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Inwiefern ist eine Oberschenkelstraffung bei einem Lipödem möglich?

Lesezeit: 2 Min.

Bei einem Lipödem kann eine Kombination aus zwei Operationen helfen, die Körpersilhouette zu verbessern

Eine Oberschenkelstraffung alleine kann bei einem Lipödem nicht helfen. Im ersten Schritt muss das Fett mithilfe einer Liposuktion entfernt werden, erst dann können die Oberschenkel gestrafft werden.

Was ist ein Lipödem?

Ein Lipödem ist eine krankhafte Fettverteilungsstörung, von der fast ausschließlich Frauen betroffen sind. Große Mengen Fett lagern sich vor allem an den Oberschenkeln und am Gesäß, manchmal auch rund um die Hüften und an den Oberarmen an. Meist ist ein Lipödem erblich bedingt, es kann auch hormonelle Ursachen haben. Mit Sport und Diät ist einem Lipödem nicht beizukommen. Die seelische Belastung ist aufgrund der üppigen Körperproportionen, die dem heutigen Schönheitsideal nicht entsprechen, bei den betroffenen Frauen meist sehr hoch. Hinzu kommt, dass ein Lipödem nicht nur ein rein kosmetisches Problem ist. Nicht selten kommen Spannungs- und Druckschmerzen sowie die Neigung zu blauen Flecken hinzu.

Erster Schritt: Fettabsaugung

Bei einer ästhetischen Liposuktion werden meist ein bis zwei Liter Fett abgesaugt. Bei einem Lipödem können in einer Sitzung sechs bis acht Liter Fett entfernt werden. Es werden hierfür verschiedene Verfahren angeboten, wie zum Beispiel die wasserstrahlassistierte Fettabsaugung oder die Liposuktion mit der Vibrationskanüle. Welche Methode die beste ist, sollte die Patientin mit dem Chirurgen besprechen.

Dass die Methoden gerne als sanft und schonend bezeichnet werden, sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich um einen mehrstündigen Eingriff handelt, der häufig unter Vollnarkose erfolgt. Um bei eventuell auftretenden Kreislaufproblemen im Anschluss an die OP eingreifen zu können, sollte die Patientin wenigstens für eine Nacht in der Klinik bleiben.

Fettabsaugung bei Lipödem: Erfolge und Risiken

Was mit der Liposuktion erreicht wird, ist eine langfristige Reduktion des überschüssigen Fettgewebes. Das Hautbild verbessert sich meist, auch wenn die charakteristischen Dellen und Konturenunregelmäßigkeiten nicht komplett verschwinden. Auch ein vorübergehendes Taubheitsgefühl ist nicht selten, das sich aber im Heilungsverlauf von mehreren Wochen wieder auflöst.

Durch die große Menge an Fett, die abgesaugt wird, ist anschließend mit Schmerzen zu rechnen, die medikamentös in den Griff zu bekommen sind. Im Anschluss an die Operation muss mehrere Wochen lang Kompressionswäsche getragen werden.

Da sich bei größeren Mengen abgesaugten Fetts die Wahrscheinlichkeit von Komplikationen erhöht, sollten in einer Sitzung nicht mehr als sechs bis acht Liter Fett abgesaugt werden. Weiteres überschüssiges Fett kann in einer zweiten Liposuktionssitzung entfernt werden. Die Risiken einer Liposuktion sind nicht zu unterschätzen.

Zweiter Schritt: Oberschenkelstraffung

Wenn sehr viel Fett abgesaugt wurde und die Haut nicht mehr ganz jugendlich ist, bleibt nach der Fettabsaugung ein Hautüberschuss bestehen, der im Rahmen einer Oberschenkelstraffung operativ entfernt werden kann. Dafür müssen die Narben der Liposuktion vollkommen abgeheilt sein und das Gewicht des Patienten muss stabil sein. Das endgültige Ergebnis der Fettabsaugung zeigt sich meist erst nach sechs Monaten. Erst dann kann auch mit der Planung der Oberschenkelstraffung begonnen werden.

Wie sieht das Ergebnis aus?

Die Kombination aus Fettabsaugung und Oberschenkelstraffung kann das Erscheinungsbild bei einem Lipödem erheblich verbessern und so die Lebensqualität der Patientin steigern helfen. Anders als bei einer schönheitschirurgischen Fettabsaugung liegt bei einem Lipödem aber eine krankhafte Ausgangslage vor. Mit komplett glatten Konturen ist auch nach Liposuktion und Oberschenkelstraffung nicht zu rechnen. Sofern die Patientin ihr Gewicht hält und sich sportlich etwas betätigt, ist der Erfolg der Operationen von langer Dauer.



U. Kohaupt Ursula Kohaupt
Gesundheitsredakteurin

aktualisiert am 29.05.2018
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