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Bauchdeckenstraffung

Lesezeit: 6 Min.

Durch die Bauchdeckenstraffung kann eine Fettschürze bzw. Hängebauch beseitigt werden

Wann wird eine Bauchdeckenstraffung durchgeführt?

Übergewicht und Schwangerschaft führen zur Überdehnung des Hautweichteilmantels des Bauchs und zur Bildung von sog. Striae (Risse, Schwangerschaftsstreifen) in der Bauchhaut. Nach Gewichtsreduktion oder Schwangerschaft reicht die Hautelastizität der Bauchhaut nicht mehr aus, um sich komplett von alleine zurückzuziehen. Es bildet sich ein sog. „Hängebauch“.

Sport und Diät führen nicht zum erwünschten ästhetischen Ergebnis. Hier hilft nur noch eine operative Maßnahme, nämlich die Bauchdeckenstraffung (Abdominoplastik).

Eine weitere Indikation für eine Bauchdeckenstraffung liegt vor, wenn die zwei geraden Bauchdeckenmuskeln auseinander weichen. In diesem Fall wird nicht nur die überschüssige Haut entfernt, sondern zugleich die Bauchdeckenmuskeln gestrafft.

Bei einem lokalisierten Fettüberschuss mit noch relativ elastischer Haut ist eine Bauchdeckenstraffung nicht notwendig. An dieser Stelle ist die Fettabsaugung (Liposuktion) die geeignete Maßnahme.

Welche Möglichkeiten bietet mir die Bauchdeckenstraffung?

Durch die Bauchdeckenstraffung lässt sich ein sogenannter „Fett-, bzw. Hängebauch“ korrigieren. Die Silhouette kann dadurch deutlich verbessert werden. Mit der Bauchdeckenstraffung werden größere Fettdepots und erschlafftes Gewebe entfernt. Zudem kann, wenn notwendig, auch die Bauchmuskulatur gestrafft werden.

Die besten Voraussetzungen für ein ästhetisch ansprechendes Ergebnis haben schlanke Personen in gutem Allgemeinzustand.

Nach der Operation bleibt eine lange Narbe von Beckenkamm zu Beckenkamm (Bikinizone). Diese Narbe müssen Sie in Kauf nehmen. Sie wird nach der Operation deutlich sichtbar sein.

Die Operation ist nicht selten mit einem Blutverlust verbunden. Blutverlust und die große Wundfläche stellen für den Organismus eine erhebliche Belastung dar. Diabetiker und Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen sollten deshalb auf diese Operation verzichten.

Bei großem Übergewicht (Adipositas) ist zunächst eine Gewichtsreduktion (Diät) sinnvoll. Manchmal wird eine Bauchdeckenstraffung zur Konturverbesserung mit einer Fettabsaugung kombiniert.

Das Ergebnis der Bauchdeckenstraffung hängt vom Ihrem individuellen Allgemeinzustand und vom Zustand der Hautelastizität ab.

Was muss ich vor einer Bauchdeckenstraffung beachten?

Um das Operationsrisiko möglichst gering zu halten, beachten Sie folgende Verhaltensrichtlinien:

  1. Fragen Sie Ihren Arzt, welche Medikamente Sie bis zur Operation weiterhin einnehmen dürfen. Medikamente, die die Blutgerinnung verzögern, müssen in der Regel 14 Tage vor der Operation abgesetzt werden. Zu den gerinnungshemmenden Substanzen gehören einige Schmerzmittel, u.a. Aspirin.

  2. Nikotin führt zu einer verminderten Durchblutung der Organe. Im Operationsbereich kann es deshalb zu einer Durchblutungsstörung kommen. Zusammen mit Medikamenten zur Empfängnisverhütung (Antibabypille) steigt das Risiko der Bildung von Blutgerinnsel. Verzichten Sie bereits zwei Wochen vor dem Eingriff und für die Zeit der Wundheilung nach dem Eingriff auf den Nikotinkonsum.

  3. Führen Sie derzeit eine Diät durch, sollten Sie erst Ihr Wunschgewicht erreichen bevor Sie sich operieren lassen.

  4. Möchten Sie noch Kinder bekommen, sollten Sie die Operation bis nach der Familienplanung verschieben. Während der Schwangerschaft kann es erneut zu einer Überdehnung des Gewebes kommen.

  5. Risikopatienten (Diabetes, Herz-Kreislauf-Probleme) sollten von der Operation Abstand nehmen.

Was passiert bei der Bauchdeckenstraffung?

Die Operation wird in der Regel stationär (im Krankenhaus) und in Allgemeinnarkose durchgeführt. Die notwendigen Voruntersuchungen werden am Vortag Ihres Termins in der Klinik durchgeführt. Sie können die Voruntersuchungen auch im Vorfeld von Ihrem Hausarzt durchführen lassen. Rechnen Sie mit einem Klinikaufenthalt von mindestens 2 Tagen. In den meisten Fällen ist der stationäre Aufenthalt länger. Sehr selten wird die Operation ambulant und in örtlicher Betäubung angeboten, weil es sich um einen größeren Eingriff handelt. Der Anästhesist (Narkosearzt) bespricht mit Ihnen die Wahl der Narkose. Er ist während der gesamten Operation anwesend und steuert die Narkose.

Die Operation dauert ca. 1,5 bis 3 Stunden. Es gibt unterschiedliche Operationstechniken, die sich nach Art und Ausmaß des Hautüberschusses richtet. Je nach Technik resultieren unterschiedliche Narben. Die Narben können:

  1. waagerechter Schnitt von Beckenkamm zu Beckenkamm,
  2. W-förmiger Schnitt von Beckenkamm zu Beckenkamm,
  3. ankerförmiger Schnitt (umgekehrtes T) verlaufen.

Der Operateur löst vom Schnitt ausgehend aufwärts die Bauchhaut mitsamt dem darunter liegenden Fettgewebe bis zum Rippenbogen von der Muskulatur ab. Dann wird die Haut nach unten gezogen und soweit gekürzt bis sie wieder straff anliegt. Der Bauchnabel wird umschnitten, damit er in seiner ursprünglichen Lage wieder erneut eingenäht werden kann. Wenn notwendig werden auch die geraden Bauchmuskeln in der Mittellinie durch Nähte gestrafft.

Bevor die Wunden verschlossen werden, werden dünne Drainageschläuche eingesetzt, damit das Wundsekret ablaufen kann. Die Drainagen werden nach 2 bis 3 Tagen entfernt. Gleich nach der Operation wird ein fester Verband (Kompressionsverband) angelegt.

Welche Komplikationen können durch eine Bauchdeckenstraffung auftreten?

Keine Operation ist ohne Risiko. Auch bei größter Sorgfalt können während oder nach dem Eingriff Komplikationen auftreten.

Während der Operation kann es zu stärkeren Blutungen kommen. Größere Blutverluste können eine Bluttransfusion notwendig machen. Dies ist allerdings sehr selten. Auch äußerst selten kann es bei Bluttransfusionen zur Übertragung von Krankheitserregern kommen, z.B. dem HI-Virus (HIV) oder von Hepatitis-Viren (Leberentzündung). Um das Risiko einer Infektion zu vermeiden, besprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob eine Eigenblutspende möglich und sinnvoll ist.

Es kann zu einer Verletzung innerer Bauchorgane kommen. Entzündungen und Verwachsungen können dadurch folgen.

In seltenen Fällen können Druckschäden an Nerven und Weichteilen entstehen. Sie bilden sich in der Regel innerhalb weniger Wochen wieder zurück.

Nach der Operation kann zu folgenden Komplikationen kommen:

  • Nachblutungen können wegen der großen Wundfläche auch mehrere Tage nach der Operation auftreten. Zur Blutstillung ist dann möglicherweise ein zweiter Eingriff erforderlich.

  • Blutergüsse kommen vor allem im Zusammenhang mit einer Liposuktion vor. Auch hier wird manchmal eine operative Entfernung nötig.

  • Taubheitsgefühl im Bereich der Bauchwand und der Oberschenkel kann sich durch Schädigung von Hautnerven einstellen. Innerhalb von einigen Monaten kommt es im Normalfall zur vollständigen Wiederherstellung der Empfindungen der Haut. In Ausnahmenfälle kann ein Taubheitsgefühl verbleiben.

  • Schwellung, Schmerzen und Spannungszustände können im Operationsgebiet auftreten.

  • Durchblutungs- und Wundheilungsstörungen kommen im Bereich der Wundränder vor. Es kann dann zur Ausbildung von breiten Narben kommen, die möglicherweise einen Korrektureingriff erfordern, um ein optisch optimales Ergebnis zu erzielen. Wundheilungsstörungen führen in der Regel zur Verlängerung des Krankenhausaufenthalts.

  • Die Ausprägung von Narben ist von Patient zu Patient anlagebedingt unterschiedlich. Bei entsprechender Veranlagung können wulstige, dicke, verfärbte und schmerzhafte Narben (Keloid) entstehen. Solche Narben erfordern manchmal einen Korrektureingriff.

  • Blutgerinnsel (Thromben) sind selten, können aber zum Verschluss eines Blutgefäßes führen, der lebensbedrohlich werden kann (z. B. Lungenembolie) und auch zum Tod führen kann. Rauchen, die Einnahme der Antibabypille (Kontrazeptiva) und wenig Bewegung sind Faktoren, die die Bildung von Thromben begünstigen.

  • Überempfindlichkeitsreaktionen auf Betäubungsmittel oder Medikamente können Brechreiz, Juckreiz oder Hautausschlag auslösen. In seltenen Fällen kann es aber auch zu lebensbedrohlichen allergischen Reaktionen kommen, die manchmal bleibende Schäden hinterlassen können.

  • Der Nabel kann infolge von Durchblutungsstörungen absterben. An dieser Stelle kann sich dadurch eine Narbe bilden.

  • Infektionen der Wunde können zu einer Verzögerung der Wundheilung führen. Zudem kann es zur Ausbildung von Abszessen (Eiteransammlungen) und Nekrosen (Absterben von Gewebe) kommen.

  • Die Verkleinerung des Bauchraums (wenn die Bauchmuskulatur gestrafft wurde) kann vorübergehend zur Atmungsbehinderung führen.

  • Eine Nachoperation wird nötig, wen die Nähte zur Bauchmuskelstraffung nicht halten.

Worauf muss ich nach einer Bauchdeckenstraffung achten?

  • Nehmen Sie sich die nötige Zeit, um sich von der Operation zu erholen. Sie sollten etwa zwei bis vier Wochen zur Genesung nach dem Eingriff planen.

  • Stehen Sie möglichst frühzeitig nach der Operation auf, um die Bildung von Blutgerinnsel zu vermeiden. Dabei sollten Sie den Oberkörper nicht ganz strecken, damit die Nähte entlastet werden und nicht einreißen.

  • Wenn Sie im Bett liegen, achten Sie darauf, für Ihren Bauch eine entlastende Position einzunehmen (Knie leicht angewinkelt), damit die Nähte nicht einreißen.

  • Während der Operation eingelegte Drainagen werden in den ersten Tagen nach der Operation entfernt.

  • Schmerzen im Wundgebiet sind normal und können durch Medikamente gelindert werden.

  • Acht bis zehn Tage nach der Operation werden die Hautfäden entfernt. Salben und Cremes können die Heilung unterstützen, sollten aber frühestens drei Wochen nach der Operation angewandt werden.

  • Verzichten Sie mindestens die ersten acht Wochen auf jede körperliche Anstrengung, vor allem auch auf Sport. Besprechen Sie dies mit Ihrem behandelnden Arzt.

  • Tragen Sie 6 bis 8 Wochen lang die Kompressionsbandage, bzw. Kompressionshose, die Sie von Ihrem Arzt erhalten.

  • Vermeiden Sie in den ersten sechs Monaten die direkte Sonnenbestrahlung der Narben, da sich diese dadurch bräunlich verfärben können.

Wie sind die Erfolgsaussichten bei einer Bauchdeckenstraffung?

In den Händen erfahrener Spezialisten sind die Erfolgsaussichten gut. Sie hängen auch von Ihrer körperlichen Verfassung ab (Allgemeinzustand, Hautzustand, etc.). Eine realistische Erwartung bewahrt Sie vor Enttäuschungen.

Die Bauchdeckenstraffung gilt als anspruchsvolle Operation mit vielen möglichen Komplikationen. Um diese gering zu halten, sollten Sie sich nur durch einen erfahrenen und gut ausgebildeten Arzt operieren lassen.



Letzte Aktualisierung am 15.01.2016.
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Fragen, Antworten und zusätzliche Informationen zu Bauchdeckenstraffung

 
sagt julio78   vor 19 Tage  2760

Hallo kleines, gerne möchte ich mich erkundigen wie du weitergekommen bist... ich hatte im dezember 16 eine bv und bds (inkl. hernien-op). bei mir ... mehr

?
Kein Mieder??   Offene Frage
fragt Nick31m   vor ~ 1 Monat  134

Hallo liebes Forum,

nach nun 2 Jahren Sparen habe ich nun endlich einen Termin für meine Bauchdeckenstraffung. Insgesamt habe ich 25KG abgenommen ... mehr

Portrait Dr. med. Gerrit Reppenhagen, Privatpraxis im Ruhrgebiet Dr. med. Gerrit M. Reppenhagen, Ruhr-OP, Mülheim an der Ruhr, Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie, Chirurg (Facharzt für Chirurgie)
sagt Dr. Reppenhagen   vor 3 Monate  736

Hallo Zusammen,
normalerweise ist bei der seitlichen Ansicht nach BDS kein Gewebeüberhang zu sehen.
Beim Zusammenkneifen (Pinch) kommt es auf die ... mehr

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Kurzbeschreibung Bauchstraffung

OP-Dauer
1,5 - 3 Stunden

Narkose
in der Regel Allgemeinnarkose

Klinikaufenthalt
mindestens 2 Tage, eher länger

Nachsorge
Kompressionshose für 6-8 Wochen, 8 Wochen kein Sport, für 6 Monate keine direkte Sonnenbestrahlung der Narben

Gesellschaftsfähig
keine gesellschaftliche Beeinträchtigung




Abb. Fettschürze



Abb. Striae beim Mann



Abb. Schnittführung beim w-förmigen Schnitt