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Fettabsaugung - Neue Methoden, die das Fett zum Schmelzen bringen

Lesezeit: 5 Min.

Dr. Eugen Höfter aus der Praxis für Plastische Chirurgie in München über neue und bewährte Verfahren zur Fettabsaugung

Fettabsaugung - Neue Methoden, die das Fett zum Schmelzen bringen
Fettabsaugung - Neue Methoden, die das Fett zum Schmelzen bringen

Das geltende Schönheitsideal fordert klassische Körperproportionen, eine wohlgeformte Silhouette und einen straffen, durchtrainierten Körper. Für viele unerreichbar, trotz bewusster Ernährung und diszipliniertem Sportprogramm. Denn die Zeit und oft auch die Veranlagung sprechen dabei ein entscheidendes Wort mit.

Gesäß, Hüfte, Oberschenkel, Bauch, Hals und Oberarme sind die „Problemzonen“, in denen sich unerwünschte Fett-Depots anlagern. Ihnen ist weder mit einer Diät noch mit gezieltem sportlichem Training beizukommen. Wer unter diesen Figur-Veränderungen leidet, findet Hilfe bei dem Experten für Fettabsaugung Dr. Eugen Höfter aus der Praxis für Plastische Chirurgie in München. Im Interview geht er auf die wichtigsten Patienten-Fragen zu den Möglichkeiten und Methoden der Fettabsaugung ein.

Herr Dr. Höfter, für wen kommt eine Fettabsaugung in Frage? Wem hilft der Eingriff? Gibt es Gegenanzeigen, beispielsweise bei bestimmten Erkrankungen?

Dr. Höfter: Gleich vorweg - für grundsätzlich übergewichtige Personen ist die Fettabsaugung keine Lösung. Geeignet ist sie bei Patienten, die an den typischen Körperstellen Fettdepots haben, ohne stark adipös zu sein. Frauen haben diese Depots überwiegend an Oberschenkeln, Hüfte oder Bauch, Männer am Bauch, Hüften und der Brust. Der Gesundheitszustand sollte allgemein gut und stabil sein.

Welche Methoden haben sich in Ihrer Praxis bei der Liposuktion bewährt?

Dr. Höfter: Wir verfügen über ein ganzes Repertoire an unterschiedlichen, modernen Methoden. Das ist gut so, denn jeder Patient und jede Patientin ist anders. Die gängigen Methoden sind die WAL- und die Tumeszenz-Liposuktion. Dann steht uns noch RFAL mit BodyTite™ zur Verfügung, verständlicher ausgedrückt die Radiofrequenz-assistierte Liposuktion.

Im Einzelnen erklärt: WAL heißt “Wasserstrahlassistierte Liposuktion”. Ein starker Wasserstrahl lockert das Fettgewebe, die Absaugung erfolgt zeitgleich.

Bei der Tumeszenz-Methode injizieren wir bestimmte Medikamente direkt in das Fettdepot. Das Gewebe aus Fettzellen verflüssigt sich durch die Wirkung der Präparate und wird anschließend abgesaugt. Die Tumeszenz-Methode erlaubt ein exaktes Arbeiten. Damit lässt sich der Körper neu „modellieren“. Die Konturen werden geglättet und nach Wunsch ausgeglichen.

Die WAL-Methode eignet sich für Patienten mit stärkerem Übergewicht und großen Fettpolstern. Hier arbeiten wir in vielen Fällen mit der Tumeszenz-Methode nach und verbessern die Konturen.

Neu ist die RFAL-Methode mit BodyTite™. Ein speziell entwickeltes Gerät ermöglicht den sanften, schonenden Abbau von Fettdepots. Gleichzeitig strafft es das betroffene Hautareal. Das Verfahren ist äußerst schonend. Mit einer speziell entwickelten Kanüle wird Radiofrequenzenergie in die Fettdepots geleitet. Das führt zu einem Auflösungsprozess im Fettgewebe und ermöglicht das anschließende Absaugen. Die Radiofrequenz erwärmt die Hautschichten gleichzeitig von innen. Das führt zu einer sichtbaren Hautstraffung.

Wie nachhaltig ist eine Liposuktion? Können die Fettdepots „nachwachsen“ oder lagern sich neue Pölsterchen künftig an anderen Stellen ab?

Dr. Höfter: Einmal abgesaugte Fettzellen können sich nicht wieder neu bilden. Ihre endgültige Anzahl und Position ist genetisch festgelegt, und ihre Entwicklung ist mit der Pubertät abgeschlossen. Wer jetzt zunimmt, tut dies genau dort, wo diese Fettzellen sitzen. Natürlich nimmt eine Liposuktion nicht alle Fettzellen „mit“, aber doch einen großen Teil. Die „Problemzonen“ lassen sich durch die Absaugung dauerhaft beseitigen. Wer nach der Fettabsaugung zunimmt, wird dies an der Waage bemerken, nicht an neuen ausgeprägten „Polstern“ in bestimmten Körperregionen.

Ist es möglich, bei einer erneuten Gewichtszunahme an der gleichen Stelle wieder Fett abzusaugen?

Dr. Höfter: Grundsätzlich ja. Allerdings ist es nach einer Behandlung wichtig, auf sein Gewicht zu achten und starke Schwankungen zu vermeiden. Andernfalls wird die  Haut überdehnt und das Bindegewebe leidet.

Mit welchen Schmerzen müssen Patienten nach dem Eingriff rechnen?

Dr. Höfter: Die modernen Liposuktions-Methoden sind kaum schmerzhaft. Nach der Behandlung empfinden Patienten eine Art Muskelkater, der aber nach wenigen Tagen vollständig abklingen sollte.

Wie groß sind die Narben nach dem Eingriff?

Dr. Höfter: Narben sind praktisch unsichtbar. Es wird ja nicht geschnitten, sondern es wird mit einer Kanüle injiziert oder abgesaugt. Das ergibt millimetergroße Stichwunden an unauffälligen Stellen. Am Rücken, an den Schultern oder am Brustbein ist das Risiko einer Narbenbildung erhöht, nur wird an diesen Stellen kaum Fett abgesaugt. Die Wundheilung im Bereich der typischen „Problemzonen“ ist dagegen hervorragend.

Ab wann können Patienten nach der Liposuktion Sport treiben?

Dr. Höfter: Wir raten unseren Patienten, sich etwa eine Woche lang körperlich zu schonen. Danach sollten Sie mit leichter Bewegung starten, nicht gleich mit Sportarten, die mit Sprüngen und starken Erschütterungen verbunden sind. Gut geeignet sind Radfahren oder Walken. Nach etwa zwei Wochen sind keine Einschränkungen mehr notwendig.

Wie lange werden Patienten üblicherweise krank geschrieben?

Dr. Höfter: Das hängt von der Art der beruflichen Tätigkeit ab. Wer überwiegend im Büro sitzt, ist schneller wieder einsatzfähig als Personen, die im Job beispielsweise viel stehen, gehen oder schwer heben müssen. Im ersten Fall raten wir zu einem oder zwei Tagen, im zweiten zu einer mehrtägigen Ruhepause.

Wie sieht das Nachsorge-Programm nach dem Eingriff aus? Und worauf sollten Patienten in den Tagen nach der Liposuktion achten?

Dr. Höfter: Wir halten unsere Patienten an, über drei Wochen hinweg rund um die Uhr ein Kompressionsmieder oder eine Miederhose zu tragen. Je länger die Kompressionswäsche getragen wird, desto besser das Endergebnis. Von Besuchen in der Sauna oder im Solarium raten wir für mindestens drei Wochen ab.

Unterstützend bieten wir eine Kompressions-Lymphdrainage mit dem Ballancer oder eine Lipomassage in der Zeit nach der Absaugung an.

Die Lymphdrainage mit dem Ballancer findet unmittelbar am ersten Tag nach der Liposuktion statt. Damit wird das Lymphsystem angeregt. Die besten Ergebnisse sind nach drei bis fünf Sitzungen zu erwarten.

Nach drei Wochen ist das behandelte Gewebe meist gut verheilt. In dieser Phase helfen spezielle Lipomassagen, letzte Schwellungen oder Unebenheiten abzubauen.

Viele Frauen empfinden ihren Po oder Busen jeweils als zu groß oder zu klein, und die Proportionen passen nicht zusammen. Ist es möglich, Fettdepots einerseits zu entfernen, andererseits hinzuzufügen, um so ein Missverhältnis auszugleichen?

Dr. Höfter: Ja, es ist möglich, Fettgewebe zu transplantieren. Das beschränkt sich jedoch nur auf kleine Mengen an Fettgewebe, die in das bestehende Netz von Blutgefäßen „einwachsen“. Tun sie das nicht, ist kein dauerhafter Erfolg zu erzielen. Die übertragenen Fettzellen sterben dann ab. 

Allerdings könnte ein solcher Eingriff zeitgleich mit der Absaugung stattfinden. Die flüssigen Bestandteile des Fettgewebes werden zu diesem Zweck entfernt, der Rest wird mit einer Injektion an die gewünschte Körperstelle gesetzt. Kleinere Verbesserungen der Silhouetten sind auf diesem Wege machbar.

Um beispielsweise den Busen stark zu vergrößern, sind Silikon-Implantate erforderlich.

Ist die Fettabsaugung eine gute Ergänzung oder gar ein Ersatz für mühsame Diäten und Trainingsprogramme?

Dr. Höfter: Wie eingangs erwähnt, ist und bleibt das ein frommer Wunsch. Wir können Körperkonturen verbessern und ausgleichen. Übergewicht als solches lässt sich nicht einfach absaugen. Der Grund liegt darin, dass pro Absaugung im besten Falle vier Kilogramm Fettgewebe entfernt werden können. Mehr wäre unangenehm und sogar gefährlich für den Patienten. Wir raten im Vorgespräch, starkes Übergewicht in Eigeninitiative zu bekämpfen. Effektiv helfen können wir bei den hartnäckigen Fettpolstern an typischen Stellen, die weder mit Sport noch mit Diät zu beseitigen sind.

Weitere Informationen unter:

Dr. Eugen Höfter - Praxis für Plastische Chirurgie
Volkartstraße 5
80634 München
Tel. 089 15890540
eMail: praxis@plastischechirurgie-drhoefter.de
Web: www.plastischechirurgie-drhoefter.de

Letzte Aktualisierung am 10.08.2017.
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