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Cellulite

Lesezeit: 5 Min.

Auch als Orangenhaut bekannt

Was sind Cellulite?

Die Cellulite (auch fälschlich Zellulitis genannt) stellt für viele Frauen ein Problem dar, dem man nicht immer gerecht werden kann. Aufgrund der hohen Dehnbarkeit des Bindegewebes kommt es oft zu einer Deformität der Haut.

Zudem kommt es mit der Zeit zu einem Verlust der jugendlichen Hautstraffheit. Bei der Cellulite handelt es sich um eine Dellenbildung der Haut, welches hauptsächlich im Bereich der Oberarme, Oberschenkel, Hüften und im Bereich des Gesäßes lokalisiert ist.

Beim Zusammenkneifen der Haut werden unschöne Dellen sichtbar. Diese Dellen können, je nach Fortschritt der Cellulite, vermehrt oder verstärkt sichtbar sein. Man bezeichnet die Cellulite auch als  so genannte Ablagerung diverser Stoffwechselschlacken im Bindegewebe. Frauen haben ein viel lockeres und weiches Bindegewebe als Männer.

Zudem besitzen sie mehr Fettgewebe (Einlagerungen) als der Mann. Deshalb kommt die Cellulite fast ausschließlich bei Frauen vor, da sie eine andere Bindegewebsstruktur aufweisen als Männer. 80 bis 90 Prozent aller Frauen bekommen im fortgeschrittenem Alter Cellulite in unterschiedlichem Ausmaß. Bei übergewichtigen Frauen kann die Cellulite bereits vor dem 25. Lebensjahr auftreten.

In der Regel unterscheidet man drei Stufen des Cellulite-Hautbildes:

  • allgegenwärtige, sichtbare Dellen (unter anderem bei einem Kneiftest)
  • Dellen, die nur im Stehen, jedoch nicht im Liegen sichtbar sind
  • sichtbare Dellen im Liegen

Die Cellulite ist keine Krankheit, sondern eher als ein kosmetisches Krankheitsbild anzusehen. Es handelt sich vielmehr um eine biologisch bedingte Veränderung des weiblichen Bindegewebes. Die Dellen sind oftmals im Stehen viel stärker sichtbar, da die Muskulatur angespannt ist. Dagegen ist sie in den meisten Fällen im Liegen kaum mehr sichtbar.

Häufig wird der Begriff Zellulitis verwendet, welches jedoch aus medizinischer Sicht inkorrekt ist. Die Endung -itis verweist nämlich auf einen entzündlichen Prozess, welches hier aber nicht vorliegt. Die Zellulitis ist definiert als eine Entzündung des Unterhautfettgewebes. Im englischsprachigen Raum werden unter dem Begriff Zellulitis (Celulitis) Erysipel und Phlegmone zusammengefasst. Daher hat der Begriff Zellulitis mit der Cellulite oder Orangenhaut nichts zu tun. Dieser Begriff ist somit ein Beispiel für ein Paronym.

Was sind die Ursachen von Cellulite?

Das Fettgewebe liegt bei Frauen vornehmlich unter der Haut (subkutan). Im Gegensatz dazu sind die Kollagenfasern (das Fettgewebe durchziehende bindegewebige Septen) parallel im Bindegewebe angesiedelt. Während sie bei den Männern netzartig verwoben sind, liegen sie bei den Frauen als steppdeckenähnliche Unterteilung der Fettläppchen vor, die unter den zyklischen weiblichen Hormonveränderungen mal mehr oder weniger anschwellen und dadurch die Steppdecke der Kollagenbänder sichtbar machen.

Die Fettzellen weiten sich bei einer vorherrschenden Cellulite auf und drücken nach oben, in die so genannte Lederhaut. Dadurch entstehen die typischen Dellen an der Oberfläche der Haut. Die Cellulite ist unter anderem auch hormonell (Östrogen) bedingt. Die These, dass es sich bei der Cellulite um eine Ansammlung diverser Schadstoffe im Bindegewebe handelt, konnte bislang nicht wissenschaftlich belegt werden.

Das Fettgewebe bei der Frau dient als Reserve des Körpers, vor allem in Phasen wie Schwangerschaft oder Stillzeit. In diesen Phasen sollen die Fetzellen die nötige Energie für die starke Beanspruchung liefern. Die Entstehung der Cellulite ist unter anderem auch abhängig von der Veranlagung.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei Cellulite?

Es stehen zahlreiche medizinische und kosmetische Behandlungsmethoden zur Verfügung, von denen jedoch keine vollständig erfolgreich ist.

Zur Vorbeugung und Verminderung der Cellulite empfehlen sich:

  • Unterdruckbehandlung in einer speziellen Vakuum-Röhre
  • Förderung der Hautdurchblutung durch ausreichende Bewegung (Sport),Bürstmassagen und Wechselduschen
  • Meersalz-Bäder
  • mechanische Bindegewebsmassage zur Hautgymnastik
  • Körperwickel mit Bandagen: entschlacken und straffen das Gewebe
  • Lymphdrainage
  • Thermowickel (Wickel mit Frischhaltefolie): durch diese Methode werden angeblich Fettzellen zum Schmelzen gebracht
  • Kryotherapie: Zu empfehlen ist die Ganzkörper-Kältetherapie in einer Kryokammer. Hier werden extrem niedrige Temperaturen -  bis zu 160 °C für eine kurze Zeit angewandt.
  • Ernährung: abwechslungsreiche, vollwertige Ernährung sowie unterstützende Nahrungsmittel, z.B. Verzehr von Vitamin C (führt durch die Vernetzung kollagener Fasern zur Stärkung des Bindegewebes).
  • Alternativmedizinische Therapien wie z.B. galvanische Feinstrombehandlungen (Nachweis einer Wirksamkeit fehlt jedoch)

Cellulite betrifft tiefe Hautstrukturen, so dass Behandlungen mit Cremes, Salben und anderen kosmetischen Mitteln nicht zum Erfolg führen. Allein durch das Einmassieren kann eine gewisse Wirkung erzielt werden, weil durch das einmassieren die Durchblutung gesteigert wird. Die Creme fördert insbesondere die Elastizität der Haut.

Mit Hilfe der Liposuction (Fettabsaugung) werden zwar Fettzellen entfernt, jedoch können die typischen Hautdellen bestehen bleiben oder sich später erneut entwickeln.

Welche Maßnahmen sind gegen Cellulite noch hilfreich?

Zupfen und Massieren

Wird die Haut regelmäßig massiert, wird sie eher elastisch. Daher sollten Sie täglich nicht nur die Gesichtshaut sondern auch andere Körperregionen, vor allem Problemzonen wie Po und Beine, pflegen und massieren. Auch das Zupfen kann den Stoffwechsel anregen. Hierzu einfach kleine Hautpartien zwischen zwei Finger anheben und dann wieder fallen lassen.

Salzbad

Ein Salzbad mit Meersalz führt zu einer glatteren Haut. Im Salz ist vor allem Magnesium enthalten, welches den Hautstoffwechsel anregt.

Anwendung: Lösen Sie 1 Pfund Salz in heißem Badewasser auf (37 Grad) und baden Sie 15 Minuten lang drin. Anschließend sollten Sie sich gut eincremen und massieren. Führen Sie den Salzbad am besten abends durch, da dies entspannend wirkt.

Algen

Algen dienen der Straffung der Haut und sind in Form von Masken und anderen Anwendungsformen in Reformhäusern erhältlich.

Kartoffeln

Kartoffeln straffen das Bindegewebe und helfen vor allem bei den Problemzonen an Po und Beinen.

Anwendung: Schälen Sie für eine Kartoffelmaske 1 oder 2 rohe Kartoffeln und schneiden diese mit einem Gemüsehobel in dünne Scheiben. Anschließend die Scheiben auf den Körperstellen verteilen und mit einem Baumwolltuch wickeln. 15 Minuten lang wirken lassen. Danach die Kartoffelscheiben wieder entfernen und die betroffen Stellen möglichst kalt abduschen. Dadurch wird der Stoffwechsel zusätzlich erhöht.

Hautwickel

Durch einen speziellen Hautwickel für Bauch und Oberschenkel wird die Haut gestrafft. Anwendung: Eine Handvoll getrockneten Schachtelhalm mit 250 ml kochendem Wasser übergießen. Nach etwa 10 Minuten in die Masse ½ Päckchen Agar-Agar einrühren und die Mischung aufkochen. Im Anschluss wird die Masse auf Bauch und Oberschenkel aufgetragen und mit einer Plastikfolie gewickelt. Nun sollten Sie sich 10 Minuten entspannen und am Ende das Ganze abduschen.

Bürstenmassage

Die Bürstenmassage kann am ganzen Körper angewandt werden. Dadurch wird die Durchblutung erhöht und der Stoffwechsel angeregt.

Sport

Sport hält fit und tut auch der Haut gut. Durch gezielte Übungen an Po, Beine und Bauch wird die Muskulatur an diesen Stellen gestrafft. 5 bis 10 Minuten pro Tag können schon viel bewirken. Durch Bewegung wird der Stoffwechsel angeregt und die Fettreserven abgebaut.

Empfohlen wird vor allem das Schwimmen. Während des Schwimmens werden sämtliche Muskeln gleichzeitig in Anspruch genommen und vor allem die Fettverbrennung angekurbelt. Voraussetzung ist jedoch, dass Sie mindestens eine halbe Stunde schwimmen.

Durch das Wasser kommt es zu einer schnellen Auskühlung der Haut. Der Körper ist bestrebt, diesen Temperaturverlust wieder auszugleichen. Auch dies führt wiederum zu einer gesteigerten Fettverbrennung. Nach dem Schwimmen sollte man die Haut mit einer Hautcreme massieren, damit sie schön geschmeidig und elastisch bleibt. Durch regelmäßige Bewegung können die Fettzellen verringert und die Muskulatur aufgebaut werden. Der Körper wirkt schlanker und attraktiver.

Übergewicht oder Untergewicht meiden

Wenn Sie Cellulite meiden möchten, so sollten Sie auf ihr Gewicht achten. Übergewichtige Menschen haben eine verstärkte Fetteinlagerung, welche sich durch typische Polster unter der Haut zeigen.

Dagegen ist auch ein zu geringes Körpergewicht nicht gut für die Haut. Die Haut kann sich nicht unbegrenzt anpassen und wird schnell faltig. Daher ist eine ausgewogene Ernährung für Haut und Körper besonders wichtig.

Ernährung

Achten Sie auf eine gesunde, ausgewogene Ernährung. Das bedeutet also, dass die Ernährung fettarm, ballaststoffreich und abwechslungsreich sein sollte. Essen Sie unbedingt viel frisches Obst und Gemüse.

Nikotin

Sie sollten unbedingt auf das Rauchen verzichten. Nikotin verengt die Blutgefäße der Haut und drosselt den Stoffwechsel enorm. Zudem wird durch dieses Gift die Kollagenstruktur des Bindegewebes geschädigt. Das Rauchen ist somit auch an der Entstehung von Cellulite beteiligt. Das gleiche gilt selbstverständlich auch bei übermäßigem Alkoholgenuss.

Sauna

Ein regelmäßiger Saunabesuch kann Wunder bewirken. Durch das Schwitzen werden Schlacken ausgeschwemmt. Das Aussehen und die Haut zeigen sich dafür dankbar. Die Haut wird zart, geschmeidig und elastisch! Nach jedem Saunabesusch sollten sie allerdings mit Mineralwasser oder dergleichen für körperlichen Flüssigkeitsausgleich sorgen.

Durch diverse Maßnahmen kann man auf jeden Fall eine weitere Verschlechterung der Haut stoppen!



Letzte Aktualisierung am 10.01.2017.
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