ich bei 1 Stunde 16 Minuten mal Pause zu machen und sich das Chart anzuschauen.

Außerdem den Bericht von Dr. Jan Willem Cohen Tervaert bei 4 Stunden und 55 Minuten anzuschauen. http://fd[Link anzeigen]

In Deutschland gibt es leider noch nicht so viel. Die Facebookgruppe von Birgit Schäfer Brustimplantat Krankheit mit mittlerweile knapp 750 Mitglieder bietet aber sehr viele nützliche Informationen.
Portrait Dr. med. Mark A. Wolter, Tätigkeitsschwerpunkt: Ästhetisch-plastische Chirurgie, Berlin, Chirurg (Facharzt für Chirurgie)
Dr. Wolter  sagt am 31.03.2019
Hallo Ginger Ginger.
Leider führt die Diskussion bei manchen Patientinnen zu einer unberechtigten Verunsicherung, wie anscheinend auch in ihrem Fall. Die letzten Zahlen, die ich mitbekommen habe, sind insgesamt 10.000000 brustimplantatträgerinnen und 450 Fälle von alcl. Die allermeisten Fälle sind bei texturierten Allergan implis zu
Verzeichnen, ca. 30 aber auch mit glatten Allergan. Einige Fälle außerdem bei Pu-implis. Ich erwarte die genauen Zahlen in den nächsten Tagen bis Wochen und werde sie dann auch hier einstellen. Unabhängig von den Zahlen, ist mir bisher nicht bekannt, dass es alcl Todesfälle gegeben hat-nach meinen Informationen heilt das alcl spontan und schnell aus, sobald man die implis entfernt. Brustkrebs gibt es nach keiner mir bekannten Studie häufiger durch implis. Was die implantatkrankheit angeht, abe ich bisher nur von Einzelfällen gehört, bei denen Symptome bestanden, die mit der Entfernung weg gegangen sind. Die früheren großen Studien haben einen Zusammenhang verneint, immer wieder Einzelfälle sprechen jedoch dafür, dass es diese Krankheitsbilder. Auch hierzu werde ich demnächst Studien erhalten, bei dem letzten beispiel auf einem kongress mit fallbeschreibung gab es leider auch keine statistisch relevanten Daten. Und obwohl ich seit 18 Jahren sehr viele bvs mache, hatte ich selber noch keinen solchen Fall, so dass ich das Phänomen zwar annehme und aufmerksam beobachte, eine weite Verbreitung aber nicht nachvollziehen kann.
Um aber auf Ginger zurück zu kommen: eine angstgetriebene Entfernung ohne irgendwelche Symptome zu haben, halte ich für falsch und gefährlich-denn das wäre dann eine völlig unnötige op mit immer bestehendem Risiko....
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Wolter. Berlin/Zürich
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+49-30-88001855
 
Ginger-Ginger  sagt am 31.03.2019
Vielen Dank für eure Antworten :-)

Vielen Dank auch an Dr. Wolter für die ausfürliche Antwort.

Ich habe, vor fast genau 1 Jahr, schon einmal mit dem Gedanken gespielt, mir die Brustimplantate wieder entfernen zu lassen. Nach 2 Schwangerschaften (vor 20 Jahren) habe ich Gewicht verloren (von vorher 68 auf 54kg nachher). Sport und Ernährungsumstellung sei dank :-). Ich habe/hatte wenig Eigenfett am Oberkörper und erhoffte mir, durch die Brustvergrößerung ein besseres Körpergefühl. Das Ergebnis ist, trotz dem sehr wenigen Eigenfett und wahrscheinlich auch der "kleinen" Implantate von 180cc, sehr natürlich.

Im 2 Jahre Rythmus habe ich einen Ultraschall zur Vorsorge machen lassen und es ist alles gut.

Warum ich die Implantate entfernen lassen möchte, ist dass mich seit gut 1 Jahr viele Fragen beschäftige: ob Entfernung, wenn wie mit oder ohne Kapsel, wie lange können Sie im Körper bleiben? Mein Doc meinte besser nach 10 Jahre austauschen...Als das Thema mit dem Krebs aufkam, war ich sehr verunsichert. Ab und an empfinde ich sie als Fremdkörper, vor allem wenn ich auf dem Rücken liege (natürlich, bei wenigen Eigenfett ist das normal ;-) ) und auch, dass die Brust sich kalt anfühlt.

Mein Doc meint, es ist alles weich, wie eine natürliche Brust, wenn ich stehe, auf dem Rücken liegend sind sie jedoch erkennbar.

Nun suche hier im Forum nach Rat auf die Fragen und freue mich über die Antworten.

Herr Dr. Wolter, ist es korrekt, dass die Implantate nach ca 10 Jahren getauscht/entfernt werden sollten?
Portrait Dr. med. Mark A. Wolter, Tätigkeitsschwerpunkt: Ästhetisch-plastische Chirurgie, Berlin, Chirurg (Facharzt für Chirurgie)
Dr. Wolter  sagt am 31.03.2019
Hallo Ginger Ginger.
Wenn sie sich mit den implis nicht wohlfühlen, weil sie drücken o.ä., dann erstehe ich den Gedanken der op. Aber alleine aus einer Angst vor möglich. Komplikationen sehe ich die Indikation nicht. Die modernen implis müssen nicht nach 10 (oder irg deiner Jahreszahl) getauscht werden. Hier entscheidet nur der Befund bzw. Mögliche Probleme. Ohne sie zu kennen, hört es sich für mich so an, als wenn sie sich unbegründet viel zu viele Gedanken über sehr unwahrscheinliche eventualitäten machen würden und deswegen den schon etwas radikalen Schritt der Entfernung gehen wollen!? Ich diskutiere mit patientinenn, die zu miden kommen und nach einer ersatzlosen Entfernung fragen nicht-erläutere aber schon meine Bedenken, wenn ich von dem Grund nicht überzeugt werde. Bei den meisten ist es ein gestörtes Körpergefühl durch die implis an sich bzw eine Kapsel. Manchmal auch psychologisch, weil sie einfach keinen Fremdkörper (mehr) wollten und das nicht bedacht haben vor der bv. Wenn das so formuliert wird, kann ich es zwar nicht unbedingt aus meiner Sicht nachvollziehen, akzeptiere aber den Wunsch. War das verständlich?
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Wolter. Berlin/Zürich
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Denkmaldruebe...  sagt am 01.04.2019
Also meine Ärztin meinte, dass Sie mittlerweile jedem empfiehlt nach 15 Jahren zu tauschen, denn die lebenslange Garantie sein überholt.

Aber aus Angst zu explantieren macht aus meiner Sicht auch wenig Sinn. Da solltest Du Risiken und Nutzen abwägen.

Ich selbst trage Polytech, das sind wohl mit die besten auf dem Markt. Leider reagiere ich dennoch. Und ich kenne einige Frauen, die auch Polytech hatten und auch reagiert haben. Gesundheitliche Beschwerden kommen eben nicht nur, von den "schlechten" Implantaten.

In 2006 als die FDA Implis (Verbot in den USA zwischen 1992 und 2006) wieder zugelassen hat, dachte man Allergen seien mit die Besten.

Mir braucht keiner zu erzählen, dass sind diese neuesten und Besten auf dem Markt. Ich hätte gerne welche, die eine abgeschlossene Langzeitstudie vorweisen und schon von vielen Frauen über mindestens 15 Jahre getragen wurden. Allerdings tun das die wenigstens.

Es gibt von Allergen und von Inamed Broschüren für Patienten, in denen Studien durchgeführt wurden. Insgesamt mit 80.000 Teilnehmer aber nur 1.723 haben abgeschlossen. Kann man auf der Seite der FDA finden. Dabei ist spannend, dass bei diesen 1.723 insgesamt 36 % angaben sich einer zweiten OP unterzogen zu haben. Die Gründe kann man dafür auch nachlesen. Was ist mit den 78.000? Man könnte annehmen, dass die keine Lust mehr hatten oder einfach Happy waren. Leider gibt es genug Stimmen von Frauen, die auch der Studie geworfen worden sind als diffuse gesundheitliche Beschwerden auftraten.

Es gibt natürlich auch noch keine Studien, die beweisen, dass die Brustimplantat Krankheit wirklich existiert. Außer ein paar Ärzte, die sich damit auskennen und auch öffentlich dazu bekennen, weil sie in den letzten Jahren sehr viel explantieren.

Dr. Victor Urzola aus Costa Rica
Auf der Homepage der Frauenärztin Dr. Claudia Willner kann man etwas lesen.
Dr. Jea Chung aus Newport. Der Explantiert nur noch und ist 14 Monate ausgebucht.
Dr. Jan Willem cohen Tervaert hat bei der Anhörung zur FDA gesprochen und stellt die Bioverträglichkeit von Implantaten in Frage.

Die FDA hat dazu am 25. und 26. März getagt und beide knapp 10 Stunden videos kann man auf der Homepage sehen.

Höre auf Deinen Köper und Dein Gefühl und versucht Dich fundiert zu informieren. In den USA gibt es sehr viel mehr Informationen als noch in Deutschland.
 
Ginger-Ginger  sagt am 03.04.2019
Hallo,

vielen Dank für die Antworten :-)

Ich werde nochmal mit meinen Gyn., der die Ultraschalluntersuchungen durchgeführt hat, beim nächsten Kontrolltermin dieses Thema ansprechen. Und mich dann sehe ich weiter. Mich beschäftigt aber noch die Frage:
Warum werden nun so viele OP´s mit Kapselentfernung durchgeführt?

Müsste denn diese immer mit entfernt werden, oder wäre dies auch möglich diese zu belassen? Oder ist dies bei texturierten Implantaten eine Entfernung anders gar nicht möglich? Dr. Wolter, sie schrieben ja in einem anderen Beitrag, dass die Kapsel nach Entfernung der Implantate evtl. auch zurückbildet. Somit wären, bei normaler Kapselbildung eine reine Entfernung der Implantate dann möglich?
 
Ginger-Ginger  sagt am 06.04.2019
Hallo,

meine Entscheidung steht nun fest.

Nachdem nun Frankreich vor 2 Tagen machen texturierten Implantate verboten hat und meine ebenfalls auf der veröffentlichten Liste stehen, sollen diese nun raus. Und zwar mit Kapsel um alles was sich dort evtl. hat angesammelt haben könnte zu entfernen. Ich sage extra "könnte" aber ich möchte für mich Sicherheit und das ist der derzeit sicherste Weg.
Portrait Dr. med. Mark A. Wolter, Tätigkeitsschwerpunkt: Ästhetisch-plastische Chirurgie, Berlin, Chirurg (Facharzt für Chirurgie)
Dr. Wolter  sagt am 07.04.2019
Hallo Ginger Ginger.
Wenn sie sich damit wohler fühlen, können Sie die ganze Kapsel mit entfernen lassen. Mir scheint es nach erhaltenen Informationen bei Ihnen nicht notwendig und auch nicht sicherer, schöner wird es so sicher nicht. Die Diskussion um die alcl ist in meinen Augen völlig übertrieben, das verbot entsprechend auch. Es gibt ca 450 bekannte Fälle von alcl bei über 10 mio bvs. Davon sind in allermeisten Allergan implis. Nach meinen Infos gibt es ein Pu von sillimed und eines von polytech. Neben den ca. 420 Fällen mit texturierten implis auch 30 mit glatten. Da diese im Schnitt weltweit unter 20% verwendet werden, muss man das in Relation setzen. Verboten wurden aber nur die texturierten. Und das alles ohne eine signifikante Statistik. In Frankreich hat es angeblich bei 56 Fällen von alcl 2 Todesfälle gegeben. Das passt nicht zu den Informationen aus den USA, wonach die Entfernung der implis in aller Regel zu einer spontanheilung führt. Es gibt einfach zu wenig Fälle für eine sinnvolle Statistik und selbst für einen klar erkennbaren Trend. Selbst die franzosen empfehlen, trotz ansonsten radikalen Vorgehens von behördenseite, keine explantationen bei unauffälligem Befund. Wenn also keine Hinweise auf alcl und auch sonst keine Probleme wie Implantate disease oder rumturnt bestehen, wäre vermutlich die Explantation , obwohl sehr risikoarm, gefährlicher als das belassen der implis. Es wird zu diesem Thema sehr emotional diskutiert, die Medizin ist aber eine Wissenschaft und auch und gerade di des Thema sollte man auch so angehen. Deswegen wiederhole ich mich nochmal: ich bin einer Explantation grundsätzlich sehr aufgeschlossen, wenn eine Patientin das bewusst möchte. Der Grund sollte aber nicht eine nicht nachvollziehbare Angst sein. Um es an einem anderen Beispiel zu erklären. Es ist so, als wenn sie nicht mehr aus dem Bett aufstehen, weil sie Angst haben, umzuknicken. Und dann an einer Thrombose sterben. Die Verhältnismäßigkeit und Wahrscheinlichkeiten sind im Missverhältnis....
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Wolter. Berlin/Zürich
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