Was ist eine Faltenunterspritzung? Bei einer Faltenunterspritzung werden Füllsubstanzen (sogenannte Dermalfiller) mit feinen Nadeln oder Kanülen unter die Haut gespritzt, um Falten zu glätten, verlorenes Volumen zurückzugeben oder Gesichtskonturen zu betonen.
Für wen geeignet? Für Erwachsene, die altersbedingte Falten, Volumenverlust im Gesicht oder erschlaffte Konturen ohne Operation behandeln möchten. Nicht geeignet in der Schwangerschaft, Stillzeit oder bei akuten Hauterkrankungen im Behandlungsgebiet.
Wichtig zu wissen: Das Ergebnis hängt stark vom verwendeten Material und der Erfahrung des Behandlers ab. Die häufigste Substanz, Hyaluronsäure, lässt sich bei Problemen wieder auflösen. Schwere Komplikationen wie Gefäßverschlüsse sind selten, erfordern aber sofortige ärztliche Reaktion.
Dauer & Kosten: Die Behandlung dauert 20 bis 60 Minuten. Die Kosten beginnen je nach Praxis und Substanz bei etwa 250 € pro Milliliter Hyaluronsäure.
Alternative: Botulinumtoxin bei reinen Mimikfalten, Skinbooster bei Knitterfältchen, Eigenfetttransfer für dauerhaftes Volumen oder ein operatives Facelift bei stark erschlaffter Haut.
Die Haut altert nicht nur an der Oberfläche. Im Laufe der Jahre baut der Körper Knochensubstanz ab, Fettpolster im Gesicht schrumpfen oder verrutschen, und die Haut selbst verliert an Spannkraft. Verantwortlich dafür ist vor allem der Rückgang von Hyaluronsäure, Kollagen und Elastin in der Haut. Die Haut wird trockener, dünner und kann mechanische Belastungen schlechter ausgleichen.
Nicht jede Falte entsteht auf die gleiche Weise. Für die Behandlung ist das ein entscheidender Punkt, denn unterschiedliche Faltentypen brauchen unterschiedliche Ansätze.
Wenn Sie lachen, die Stirn runzeln oder die Augen zusammenkneifen, ziehen sich bestimmte Gesichtsmuskeln zusammen. Über Jahre hinweg hinterlässt das Spuren: Die Haut kann sich an diesen Stellen irgendwann nicht mehr vollständig glätten. Typisch sind horizontale Stirnfalten, die senkrechte Zornesfalte zwischen den Augenbrauen und die sogenannten Krähenfüße an den Augenwinkeln. Diese Falten werden mimische Falten genannt.
Solange diese Falten nur bei Bewegung sichtbar sind, lassen sie sich oft gut mit Botulinumtoxin behandeln. Sind die Linien aber bereits in Ruhe sichtbar und tief eingegraben, kann ein leichter Hyaluronsäure-Filler ergänzend helfen, um das entstandene Defizit in der Haut auszugleichen.
Diese Falten sind dauerhaft sichtbar, auch wenn Ihr Gesicht völlig entspannt ist. Sie entstehen, weil die Haut und das darunterliegende Gewebe an Festigkeit verlieren und der Schwerkraft nachgeben. Die bekanntesten Vertreter sind die Nasolabialfalten (die Linien zwischen Nasenflügel und Mundwinkel) und die Marionettenfalten, die von den Mundwinkeln nach unten ziehen.
Hier geht es bei der Behandlung nicht einfach darum, eine Linie aufzufüllen. Oft ist es sinnvoller, das verlorene Volumen im Mittelgesicht (also an Wangen und Jochbein) wiederherzustellen. Dadurch wird das umliegende Gewebe angehoben, und die tieferen Falten fallen weniger auf.
Feinmaschige, flächige Fältchen an Gesicht, Hals, Dekolleté oder Handrücken haben meist eine andere Ursache: jahrelange Sonneneinstrahlung, Rauchen oder Umweltbelastungen. Hier ist die gesamte Hautstruktur geschädigt. Einzelne Falten aufzufüllen bringt wenig. Besser geeignet sind flächige Verfahren wie Skinbooster oder Mesotherapie, bei denen sehr leichte, kaum vernetzte Hyaluronsäure in die obere Hautschicht gespritzt wird. Das Ziel: Die Haut wird besser durchfeuchtet und gewinnt ihre Spannkraft zurück.
Erfahren Sie, welche Falten im Gesicht häufig vorkommen und das die Gründe sind.
Die Wahl des Materials beeinflusst, wie natürlich das Ergebnis aussieht und wie lange es hält. Es gibt nicht "den einen perfekten Filler". Jede Substanz hat ihre Stärken und ihre Grenzen.
Hyaluronsäure ist die mit Abstand am häufigsten eingesetzte Filler-Substanz. Das liegt an mehreren Eigenschaften: Sie kommt natürlich im menschlichen Körper vor, allergische Reaktionen sind daher extrem selten. Das Gel wird biotechnologisch hergestellt und chemisch vernetzt, damit es nicht sofort vom Körper abgebaut wird.
Je nach Grad der Vernetzung gibt es festere Gele mit hoher Hebekraft (z. B. für den Aufbau von Wangenknochen oder Kinn) und weichere, fließfähigere Gele für empfindliche Bereiche wie Lippen oder feine Fältchen.
Ein besonderer Vorteil: Wenn das Ergebnis nicht gefällt oder eine Komplikation auftritt, lässt sich Hyaluronsäure mit dem Enzym Hyaluronidase (kurz: Hylase) innerhalb weniger Stunden wieder auflösen.
Die Haltbarkeit liegt je nach Produkt und Behandlungszone bei etwa 6 bis 18 Monaten.
Calcium-Hydroxylapatit besteht aus winzigen Mikrosphären in einem Trägergel. Direkt nach der Injektion sorgt das Gel für sofortiges Volumen. Die Mikropartikel regen anschließend die körpereigene Kollagenproduktion an. Man bekommt also einen Soforteffekt und einen langfristigen Aufbaueffekt.
CaHA eignet sich besonders gut für die Kieferlinie, den Wangenbereich und die Hände. Für die Lippen ist die Substanz allerdings nicht geeignet, weil dort tastbare Knötchen entstehen können. Ein Nachteil im Vergleich zur Hyaluronsäure: CaHA lässt sich nicht enzymatisch auflösen. Die Wirkung hält etwa 12 bis 18 Monate.
Poly-L-Milchsäure funktioniert anders als klassische Filler. Die Substanz füllt nicht direkt auf, sondern regt den Körper an, selbst neues Kollagen zu bilden. Das bedeutet: Unmittelbar nach der Behandlung sehen Sie zunächst kaum einen Effekt. Das endgültige Ergebnis baut sich über 4 bis 6 Monate auf.
Dieser Ansatz ist besonders interessant bei großflächigem Volumenverlust und bei reifer Haut, deren Qualität insgesamt verbessert werden soll. Die Wirkung kann bis zu 24 Monate anhalten.
Beim Eigenfetttransfer wird Fettgewebe an einer anderen Körperstelle entnommen (z. B. Bauch oder Oberschenkel), aufbereitet und in das Gesicht injiziert. Ein Teil des transplantierten Fetts wächst dauerhaft ein. Die Methode liefert sehr natürliche Ergebnisse, erfordert aber einen kleinen chirurgischen Eingriff und ist aufwendiger als eine reine Filler-Behandlung.
Vor jeder Behandlung steht ein ausführliches Gespräch. Ihr Arzt wird Ihr Gesicht genau analysieren: Hautqualität, Symmetrie, Mimik und das Ausmaß des Volumenverlustergebnisses. Er analysierst, welche Art von Falten Sie haben und empfiehlt Behandlungsstrategien. Ebenso wichtig ist, dass Ihre Erwartungen realistisch sind. Filler können Falten glätten und Volumen zurückgeben, aber stark erschlaffte Haut nicht straffen. Dafür wäre ein operatives Facelift nötig.
Im Anamnesegespräch werden unter anderem Allergien, Autoimmunerkrankungen, Herpesneigung und Ihre aktuelle Medikamenteneinnahme abgefragt.
Die eigentliche Injektion dauert je nach Umfang 20 bis 60 Minuten und findet ambulant statt. Der Ablauf im Einzelnen:
Im Anschluss wird das Behandlungsgebiet etwa 10 bis 15 Minuten gekühlt. Leichte Schwellungen, Rötungen oder kleine Blutergüsse sind normal und klingen in der Regel innerhalb weniger Tage ab.
Wichtig zu wissen: In den ersten 4 Stunden nach der Behandlung sollten Sie nicht rauchen. Make-up ist erst ab dem nächsten Tag erlaubt. Auf Sport, Sauna und Solarium sollten Sie 3 bis 7 Tage verzichten, damit das Material optimal einheilen kann.
Nicht jeder Patient ist für eine Faltenunterspritzung geeignet. Ihr Arzt wird Sie bei bestimmten Voraussetzungen von der Behandlung abraten oder sie verschieben.
Die meisten Nebenwirkungen sind harmlos und vorübergehend. Trotzdem sollten Sie wissen, was passieren kann.
Leichte Schwellungen, Rötungen und kleine Blutergüsse sind normale Reaktionen auf die Nadelinjektion. Sie verschwinden in der Regel innerhalb von 2 bis 7 Tagen. Schmerzen während der Behandlung sind durch das in den meisten Fillern enthaltene Lidocain selten.
In manchen Fällen können sich Knötchen bilden, etwa durch eine Ansammlung von Material oder eine verzögerte Immunreaktion. Bei zu oberflächlicher Injektion von Hyaluronsäure kann ein bläulicher Schimmer durch die Haut scheinen (Tyndall-Effekt). Nach Unterspritzungen im Bereich der Tränenrinne sind gelegentlich Lymphödeme möglich, wenn der Filler den Lymphabfluss behindert.
Die gefährlichste Komplikation ist ein Gefäßverschluss. Er entsteht, wenn Filler-Material in ein Blutgefäß gelangt oder ein Gefäß von außen zusammendrückt. Anzeichen sind plötzliche, starke Schmerzen und eine Weißfärbung der Haut, die dann bläulich-violett wird.
Wichtig zu wissen: Ein Gefäßverschluss ist ein Notfall. Der Arzt muss die Injektion sofort stoppen und bei Hyaluronsäure-Fillern umgehend Hyaluronidase spritzen, um das Material aufzulösen. In extrem seltenen Fällen kann Filler-Material bis in die Augenarterie gelangen und dort zum Sehverlust führen. Das ist ein Notfall, der sofort augenärztlich behandelt werden muss.
Eine feste Zahl lässt sich hier nicht nennen. Wie lange ein Filler hält, hängt von mehreren Faktoren ab:
Je nach Praxis, Standort und verwendetem Produkt können die Kosten deutlich variieren. In einer Großstadt wie Frankfurt am Main bewegen sich die Preise für einen Milliliter Hyaluronsäure zwischen etwa 250 € und 500 €. Ästhetik-Ketten bieten meist günstigere Einstiegspreise, während spezialisierte Einzelpraxen oder Premium-Kliniken höhere Preise aufrufen, dafür aber oft intensivere individuelle Betreuung bieten.
| Info | Antwort |
|---|---|
| Behandlungsdauer | 20 bis 60 Minuten (ambulant) |
| Narkose | Keine Vollnarkose nötig. Lokale Betäubung mit Creme oder Lidocain im Filler. |
| Klinikaufenthalt | Keiner. Sie gehen direkt nach der Behandlung nach Hause. |
| Narben | Keine. Die Einstiche sind minimal und heilen spurlos ab. |
| Schmerzen | Gering. Die meisten Filler enthalten ein Betäubungsmittel. |
| Arbeitsfähigkeit | Sofort bis nächster Tag. Mögliche Schwellungen oder Blutergüsse lassen sich meist überschminken. |
| Gesellschaftsfähig | In der Regel nach 1 bis 3 Tagen, sobald Schwellungen abgeklungen sind. |
| Sport | Frühestens nach 3 bis 7 Tagen. Sauna und Solarium ebenfalls meiden. |
| Sichtbarkeit Ergebnis | Bei Hyaluronsäure und CaHA sofort. Bei PLLA erst nach 4 bis 6 Monaten. |
| Haltbarkeit | Hyaluronsäure: 6–18 Monate. CaHA: 12–18 Monate. PLLA: bis 24 Monate. Eigenfett: dauerhaft (anteilig). |
| Kosten | Ab ca. 250 € pro ml Hyaluronsäure (je nach Praxis und Region). Zzgl. 19 % MwSt. |
aktualisiert am 09.03.2026