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Fettabsaugen (Liposuktion)

Lesezeit: 5 Min.

Fettabsaugen (Liposuktion) ist die beliebteste Schönheitsoperation bei Frauen und Männern. Sie dient der Konturverbesserung.

Welche Möglichkeiten bietet die Fettabsaugung?

Die Operation ermöglicht es, Konturprobleme zu verbessern (z.B. am Bauch, Oberschenkel, Hüften, Taille, Hals, Brust). Mit der Entfernung störender Fettpolster werden überschüssige Fettzellen abgesaugt. Der Körper wirkt danach schlanker, die Proportionen gewinnen an Harmonie.

Das Ausmaß der Fettabsaugung ist durch den Verlust von Blut, Blutbestandteilen und Körperflüssigkeit begrenzt. Pro Eingriff werden 3 bis maximal 6 Kilogramm Fett abgesaugt. Deshalb ist die Liposuktion auf keinen Fall geeignet, um ein allgemeines Übergewicht zu bekämpfen.

Nach der Fettabsaugung zieht sich die Haut langsam zusammen und passt sich der neuen Körperform an. Unterstützt wird dies durch ein elastisches Mieder, das Sie nach der Operation für etwa sechs Wochen tragen müssen. Reicht die Elastizität der Haut nicht aus, kann mit einer zusätzlichen Straffungs-Operation die Hautoberfläche minimiert werden.

Durch die Operation werden die Fettzellen dauerhaft beseitigt. Die verbliebenen Fettzellen sind allerdings in ihrer Funktion nicht beeinträchtigt. Bei einer allgemeinen Gewichtszunahme, können diese Zellen weiterhin Fett speichern, so dass es auch im operierten Bereich zu einer Zunahme an Fettzellenmasse kommen kann.

Was muss vor der Operation beachtet werden?

Um das Operationsrisiko möglichst gering zu halten, beachten Sie folgende Verhaltensrichtlinien:

  1. Fragen Sie Ihren Arzt, welche Medikamente Sie bis zur Operation weiterhin einnehmen dürfen. Medikamente, die die Blutgerinnung verzögern, müssen in der Regel 14 Tage vor der Operation abgesetzt werden. Zu den gerinnungshemmenden Substanzen gehören einige Schmerzmittel, u.a. Aspirin.

  2. Nikotin führt zu einer verminderten Durchblutung der Organe. Im Operationsbereich kann es deshalb zu einer Durchblutungsstörung kommen. Zusammen mit Medikamenten zur Empfängnisverhütung (Antibabypille) steigt das Risiko der Bildung von Blutgerinnsel. Verzichten Sie bereits zwei Wochen vor dem Eingriff und für die Zeit der Wundheilung nach dem Eingriff auf den Nikotinkonsum.

Was passiert bei der Operation?

Die Operation erfolgt in Allgemeinnarkose, regionaler Betäubung (Spinal-/Periduralanästhesie) oder in örtlicher Betäubung. Die Entscheidung darüber treffen Sie gemeinsam mit Ihrem Operateur und Anästhesisten (Narkose-Arzt).

Bei der Operation wird zunächst das Operationsgebiet desinfiziert. Anschließend setzt der Operateur kleine Hautschnitte (Inzisionen), die selten länger als ein halber Zentimeter sind. Dort wird eine dünne Kanüle eingeführt, um das Fettgewebe unterhalb der Haut abzusaugen. Diese kleinen Hautschnitte werden möglichst unauffällig platziert. Um die Fettzellen zu lösen, wird die Kanüle durch das Fettgewebe vorgeschoben und dann zurückgezogen. Der notwendige Sog entsteht durch eine Vakuumpumpe. Zum Schluss werden die kleinen Hautschnitte vernäht und das Wundgebiet mit einem eng anliegenden Verband versorgt. Da der Körper mit den Fettzellen auch Flüssigkeit verliert, ist es oft nötig diese mit intravenösen Infusionen zu ersetzen.

Diese Technik wird bei allen Patienten, die eine Fettabsaugung erhalten, angewandt.

Welche Operationsmethoden werden angewandt?

Flüssigkeitsinjektion

Bei der Flüssigkeitsinjektion wird –- bevor das Fett abgesaugt wird –- eine sterile Lösung in das Gewebe eingespritzt. Die Flüssigkeit besteht in der Regel aus physiologischer (blutverträglicher) Salzlösung, Prilocain (einem örtlichen Betäubungsmittel) und Adrenalin (einem Medikament mit gefäßverengender Wirkung) oder äquivalenten Mitteln. Die Flüssigkeit ermöglicht eine leichtere Entfernung der Fettzellen, vermindert den Blutverlust und bietet zusätzliche örtliche Betäubung während und nach der Operation. Außerdem reduziert sie die Bildung von Blutergüssen nach der Operation. Dieses Verfahren wird häufig angewandt.

Tumeszenztechnik

Bei der Tumeszenztechnik (Tumeszenz=Schwellung) werden große Mengen an Flüssigkeit in das Gewebe eingebracht. Diese Technik wird insbesondere im Rahmen einer örtlichen Betäubung eingesetzt. Im Gegensatz zur traditionellen Liposuktion dauert die Operation länger (4-5 Stunden).

Supernasstechnik

Die Supernasstechnik ähnelt der Tumeszenztechnik, wobei gewöhnlich weniger Flüssigkeit eingesetzt wird –- die Menge entspricht in der Regel der Menge an entferntem Fett. Diese Technik sollte unter Vollnarkose oder zumindest unter Anwendung von intravenösen Beruhigungsmitteln durchgeführt werden und dauert meist ein bis zwei Stunden.

Ultraschall-Assistierte Aspirationslipektomie (UAL)

Die Ultraschall-Assistierte Aspirationslipektomie (UAL) verwendet eine besondere Kanüle mit der Fähigkeit, Ultraschallenergie vor Ort im Fettgewebe abzugeben, um die Fettzellen zu zerstören. Das verflüssigte Fett wird wie in der traditionellen Technik abgesaugt. Das Einsatzgebiet der UAL liegt bei der Entfernung von Fett aus Gebieten mit viel Bindegewebe wie dem oberen Rücken oder der männlichen Brust. Auch bei Zweiteingriffen kann die UAL von Vorteil sein. Die Durchführung der UAL dauert in der Regel deutlich länger als die traditionelle Technik.

PAL (Power Assisted Liposuction)

Die PAL (Power Assisted Liposuction) oder Vibrationsmethode wird zunehmend bei Arealen mit viel bindegewebigem Anteil zur technischen Erleichterung des Absaugvorgangs eingesetzt.

Welche Komplikationen können durch die Operation auftreten?

Keine Operation ist ohne Risiko. Auch bei größter Sorgfalt können während oder nach dem Eingriff Komplikationen auftreten.

Während der Operation kann es zu starken Blutungen und zu größeren Blutverlusten kommen, der eine Bluttransfusion notwendig macht. Dies ist allerdings sehr selten. Auch äußerst selten kann es bei Bluttransfusionen zur Übertragung von Krankheitserregern kommen, z.B. dem HI-Virus (HIV) oder von Hepatitis-Viren (Leberentzündung). Um das Risiko einer Infektion zu vermeiden, besprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob eine Eigenblutspende möglich und sinnvoll ist.

In seltenen Fällen können Druckschäden an Nerven und Weichteilen entstehen. Sie bilden sich in der Regel innerhalb weniger Wochen wieder zurück.

Nach der Operation kann zu folgenden Komplikationen kommen:

  • größerer Blutverlust (dann sind auch nach der Operation Bluttransfusionen für einige Tage notwendig)

  • großer Flüssigkeitsverlust, der durch die Gabe von Infusionen ausgeglichen werden kann

  • Nachblutungen, auch mehrere Tage nach der Operation (in aller Regel bilden sich Nachblutungen innerhalb weniger Wochen wieder selbständig zurück).

  • Blutergüsse kommen relativ häufig vor. Auch diese bilden sich in aller Regel innerhalb weniger Wochen selbständig zurück.

  • Taubheitsgefühl kann sich durch Schädigung von Hautnerven einstellen. Innerhalb von einigen Monaten kommt es im Normalfall zur vollständigen Wiederherstellung der Empfindungen der Haut. In Ausnahmenfälle kann ein Taubheitsgefühl verbleiben.

  • Schwellungen im Operationsgebiet. Insbesondere in den ersten drei Tagen nach der Operation kann es im operierten Gebiet zu Schwellungen kommen, die zu Spannungsschmerzen führen können. Manchmal kann es länger dauern (bis zu einem halben Jahr) bis sich die Schwellungen komplett zurückgebildet haben. Der Kompressionsmieder, den Sie nach der Operation für ca. 6 Wochen tragen werden, hilft, die Schwellungen abzubauen.

  • Durchblutungs- und Wunheilungsstörungen sind selten. Es kann dann zur Ausbildung von breiten Narben kommen, die möglicherweise einen Korrektureingriff erfordern, um ein optisch optimales Ergebnis zu erzielen.

  • Die Ausprägung von Narben ist von Patient zu Patient anlagebedingt unterschiedlich. Bei entsprechender Veranlagung können wulstige, dicke, verfärbte und schmerzhafte Narben (Keloid) entstehen. Solche Narben erfordern manchmal einen Korrektureingriff.

  • Blutgerinnsel (Thromben) sind selten, können aber zum Verschluss eines Blutgefäßes führen, der lebensbedrohlich werden kann (z.B. Lungenembolie) und auch zum Tod führen kann. Rauchen und die Einnahme der Antibabypille (Kontrazeptiva) sind Faktoren, die die Bildung von Thromben begünstigen.

  • Überempfindlichkeitsreaktionen auf Betäubungsmittel oder Medikamente können Brechreiz, Juckreiz oder Hautausschlag auslösen. In seltenen Fällen kann es aber auch zu lebensbedrohlichen allergischen Reaktionen kommen, die manchmal bleibende Schäden hinterlassen können.

  • Konturunregelmäßigkeiten können infolge innerer Narbenbildung entstehen. Dies kann zu einzelnen oder mehreren nebeneinander liegenden Einziehungen von Haut und Unterfettgewebe führen, was wie ein Wellblechmuster wirkt. Hier wird eine Nachkorrektur notwendig, um ein optimales, optisches Ergebnis zu erzielen.

Worauf muss ich nach der Operation achten?

  • Nehmen Sie sich die nötige Zeit, um sich von der Operation zu erholten. Sie sollten mindestens eine Woche zur Genesung nach dem Eingriff planen.

  • Stehen Sie möglichst frühzeitig nach der Operation auf, um die Bildung von Blutgerinnsel zu vermeiden.

  • Um Schwellungen zu vermeiden, können Sie in den ersten Tagen etwas Eis zur Kühlung verwenden. Nie direkt auf die Haut auflegen!

  • Tragen Sie die Kompressionsmieder konsequent. Es hilft, ein optimales Ergebnis zu erreichen.

  • Verzichten Sie die ersten 4 Wochen auf jede körperliche Anstrengung, vor allem auch auf Sport. Besprechen Sie dies mit Ihrem behandelnden Arzt.

  • Vermeiden Sie die ersten drei Monate nach der Operation längere Sonnenbestrahlung. Dadurch kann der Rückgang der Schwellungen verzögert werden. Zudem kann es zu einer bleibenden Bräunung der Hautnarben kommen.

  • Sind sie ambulant operiert worden? Bedenken Sie die vorübergehende Einschränkung Ihrer Sraßenverkehrstauglichkeit. Lassen Sie sich deshalb bitte abholen.

  • Die Fäden werden ca. 7 bis 10 Tage nach der Operation entfernt.

Wie sind die Erfolgsaussichten?

In den Händen erfahrener Spezialisten sind die Erfolgsaussichten gut. Sie hängen unter anderem auch von Ihrer körperlichen Verfassung ab (Allgemeinzustand, Hautzustand, etc.). Eine realistische Erwartung bewahrt Sie vor einer Enttäuschung.

Die Fettabsaugung (Liposuktion) dient nicht der Fettreduktion, sondern kann ausschließlich die Körperkontur verbessern.



Letzte Aktualisierung am 08.09.2015.
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17 Fragen zu Fettabsaugen
Schönheitschirurg für Fettabsaugung
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Alle anzeigen Zufall
Kurzbeschreibung Fettabsaugen / Liposuktion

OP-Dauer
zwischen 2 und 5 Stunden

Narkose
örtliche Betäubung oder Allgemeinnarkose

Klinikaufenthalt
ambulant oder kurzstationär (1-2 Tage)

Nachbehandlung
Kompressionsmieder für ca. 6 Wochen, für 4 Wochen kein Sport, für 3 Monate kein Sonnenbaden

Gesellschaftsfähig
keine Einschränkung




Abb. Konturproblem an den Hüften bei einer Patientin