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Mit Botox gegen Akne - Hilfe bei unreiner und fettiger Haut

Lesezeit: 3 Min.

Eine Behandlung mit Botox kann das Hautbild bei Akne wesentlich verbessern

Wer unter hartnäckiger Akne leidet, hat meist schon sehr vieles ausprobiert: von chemischen Peelings über Antibiotika-Cremes bis hin zu ambulanten Behandlungen – nicht zu sprechen von den zahlreichen frei verkäuflichen Cremes, die für eine reine Haut sorgen sollen. Jetzt verspricht die Behandlung mit dem Nervengift Botulinumtoxin, kurz Botox, Erfolg.

Was ist Akne – was ist unreine Haut?

Jeder kämpft hin und wieder mit Mitessern und unreiner Haut. Akne jedoch ist eine Erkrankung der Talgdrüsen, die dazu führt, dass zu viel Talg produziert wird. Dieser verstopft die Poren, wo es zu einem vermehrten Bakterienwachstum kommt. Auf der Haut zeigt sich das dann in Form von Pickeln und Pusteln. Diese knotigen Hautentzündungen können schmerzhaft sein. Da Akne vor allem im Gesicht und auf dem Dekolleté auftritt, leiden die Betroffenen vor allem unter dem entzündeten Hautbild, das sich auch mit Make-up kaum kaschieren lässt. Rund vierzig Prozent der Bevölkerung erkranken im Lauf ihres Lebens einmal unter einer sogenannten "klinischen Akne". Davon spricht man, wenn die Akne ausgeprägt und stark entzündlich ist, und sich über einen Zeitraum von mindestens fünf Jahren erstreckt.

Nach besonders hartnäckigen Pickeln können sich tiefe Narben bilden, die nicht wieder verschwinden. Sinnvoll ist daher, Akne in einem frühen Stadium zu bekämpfen, bevor Narben entstehen können.

Wie kann Botox gegen Akne helfen?

Im Kampf gegen Gesichtsfalten hat Botulinumtoxin weite Verbreitung gefunden. Das Nervengift kann die Gesichtsmuskeln ruhigstellen, wodurch sich ein glatteres Hautbild zeigt. Im Fall von Akne führt Botox dazu, dass es die feinen Muskeln lahmlegt, die die Produktion der Hautlipide unterstützen. Dadurch wird die Talgproduktion reguliert, die Poren werden kleiner und der Fettgehalt der Haut reduziert sich.

US-Ärzte haben in einer Studie mit 25 Akne-Betroffenen Botulinumtoxin getestet. Dabei wurde die Talgproduktion vor und nach der Behandlung gemessen und das Hautbild vorher und nachher fotografisch erfasst. Das Ergebnis zeigte, dass die Talgdrüsen durch den Einsatz von Botulinumtoxin weniger aktiv waren als zuvor. 24 der 25 Probanden gaben an, mit der Behandlung "zufrieden" oder "sehr zufrieden" zu sein.

Anders als bei einer Faltenbehandlung mit Botox kommt es bei Akne in vier- oder fünffacher Verdünnung mit Kochsalzlösung zum Einsatz.

Wie wird eine Akne-Behandlung mit Botox durchgeführt?

Die Behandlung findet ambulant in der Praxis eines Dermatologen oder Schönheitschirurgen statt. Zunächst wird mit einer Art Papiertest der Ölgehalt der Haut festgestellt. Liegt dieser weit über fünfzig Prozent, kann man auf eine erhöhte Talgproduktion schließen. Anschließend werden die Areale auf der Haut gekennzeichnet, die behandelt werden sollen. Dann wird die Haut desinfiziert. Das verdünnte Nervengift wird an rund zehn verschiedenen Punkten flach unter die Haut injiziert. Zu Schmerzen kommt es dabei kaum. Nach der Behandlung kann die Haut leicht gerötet und etwas geschwollen sein. Mit einem Kühlpad und einem Concealer lassen sich diese Nebenwirkungen beseitigen. Der Patient ist sofort wieder gesellschafts- und arbeitsfähig.

Bereits nach der ersten Behandlung zeigen sich leichte Verbesserungen. Die Haut wirkt trockener, die Poren ziehen sich zusammen, Entzündungen gehen zurück. Die Botoxbehandlung sollte jedoch in mehreren Sitzungen durchgeführt werden, um langfristig ein besseres Hautbild zu erzielen. Die Wirkung von Botox hält rund vier Monate an, dann muss sie aufgefrischt werden.

Für wen ist die Akne-Behandlung mit Botox geeignet?

Jeder, der unter mittelschwerer oder schwerer Akne leidet, kann sich einer Botoxbehandlung unterziehen. Zur Bekämpfung kleiner Hautunreinheiten ist Botox nicht geeignet. Die Talgproduktion der Haut muss nachweislich erhöht sein. Die Behandlung mit Botox kann auch sehr gut als Ergänzung zu einer klassischen Akne-Therapie stattfinden.

Zwar gehört die Botoxbehandlung gegen Falten in das Standardrepertoire jedes Schönheitsinstituts, trotzdem empfiehlt es sich herauszufinden, ob Erfahrung in der Aknebehandlung vorhanden ist. Als angenehmer Nebeneffekt werden kleine Stirnfältchen gleich mit gelindert. Eingefrorene Mimik braucht man aufgrund der Botox-Verdünnung nicht befürchten. Auch kleinere Aknenarben können im Idealfall wieder etwas geglättet werden. 

Bezahlen muss man die Behandlung aus eigener Tasche. Die Kosten belaufen sich auf rund 150 Euro pro Behandlung. Die Krankenversicherung kommt für kosmetische Probleme nur in seltenen Fällen auf. Zur Behandlung muss man mindestens 18 Jahre alt sein, ansonsten ist die Einwilligung der Eltern erforderlich.

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