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Fadenlifting

Lesezeit: 5 Min.

Die minimalinvasive Gesichtsstraffung ohne OP und Narkose - eine Alternative zum klassischen Facelift

Bisher hat sich vor allem das Facelift als operative Methode zur Hautstraffung im Gesicht einen Namen gemacht. Allerdings setzen viele interessierte Patienten auf eine schonendere Alternative. Das sogenannte Fadenlifting wirkt den Alterungszeichen im Gesicht- und Halsbereichs entgegen. Das hat den großen Vorteil, dass es sich um eine minimalinvasive Behandlungsmethode handelt. Eine Vollnarkose ist dementsprechend nicht erforderlich. Narben sind bei dieser Methode ebenfalls nicht zu erwarten, da keine Schnitte gesetzt werden. Im Vergleich zum wesentlich schmerzhafteren herkömmlichen Facelifting hat sich diese schonende Methode bewährt. Mittels der Spezialfäden, die der Körper im Laufe der Zeit eigenständig abbaut, kann das Gewebe im Gesicht in eine jugendlichere Position gebracht werden. Verlorenes Volumen baut sich erneut auf und sorgt für ein jüngeres Erscheinungsbild.

Was ist ein Fadenlifting ?

Beim Fadenlifting handelt es sich um ein extrem schonendes Verfahren zur Hautstraffung. Operative Maßnahmen werden dank dieser Methode vermieden. Der sichtbare Straffungseffekt kann durch das Einbringen der Fäden erreicht werden, die mit Widerhaken ausgestattet wurden. An diesen Haken hängt sich die Haut auf. Werden diese Fäden zur Seite oder nach oben gezogen, kann die gewünschte Straffung erreicht werden. Der behandelnde Arzt streicht die Haut glatt, um ein schönes, ästhetisches Ergebnis zu erzielen.

Vorgehen beim Fadenlifting

Um das Infektionsrisiko bei der Lifting-Behandlung mit Fäden gering zu halten, ist ein steriler Eingriffs- oder OP-Raum erforderlich. Dort erhalten die Patienten eine örtliche Betäubung. Abhängig davon, welche der folgenden Bereiche behandelt wird, wird die Betäubung an den entsprechenden Stellen injiziert:

  • Hals
  • Kinn
  • Lippen
  • Mittelgesicht
  • Augenbrauen
  • Stirn (Stirnquerfalten und Zornesfalten)

Zum Einbringen der Fäden kommt eine feine Micro-Nadel zum Einsatz. In dieser Ultra-Thin-Wall-Nadel befindet sich der Faden, der gezielt in das Unterhautfettgewebe eingebracht wird. Verschiedene Spezialfäden, die über die angesprochenen Widerhaken verfügen, stehen zur Auswahl. Sobald der Faden an der gewünschten Stelle fixiert wurde, bringt der behandelnde Arzt das Gewebe mittels Zug in Form. Faltige Hautpartien werden geglättet. Außerdem regt die Zugwirkung das Gewebe zur Kollegenproduktion an.

Welche Fäden werden für das Fadenlifiting verwendet?

Bei den verwendeten Fäden handelt es sich um selbstauflösende Fäden. Diese werden binnen drei bis acht Monaten vom Körper abgebaut. Sogenannte Polymilchsäurefäden (POD) kommen bei der Behandlung zum Einsatz. Diese Bio-Fäden werden vom Körper gut angenommen, um eine Abstoßungsreaktion auszuschließen. Während die Fäden vom Körper abgebaut werden, bildet sich um die Fäden herum neues Bindegewebe.

Daher hält der Straffungseffekt deutlich länger an, als die Spezialfäden im Körper verbleiben. Über ein bis drei Jahre hinweg ist mit einem ansprechenden Straffungsergebnis zu rechnen. Während dieser Zeit ist es möglich, weitere Fäden in die Haut einzubringen, um das Ergebnis des Liftings zu erhalten oder zu verbessern. Abhängig davon, welches Ergebnis gewünscht wird und welche Voraussetzungen der Patient mitbringt, bieten sich die nachfolgenden Spezialfadenarten an:

  • glatte POD-Fäden für eine örtliche Straffung und zur Hautverjüngung
  • spiralförmige POD-Fäden für ein intensiveres Lifting
  • POD-Fäden mit Ankern bei einer stärkeren Erschlaffung der zu behandelnden Region

Die vielen Widerhaken der Fäden stellen sicher, dass diese unter der Haut im Anschluss an die Behandlung nicht verrutschen. Das Reißen der Fäden ist nahezu ausgeschlossen.

Verschiedene Fadenlifting-Methoden im Überblick

Beim Happy Lift, Aptos Lift und Silhouette Fadenlifting handelt es sich um die drei gängigen Methoden des Fadenliftings. Diese unterscheiden sich hinsichtlich der Fäden, nicht jedoch hinsichtlich der verwendeten Technik. Beim Happy Lift Fadenlifting ist durch den Einsatz von resorbierbaren Fäden von einer Wirkungsdauer von 18 Monaten auszugehen. Für den Aptos Lift werden nicht-abbaubare Fäden verwendet. Beim Silhouette Fadenlifting setzt der behandelnde Arzt auf nicht-abbaubare Polypropylen-Fäden mit abbaubaren Mini-Kegeln, die eine noch stärkere Bildung neuen Bindegewebes ankurbeln. Die letzten beiden Lift-Arten halten mit rund 36 Monaten länger vor.

Für welche Körperzonen bietet sich das Fadenlifting an?

Das Fadenlifting kann als Augenbrauenlift eingesetzt werden. Diese Methode lässt die Augen offener wirken und der äußere Augenbrauenrand kann auf Wunsch angehoben werden. Dies sorgt für ein jüngeres Aussehen. Eine Straffung des Mittelgesichts sorgt für definiertere Gesichtskonturen und lässt die Wangen voller wirken. Die Unterkieferlinie kann ebenfalls gestrafft werden, um die untere Gesichtshälfte anzuheben. Eine großflächige Gesichtsstraffung ist mittels des Fadenliftings möglich. Das komplette Gesicht wird neu konturiert, um jugendlicher und straffer zu erscheinen. Eine Brust-, Hals- und Oberschenkelinnenstraffung sind mittels des Fadenliftings realisierbar. Als effektive Behandlungsmethode für ein Doppelkinn bietet sich diese Technik genauso an.

Vorteile des Fadenliftings

Im Vergleich zum Facelift handelt es sich beim Fadenlift um einen ambulanten Eingriff. Die Behandlungszeit beträgt 30 bis 60 Minuten. Je mehr Fäden eingesetzt werden, desto länger dauert die Behandlung an. Dieser minimalinvasive Eingriff kommt ohne eine OP und Nadeln aus. Dennoch kann das Fadenlifting für ein hervorragendes, natürliches Straffungsergebnis sorgen. Bei einem operativen Facelift besteht die Gefahr eines künstlichen, unnatürlichen Aussehens. Diese Problematik ergibt sich beim Fadenlifting nicht. Darüber hinaus kann das Fadenlifting wahlweise mit den nachfolgenden Behandlungsmethoden kombiniert werden:

Die lange Haltbarkeit des Ergebnisses und der sofortige Straffungseffekt sprechen gleichermaßen für dieses minimalinvasive Verfahren.

Risiken und Nebenwirkungen beim Fadenlifting

Das Fadenlifting wird in einem sterilen Eingriffsraum durchgeführt und die Bio-Spezialfäden sind gut verträglich. Allerdings informieren die Patienten den behandelnden Arzt besser über ihre Allergien, um mögliche Komplikationen zu vermeiden. Im Anschluss an das Fadenlifting ist mit folgenden Nebenwirkungen zu rechnen:

  • leichte Schwellungen
  • kleine Blutergüsse
  • leichte Entzündungen
  • leichter Druckschmerz

Tipps zur Fadenlifting-Nachsorge

Damit der Heilungsprozess reibungslos voranschreiten kann, sind einige wichtige Tipps zur Nachsorge zu beachten. Am Tag der Behandlung wird die Behandlungsstelle am besten mehrmals mit Kühlpacks für fünf bis zehn Minuten gekühlt. Dies mindert Schwellungen. Die Einnahme von entzündungshemmenden Schmerzmitteln für zwei bis drei Tage nach dem Eingriff dient der Schmerzlinderung. In den ersten Nächten nach der Behandlung ist es sinnvoll, den Kopf beim Schlafen leicht erhöht zu lagern.

Am besten schlafen die Patienten auf dem Rücken. Sonnenbäder sind für zwei Wochen nicht gestattet. Gesichtsbehandlungen sind für drei Wochen nicht zu empfehlen. Erst eine Woche nach dem Eingriff darf Sport getrieben werden, wobei Kontaktsportarten für drei Wochen Tabu sind. Ein Saunagang ist in den ersten zwei Wochen nach dem Eingriff nicht zu empfehlen. Übermäßiges Lachen, Kauen, Gähnen und Sprechen sind nach Möglichkeit in den ersten zwei Wochen zu vermeiden .

Wie schmerzhaft ist ein Fadenlifting?

Das Fadenlifting wird unter einer örtlichen Betäubung durchgeführt. Zunächst spürt der Patient den minimalen Schmerz der Nadelstiche bei der Injektion des Betäubungsmittels. Im Anschluss an das Fadenliftings ist ein leichter Druckschmerz des behandelten Bereichs zu erwarten. Dieser ist auf die kleinen Widerhaken, mit denen die Fäden im Sinne der gewünschten Straffungswirkung versehen wurden, zurückzuführen. Dieser Druckschmerz verschwindet nach ein paar Tagen. Somit sind beim Fadenlifting keine starken Schmerzen zu erwarten.

Für wen ist das Fadenlifting geeignet?

Das Fadenlifting kann vor allem dann exzellente Ergebnisse produzieren, wenn die Gesichtshaut noch nicht zu stark erschlafft ist. Frauen und Männer im Alter von 30 bis 50 profitieren am meisten von dieser minimalinvasiven Art des Liftings.

Wann kann das Fadenlifting nicht durchgeführt werden?

Ein Fadenlifting kann ein Facelift bei Patienten mit einem stark erschlafften Bindegewebe und vielen tiefen Runzeln und Falten nicht ersetzen. Der gewünschte Straffungseffekt kann in solchen Fällen durch ein Facelift erreicht werden. In den folgenden Fällen ist ein Fadenlifting nicht zu empfehlen:

  • Bei einer starken Gewichtsreduktion
  • Falls die Patienten an einer entzündlichen Hauterkrankungen leiden
  • Falls die Patienten gegen die POD-Spezialfäden allergisch sind

Wie oft muss das Fadenlifting wiederholt werden?

Der Straffungseffekt hält ein bis drei Jahre an. Daraufhin kann das Fadenlifting auf Wunsch wiederholt werden. Häufig reicht es aus, wenn das Fadenlifting in einzelnen Gesichtspartien angewendet wird.

Was kostet ein Fadenlifting?

Der Preis für das Fadenlifting hängt von der Anzahl der verwendeten Fäden ab. Es ist mit einem Preis von circa 300 bis 350 Euro pro Faden zu rechnen, woraus sich ein Gesamtpreis zwischen 1200 und 2500 Euro für ein komplettes Fadenlifting ergibt.



M. Barnewitz Maria Barnewitz
Gesundheitsredakteurin

aktualisiert am 11.09.2017
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