Was ist nach face-/Necklift zu beachten?

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Michi50  fragt am 27.04.2019
Hallo,

wer hat in Tschechien bereits ein Face-/Necklift durchführen lassen? Was wurde Euch bei der Entlassung mitgegeben, bzw. gesagt, wie Ihr Euch in den ersten 14 Tagen nach der OP zu verhalten habt?

Ich war Mitte März in Prag und habe o.g. OP in der ISCARE-Klinik bei mir durchführen lassen. Bei der Entlassung am zweiten Tag wurde ich mit einer elastischen Kopfmaske versorgt und erhielt darüber hinaus für 3 Tage Antibiotika. Mir wurde ein Zettel mitgegeben mit Anweisungen wann die Fäden zu ziehen sind, dass ich mit erhöhtem Kopf schlafen soll, dass ich die Maske in den ersten 7 Tagen immer zu tragen hätte u.s.w. Nichts zu Desinfektion oder sonstigen erforderlichen Maßnahmen.

Ich habe mich genau an die Anweisungen gehalten und die Maske nach 7 Tagen zum Haarewaschen erstmals kurzfristig abgenommen. Zu diesem Zeitpunkt war mein Hals noch deutlich geschwollen und rot. Gemäß der schriftlich mitgegebenen Anweisung sei dies aber vollkommen normal, die Schwellung und Rötung sei nach 1 Woche meist am stärksten.

Was danach geschah war aber definitiv nicht normal: Am Tag 9 nach der OP ist eine Naht aufgegangen und mir lief der Eiter nur so den Hals herunter. Bin daraufhin sofort hier ins Krankenhaus und wurde noch am selben Tag notoperiert. Man sagte mir, ich hätte riesiges Glück gehabt, dass ich noch leben würde. Die Wunden sind heute, einen Monat später, noch immer nicht vollständig geschlossen, mit den Narben werde ich leben müssen.

Ich habe mich mittlerweile mit meiner damalige Bettnachbarin in Verbindung gesetzt (Bauchlift)und erfahren, dass man ihr bei der Entlassung auch Jodsalbe, Desinfektionsmittel, Globolis u.s.w. mitgegeben hat. Zudem war besprochen worden, dass sie in Betreuung durch ihren Hausarzt die Antibiotikabehandlung noch eine weitere Woche fortsetzen sollte. Man hat ihr außerdem gesagt, sie soll ihre Narbe täglich zweimal desinfizieren, mit Jod behandeln und sie immer trocken halten.

Das alles fand bei mir nicht statt. Ich kann nur vermuten dass es daran lag, dass ich an dem Tag die letzte Patientin war, die entlassen wurde. Als ich die Klinik verließ saßen im Foyer und im Treppenhaus schon diverse Neuankömmlinge, die auf unsere Betten warteten. Dass mein Arzt kein Deutsch sprach und übersetzt werden musste, war auch nicht hilfreich.

Ich habe ISCARE angeschrieben und erhielt nach 1 Woche die Rückmeldung des Direktors, die Klinik hätte alles richtig gemacht, ich hätte ja anrufen können. Aber wieso hätte ich das tun sollen? Bei mir sah ja alles so aus, wie es angeblich sein sollte?

Welche Erfahrungen habt Ihr gemacht, was hat man Euch mitgegeben nach so einer OP? Solltet Ihr desinfizieren, habt Ihr Jodsalbe bekommen und was hat man Euch zur Antibiotika gesagt?

Ich bin ziemlich verzweifelt, fühle mich extrem schlecht - ja und werde für die Krankenhauskosten hier auch noch aufkommen müssen. Was soll ich tun?

Warte auf Eure Antworten, Michi50
 
Serenissima  sagt am 27.04.2019
Hallo Michi, man braucht nach einem Facelift weder Desinfektionsmittel, noch Salben oder ein Antibiotikum. Tägliches Haare waschen reicht. Was man wirklich braucht , ist ein Arzt den man versteht und der engmaschige Kontrollen durchführt um im komplikationsfall einzugreifen. Eine Liste mit Maßnahmen und eine Tüte mit Medikamenten gibt nur eine trügerische Sicherheit. Ein fürsorgliche Operateur in der Nähe ist das Wichtigste. Hast du eine Folgekostenversicherung abgeschlossen? Damit wären zumindest schon mal die finanziellen Folgen abgedeckt.
 
Michi50  sagt am 27.04.2019
Hallo Serenissima,

Vielen Dank für Deine schnelle Antwort.
Nein hab ich leider nicht, obwohl ich da unbedingt vor hatte. Deshalb hatte ich Iscare auch schon 14 Tage vor dem Termin alle Untersuchungsergebnisse von meinem Hausarzt geschickt, damit sie mir rechtzeitig sagen, ob ich überhaupt operiert werde. Antwort kam nach 1 Woche, man braucht weitere Werte. Mein Arzt war im Urlaub, bin zu einem anderen und hab alles binnen 1 Tag nachgeliefert. Keine Antwort von Iscare. Nach 4 Tagen nochmal hin geschrieben - angeblich jetzt erst gesehen, man wird sich melden. Die Antwort - OP ok - kam dann erst, nachdem wir schon unterwegs waren - toll! Das war aber wieder nicht alles: die Internistin sagte, ich muss auch noch die Lunge röntgen lassen, sei ja über 50. Soll dann (war 1 Tag vor der OP) gleich mit dem Ergebnis wieder zu Iscare, damit ich weiß, b ich denn operiert werde. Komme zurück: ‚Internistin hat schon Feierabend‘. Habe dann erst am OP-Tag zwei Stunden vorher erfahren, dass sie mich operieren. Da war es dann für die Versicherung zu spät.

Aber, kannst Du Dir erklären, warum sich denn alles bei mir entzündet hat? Tägliches Haarewaschen war übrigens nicht erlaubt - zum ersten mal nach einer Woche. Im KKH hier hat man mir gesagt, das feuchte Gebiet um die Naht sei ein einziger Keimherd.
 
Serenissima  sagt am 27.04.2019
Haare sind Keimträger uns deshalb ist das tägliche Haare waschen 24 Std.nach Drainageentfernung obligat. Vorsichtiges trocknen gehört natürlich dazu um kein feuchtes Klima zu hinterlassen. So hat jeder sein eigenes Vorgehen und das ist auch richtig so. Allen gemeinsam sollte die Fürsorgepflicht für den Patienten, nicht nur für die körperliche Unversehrtheit, sondern auch für das Ergebnis sein. Eine gute ästhetische Operation endet nicht an der Oper Tür. Unzählige Voruntersuchungen ersetzten nicht die Nachsorge und ich wundere mich warum man sich bei diesem Setting auf den Op Tisch legt. Leider wird dir niemand sagen können warum eine Infektion entstanden ist und es wird dir auch nicht weiterhelfen. Gesund werden ist jetzt das Wichtigste.
Portrait Dr. med. Gerrit Reppenhagen, Privatpraxis im Ruhrgebiet Dr. med. Gerrit M. Reppenhagen, Ruhr-OP, Mülheim an der Ruhr, Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie, Chirurg (Facharzt für Chirurgie)
Dr. Reppenhagen  sagt am 27.04.2019
Hallo Michi,
serenissima hat alles vollkommen richtig geschildert.
Eine gute Op-Technik mit guter Durchblutung und Beachtung der anatomischen Grenzen sind Vorraussetzung für eine erfolgreiche Operation.
Ganz entscheidend ist auch das Rauchen,
ich lehne gewisse Pat. mit schon schlechter Durchblutung bei Nikotinkonsum ab, da die Wundheilungsstörung schon vorprogrammiert ist.
Eine engmaschige Nachsorge mit frühzeitigem Eingreifen bei Entzündungen ist auch wesentlich zur Vermeidung von schlimmeren Komplikationen, dies ist leider der Nachteil bei Operationen im Ausland.
Insgesamt ist es jetzt geschehen und eine Ursachensuche für die Entzündung bringt Sie nicht weiter.
Ich wünsche Ihnen trotzdem eine gute weitere Abheilung u d verbleibe mit freundlichen Grüßen aus dem Ruhrgebiet.
Dr. Reppenhagen

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Michi50  sagt am 27.04.2019
Hallo Serenissima,

Ja, Du hast Recht und die Frage stelle ich mir auch ständig: wie konnte ich so dumm sein! Wahrscheinlich war ich irgendwie in einem ‚Ausnahmezustand‘. Normalerweise bin ich dermaßen auf die Abdeckung aller Risiken bedacht, dass es schon zu viel ist. Ich hab mir die Frage schon 1000 Mal gestellt. Ich glaube, nachdem ich mich entschieden hatte, die OP machen zu lassen, wollte ich es nun auch durchziehen. Dann kam dieses Abwarten, operieren sie mich jetzt oder nicht, dass ich einfach nur froh war, endlich das OK bekommen zu haben. Aber als ich dann all diese x Formulare unterschreiben mußte, in denen man auf mögliche Risiken hingewiesen wird, hat mir meine innere Stimme abgeraten und ich wollte von der OP zurücktreten. Als ich dies der Internistin sagte meinte sie dann, sie sei seit über 9 Jahren dort und es wäre noch nie etwas passiert. Man sei aber verpflichtet auf die theoretischen Risiken hinzuweisen. Dann hab ich unterschrieben und das werde ich wohl selber nie verstehen.
Aber ich blicke jetzt nach vorn, es ist momentan eben alles noch so frisch aber irgendwann hoffe ich, das Ganze als eine Lehre abhaken zu können.
Vielen Dank nochmal für Deine Antworten, Michi
 
Michi50  sagt am 27.04.2019
Hallo Dr. Reppenhagen,

Herzlichen Dank für Ihre Antwort. Ja ich versuche jetzt auch nach vorn zu sehen. Es ist eben alles noch wahnsinnig frisch und irgendwie traumatisch. Stehe noch etwas ‚neben mir‘. Ich möchte einfach begreifen, wie das Ganze passieren konnte, wo ich doch sonst so sehr versuche, sämtliche Risiken im Vorfeld abzuklären.

Es nun einmal passiert und lässt sich nicht mehr ändern aber ich weiss, es wird wieder aufwärts gehen
Liebe Grüße, Michi
 
Serenissima  sagt am 27.04.2019
Liebe Michi , Vertrauen ist unabdingbar für eine ästhetische Operation und auch in Deutschland gibt es keine Garantie auf einen komplikationsfreien Verlauf. Mach dir keine Vorwürfe, es lag nicht in deiner Hand.
Alles Liebe für dich.
 
mell1  sagt am 28.04.2019
Hallo, ich habe am 07.05. ein unteres Face Lift mit Halsstraffung.
Seit Ostern, habe ich eine Erkältung, die sehr hartnäckig ist, meine Nase ist zu. Mal wird es besser, am nächsten Tag wieder das gleiche. Kann man in diesem Zustand operiert werden? Ich bin am verzweifeln.
 
Hexenmaus  sagt am 29.04.2019
Hallo,
ich habe ein Facelift in D durchführen lassen.
Bekommen habe ich für 5 Tage ein Antibiotikum. Ansonsten musste ich nur diese elastische Kopfmaske tragen für eine Woche.
Alles ist gut verheilt. Ohne Antibiotikum post OP kenne ich das nicht.
Bei einer BV gibt es das AB meist während der OP als einmalige Gabe i.v.
Beim Facelift und anderen OPs meistens Cefuroxim morgens und abends für 5-10 Tage, je nach OP.
Gute Besserung
 
Hexenmaus  sagt am 29.04.2019
hallo, Mell1,
normalerweise sollte man gesund sein, wenn man sich operieren lässt, also bei geplanten Aufnahmen.
Zur Sicherheit würde ich den plastischen Chirurgen anrufen und nachfragen.
Ist auf jeden Fall besser, als sich jetzt unter Druck zu setzen
 
Michi50  sagt am 29.04.2019
Hallo Hexenmaus,

Vielen Dank für Deine Antwort.
Wie gesagt, bei mir ist es nun mal passiert und lässt ich nicht mehr ändern.
Mir geht es aber auch darum, dass anderen nicht das Gleiche passiert und darum bin ich auch so interessiert daran, was ‚normalerweise‘ an Vorsorge getroffen wird.

Das hatte ich Iscare auch geschrieben aber sie sagen, sie haben nichts falsch gemacht. Also demnach sollen 3 Tage Antibiotika und nix Haare waschen reichen. Ich hätte mir gewünscht, sie wären da aufgrund des Vorfalls bei mir für die Zukunft ‚gewarnt‘ und überdenken nochmal ihre Informationen für die Nachsorge.
L.G. Michi
 
Hexenmaus  sagt am 29.04.2019
Ach so, Haare waschen durfte ich erst nach einer Woche. Das war echt schrecklich, weil die Haare vom Desinfektionsmittel so verklebt waren und es dauerte eine Weile, sie zu entwirren.

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