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Der Weg zum Facharzt

Lesezeit: 3 Min.


Die Ausbildung zum Arzt

Die Ausbildung zum Arzt erfolgt in Deutschland über das Medizin-Studium an einer Universität. Die Regelstudienzeit beträgt 6 Jahre. Früher gab es im Anschluss an die 6 Jahre eine 18monatige Zeit als "Arzt im Praktikum". Das AiP (Arzt im Praktikum) ist abgeschafft. Das bedeutet nach erfolgreichem Medizin-Studium wird der Arzt zugelassen und kann praktizieren.

Die Ausbildung zum Facharzt

Nach dem Studium erfolgt die Ausbildung zum Facharzt. In dieser Zeit ist der Arzt als Assistenzarzt angestellt. Die Weiterbildung zum Facharzt dauert ca. 4-6 Jahre (je nach Facharzt). Sie kann aber auch länger dauern. Abgekürzt werden, kann Sie allerdings nicht.

In der Weiterbildungsordnung für Ärzte, die sich von Bundesland zu Bundesland geringfügig unterscheidet, ist festgelegt, wie lange die Facharztweiterbildung dauert und was ein Arzt in dieser Zeit an Qualifikationen erwerben muss, um zur Facharzt-Prüfung zugelassen zu werden. Kann der Arzt nachweisen, dass er in dieser Zeit die erforderlichen Qualifikationen erworben hat, wird er zur Facharzt-Prüfung zugelassen. Besteht der Arzt die Facharztprüfung, kann er den Facharzttitel tragen, z. B. Facharzt für Augenheilkunde. Es besteht in der Regel auch die Möglichkeit mehrere Facharztbezeichnungen zu erwerben.

Auch Fachärzte haben die Möglichkeit, sich weiterzubilden. Sie können nach dem Erwerb der Facharztbezeichnung, Zusatzbezeichnungen (Zusatz-Weiterbildung) erwerben. Auch dafür sind die erforderlichen Qualifikationen festgelegt. Z. B. kann ein Facharzt für HNO sich für den Bereich "Plastische Operationen" weiterbilden. Dies ist eine zweijährige Weiterbildung. Nach erfolgreicher Weiterbildung darf er die Zusatzbezeichnung "Plastische Operationen" tragen. Der Erwerb der Zusatz-Weiterbildungen (Zusatzbezeichnungen) setzt einen Facharzt voraus.

Welche Fachärzte bieten ästhetische Behandlungen/Operationen an?

Prinzipiell darf jeder zugelassene Arzt in Deutschland ästhetische Behandlungen und Operationen anbieten. Eine Einschränkung gibt es nicht.

In der Praxis ist jedoch so, dass ganz bestimmte Fachärzte ästhetische Behandlungen und Operationen anbieten, das sind:

  • Facharzt für plastische und ästhetische Chirurgie (früher: Facharzt für plastische Chirurgie)
    • Mögliche Zusatzbezeichnung: z. B. Handchirurgie

  • Facharzt für Chirurgie

  • Facharzt für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde (HNO-Arzt)
    • Mögliche Zusatzbezeichnung: z. B. Plastische Operationen

  • Facharzt für Mund-, Kiefer-, Gesichtschirurgie (MKG-Arzt)
    • Mögliche Zusatzbezeichnung: z. B. Plastische Operationen

  • Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten (Dermatologie)
    • Mögliche Zusatzbezeichnung: Phlebologie (Venenerkrankungen)

  • Facharzt für Augenheilkunde

  • Facharzt für Geburtshilfe und Frauenheilkunde (Gynäkologie)

Welchen Stellenwert hat eine Facharztbezeichnung?

Ein Facharzttitel ist natürlich keine Garantie für gute operative Leistungen. Aber bei der Wahl des Arztes sollte eine Facharztbezeichnung vorausgesetzt werden. Wenden Sie sich nur an einen Arzt mit anerkannter Facharztbezeichnung. Natürlich sind Erfahrung und Alter des Arztes wichtige Faktoren.

Welche Fachärzte eigenen sich für welche Operationen?

Diese Frage kann so nicht beantwortet werden. Ein Facharzt für plastische und ästhetische Chirurgie hat eine gute Grundausbildung. HNO-Ärzte und MKG-Chirurgen hervorragendes Spezialwissen (Nase, Ohren, Gesicht). Dermatologen kennen sich natürlich mit Hauterkrankungen und Laserbehandlungen sehr gut aus. Das ist die Theorie. In der Praxis hängt es unter anderem vom persönlichen Engagement des Arztes ab, ob er spezielle Operationstechniken beherrscht. Für den Patienten ist es unmöglich zu beurteilen, ob ein Arzt gut qualifiziert ist. Mit unserem kleinen 1x1 erhalten Sie einen Leitfaden, der Sie dabei unterstützt die richtige Wahl zu treffen.

Gibt es auch im Ausland qualifizierte Ärzte?

Ja, natürlich. Viele Patienten lassen sich im Ausland operieren, um Geld zu sparen. Dagegen ist zunächst nichts einzuwenden. Das Problem bei der Arztsuche im Ausland ist die oft nicht nachvollziehbare Qualifikation des Arztes.  Die Ansprüche an Ärzte und an die Hygiene sind in anderen Ländern oft nicht so hoch wie in Deutschland. Informieren Sie sich also auch über Behandlungsmöglichkeiten bei auftretenden Komplikationen.

Lassen Sie sich nicht in erster Linie vom Ambiente einer Praxis oder Klinik beeinflussen. Viel entscheidender ist die Qualifikation des Arztes. Hier geht es schließlich um Ihren Körper.

Entscheiden Sie sich für eine Operation im Ausland, dann nehmen Sie vorher Kontakt zu den offiziellen Ärztevertretungen / Ärztevereinigungen auf. Sie können Ihnen in der Regel Namen von qualifizierten Ärzten nennen.



Letzte Aktualisierung am 29.07.2015.
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