Krampfader OP

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rabenvogel  fragt am 14.10.2007
Hallo verehrte Experten!

Ich bin 34 Jahre alt, hatte vor zehn Jahren eine Thrombose mit folgender Lungenembolie.
Jetzt habe ich mit den Spätfolgen zu kämpfen. ( Ulcus cruris venosum seit etwa acht Wochen )
Über ein paar Umwege ( Hausarzt, Phlebologe, Gefäßchirurgin) bin ich jetzt an einen Phlebologen in einem KH überwiesen worden. Der gute Mann hat die Ruhe weg, sich das ulcus gar nicht angeschaut, mir einen "Monsterbefund" bescheinigt und mir einen Termin für ein Stripping verpasst.

So weit - So gut ! ABER: Kann ich zu einem solchen Arzt, der sich weder ulcus noch Bein wirklich angesehen hat überhaupt Vertrauen haben? Warum dauert es so lange, bis man einen OP Termin bekommt? Ich habe mehrfach bei diesem Arzt betont, dass ich selbstständig arbeite und vor allem auch, dass ich höllische Schmerzen habe ( Brennende Beine ) Trotzdessen wollte er mir erst im Frühjahr einen OP Termin geben. Ich habe ihn dann "runtergehandelt" auf den 30. Oktober. Das sind noch ganze 16 Tage und ebensoviele Nächte.....Das kann ich mir nicht leisten. Geschweige denn aushalten.
Macht es Sinn nochmals nachzuhaken und nach einem früheren Termin zu fragen?
Mit Sicherheit gibt es schlimmere Fälle aber, ich kann erstens nur zu etwa 50% meiner Arbeit nachgehen und das ganze zweitens nur unter enormen Schmerzen, gegen die außer Morphinen angeblich nichts hilft.

Ich möchte den Arzt ja nicht unter Druck setzen, aber gibt es so etwas wie Dringlichkeitsanträge in KH???
Portrait Dr. med. Kai Rezai, Institut für ästhetische Dermatologie Münster, Kornelia Brüske-Bourscheid; Dr. med. A. Jansen-Baumann, Münster, Hautarzt (Facharzt für Dermatologie)
Dr. Rezai  sagt am 14.10.2007
Hi, die von Ihnen beschriebenen Beschwerden sollten durch spezielle Verbandstechniken eigentlich in den Griff zu bekommen sein. Ob eine Operation wie ein Stripping hilfreich ist, sollte zumindest diskutiert werden. Manchmal wird die oberflächliche Vene dringend als "Umgehungskreislauf" benötigt und sollte dann um Himmels willen nicht gezogen werden. Ich nehme aber an,. daß Ihnen die voruntersuchenden Ärzte die Problematik geschildert haben.
Für ein persönliches Gespräch bin ich entweder unter 0251/42051= Praxis zwischen 8.00 und 13.00 Uhr oder privat unter 0251/249961 ab 14.30 Uhr zu erreichen.

Kornelia Brüske-Bourscheid (Dermatologin, Phlebologin....)
 
rabenvogel  sagt am 15.10.2007
Sehr geehrte Frau Dr. Brüske - Bourscheid,

herzlichen Dank für Ihre schnelle Antwort. Sie haben mich ein wenig zum Grübeln gebracht, ob diese OP des Strippings mit Vollnarkose wirklich notwendig ist. Kann man denn auch ein Krampfaderleiden, dass schon zum Ulcus geführt hat noch mit der Lasertherapie behandeln? Das wäre ja toll!!! Ich habe mich bereits damit abgefunden, auch in Zukunft ständig die Kompressionsstrümpfe zu tragen. Kein Problem! Aber mir fehlt einfach die Zeit, und die Kraft, noch volle 15 Tage mit diesen Schmerzen zu leben, geschweige denn zu arbeiten! Und ich bin mir nicht sicher, ob es wirklich gut wäre, diese Hauptvene zu ziehen.Dieses Für und Wider hat übrigens keiner der Ärzte bei denen ich bisher vorstellig geworden bin in irgendeiner Form erörtert.
Allerdings habe ich beim Ultraschall bei der Gefäßchirurgin gesehen, dass die Klappen wirklich GAR NICHT mehr arbeiten. Vielleicht sollte ich noch erwähnen, daß auch mein Vater und meine Grossmutter väterlicher seits beide fast 30 Jahre mit offenem Bein und stramm gewickelt durchs Leben "gelaufen" sind.
Unter Kompression verhält sich mein Ulcus auch sehr gut. Bleibt feucht, produziert gelblichen Belag und schmerzt nicht...
Ich weiß nicht mehr weiter. Wem soll ich denn jetzt noch glauben? Ich möchte einfach nur eine gute, schnelle Behandlung, so dass das Ulcus möglichst schnell abheilt, und ich wieder normal laufen und arbeiten kann. Am liebsten natürlich ohne OP in Vollnarkose und ohne Aufenthalt im KH.
Ich arbeite mit meinem Lebensgefährten selbstständig in der Gastronomie. Und Weihnachten steht vor der Tür...
Vielleicht können Sie mir ja helfen. Ich wohne in Aurich, Ostfriesland. Könnte aber in etwa 3 Stunden Autofahrt in Münster sein. Katja Scherler, Auricher Strasse 38, 26632 Ihlow, Tel: 04941 - 10740, katja@[Link anzeigen]
 
ullrichkatz  sagt am 11.08.2011
Lieber Kollege Rezai , Ihren Rat -eine dilatierte Magna nach Thrombose nicht zu ziehen ( mindestens 1 Jahr nach Thrombose ) !!! kann ich nicht bestätigen .Wir wissen heute , dass eine dilatierte Magna niemals einen wirksamen Rückfluss organisieren kann ( sonst dürfte man ja auch keine Kompressionsverbände anlegen , mann drückt ja dann die Mange vollständig ab - und der Rückfluss wird besser !!! ) Die Muskelvenen insgesamt besorgen den Rückfluss : das klappt sogar bei Totalverschluss des gesamten tiefen Venensystems !
Herzliche Grüsse
Ihr
Ullrich Katz
Klinik am Ruhrpark
Fachklinik für Venenerkrankungen Wundklinik Thromboseklinik
Bochum

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