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Brust-Implantate: Natürlichkeit nach Maß

Lesezeit: 2 Min.

Dr. med. Rolf Vohs, Chefarzt der Moser-Kliniken im Interview

Immer mehr Frauen spielen mit dem Gedanken einer Brustvergrößerung. Wir fragten einen erfahrenen Spezialisten, was Interessentinnen vor einem Eingriff über Implantate und OP-Techniken wissen sollten.

Brust-Implantate: Natürlichkeit nach Maß
Brust-Implantate: Natürlichkeit nach Maß
50.000 Frauen lassen sich jedes Jahr im Operationssaal ihre Brüste vergrößern. Ihr Traumziel: vollere Formen und frauliche Rundungen. Doch die wenigsten kennen Möglichkeiten, Chancen und Risiken dieser Schönheitskorrekturen genau. Hier die Antworten von Dr. med. Rolf Vohs, Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie und Chefarzt der Moser-Kliniken, auf die häufigsten und wichtigsten Fragen:

Frage: Wie groß ist ein Implantat?

Dr. Vohs: Die am häufigsten verwendeten Implantate bewegen sich im Größenbereich von 200 - 350 ml..

Frage: Welche Materialien sind am besten?

Dr. Vohs: Silikon ist nach wie vor das meist verwendete Implantat bei Brustvergrößerungen. Ein wesentlicher Grund dafür: Silikon ist vom Tastgefühl her am natürlichsten.

Frage: Darf ich hinterher fliegen, tauchen etc. ? Kann das Implantat platzen?

Dr. Vohs: Nach der Einheilungszeit (diese dauert im Normalfall 6 Wochen) gibt es, außer bei Kochsalzimplantaten, keine Einschränkungen. Moderne Implantate sind äußerst robust und werden durch Alltags,- und sportliche Belastung nicht beschädigt.

Frage: Wie lange hält ein Implantat?

Dr. Vohs: Aller Erwartung nach werden die heutigen Silikon - Implantate Jahrzehnte halten. Bei Kochsalzimplantaten liegt die Haltbarkeit zwischen acht und zehn Jahren.Empfehlenswert ist eine jährliche Kontrolle beim Facharzt.

Frage: Können Silikon-Implantat auslaufen?

Dr. Vohs: Moderne Implantate haben einen gelartigen Inhalt, der praktisch nicht auslaufen kann. Das heißt, auch bei einem eventuell defekten Implantat ist die Zeit bis Silikon in Spuren im Körper nachweisbar ist, wesentlich länger.

Frage: Gibt es Nebenwirkungen?

Dr. Vohs: Auch bei fachlich einwandfreier Durchführung sind Blutergüsse, Schwellungen und Schmerzen nicht ganz auszuschließen. Extrem selten kommt es zu Entzündungen oder Vereiterungen. Falten und Knitterbildung sind bei sehr schlaffem Hautmantel und Lage des Implantates auf dem Brustmuskel möglich. Bei Kochsalzimplantat kommt ein weiterer spezifischer Nachteil hinzu: sie können gluckern.

Frage: Entstehen Narben?

Dr. Vohs: Ob Silikon oder anderes Implantat - notwendig für den operativen Eingriff ist ein ca. vier cm langer Schnitt. Um eventuelle Narben zu verdecken, verläuft dieser im Idealfall unterhalb der Brustfalte.

Frage: Was ist bei einer Schwangerschaft? Kann man mit einem Implantat stillen?

Dr. Vohs: Eine Schwangerschaft ist kein Hinderungsgrund, das Implantat befindet sich ja unterhalb des Drüsenkörpers. Ein Stillverlust kann jedoch theoretisch bei Narben im Bereich des Brustwarzenvorhofs eintreten.

Frage: Erschwert ein Implantat die Brustkrebs-Früherkennnung?

Dr. Vohs: Nein, da die Implantate unter dem eigenen Drüsengewebe liegen, ist die Brust genauso sicher zu untersuchen wie zuvor. Auch eine Röntgendiagnostik (Mammographie ) ist weiterhin ungestört möglich.

Frage: In welchem Alter kann man Implantate einsetzen? Und wann ist Schluß?

Dr. Vohs: Das Mindestalter für eine Brustvergrößerung liegt bei ca. 20 - 21 Jahren. Dann ist das natürliche Wachstum der Brust im Regelfall abgeschlossen und es besteht auch die geistige Reife für solch einen Eingriff.

Eine feste Altersgrenze nach oben gibt es eigentlich nicht, solange jemand körperlich fit ist und die Indikation stimmt, ist auch eine Brustvergrößerung bei einer Frau um die Siebzig denkbar.

Dr. Vohs, vielen Dank für das Gespräch!

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