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Narbenentfernung / Narbenbehandlung

Lesezeit: 3 Min.

Kein Mensch wünscht sich Narben. Besonders nicht an sichtbaren Stellen. Es gibt viele Möglichkeiten der Narbenentfernung / Narbenbehandlung.

Patienten fragen vor einer Schönheitsoperation immer nach den Narben: Werden sie stark sichtbar sein? Wie lang werden die Narben? Wo liegen sie? Die Sorge ist nachvollziehbar. Zum einen ist das Ziel der Schönheitsoperation auch ein ästhetisch gutes Ergebnis zu erreichen. Zum anderen soll man nicht sofort erkennen, dass der Patient bzw. die Patientin operiert wurde.

Die Plastische Chirurgie war schon immer bemüht, möglichst unauffällige Narben zu hinterlassen. Oder auffällige Narben durch eine Narbenentfernung zu korrigieren.

Wie entstehen Narben?

Bevor wir verstehen, wie Naben entstehen, müssen wir uns den Aufbau der Haut genauer anschauen.

Die Haut ist das größte Organ des Menschen und setzt sich von außen nach innen betrachtet aus folgenden Schichten zusammen:

  • Oberhaut (Epidermis)
  • Lederhaut (Corium)
  • Unterhaut (Subcutis)

Die Oberhaut unterteilt man in weitere fünf Schichten, darunter auch pigmenttragende Zellen, die für die Farbe der Haut verantwortlich sind. Zwischen den Zellen liegen Kollagenfasern, elastische Fasern und feine Kapillaren (winzige Blutgefäße). Während des Alterungsprozesses und auch bei der Vernarbung der Haut verringern sich kollagene und elastische Fasern. Auch der Wassergehalt nimmt ab.

Für die Narbenbildung (und auch für die operative Narbenentfernung) sind die Spannungslinien der Haut wichtig. Wenn sich eine Narbe in der Spannungslinie der Haut verläuft, bleibt sie in der Regel unauffällig. Verläuft die Narbe im rechten Winkel zur Spannungslinie, wird sie in der Regel sehr auffällig sein, weil die Zugkraft auf die Wundränder stärker ist. Jeder Chirurg versucht Narben in Richtung der Spannungslinie zu hinterlassen, damit diese später unauffällig heilen. Gerade in der Schönheitschirurgie wird zudem mit sehr dünnem Nahtmaterial gearbeitet und häufig intrakutan (in der Haut genäht),damit die Wundränder optimal aneinander liegen und so besser heilen.

In den ersten 1-2 Tagen nach dem Schnitt verkleben die Ränder. Zwischen dem 3. und 8. Tag nach dem Schnitt bilden sich Bindegewebsfasern. In den ersten sechs Monaten ist die Narbe noch derb, hart und gerötet. Dann wird die Narbe weicher, feiner und blasser (in den nächsten 6 Monaten). Unter anderem durch Narbenmassage und Druckverbände wird diese Entwicklung beschleunigt (siehe unten).

Manche Menschen reagieren mit sog. hypertrophen Narben. Das sind Narben, die besonders stark sichtbar und ausgeprägt sind. Sie sind wulstig und ragen über das Niveau der umgebenden Haut hinaus. Hypertrophe Narben können durch mangelnde Schonung der Wunde (und dadurch verstärkte Zugkräfte) entstehen. Besonders häufig sind Kinder und Jugendliche betroffen. Oft ist nachträglich eine zwei Operation zur Narbenentfernung notwendig.

Einige Menschen neigen dazu, Keloide zu bilden. Keloide sind Narbenwucherungen, die sich nicht auf die Wunde beschränken. Bei bekannter Neigung zu Keloiden sollte man von einer Schönheitsoperation absehen.

Welche Möglichkeiten der Narbenentfernung gibt es?

Es gibt mehrere Arten der Narbenentfernung bzw. Narbenbehandlung:

  1. Narbenbehandlung mit Kortison: Besonders hypertrophe Narben und Keloide werden mit Kortison behandelt. Kortison wird direkt in das Narbengewebe gespritzt. Kortison hemmt die Produktion von Kollagen.

  2. Narbenbehandlung durch Biomaterialien: Atrophe Narben (eingesunkene Narben) werden mit Biomaterialien auf das Niveau der umgebenden Haut angehoben. Als Biomaterialien werden z.B. Eigenfett, Rinderkollagen und Hyaloronsäure benutzt.

  3. Operative Narbenentfernung: Einige Narben können nur noch operativ entfernt werden. Besonders wenn Narbenkontrakturen (stark zusammengezogene Narbe) die Beweglichkeit einschränken, ist eine operative Narbenentfernung notwendig. Nicht jede Narbe kann allerdings operative entfernt werden.

  4. Narbenentfernung durch Dermabrasion: Mit mehr als 30.000 Umdrehungen in der Minute können bestimmte Narben mit Hilfe eines Diamantschleifers abgeschliffen werden. Dazu gehören Aknenarben.

  5. Narbenbehandlung durch Bestrahlung: Um zu verhindern, dass ein Keloid erneut auftritt, wird direkt nach der Operation die Narbe bestrahlt (Röntgenweichstrahltherapie). So kann mit hoher Wahrscheinlichkeit die Bildung eines erneuten Keloids verhindert werden.

  6. Narbenentfernung durch den Laser: Mit Laserstrahlen bewirkt man das Absterben der Zellen. Mit Laser behandelte Narben können so schrumpfen. Besonders hypertrophe Narben profitieren von einer Laserbehandlung. Häufig sind mehrere Sitzungen erforderlich.

  7. Narbenbehandlung mit Medikamenten: Kortisonhaltige, östrogenhaltige, Vitamin-A-Säure-haltige und andere Medikamente (als Gel, Salbe oder Creme) hemmen die Kollagenproduktion und machen das Narbengewebe weicher. Sinnvoll ist es, solche Medikamente früh anzuwenden (wenige Tage nach der Operation),um unschönen Narben vorzubeugen.

  8. Narbenentfernung durch Kryotherapie: Bei diesem Verfahren werden die Narben mit Hilfe von flüssigem Stickstoff vereist. Als Folge wird das Narbengewebe nicht mehr durchblutet, stirbt ab und kann später vorsichtig abgelöst werden. Dabei verspüren Patienten keine Schmerzen.

  9. Narbenbehandlung durch Drucktherapie: Bei der Drucktherapie wird kontinuierlich auf die Narbe ein leichter Druck (durch den angelegten Verband) ausgeübt. So kann man hypertropen Narben und Narbenkontrakturen vorbeugen.

  10. Narbenbehandlung durch Silikon: Durch ein Silikonpflaster, eine Silikonfolie oder Silikongel sinkt das Risiko, hypertrophe Narben oder Keloide auszubilden.

  11. Narbenbehandlung durch Massage: Durch eine Massage kann eine Schrumpfung des Narbengewebes erreich werden. Die Wundheilung muss abgeschlossen sein. Leichte, ziehende Bewegungen lösen Verklebungen des Narbengewebes. So wird das Narbengewebe geschmeidig gehalten.

 



Letzte Aktualisierung am 29.07.2015.
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