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Gynäkomastie


Die Gynäkomastie (Schwellung der männlichen Brust) hat viele Ursachen.

Was sind die Ursachen der Gynäkomastie?

Der Begriff Gynäkomastie bezeichnet die Schwellung der männlichen Brustdrüse. Dies kann unterschiedliche Ursachen haben:

Man unterscheidet eine echte Gynäkomastie (Vermehrung des Drüsengewebes) von einer unechten Gynäkomstie (Zunahme der Fettzellmasse). Bei der echten Gynäkomastie handelt es sich häufig um Hormonstörungen, z. B. eine Störung der sog. hormonbildenden, endokrinen Drüsen. Eine echte Gynäkomastie kann eine Folge von Tumoren der Nebennieren oder des Hodens sein. Auch eine Östrogentherapie kann ursächlich für die echte Gynäkomastie sein.

Die unechte Gynäkomastie kann eine Folge von Übergewicht und erschlafften Hautgewebe im Alter sein.

Die Gynäkomastie kommt meistens doppelseitig vor. In seltenen Fällen ist die Gynäkomastie einseitig. Dabei kann es sich um eine Geschwulst des Binde- oder Fettgewebes handeln. Bösartige Tumore (Brustkrebs / Brustkarzinom) kommen bei Männern nur sehr selten vor.

Eine geringe Brustdrüsenschwellung im Kindes- und Jugendalter kommt vor und muss nicht behandelt werden. Sie bildet sich in der Regel von selbst zurück.


Welche Möglichkeiten bietet mir die Operation?

Die Schwellung der männlichen Brustdrüse kann durch eine Operation korrigiert werden. Die Ergebnisse der Operation sind in der Regel deutlich und bestehen meist auf Dauer.

Die Operation gilt als kleiner Eingriff mit großer Wirkung. Dennoch sollten Sie mit realistischen Vorstellungen in die Operation gehen. Das Ergebnis hängt u. a. vom Operateur, von der angewandten Technik, Ihrem allgemeinen Gesundheitszustand und der Hautelastizität ab. Bei entsprechender Technik sind Narben nicht zu vermeiden. Besprechen Sie mit Ihrem Operateur mögliche Narbenbildungen.


Was muss ich vor der Operation beachten?

Um das Operationsrisiko möglichst gering zu halten, beachten Sie folgende Verhaltensrichtlinien:

  1. Fragen Sie Ihren Arzt, welche Medikamente Sie bis zur Operation weiterhin einnehmen dürfen. Medikamente, die die Blutgerinnung verzögern, müssen in der Regel 14 Tage vor der Operation abgesetzt werden. Zu den gerinnungshemmenden Substanzen gehören einige Schmerzmittel, u. a. ASPIRIN.

  2. Nikotin führt zu einer verminderten Durchblutung der Organe. Im Operationsbereich kann es deshalb zu einer Durchblutungsstörung kommen. Zusammen mit Medikamenten zur Empfängnisverhütung (Antibabypille) steigt das Risiko der Bildung von Blutgerinnsel. Verzichten Sie bereits zwei Wochen vor dem Eingriff und für die Zeit der Wundheilung nach dem Eingriff auf den Nikotinkonsum.

  3. In manchen Fällen ist es sinnvoll vor der Operation eine Mammografie (spezielle Form der Brustuntersuchung) und eine Ultraschalluntersuchung durchzuführen. Besprechen Sie das mit Ihrem Arzt.

  4. Bei medizinischer Indikation übernehmen einige gesetzliche Krankenkassen die Kosten für die Behandlung. Setzen Sie sich mit dem Medizinischen Dienst Ihrer Krankenkasse in Verbindung, um hierzu mehr Informationen zu erhalten.

Was passiert bei der Operation?

Die Operation kann sowohl stationär (im Krankenhaus) und in Allgemeinnarkose als auch ambulant in örtlicher Narkose durchgeführt werden. Die notwendigen Voruntersuchungen werden am Vortag Ihres Termins in der Klinik durchgeführt. Sie können die Voruntersuchungen auch im Vorfeld von Ihrem Hausarzt durchführen lassen. Der Anästhesist (Narkosearzt) bespricht mit Ihnen die Wahl der Narkose. Er ist während der gesamten Operation anwesend und steuert die Narkose.

Die Operation dauert ca. 1,5 – 2 Stunden. Die Schwellung der männlichen Brustdrüse kann durch verschiedene, operative Techniken korrigiert werden:

  1. Fettabsaugung (Liposuktion) – mit einer Fettabsaugung kann ein sehr gutes Ergebnis erreicht werden. Diese Methode ist vor allem bei Personen geeignet, bei denen ein Übergewicht ursächlich für die Gynäkomastie ist.

  2. Resektive Gewebeentfernung – Durch eine sog. Resektion entfernt der Operateur überschüssiges Drüsengewebe. Der Hautschnitt erfolgt entlang des Unterrandes der Brustwarze. Bei großen Operationen kann es erforderlich werden, überschüssige Haut zu entfernen.

Die Ergebnisse der Operation sind deutlich und bestehen meist auf Dauer.

Bei Verdacht auf eine Geschwulst wird noch während der Operation eine Gewebeprobe entnommen und unter dem Mikroskop untersucht. Bei einem bösartigen Tumor (, der sehr selten vorkommt) muss der Eingriff erweitert werden (Mitentfernung der Brustwarze und erkrankter Lymphknoten).

Bevor die Wunden verschlossen werden, werden dünne Drainageschläuche eingesetzt, damit das Wundsekret ablaufen kann. Dadurch wird ein Bluterguss verhindert. Die Drainagen werden nach einigen Tagen entfernt.

Gleich nach der Operation wird ein fester, elastischer Kompressionsverband angelegt.


Welche Komplikationen können durch die Operation auftreten?
Keine Operation ist ohne Risiko. Auch bei größter Sorgfalt können während oder nach dem Eingriff Komplikationen auftreten. Komplikationen sind bei diesem Eingriff sehr selten, können aber vorkommen.

In seltenen Fällen können Druckschäden an Nerven und Weichteilen und an der Haut (durch Desinfektionsmittel oder elektrischen Strom) entstehen. Sie bilden sich in der Regel innerhalb weniger Wochen wieder zurück.

Nach der Operation kann zu folgenden Komplikationen kommen:

  • Nachblutungen (selten), auch mehrere Tage nach der Operation (in aller Regel bilden sich Nachblutungen innerhalb weniger Wochen wieder selbständig zurück)

  • Blutergüsse sind selten. Auch diese bilden sich in aller Regel innerhalb weniger Wochen selbständig zurück

  • Taubheitsgefühl im Bereich der Wunde oder Brustwarze kann sich durch Schädigung von Hautnerven einstellen. Innerhalb von einigen Monaten kommt es im Normalfall zur vollständigen Wiederherstellung der Empfindungen der Haut. In Ausnahmenfälle kann ein Taubheitsgefühl verbleiben.

  • Missempfindungen und gesteigerte Schmerzempfindlichkeit kommen selten vor.

  • Schwellungen im Operationsgebiet. Insbesondere in den ersten drei Tagen nach der Operation kann es im operierten Gebiet zu Schwellungen kommen.

  • Durchblutungs- und Wunheilungsstörungen sind selten.

  • Die Ausprägung von Narben ist von Patient zu Patient anlagebedingt unterschiedlich. Bei entsprechender Veranlagung können wulstige, dicke, verfärbte und schmerzhafte Narben (Keloid) entstehen. Solche Narben erfordern manchmal einen Korrektureingriff.

  • Blutgerinnsel (Thromben) sind bei diesem Eingriff sehr selten. Treten Sie auf, können sie zum Verschluss eines Blutgefäßes führen, der lebensbedrohlich werden kann (z. B. Lungenembolie) und zum Tod führen kann. Rauchen und die Einnahme der Antibabypille (Kontrazeptiva) und Bewegungsarmut nach der Operation sind Faktoren, die die Bildung von Thromben begünstigen.

  • Überempfindlichkeitsreaktionen auf Betäubungsmittel oder Medikamente können Brechreiz, Juckreiz oder Hautausschlag auslösen. In seltenen Fällen kann es aber auch zu lebensbedrohlichen allergischen Reaktionen kommen, die manchmal bleibende Schäden hinterlassen können.

  • Bei gestörter Blutversorgung können Hautteile oder sehr selten auch die Brustwarze absterben.

  • Infektionen der Wunde können zu einer Verzögerung der Wundheilung führen. Zudem kann es zur Ausbildung von Abszessen (Eiteransammlungen) und Nekrosen (Absterben von Gewebe) kommen.

Worauf muss ich nach der Operation achten?

  • Nehmen Sie sich die nötige Zeit, um sich von der Operation zu erholen. Sie sollten etwa eine Woche zur Genesung nach dem Eingriff planen. Eine sitzende berufliche Tätigkeit kann etwa nach 3-7 Tagen wieder aufgenommen werden. Eine körperlich anstrengende berufliche Tätigkeit kann etwa nach 2-3 Wochen wieder aufgenommen werden.

  • Stehen Sie möglichst frühzeitig nach der Operation auf, um die Bildung von Blutgerinnsel (Thromben) zu vermeiden.

  • Das Wundgebiet wird in den ersten Tagen anschwellen und empfindlich sein. Kühlende Maßnahmen helfen, die Schwellung zu verringern.

  • Während der Operation eingelegte Drainagen werden in den ersten Tagen nach der Operation entfernt.

  • Schmerzen im Wundgebiet sind normal und können durch Medikamente gelindert werden.

  • Acht bis vierzehn Tage nach der Operation werden die Hautfäden entfernt.

  • Verzichten Sie mindestens die ersten 6 Wochen auf jede körperliche Anstrengung, vor allem auch auf Sport. Besprechen Sie dies mit Ihrem behandelnden Arzt.

  • Vermeiden Sie in den ersten 6 Monaten die direkte Sonnenbestrahlung der Narben, da sich diese dadurch bräunlich verfärben können.

  • Sind sie ambulant operiert worden? Bedenken Sie die vorübergehende Einschränkung Ihrer Sraßenverkehrstauglichkeit. Lassen Sie sich deshalb bitte abholen.

Wie sind die Erfolgsaussichten?

In den Händen erfahrener Spezialisten sind die Erfolgsaussichten sehr gut. Sie hängen auch von Ihrer körperlichen Verfassung ab (Allgemeinzustand, Hautzustand, etc.). Eine realistische Erwartung bewahrt Sie vor Enttäuschungen.

Die Gynäkomastie-Operation gilt als kleiner Eingriff mit großer Wirkung. Dennoch ist es wichtig, sich nur durch einen erfahrenen und gut ausgebildeten Arzt operieren zu lassen.

Die Gynäkomastie-Operation beseitigt die Schwellung der männlichen Brust und vermittelt Ihnen ein neues Lebensgefühl.



Letzte Aktualisierung am 10.05.2010.

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Kurzbeschreibung Gynäkomastie

OP-Dauer
ca. 1,5 - 2 Stunden

Narkose
Allgmeinnarkose oder örtliche Betäubung

Klinikaufenthalt
ambulant möglich, auf Wunsch auch stationär

Nachsorge
Verband für mehrere Wochen, keine direkte Sonnenbestrahlung der Narben für 6 Monate, kein Sport für 6 Wochen

Gesellschaftsfähig
keine gesellschaftliche Beeinträchtigung

Abb. Gynäkomastie beim Mann

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