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Welche Nebenwirkungen und Komplikationen können bei einer Dermabrasion auftreten?

Lesezeit: 2 Min.

Dermabrasion - ein kleiner chirurgischer Eingriff

Die Dermabrasion oder Hautabtragung ist ein kleiner chirurgischer Eingriff mit einer lokalen Betäubung oder einer Vollnarkose. Aus diesem Grund wird die Behandlung nicht im Kosmetikstudio, sondern beim Chirurgen oder Hautarzt durchgeführt.

Der Vorbereitung und Nachbehandlung der Haut nach der Dermabrasion muss die gleiche Sorgfalt gewidmet werden wie einer Operationsnarbe. Und auch die Risiken sind vielfach die gleichen wie bei einer größeren Operation.

Die Dermabrasion hilft in vielen Fällen, ein vernarbtes oder entstelltes Hautbild entscheidend zu verbessern. Dies gilt für Aknenarben ebenso wie für die Spuren von Couperose und Rosazea (Hautstörungen mit Rötung/Gefäßerweiterung). Wahlweise können auch oberflächliche Tätowierungen, Falten, Unfall- oder Operationsnarben abgetragen werden.

Bei der Dermabrasion wird die Epidermis, die Oberhaut, fast vollständig abgetragen. Dies wird mit einer Diamantfräse oder Drahtbürste ausgeführt. Ähnliche Verfahren zur Hautabtragung funktionieren zudem auf chemischem Wege, mit Kryotherapie (Vereisung) oder mit dem Laser. Nach der Hautabschleifung liegt die Lederhaut unter der Epidermis nahezu frei. Die Behandlung regt das Zellwachstum an und fördert den Wiederaufbau einer neuen, glatten und makellosen Epidermis.

Folgen nach der Behandlung

Unmittelbar nach dem Eingriff kann die Hautoberfläche bluten, nässen und verschorfen. Nach wenigen Tagen wird der schützende Salbenverband abgenommen. Je nach Lage der behandelten Hautfläche müssen Patienten noch in den folgenden Monaten auf konsequente Pflege und Sonnenschutz achten.

Risikofaktoren bei der Dermabrasion

Folgende Risiken können eine Rolle spielen:

  • Die Vollnarkose belastet vor allem für das Herz-Kreislaufsystem des Patienten. Die lokale Betäubung ist ungefährlicher.
  • Jeder Eingriff in die Haut birgt Infektionsrisiken für die Patienten sowie auch für die Behandler.
  • Blutungen und Nachblutungen können vorkommen, wenn Gefäße beschädigt wurden.
  • Nach der Dermabrasion sind übermäßige Pigmentbildung oder Hautverfärbung möglich.
  • Selten bleibt die Haut nach der Abtragung stark gerötet, anstatt nach etwa 14 Tagen eine normale Farbe anzunehmen.
  • Wundheilungsstörungen sind möglich - bei entsprechender Nachsorge normalerweise vermeidbar.
  • Aufgrund der Behandlung können bei einigen Patienten (erneute) Narben provoziert werden.

Vorbereitung auf den Eingriff

Tiefe Narben, beispielsweise nach einer schweren Akne, bedürfen zusätzlicher Vorbereitung mit verschiedenen Behandlungsformen. Dazu zählen beispielsweise Unterspritzen oder Anheben der Narben, Ausschneiden oder eine Laserbehandlung bei tiefen, punktförmigen oder „Ice-pick“-Narben (tiefen Einziehungen).

Risiken lassen sich vermeiden, wenn die Patienten sich an erfahrene Hautärzte und Chirurgen wenden, die sie gründlich beraten. Nicht immer ist eine Dermabrasion das richtige Mittel der Wahl.
Bei akut entzündeter Haut beispielsweise kommt sie nicht in Frage oder muss zu einem späteren Zeitpunkt wiederholt werden.

Bei richtiger Ausführung ist die Dermabrasion eine sehr effektive, sichere und erfolgversprechende Methode, das Hautbild zu verbessern. Komplikationen können wie bei allen Eingriffen in der Medizin nicht ausgeschlossen werden. In Hautkliniken verfügen die Mediziner über ausreichend Erfahrung und Praxis im Umgang mit den technischen Hilfsmitteln. Der Erfolg hängt auch davon ab, dass der behandelnde Arzt Hauttyp, Hautfarbe, Stadium und Ausmaß der Hauterkrankung oder der Narben beim Patienten richtig bestimmt.

Ein breites Spektrum an verschiedenen Behandlungsmethoden kann die Dermabrasion ergänzen oder vollständig ersetzen.



B. Langrehr
Gesundheitsredakteurin

aktualisiert am 22.04.2017
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