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Wie effektiv sind Mikrodermabrasionsgeräte für zu Hause?

Lesezeit: 3 Min.

Mechanisches Peeling: Geräte zur Mikrodermabrasion für die Selbstbehandlung

Um eigenverantwortlich das Hautbild zu verbessern, werden diverse Mikrodermabrasions-Geräte für zu Hause angeboten. Aber was leisten sie und wie sicher und sinnvoll ist ihre Benutzung?

Unter den richtigen Voraussetzungen angewendet, können die Geräte nützlich sein, um ein frisches Aussehen der Haut zu bewirken. Dem Vergleich mit einer professionellen Behandlung bei Kosmetikerin oder Hautarzt hält ihre Anwendung nicht stand. Bei Falten, tieferen Narben oder Augenringen richten sie wenig aus. Bei großporiger, fettiger und unreiner Haut sind sie allerdings recht effektiv. Übermäßige Talgproduktion normalisiert sich nach einiger Zeit, Unebenheiten glätten sich, das Hautbild wird feiner.

Mechanische Hautabtragung - die Methode

Eine Mikrodermabrasion ist eine schonendere Alternative zu einer Dermabrasion. Die Dermabrasion ist ein Eingriff, bei dem die Oberhaut unter Narkose abgeschliffen wird. Dazu werden beispielsweise Diamantfräsen oder Lasertechnologie verwendet. Bei Narben, Falten, kleineren Tätowierungen, bei oder nach Hautkrankheiten wird auf diese Weise die Bildung einer neuen, glatten und verjüngten Oberhaut angeregt. Die Heilungsphase nimmt einige Zeit in Anspruch, doch die Geduld wird mit einem nachhaltig verbesserten Hautbild belohnt. Oft genügt bereits eine Behandlung.

Sanfter verfährt die Mikrodermabrasion. Sie ist mit einem starken mechanischen Peeling zu vergleichen. Abgetragen werden abgestorbene Zellen und Talg an der Hautoberfläche sowie die Hornschicht, das Stratum corneum, die oberste Lage der Epidermis. Dieses Verfahren wird nicht nur beim Hautarzt, sondern auch im Kosmetikstudio oder vom Heilpraktiker ausgeführt. Voraussetzung ist eine spezielle Ausbildung, um die notwendigen Geräte korrekt zu handhaben.

Die Mikrodermabrasion kann bei unreiner Haut, bei Narben oder Fältchen Wunder wirken. Sie muss aber wiederholt angewendet werden, bis sich ein Effekt zeigt. Durch die Feinabtragung wird die Haut aufnahmefähiger für Pflegesubstanzen aller Art, sie erneuert und strafft sich.

Als kosmetische Maßnahme kostet die Mikrodermabrasion im Kosmetikstudio ihren Preis. Pro Sitzung fallen je nach Umfang der Behandlung zwischen 50 und 70 Euro an, nicht eingerechnet sind Pflegemittel und weitere kosmetische Maßnahmen. Dies ist ein guter Grund, über den Kauf eines Mikrodermabrasionsgerätes für zu Hause nachzudenken.

Risiken und Gegenanzeigen

Auch wenn die Mikrodermabrasion nur die oberste Hautschicht „bearbeitet“-  einige Risiken bleiben dennoch. Dabei ist es einerlei, ob sie im Kosmetikstudio stattfindet oder ein Gerät für den Hausgebrauch verwendet wird: Beides kommt erst in Frage, wenn der Hautarzt dazu „grünes Licht“ gibt.

Bei akuter Akne und anderen entzündlichen Hauterkrankungen wie bei Rosazea, Neurodermitis oder Psoriasis (Schuppenflechte) ist die Mikrodermabrasion nicht angezeigt. Bei Herpes besteht die Gefahr, dass die Infektion sich weiter verbreitet, gleiches gilt für Warzen, die durch Viren entstehen.
Die Behandlung von geplatzten Äderchen gehört in die Hand des Dermatologen, ebenso sollten Laien nicht versuchen, Leberflecken oder Muttermale in Eigenregie zu entfernen.

Bei sehr feiner, empfindlicher Haut dürfen die Geräte nur mit großer Vorsicht eingesetzt werden.

Nach einer Mikrodermabrasion ist die Haut für einige Zeit buchstäblich dünner, anfälliger für Verletzungen und hochempfindlich gegen UV-Strahlung. Mit kurzfristigen Rötungen und Spannungsgefühl oder geringen Schmerzen ist ebenfalls zu rechnen. In manchen Fällen treten kleine Blutungen auf.

Aufbau und Funktion der Geräte

Mikrodermabrasionsgeräte für zu Hause haben austauschbare Aufsätze mit beispielsweise diamant- oder saphirbesetzten Schleifscheiben und eine Vakuum-Funktion. Diese massiert die Haut und saugt abgetragene Hautpartikel ab.

Abhängig vom Fabrikat können verschiedene Intensitätsstufen eingestellt werden. Die Auswahl von Aufsatz und Intensität der Abtragung ist Erfahrungssache. Die Haut unter den Augen ist feiner und dünner als an den Wangen oder am Hals. Schmerzhaft oder unangenehm darf sich die Anwendung nicht anfühlen.

Öfter als einmal die Woche eingesetzt, strapazieren die Geräte die Haut zu sehr. Doch Gleiches gilt für intensive Peelings. Regelmäßige Anwendung verbessert das Hautbild schon bald.

Brauchbare Mikrodermabrasions-Geräte sind bereits zwischen 70 und 170 Euro erhältlich. Gegen mehrere Behandlungen im Kosmetikstudio aufgerechnet, lohnt sich diese Investition. Geeignet ist die Methode für alle, die nicht unter Hautkrankheiten leiden und sich frischere, gepflegtere Haut wünschen.



B. Langrehr
Gesundheitsredakteurin

aktualisiert am 05.05.2017
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